Dienstag, 18. Juli 2017

Cuckold: wenn die Frau einen Liebhaber hat

Heute möchte ich über das Thema Cuckold schreiben. Seit einiger Zeit bin ich im Joyclub Mitglied in der Cuckold-Gruppe und das Thema ist überaus interessant für mich. Als ich am Anfang damit in Berührung kam, hatte ich allerdings einige Fragezeichen. "Cuckold"? Was ist das denn? Was verbirgt sich hinter diesem seltsamen Begriff?



KG für den Cuckold, Viagra für den Bull.

DIE Wahrheit über "Cuckolding" gibt es nicht

Bevor ich auf Begriffe eingehe, ist mir noch ein Hinweis wichtig. Im Folgenden arbeiten wir mit schablonenhaften Definitionen und Vorstellungen. Cuckolding ist in der Realität individuell verschieden. Der eine liebt es so, der andere so. Es gibt kein richtig oder falsch, es gibt keinen allgemeingültigen Gesetzestext, es gibt keine in Stein gemeißelte Wahrheit. Das einzige, was es gibt, sind Interpretationen.

Ich möchte unterstreichen, dass ich nicht den Anspruch erhebe, mit diesem Blogpost die einzig gültige Wahrheit über Cuckolding aufgeschrieben zu haben. Ich habe meine Wahrheit und meine Interpretation aufgeschrieben und biete diese Sichtweise an. Ich bin aber nicht so vermessen, andere Definitionen als falsch abzulehnen. Vielmehr bin ich der Meinung, dass jeder seine eigene Sicht auf die Dinge haben kann.

Sie alle sind Ausdrucksformen eines Themas. Das ist auch das Schöne daran: Jeder kann sich beim Cuckolding so ausleben wie er möchte. Das eine Paar hat gar keinen Sex mehr, das andere Paar dagegen fällt nach der Liebesnacht mit dem Lover sofort übereinander her, weil es beide erregt. Beides ist völlig in Ordnung.

Was ist ein "Cuckold"?

Der Begriff Cuckold kommt aus dem BDSM und bezeichnet einen Mann, der in einer festen Beziehung lebt und dessen Frau sich offen mit anderen Männern vergnügt. Dabei kann es sich um eine Ehe, eine feste Partnerschaft oder auch um eine Femdom-Malesub-Beziehung handeln. Der Cuckold kann davon erregt werden, dass seine Frau mit anderen Männern vögelt, aber das ist kein zwingendes Merkmal für einen Cucki.

Es kann auch sein, dass er darunter leidet, dass andere Männer seine Frau haben dürfen. In Femdom-Malesub-Beziehungen wird das Cuckolding oft von der Herrin eingesetzt, um den Sklaven zu demütigen. Andere Männer bekommen das, was der Sklave nur erträumen kann. Zusätzlich kann sie ihren Sklaven erniedrigen, indem sie ihn keusch hält und seinen Penis in einen KG einsperrt, einen Keuschheitsgürtel. Der Begriff "Keuschheitsgürtel" ist etwas irreführend, denn heutzutage sind es eher Keuschheitsschellen, in die der Penis eingesperrt wird.

Bitte beachten: Wichtig ist an dieser Stelle die grundsätzliche Feststellung, dass Cuckolding ein einvernehmliches Spiel unter Erwachsenen ist und sicher nicht der Norm entspricht. Es ist ein Spiel, bei dem sich zwei Erwachsene in Rollen begeben, um ihre Lust anzustacheln. Obwohl das oft nicht vermutet wird, ist die Beziehung zwischen Cuckold und Hotwife meistens sehr innig und liebevoll, geprägt von Respekt und gegenseitiger Achtung.

Was ist der Unterschied zwischen "Cuckold" und Hahnerei?

In unserer Gesellschaft gilt es als ausgemachte Sache, dass eine Frau ihrem Mann treu zu sein hat. Der besondere Reiz des Cuckoldings liegt nun auch darin, sich genau über diese Regel hinwegzusetzen. Im Deutschen kennen wir den Begriff der "Hahnerei". Darunter versteht man das heimliche Fremdgehen. Im Gegensatz dazu findet das Cuckolding offen statt. Die Frau macht kein Geheimnis daraus, dass sie sich mit einem anderen Mann trifft. Im Gegenteil! Sie reibt es dem Cucki sogar noch unter die Nase, dass sie ihn "betrügt". Ich setze "betrügt" in Anführungszeichen, denn in vielen Cuckold-Beziehungen ist der Frau das Fremdgehen erlaubt, insofern ist es ja kein wirklicher Betrug.

