Donnerstag, 19. Oktober 2017

Herrin Anuskatzz: die Lady, die aus der Reihe tanzt

Herrin Anuskatzz. Foto: impressive photograph
Herrin Anuskatzz ist im Studio "Der FemDom" in Zürich anzutreffen. Jeder Versuch, sie beschreiben zu wollen, muss scheitern. Deshalb versuche ich es gar nicht erst. Nur soviel: Diese Dame tanzt aus der Reihe. Mehr über Herrin Anuskatzz erfährst Du im Interview. 


Lady Sas: Liebe Anuskatzz, Du bist als Domina tätig. Wie kam es dazu?
Herrin Anuskatzz:
Ich lebe BDSM seit meiner Jugend, für mich ist es mein Ventil, mein Rückzugsort und meine Art mich auszudrücken. Durch unsere Firma Dirty Dreaz, die eine Mischung zwischen Art Porn und Kunst ist, habe ich mich dazu entschieden, damit an die Öffentlichkeit zu gehen. Wir haben sehr oft Probanden für Filme am Set, die selber noch nicht wirklich mit BDSM in Berührung gekommen sind. Somit übernehme ich oft die führende Aufgabe die Menschen zu leiten und in die Welt des BDSMs zu entführen, was mir sehr viel Freude bereitet. Daher lag es nahe, diese wunderbare Tätigkeit auf einer höheren Ebene auszuführen und somit habe ich mich dazu entschieden meinen Lebensinhalt zu einer Profession zu machen.

Herrin Anuskatzz im Interview


Lady Sas: Was verbirgt sich hinter Deinem Namen "Anuskatzz"?
Herrin Anuskatzz: Anuskatzz ist eigentlich nur eine sympathische bzw. absurde Spielerei mit meinem Lieblingsbereich und zwar dem Anus. Schon zu Beginn des Lebens ist es ein sehr wichtiges Organ für uns, was uns Befriedigung verschafft und der tägliche Gebrauch dessen sogar mit einer Emotion der Befreiung und Wohltat zu tun hat.
Balast auswertend und reinigend. Einer meiner Lieblingstätigkeit im BDSM ist das Analdehnen, Spielen und Fisten. Daher wird mein Name oft auch zum Programm. Das Katzz mit zwei Zz ist an meiner Firma Dirty Dreaz angelehnt, da alle Probanden in den Filmen einen Künstlernamen kreieren dürfen der mit Z enden soll. Da ich die Mitbegründerin des Projektes bin habe ich zwei Zz! Zudem mag ich einfach die Aussprache von Katzz. Es hat was sehr Elegantes aber auch Überlegend-Herrscherisches. Wie eine Katze nun mal so ist.


Lady Sas: Dein optisches Erscheinungsbild ist Dein Markenzeichen. Wie würdest Du Dich einem Blinden beschreiben?
Herrin Anuskatzz: Eine sehr außergewöhnliche Frage!
Ich möchte eigentlich Keinem mein äußeres Erscheinungsbild erklären müssen. Ich möchte, dass man es erfährt, dass man meine Stimme und Session aufnimmt und dadurch selber darauf kommt, dass ich etwas außergewöhnlicher bin. Daher würde ich einen Blinden zu einer Audienz mit mir einladen und ihn danach wohl eher selber fragen, wie dieser sich mein Äußeres vorstellt.
  

Tattoos und Dreadlocks


Lady Sas: Was möchtest Du mit Deiner Optik zum Ausdruck bringen?
Herrin Anuskatzz: Ich möchte mit meiner Optik nur mein Inneres unterstreichen. Für mich bedeuten Tattoos und Dreadlocks nicht gleich ungepflegt zu sein. Es kann auch etwas ganz elegantes und außergewöhnliches beinhalten, was ich verkörpern möchte.
Mit mir bekommt man nun mal nicht den normalen Domina-Look geboten und das ist auch gut so.  Ich möchte mir treu bleiben und mich auch so geben wie ich bin authentisch und außergewöhnlich.


Lady Sas: Wie reagieren die Menschen auf der Straße auf Dich? Wirst Du oft angesprochen oder fotografiert?
Herrin Anuskatzz: Ich liebe das Medium der Fotografie aber nun mal nicht von Laein, daher lehne ich Fotos immer ab, die nur für sich selber geschossen werden oder um mich vorzuführen. Es ist ein sehr zwiespältiges Verhältnis für mich, wenn die Menschen auf mich zukommen und mich ansprechen, denn oftmals fehlt es ihnen an der gewissen Höflichkeit, was mich immer sehr frustriert.