Was bereitet dem Cuckold Lust daran?

Der Cuckold kann durch das Fremdgehen seiner Frau sexuell erregt werden, das muss aber nicht so sein. Häufig handelt es sich um Männer, die devot oder gar masochistisch veranlagt sind und die es erregt, wenn eine Frau sie demütigt. Gerade in Femdom-Malesub-Beziehungen ist das der Fall. Der Mann liebt es, sich seiner Frau völlig unterzuordnen und ihre Wünsche zu erfüllen.
Seine Frau mit einem anderen Mann zu sehen und zu erleben, wie die beiden Sex haben, stellt eine starke Demütigung für ihn dar, die intensive Gefühle erzeugt und ihm häufig Lust bereitet. Gesteigert wird diese Ernierdigung oft dadurch, dass der Mann dem Paar sogar noch dabei behilflich sein muss, das Liebesspiel vorzubereiten. Der Cucki kann dabei auch vom Liebhaber dominiert werden.

Es gibt aber auch Cuckis, die es anmacht, ihre Frau mit einem anderen zu sehen und die danach ebenfalls Sex mit der Frau haben. In diesem Fall ist das Cuckolding eine Stimulation, die wie ein Vorspiel empfunden wird, aber nicht als Demütigung.

Drittens gibt es Männer, die aus Liebe zum Cuckold werden. Sie haben sexuelle Probleme – etwa wegen Impotenz – und wollen ihrer Partnerin trotzdem ein intensives Sexleben ermöglichen. Wie bereits erwähnt ist das Thema sehr individuell und es gibt zahlreiche Varianten.

Welche Ausprägungen des Cuckolds gibt es?

C1: der Anfänger-Cuckold. Für den C1-Cucki ist das Cuckolding nur ein Rollenspiel. Es macht ihm Spaß, seine Frau mit einem anderen zu teilen. Er betrachtet es als lustvolle Erfahrung und als Abwechslung vom sexuellen Alltag. Meist schläft der C1-Cucki weiterhin mit seiner Frau.

C2: der fortgeschrittene Cuckold. Die Hotwife hat das Sagen und kontrolliert ihren Mann sexuell. Sie hat einen oder mehrere feste Liebhaber. Der Cucki hat sich in seine Rolle gefügt und akzeptiert das Treiben seiner Frau. Einen Einfluss auf ihr Sexualleben hat er nicht mehr. Die Hotwife kann ihren C2-Cucki über längere Zeit keusch halten, etwa mit einer Keuschheitsschelle (KG), zu der nur sie die Schlüssel hat.

C3: der Never-Inside-Cuckold. Die Hotwife hat nun nicht nur sexuell die Macht, sondern auch im Alltag. Es gibt keinen sexuellen Kontakt mehr zwischen dem Paar, der Cuckold ist "never inside", hat also keinen Verkehr mehr mit seiner Frau. Der C3-Cucki lässt sich absolut dominieren und lässt seiner Frau (Herrin) alle Freiheiten. Sie vergnügt sich mit anderen Männern und kann sich hemmungslos ausleben. In extremen Fällen kann das bis zur bewussten Fremdschwängerung der Frau durch einen Liebhaber gehen. 


Was bereitet der Frau Lust am Cuckolding?

Die Frau (Hotwife genannt) genießt das Gefühl, sowohl vom Cuckold als auch von ihrem Liebhaber begehrt zu werden. Beim Liebhaber spricht man vom "Bull", also vom Bullen. Das deutet schon an, was sich die Frau von ihm erwartet. Eben genau das, was ihr Mann ihr nicht bieten kann oder darf: heißen, wilden, kraftvollen, leidenschaftlichen, animalischen, triebhaften, harten Sex.
Dieses Erlebnis holt sie sich von ihrem Bull, ihrem Liebhaber. 

Gerade in Femdom-Malesub-Beziehungen ist es häufig der Fall, dass die Sexualität zwischen beiden Partnern nicht durch konventionellen Sex zum Ausdruck kommt, sondern durch bizarre BDSM-Spiele. Die Leidenschaft des Sklaven findet dann zum Beispiel ihren Ausdruck, indem er etwa die High-Heels und Füße seiner Frau küsst, massiert und verwöhnt. Er verwöhnt und verehrt sie mit devoter Hingabe, darf sich aber oft nicht mehr mit ihr vereinigen.
Auch eine langfristige, emotionale Bindung an den Bull ist möglich.

Was bereitet dem Bull Lust am Cuckolding?

Der Bull genießt es, sich sexuell mit der Hotwife vergnügen zu können ohne weitere Verpflichtungen eingehen zu müssen. Für ihn steht oft der schnell, unkomplizierte Sex ohne lange Anlaufzeit im Vordergrund. Er muss die Frau nicht langwierig erobern, sie ist von sich aus bereit und sucht das erotische Vergnügen mit ihm.

Manche Bulls erregt es außerdem, die Macht über den Cuckold zu spüren, ihn zu demütigen und zu dominieren. Sie lassen ihn dabei zusehen und es spornt sie an, wenn sie dem Paar mal zeigen können, wo der Hammer hängt.
Im Gegensatz dazu gibt es auch Bulls, die nur wenig Lust darauf haben, Kontakt dem dem Partner der Frau zu haben. Sie empfinden das als unangenehm.

Was steckt hinter dem Cuckolding?

Es gibt viele mögliche Auslöser und Reize. Zum einen ist ein Tabubruch immer etwas Aufregendes. In einer festen Partnerschaft hat man treu zu sein. Den Mann zu betrügen ist tabu, das geht nicht. Und es offen zu tun, das geht schon gar nicht! Umso reizvoller ist es, gegen diese klare Regel zu verstoßen. Es ist spannend, aufregend, heiß, es kribbelt, es prickelt, es ist einfach geil, sich als Frau offen ausleben zu können.

Ein häufig beschriebenes Thema vom Cuckis ist, dass sie sich selbst als unwürdig oder unfähig betrachten, ihre Partnerin sexuell zu befriedigen. Sie sind der Ansicht, ihr Penis wäre zu klein, zu dünn, zu hässlich oder zu schlaff. Sie denken, sie wären körperlich nicht attraktiv genug für ihre Frau. Oder sie denken, sie wären anderen Männern grundsätzlich unterlegen. Um diese Unterlegenheit zum Ausdruck zu bringen, wird häufig der Begriff des Beta-Manns benutzt. Ein Alpha-Mann evrkörpert das, was Frauen häufig attraktiv finden: Dominanz, Führungsstärke, Charisma, Präsenz, Stärke, Kraft, Durchsetzungsstärke, Größe, Potenz.

Gibt es Cuckolding auch umgekehrt?

Ja, auch umgekehrt gibt es Frauen, die sexuell erregt werden, wenn ihr fester Partner Sex mit anderen Frauen hat. In diesem Fall spricht man bei der Frau von einer "Cuckquean" (das ist kein Tippfehler, also nicht "Cuckqueen").

Woher kommt der Begriff "Cuckold"?

Das "Cuck" in Cuckold kommt aus dem Englischen und leitet sich ab von "Cuckoo", also von "Kuckuck". Das liegt daran, dass das Kuckucksweibchen seine Eier anderen Vögeln zur Aufzucht unterschiebt. Bereits im Mittelalter wurde dieses Verhalten auf Frauen übertragen, die ihrem Partner das Kind eines anderen unterschieben (Kuckuckskind). Der Partner gilt als "gehörnt", also betrogen. Man sagt, die Frau setzt ihm Hörner auf. "Cuckolding" tauscht im Englischen bereits um 1589 auf und bezeichnet verschiedener Formen von Beziehungen mit mehreren Partnern.

Ist Wifesharing das Gleiche wie Cuckolding?

Nein, denn beim Wifesharing handelt es sich um einen dominanten Mann, der seine (meist devote) Frau anderen Herren zur Verfügung stellt.
  

Welche Cuckold-Begriffe und -Wendungen gibt es?