Lady Sas: Lassen wir die Äußerlichkeiten mal beiseite, wie würdest Du Dein inneres Wesen beschreiben?
Herrin Anuskatzz: Mein inneres Wesen habe ich selber noch nicht ergründet. Mich immer wieder neu zu kreieren und neu zu entdecken ist wunderschön, denn ich brauche die Vielfältigkeit in meinem Leben, um mich selber nicht einzuschränken. Das wichtigste für mich ist mich auszuleben und glücklich zu sein und das erlebe ich ohne jegliche Kompromisse einzugehen.

BDSM ist bunt, kreativ, vielseitig, aufregend


Lady Sas: Was kickt Dich am BDSM?
Herrin Anuskatzz: BDSM ist bunt, kreativ, vielseitig, aufregend und ein riesen großes Ventil zum alltäglichen Leben. Es gibt nichts einzigartigeres und intimeres als den Menschen über die eigenen Grenzen zu begleiten und dadurch eine Boost an Selbstbewusstsein zu verschaffen. So die Theorie zumindest, in der Praxis sieht das meist ganz anders aus, grade für den Dienst der Domina…

Ich habe mich noch nie und ich werde mich auch nicht an die durchschnittlichen Gepflogenheiten in dieser „Szene“ halten, weil sie für mich nicht mehr authentisch wirkt und mich langweilt.
Ich möchte keine Berge versetzen aber mir und dem was ich verkörpere treu bleiben. Anders zu sein hängt nicht nur vom äußeren Erscheinungsbild  ab sondern beginnt in unserer Seele.  Ich brauche nicht versuchen irgendwas zu verkörpern was ich nicht bin und möchte es auch gar nicht.

Es bedarf das höchste Maß an Vertrauen, um sich fallen lassen zu können. Für mich gibt es nichts schöneres, als wenn ich merke, dass es bei dem mir Gegenüber eintrifft. Durch einen essenziellen Grund  und zwar: Hingabe. Meine Audienz gestalte ich mit voller Hingabe, denn BDSM ist für mich eine Lebenseinstellung und ein Ventil.  Das bedeutet, dass ich  klassisch erziehe, mit Respekt und Vertrauen und auch diesen Anstand erwarte ich von der Person, die eine Audienz mit mir erfahren möchte. Nur so erhält man eine Basis die eine Audienz mit mir zu einer einzigartigen werden lassen kann.


Herrin Anuskatzz über genderfreies Arbeiten


Lady Sas: Du spielst genderfrei. Worin bestehen für Dich die zentralen Unterschiede zwischen weiblichen und männlichen Subs?
Herrin Anuskatzz: Es gibt keinerlei Unterschiede, genau deswegen meine genderfreie Arbeit. Die äußere Hülle interessiert mich nicht. Ich sehe nur das Wesen und was man hierfür in einer Audienz heraus kitzeln kann.


Lady Sas: Wie kommst Du auf neue Ideen für Deine Sessions?
Herrin Anuskatzz: Die Ideen entwickeln sich durch Erfahrungen, durch die Spontanität der Audienz und durch mein Wesen mit dem ich diese beeinflussen kann.


Lady Sas: Woran könnte es liegen, dass es so wenige dominante Frauen gibt?
Herrin Anuskatzz: Auch hier möchte ich wieder auf mein genderfreies Denken verweisen. Also gehe ich nicht auf Frauen sondern auf die allgemeine Menschheit ein. Wir alle sind geprägt durch Erfahrungen, wir alle haben unser inneres Kind, wir alle leben und erleben mit unterschiedlichen Emotionen und Gefühlen. Wir sind geprägt und werden weiterhin auch prägende Erlebnisse haben, die uns nun mal zu dem machen was wir sind. Doch eines ist Gewiss, wir haben die Sehnsucht uns fallen lassen zu können, abzuschalten und hinzugeben. Geleitet und geführt zu werden ist ein notwendiges Gut was uns alle ein Leben lang begleitet. Entweder ist man ein Macher oder ein Mitläufer oder ein doch gegen den Strom wandelnder. Dominanz bedeutet für mich all das zu beinhalten, durch Hingabe vertrauen um einen genau dort auffangen zu können wo es bedarf abzuschalten. Das ist eine Kunst, die nicht jeder beherrscht. Es bedarf sehr viel Selbstreflektion und Authentizität in dem was man macht.

"Ich lebe im Hier und Jetzt."