Wir haben bereits einige typische Begriff kennengelernt. Hier eine Übersicht.
Bull: Liebhaber der Frau
C1-Cuckold: Anfänger-Cuckold
C2-Cuckold: fortgeschrittener Cuckold
C3-Cuckold: Never-Inside-Cuckold
Cuckold/Cucki: gehörnter Mann
Cuckquean: gehörnte Frau
Einem Mann die Hörner aufsetzen: Einen Mann mit einem anderen betrügen.
Femdom: Herrin
Gehörnt: betrogen
Hotwife: Frau, die sich offen mit anderen Männern vergnügt
Malesub: männlicher Sklave
Stute: Frau, die sich offen mit anderen Männern vergnügt. Beim Begriff "Stute" schwingt mit, dass sich die Frau vom Bull dominieren lässt. Das muss aber nicht so sein.
Sub: Sklave der Herrin
Wife-Sharing: Ein dominanter Mann teilt seine Frau mit anderen Herren.


Wie sehen Deine Erfahrungen und Beobachtungen beim Thema "Cuckold" aus? Hinterlasse gerne einen Kommentar.


Samstag, 8. Juli 2017

Gefahren beim BDSM

Im letzten Interview hat Sklave Thomas angeregt, ich solle doch auch mal auf die Gefahren beim BDSM eingehen. Ich finde das eine gute Idee. Allerdings ist dieses Thema so umfangreich und vielschichtig, dass ich es hier nur grundsätzlich behandeln kann. Am wichtigsten erscheint mir dabei vor allem die Festststellung, dass es beim BDSM um Rollenspiele unter Erwachsenen handelt. Das bedeutet – und das sollte nie vergessen werden: Top und Sub bleiben als Menschen immer auf Augenhöhe. In ihrer Beziehung gibt es immer den gegenseitigen Respekt und die gegenseitige Wertschätzung und Höflichkeit. 


Die Verantwortung der Herrin

Erst im Rollenspiel wird die Frau zur Herrin und der Mann zum Sklaven und ein Machtgefälle kommt zum tragen. Dabei darf die Herrin nie vergessen, dass sie nun die Verantwortung für den Sub übernimmt. Es ist eben NICHT so, dass sie als Herrin nun schalten und walten könnte, wie sie will. Diese Zeiten sind – zum Glück – lange vorbei. Das war vielleicht mal in den Urzeiten der Menschheit so, wo Könige und Königinnen tun konnten, was sie wollten. Heute aber geht das nicht mehr. Und das ist gut so.

Natürlich ist es wenig sinnvoll diese Tatsache im Rollenspiel zu betonen, denn das Rollenspiel Herrin – Sklave lebt wesentlich von der Illusion, dass die Herrin über alles bestimmen würde. Ich möchte diesen Beitrag dazu nutzen, die Damen daran zu erinnern, welche Verantwortung sie gegenüber ihrem Sub haben. Ich denke aber, nahezu allen ist es ohnehin klar. Ich glaube, Frauen verfügen (in den meisten Fällen) über ein gutes Einfühlungsvermögen und wissen um ihre Verantwortung. In meinen Büchern spare ich dieses Thema nicht aus, im Gegenteil, ich betone es immer wieder. 


Auf Zeichen des Subs achten

Für eine Femdom ist es ganz wesentlich, aufmerksam und ständig auf Zeichen des Subs zu achten. Die zentrale Frage in der Session ist eben nicht nur: "Gefällt mir das?", sondern eben auch "Geht es meinem Sub gut?". Wichtig ist, dass der Sklave selbst im fixierten und geknebelten Zustand jederzeit in der Lage ist, sich bemerkbar zu machen und Handlungen ablehnen zu können. Denn das Spiel muss jederzeit sicher und einvernehmlich erfolgen. Zwang ist absolut abzulehnen. Was wäre das auch für eine armselige Herrin, die Zwang nötig hat? Die Herausforderung für die Femdom ist vielmehr, den Sklaven dazu zu bringen, alles gerne für sie zu tun. 

Oft genug geht die Verantwortung so weit, dass die Herrin den Sklaven vor sich selbst schützen muss und seine Wünsche ablehnen muss. Ein Beispiel aus meiner eigenen Erfahrung liefert etwa der Wunsch meines Subs, sich mit einem Tattoo als mein Sklave kennzeichnen zu lassen (siehe "48 Stunden BDSM"). Im ersten Moment ein Riesenkompliment für mich, dass seine Leidenschaft so weit geht. Aber man muss eben auch für den Sub weiterdenken. Und dann kommt man unter Umständen zu dem Schluss, dass dieser Schritt zu weit geht und man den Sub vor sich selbst schützen muss, wenn mal die Pferde mit ihm durchgehen. Dies betrifft auch Praktiken, bei denen sich der Sub vor lauter Lust in einen Rausch steigert und "fliegt". Das ist gefährlich und es bedarf einer erfahrenen Herrin, dem Grenzen zu setzen. Dieser Rauschzustand kann auch die Femdom selbst treffen, etwa bei einer Abstrafung. Sich selbst unter Kontrolle zu halten, ist einen große Aufgabe und Herausforderung, gerade, wenn man gerade so schön in Fahrt ist und es Spaß macht.


Viele Praktiken, viele Risiken

Ich möchte jetzt nicht auf einzelne Praktiken eingehen. Sicher lauern etwa beim Bondage (Fesselung) Gefahren und Risiken. Die Blutzirkulation muss ständig problemlos möglich sein, um nur einen Punkt herauszugreifen. Es würde aber zu weit führen, das umfassend in einem Artikel behandeln zu wollen. Deshalb mein Aufruf: Nehmt das Spiel nicht zu leicht. Als Herrin muss man sich seiner Verantwortung bewusst sein, als Sub sollte man sich die Herrin gut aussuchen und auch an seine Sicherheit denken. Wer etwas nicht will, sollte sich sofort so klar wie möglich bemerkbar machen und nicht stumm leiden. Denn am Ende geht es um ein Spiel, das beiden Freude bereiten soll und das jederzeit sicher ablaufen muss. Nicht umsonst gibt es das Konzept von "safe, sane, consensual": sicher, mit gesundem Menschenverstand und einvernehmlich.

In diesem Sinne: Enjoy!

Herzlich,
Lady Sas



Freitag, 7. Juli 2017

Sklave Thomas: BDSM-Spätzünder

In meiner Interviewreihe mit Femdoms und Sklaven, gibt es einen weitere Beitrag. Sklave Thomas hatte sich um ein Interview beworben und mir ein Interview versprochen, das meine Website "bereichert". Nun, urteilt selbst, ob dem lieben Thomas das gelungen ist. Ich finde schon ;-) Gern bin ich immer offen für weitere interessante Einblicke und Perspektiven. Melde Dich gerne unter madamesaskia@web.de 


Lady Sas: Thomas, bitte schildere uns Deinen Weg zum BDSM.
Sklave Thomas: Ich habe früher, als es noch kein Internet gab, auch mal BDSM Filme aus der Videothek geholt. Dann hat sich viele Jahre nichts getan. Meine erste Session hatte ich erst weit über meinem 30. Lebensjahr. Ich sehe mich quasi als Spätzünder da doch die meisten Leute früher in die Szene eintauchen. Es hat einige Zeit gedauert bis ich die richtige Dame gefunden habe. Ich habe mit Miss Kaya Mia, meiner Stammdomina, schon etliche tolle Sessions erleben dürfen.


Lady Sas: Wie ist Dein persönliches Selbstverständnis? Wie siehst Du Dich selbst?
Sklave Thomas: Wie ich mich sehe? Ich bin ein Mensch, der vielen Bereichen des Lebens aufgeschlossen ist.

Sklave Thomas im Interview 

Lady Sas: Was macht für Dich den Reiz beim SM aus?
Sklave Thomas: Mich überraschen zu lassen macht für mich den Reiz aus. Man kann zwar die Richtung in einem Vorgespräch grob vorgeben, aber man sollte dann die Führung in die Hand der Dom geben. Von Drehbüchern halte ich nichts, da ich den Überaschungsmonent mag!


Lady Sas: Du kommst aus dem Raum Nürnberg. Wie sieht es hier mit der SM-Szene aus? Gibt es Studios und Dominas?
Sklave Thomas: Ja, es gibt auch in Nürnberg Studios z.B. den Fetischsalon oder das Studio Ahriman. Ich finde aber, dass es mehr Auswahl geben könnte, denn Nürnberg gehört weltweit gesehen zu den besten Städten, was die Lebensqualität betrifft. Wenn also eine Domina mal einen Tapetenwechsel plant, kann ich Nürnberg empfehlen.