Lady Sas: Verrate uns etwas über Deine Freizeit. Hast Du Hobbys?
Herrin Anuskatzz: Ich erziehe klassisch, das bedeutet für mich den Fantasien freien Lauf zu lassen aber nun mal auch nicht berührbar zu sein. Daher verrate ich natürlich nichts aus meinem privaten Leben.
Da muss man sich schon selber die Mühe machen, um nähere Infos über mich herauszufinden.


Lady Sas: Wie sehen Deine Pläne für die Zukunft aus?
Herrin Anuskatzz: Ich lebe im Hier und Jetzt. Für mich soll BDSM so besonders und einzigartig bleiben wie es nun mal sein kann. Daher ist mein Plan, jede Audienz zu einer ganz besonderen zu machen und dem Mensch mir gegenüber viel Kraft und Freude zu schenken. Damit die Zukunft des mir gegenüber sich durch unsere Audienz positiv auswirken kann.





  • Hier geht es zur Website von Herrin Anuskatzz
  • Klicke hier für weitere Domina-Interviews
  • Weitere Infos über mich gibt es hier: Lady Sas

  • Mittwoch, 18. Oktober 2017

    RTL klopft an. Sorry, falsche Adresse.

    Wie ich in meinem letzten Blog-Post berichtet habe, komme ich in der aktuellen Ausgabe der Frauenzeitschrift Cosmopolitan als Pegging-Expertin zu Wort. Dabei wird auf meine "Kunden" verwiesen, wodurch man als Leserin natürlich den Eindruck gewinnt, ich wäre gewerblich als Domina tätig. Ich habe das in meinem Post richtig gestellt, denn das ist schlichtweg falsch. Ich bin rein privat und KEINE Profi-Domina. Ich hatte nie Kunden, ich habe keine Kunden und ich werde auch nie Kunden haben. Ich hoffe, ich habe mich klar ausgedrückt. 

    Nun ist es aber durchaus faszinierend zu beobachten, wie diese falsche Information in der Cosmopolitan von dritter Stelle aufgegriffen wird. So bekam ich eine E-Mail von einer Dame aus Hamburg, die Personen für eine RTL-Sendung castet. 

    Zitat: "Ich arbeite für RTL und wir suchen Mütter mit ungewöhnlichen Berufen. Sehr gerne Damen aus dem Erotik-Bereich. Wir möchten Mütter und Ihre Kinder interviewen um zu erfahren wie es ist, wenn Mama einen besonderen Beruf hat."
    Tja, liebe Freunde der gepflegten Fernsehunterhaltung, da seid Ihr bei mir leider an der falschen Adresse. Ich bin gespannt, wer mir noch so alles schreibt ;-)

    Freitag, 13. Oktober 2017

    Als Pegging-Expertin in der Cosmopolitan

    Das Cosmopolitan Magazin 11/2017


    Ein Redakteur des Frauenmagazins Cosmopolitan hatte mich angeschrieben, damit ich ihm Auskunft über das Thema Pegging gebe. Unter Pegging verseht man die anale Penetration eines Mannes, zum Beispiel mit einem Strap-on. Ein interessantes Thema dachte ich und gab bereitwillig Auskunft. 

    Sexpertin in der Cosmopolitan

    Mir war klar, dass von den vielen Antworten, die ich gab, nur sehr wenig in den Artikel finden würde. Nun ist der Artikel erschienen. Überschrift: "Der Sex, den alle Männer lieben". Weiter heißt es: "... auch wenn sie es selbst nicht zugeben." Das ist natürlich Unsinn. Nicht jeder Mann mag Pegging. Wer so etwas behauptet, hat keine Ahnung. 

    Ich las den Artikel durch und wunderte mich an manchen Stellen über meine Zitate. Manche waren korrekt wiedergegeben, andere dagegen nicht so, wie meine Vorstellungen von wörtlichen Zitaten sind. Nach meiner Vorstellung kann man nämlich nur etwas zitieren, was jemand so gesagt hat. Sonst ist es ja kein Zitat. 

    Seit wann habe ich "Kunden"?

    Wirklich ärgerlich wurde ich aber, als plötzlich von meinen "Kunden" die Rede war: "Bei ihren Kunden ist ferner diese Position sehr beliebt", heißt es im Artikel. Dabei hatte ich dem Redakteur doch extra am 21. August Folgendes geschrieben: "Ich bin eine private Domina. Das heißt, ich lebe SM nur privat aus, bin also kein Profi, der Geld verlangt. Darauf lege ich Wert." Entsprechend habe ich auch keine Kunden. Ich hatte nie Kunden, ich habe keine Kunden und ich werde auch nie Kunden haben. Ich bin rein privat und keine gewerblich tätige Domina. 