SM modern statt konservativ

Lady Sas: Du hast mir gesagt, dass Du SM modern siehst und nicht so konservativ wie andere. Erkläre das bitte näher.
Sklave Thomas: Die konservative Sichtweise besagt ja, dass nur die klassische Domina das einzig Wahre ist. Heute gibt es ja mit der Bizarrlady, der Switcherin und der Wrestlingdomina ein größeres Angebot als früher. Ich finde, jeder sollte sich die Dame aussuchen, die am besten zu ihm passt. Ich denke auch, dass die klassische Domina nicht aussterben wird. Es kommen immer wieder mal junge Doms nach, die die klassische Variante wählen z.B. Lady Kira Page. Auch finde ich es toll, dass es heute mehr Spielgeräte gibt als früher.


Lady Sas: Hast Du auch mal die dominante Seite ausprobiert?
Sklave Thomas: Nein, habe ich nicht. Einen weiblichen Sub oder gar eine Switcherin könnte ich nicht bespielen, da ich nur auf der devoten Seite meine Neigungen habe.


Lady Sas: Was muss eine Frau mitbringen, um Dich dominieren zu können?
Sklave Thomas: Die Dame sollte das gewisse Etwas haben und auch authentisch herüberkommen. Außerdem sollte die Dame auch mein Typ sein.

Sind die Studiopreise angemessen?

Lady Sas: Wie ist Deine Meinung zu den Studiopreisen? Sind die Preise angemessen?
Sklave Thomas: Ich glaube schon, dass die Preise angemessen sind, sonst könnte ja ein Studio nicht überleben.


Lady Sas: Gibt es Dinge, die Dir bei Profi-Dominas negativ aufgefallen sind oder die man  verbessern sollte?
Sklave Thomas: Ich habe auch schon Bilder gesehen, wo Dominas einem Stinkefinger zeigen. Als ob eine Domina so etwas nötig hätte. Negativ ist mir auch aufgefallen, dass es mittlerweile auch Profi–Doms gibt, die neben den normalen Sessions auch Geldsklaverei anbieten. 


Lady Sas: Glaubst Du, dass es eine Altersgrenze für Profi-Dominas gibt?
Sklave Thomas: Nein, ich glaube, dass eine attraktive Frau auch noch mit 60 als Domina tätig sein kann.


Lady Sas: Welches BDSM-Gerät müsste mal erfunden werden?
Sklave Thomas: Es sind schon so viele Dinge erfunden worden. Ich wüsste im Moment nicht was es noch Neues braucht.


Sub Thomas über Shades of Grey 

Lady Sas: Hat sich Deiner Meinung nach die Sicht auf BDSM in der Gesellschaft durch Shades of Grey verändert? Und wenn ja: wie?
Sklave Thomas: Kann sein, dass es dadurch mehr Leute gibt die sich für BDSM interessieren.


Lady Sas: Was wolltest Du immer schon mal auf meinem Blog sagen?
Sklave Thomas: Der Blog ist toll, aber es fehlt das Thema „Gefahren im BDSM“!  Es wäre schön wenn Lady Sas auch mal was über die Gefahren im BDSM schreiben könnte, da ja BDSM nicht ungefährlich ist.


Lady Sas: Danke für diese Einblick, Thomas. Über Deine Anregung denke ich gerne nach.



Montag, 3. Juli 2017

Femdom Blog Meilenstein: 1 Million Klicks

Schön: Der Femdom Blog hat über eine Million Klicks.
Als ich am 4. August 2013 den ersten Beitrag für meinen Femdom Blog schrieb, wollte ich mit dem Blog mein eigenes Tun reflektieren und anderen Frauen Mut machen, sich ebenfalls auf das Thema BDSM einzulassen. Das sind auch heute noch gute Gründe, den Blog weiterzuführen. Hinzu kommt, dass ich noch immer unstillbar neugierig auf andere Sichtweisen und Gedanken bin. Deshalb führe ich seit einiger Zeit Interviews mit privaten Femdoms und renommierten Profi-Dominas. 
Damit sich der Blog weiterentwickeln kann, habe ich das Interview-Format geöffnet und biete nun auch Sklavinnen und Sklaven eine Plattform, auf der sie in Interviews ihre Sichtweisen darstellen können. Ich halte das für eine interessante Entwicklung. 
Und noch ein schöner Grund, diesen Blog zu pflegen, ist hinzugekommen: Ich dokumentiere hier auch die Keuschhaltung in meinem Sklavenstall und biete so Einblicke, die sicher für viele interessant sind.


Mein Anliegen: ein Femdom-Blog mit Niveau

Ich beschäftige mich mit vielen Femdom-Themen, aber nicht mit allen. Über Kommentare und Diskussionen freue ich mich sehr, aber alle Kommentare schalte ich nicht frei. Was unästhetisch und geschmacklos ist, möchte ich auf meinem Blog nicht haben. Nicht einmal ansatzweise. 
Mein Anliegen ist es vielmehr, einen Femdom-Blog mit Niveau zu führen, der offen für interessante Gedanken, Perspektiven und Sichtweisen von Tops, Subs, Profi-Dominas, Privat-Herrinnen, Künstlern, Singles und Paaren ist. 


Danke an alle Beteiligten

Einen ersten erfreulichen Meilenstein habe ich am 11. Dezember 2013 im Blog notiert. An diesem Tag habe ich mich für die ersten 10.000 Klicks bedankt. Geradezu sprachlos war ich, als ich am 2. Januar 2015 bereits 200.000 Klicks auf dem Blog beobachten konnte. 
Gestern, am 2. Juli 2017, ist der Klick-Zähler meines Femdom-Blogs auf unfassbare 1.000.000 Klicks gesprungen. Diese Million spiegelt ein hohes Interesse wider und ist Ausdruck einer besonderen Wertschätzung. Denn einen Blog, den man interessant findet, den besucht man nicht nur einmal, sondern regelmäßig. 

Ich bin über diesen Erfolg sehr, sehr glücklich und bedanke mich bei allen Leserinnen und Lesern, die regelmäßig vorbeischauen. Das Gefühl tatsächlich gelesen und wahrgenommen zu werden, ist das schönste Gefühl, das eine Bloggerin und Autorin haben kann. Man schreibt nicht nur für sich selbst, sondern auch für andere. Man bekommt Reaktionen. Man erlebt einen Dialog. Das ist für mich sehr schön und äußerst wertvoll. Es motiviert mich, weiter dranzubleiben und weiterhin mein Bestes zu geben, interessante, inspirierende und hilfreiche Inhalte auf dem Blog zu bringen. 


Danke an alle, die aktiv sind oder aktiv werden wollen

Ich möchte diese imposante, einprägsame Millionen-Zahl zum Anlass nehmen, danke zu sagen. Danke an alle, die dazu beitragen, dass dieser Femdom Blog so ist, wie er ist. Dieser Blog ist nicht nur mein Werk, er ist unser aller Werk. Er ist eine Gemeinschaftsproduktion. An diesem Blog haben zahllose Persönlichkeiten der BDSM Szene mitgewirkt. In Interviews, Kommentaren und Gastbeiträgen. Durch Posts, Tweets, Retweets, Shares und Likes in den sozialen Medien. Durch unzählige E-Mails mit Hinweisen und Tipps, die ich bekomme. Für all das bin ich jedem einzelnen äußerst dankbar! 

Für die Zukunft wünsche ich mir, dass noch mehr Leserinnen und Leser den Schritt vom passiven Lesen hin zur aktiven Beteiligung wagen. Denn je mehr Leute mitmachen, desto vielschichtiger und abwechslungsreicher ist das Ergebnis. In diesem Sinne: Ich freue ich über jeden, der sich meldet und einbringen möchte. Auch Du kannst einen Beitrag leisten. Sende einfach eine Mail an madamesaskia@web.de 

Herzlich,
Lady Sas


  • Weitere Infos über mich gibt es hier: Lady Sas
  • Keuschhaltungsaufstellung meines Sklavenstalls

  • Klicke hier für interessante Domina-Interviews

  • Mittwoch, 28. Juni 2017

    Keuschheitsgürtel: Was du noch nicht darüber wusstest

    CB 6000 Keuschheitsgürtel
    Seit längerer Zeit beschäftige ich mich eingehend mit dem Thema Keuschhaltung durch Keuschheitsgürtel. Gerne verweise ich in diesem Zusammenhang auf die die Dokumentation in meinem Sklavenstall. Bei der Recherche zum Thema bin ich auf einige interessante Dinge gestoßen, die ich gerne mit Dir teilen möchte. 