    Was man da missverstehen kann, ist mir schleierhaft, zumal ich am 23. August sogar noch einmal auf die Unterschiede zwischen den Begriffen "Domina" und "Femdom" eingegangen bin: "Ich habe festgestellt, dass viele Leute mit dem Begriff 'Domina' eher die professionelle Domina verbinden. Private Damen, die sich von den Profis abgrenzen wollen, verwenden eher 'Femdom'. Früher war mir das egal, heute nutze ich ebenfalls eher 'Femdom', weil diese Bedeutungen einfach bei den Leuten so im Kopf sind." Das hat den Redakteur leider nicht davon abgehalten, mich im Artikel "SM-Profi" zu nennen. Seltsam. Und auch ein Widerspruch zu meiner Vorstellung im Artikel als "Hobby-Domina". Also, da kann ich wirklich nur den Kopf schütteln. 

    Journalistische Standards

    Ich muss sagen, nach dieser Erfahrung kann ich Leute verstehen, die von "Fake-News" und "Lügen-Presse" reden. Ich denke, dass wir alles in allem eine gut aufgestellte Presselandschaft haben, in der sich die allermeisten Journalisten an Standards halten. Leider gibt es aber auch Ausnahmen. Das ist schade, denn schwarze Schafe tragen dazu bei, dass insgesamt das Vertrauen in die vierte Instanz, die freie Presse, geschädigt wird. 

    Nun mag man einwenden, man dürfe an Frauenzeitschriften nicht die selben Maßstäbe an journalistische Sorgfalt anlegen wie an Nachrichtenmagazine oder Zeitungen. Doch das sehe ich anders. 

    Alles in allem finde ich es ganz amüsant, als Pegging-Expertin in der Cosmopolitan zu Wort zu kommen. Ärgerlich ist jedoch, dass ich nicht korrekt zitiert werde und dass mir "Kunden" angedichtet werden. Und das, obwohl ich mehrmals glasklar darauf hingewiesen habe, dass ich keine gewerbliche Domina bin, sondern privat. 

    Dienstag, 10. Oktober 2017

    So sehen Madame Nicole, Madame Loreen und Madame Sarka heute aus

    Über das legendäre OWK, das Other World Kingdom, habe ich auf meinem Femdom Blog schon häufiger berichtet. Das OWK war ein Reich in Tschechien, in dem der Grundsatz "Women over Men" zum Leben erweckt wurde. Bekanntlich existiert das OWK in dieser Form jedoch nicht mehr. Die vielen BDSM-Filme jedoch, die in der Blütezeit des OWKs gedreht worden sind, die gibt es auch weiterhin. 

    Die OWK-Legenden Madame Sarka, Madame Nicole und Madame Loreen heute


    Durch die OWK-Videos entstand auch so etwas wie ein Fan-Kult um besonders profilierte Herrinnen. Allen voran Madame Sarka, Madame Nicole und Madame Loreen. Drei Damen, die in den Filmen besonders schön und besonders streng waren. Aber Moment, fehlt da nicht eine Dame? Was ist mit Madame Christine? Ich hatte sie im Juli 2014 für meinen Blog interviewt und den Eindruck, sie würde der BDSM-Szene noch eine ganze Weile erhalten bleiben. Aber leider ist ihre Website nicht mehr erreichbar und so scheint sie sich ins Privatleben zurückgezogen zu haben. 

    Das Gleiche gilt offenbar für Madame Loreen. Ich schreibe "offenbar", weil es schwierig ist, gesicherte Informationen zu bekommen. Madame Sarka dagegen ist weiterhin als Domina aktiv. Ihr verdanken wir auch die Fotos, die zeigen, wie Madame Loreen und Madame Nicole heute aussehen. Soweit ich es verstanden habe, hat sich Madame Nicole ebenfalls ins Privatleben zurückgezogen, ist aber immer mal wieder für gemeinsame Sessions mit Madame Sarka erreichbar. Wer also noch einmal in den Genuss einer Erziehung mit den OWK-Legenden kommen möchte, kann es bei Madame Sarka probieren. 

    Hier nun die Fotos, die ich auf dem Twitter-Kanal von Madame Sarka gesehen habe und hier mit Euch teilen möchte. Wer weitere Updates zu den OWK-Damen hat, kann gern einen Kommentar hinterlassen. 