    Interessantes über Keuschheitsgürtel

    Das Wort „keusch“ kommt vom lateinischen Wort „conscius“, was soviel wie „bewusst“ bedeutet. Interessanter Weise hatte der Begriff der Keuschheit früher eine etwas andere Bedeutung als heute. Im Mittelhochdeutschen (1050 bis 1350, also im Mittelalter) bedeutete es noch „sittsam“ oder eben „bewusst“. Damit war gemeint, sich bewusst schamhaft zu verhalten und nicht gegen die Regeln der Sittlichkeit zu verstoßen. Erst später, im Neuhochdeutschen (ab 1650), wurde der Begriff enger gefasst als „sexuelle Enthaltsamkeit“.

    Die Idee des Keuschheitsgürtels ist, den Zugriff auf die primären Geschlechtsorgane des Trägers unmöglich zu machen. Ich selbst dachte immer, dieses Konzept stamme aus dem Mittelalter. Und Ritter hätten auf diese Weise  sicherstellen wollen, dass ihre Frauen zuhause nicht fremdgehen, wenn sie zum Beispiel weit weg auf einem Kreuzzug sind. Eine typische Konstruktion war demnach ein Stahlgürtel um die Taille, an dem ein Stahlband befestigt ist, das sich um den Schritt legt, gesichert mit einem Schloss und mit Öffnungen an Scheide und Anus, damit man zumindest auf die Toilette gehen kann.


    Keuschheitsgürtel: Sexspielzeug des Mittelalters?

    Doch an dieser populären Sichtweise gibt es ernste Zweifel. Experten sagen, dass die Keuschheitsgürtel-Materialien des Mittelalters die Haut wund gescheuert und zu Infektionen geführt haben dürften. Das habe sich schnell zu einer ernsthaften Gesundheitsgefährdung führen können. Es gibt auch keinen stichhaltigen Beweis dafür, dass der Mythos vom Burgfräulein im KG wirklich auf Fakten basiert. Vielmehr wird vermutet, dass dieses Mythos erst in der Barockzeit (1575 bis 1770) ins Leben gerufen wurde, um das Mittelalter als besonders düster darzustellen. Ein Schauermärchen sozusagen. Um 1400 wird zwar im italienischen Padua ein Keuschheitsgürtel erwähnt, doch geht man heute eher davon aus, dass es sich dabei eher um ein Sexspielzeug handelt. 

    Die Schlüsselherrin gebietet über den Keuschheitsgürtel.

    Keuschheitsgürtel: Legenden und Mythen

    Weil niemand etwas Genaues weiß, haben sich auch Legenden gebildet, die sich um die Entstehung des Keuschheitsgürtels ranken. So besagt eine Geschichte, die Dogen Venedigs hätte den KG erfunden, um damit  Prostituierte zu zwingen, ihre fälligen Steuern zu bezahlen. Eine andere Geschichte erzählt ein österreichischer Antiquitätensammler: 1889 habe er auf einem Friedhof einen Leder-Eisen-Keuschheitsgürtel am Skelett einer Frau gefunden. Und so weiter. Geschichten gibt es viele, Beweise leider nicht. Selbst die Ausstellungsstücke, die man aus Museen kennt, stammen bei näherer Betrachtung nicht aus dem Mittelalter, sondern aus dem 19. Jahrhundert. In dieser Zeit war der Keuschheitsgürtel vor allem in England bekannt. Englische Dienstmädchen legten den KG freiwillig an, um sich vor Vergewaltigungen zu schützen. Auch bei Jugendlichen setzten die Engländer KGs ein, um Masturbation zu verhindern. Das wurde damals nämlich als krankhaft angesehen und galt als Sünde. 


    Heute sind Keuschheitsgürtel ein SM-Spielzeug


    Seitdem hat sich einiges verändert. Keuschheitsgürtel werden nun vor allem im BDSM-Bereich geschätzt. Es gibt sie in zahlreichen Farben und Formen. Und wenn man einige Punkte beachtet, sind sie hygienisch und ein lustvolles Accessoire bzw. Spielzeug. 

    Wie sind Deine Erfahrungen damit? Wie lange trägst Du Deinen Keuschheitsgürtel schon? Hast Du eine Schlüsselherrin, die Dich kontrolliert? Was sind Deine Gedanken zum Thema? Oder bist Du selbst eine Schlüsselherrin, die ihren Sklaven verschlossen im KG hält? Was fasziniert Dich daran? Hinterlasse gerne einen Kommentar.