    Von links nach rechts: Madame Loreen, Madame Sarka, Madame Nicole im Februar 2017
    Madame Nicole, Madame Loreen, Madame Sarka 2015


    OWK-Stars: Madame Sarka und Madame Nicole
    Madame Sarka im März 2017



    • Hier geht es zum Twitter Account von Lady Sas
    • Weitere Infos über mich gibt es hier: Lady Sas

    Sonntag, 24. September 2017

    Heute schon gewählt?

    Liebe Leserin, lieber Leser,

    Politik hat auf meinem Blog eigentlich nichts zu suchen. Heute mache ich eine Ausnahme. Klar, ich habe eine eindeutige Meinung und weiß, welche Partei ich wähle. Trotzdem werde ich mich hier dazu nicht äußern. Denn es geht mir nicht darum, Dich für eine bestimmte Partei zu begeistern. Mir geht es darum, grundsätzlich einen kleinen Impuls zu setzen, doch bitte wählen zu gehen

    Warum sollte jeder zur Bundestagswahl gehen?

    Ganz einfach deshalb, weil er es kann und darf. Für uns ist das seit Jahrzehnten selbstverständlich – zum Glück. Doch es gibt noch heute Länder, in denen freie, unabhängige Wahlen nicht möglich sind. Und es gab auch in Deutschland dunkle Zeiten, in denen Wahlen alles andere als fair und frei abgelaufen sind. Deshalb ist es aus meiner Sicht ein großes Glück und Geschenk, frei wählen zu dürfen, welche Vorstellungen in Zukunft in Deutschland umgesetzt werden sollen. Wer nicht wählen geht, lässt andere über seine Zukunft entscheiden. Daher meine Aufforderung und Bitte: Hintern hoch! Geh' heute wählen. Nicht wählen zu gehen ist auch keine Lösung.

    Noch unentschlossen und unentschieden?

    Die Zeitung mit den großen Überschriften hat für alle Unentschlossenen in einem Online-Artikel die Programme aller großen Parteien so zusammengestellt, dass man sich in nur 8 Minuten umfassend informieren kann. Hier geht's zum Artikel.

    So, nun mache ich mich selbst auf den Weg zur Wahl. Ich bin gespannt, wie sie ausgehen wird.

    Herzlich,
    Lady Sas

    Donnerstag, 21. September 2017

    Bizarrlady Catherine: Lust auf Macht

    Catherine, einfach nur Catherine. Ich glaube, das hatte ich noch nie: Eine Femdom, die sich nicht mit einem Zusatz wie "Lady", "Mistress", "Madame" oder "Herrin" schmückt. Catherine ist eine attraktive und erfahrene Bizarrlady aus Aschaffenburg. Im ausführlichen Interview zeigt sie, dass der Verzicht auf einen der gewohnten Femdom-Anreden nicht das Einzige ist, was sie von den Konventionen der BDSM-Welt unterscheidet. 


    Bizarrlady Catherine
    Lady Sas: Liebe Catherine, bitte berichte uns, wie Du auf den bizarren Bereich aufmerksam geworden bist und wie Du Dich zur Domina entwickelt hast.
    Catherine: Zunächst einmal war es ein ganz profaner Grund - akute Kohleknappheit während meines Marketing-Studiums. Wenn man sein Geld in einem kompakten Zeitraum verdient, hat man mehr Zeit zum Lernen. Ein Bekannter gab mir den Tipp vom Atelier du Mal in Offenbach, seiner Zeit eines der populärsten Studios in der Bundesrepublik. Ich rief dort an und hatte die Grand Dame des Hauses, Lady Isis, persönlich am Apparat. Wir vereinbarten einen Termin und ich fuhr an einem heißen Tag des Sommers 2007 in die Darmstädter Str. Eine nicht einmal 1,60 große Dame, in einem schwarzen Gummianzug öffnete mir die Türe und sagte in feinstem schwäbischen Dialekt „Man, hast Du was versautes im Gesicht“….  Das war dann mein Auftakt! Beim Betreten wusste ich sofort dass ich in meiner Welt angekommen bin.

    Bizarrlady Catherine im Interview 


    Lady Sas: Auf Deiner Website schreibst Du: "Eine Zuchtmeisterin der alten Schule bin ich nicht!". Und: "Auf das alberne 'Ja-Herrin-nein-Herrin-Geplänkel' lege ich keinen Wert". Wie siehst Du Dich selbst und wie sollen Dich Sklaven anreden und begrüßen? 
    Catherine: Ich bevorzuge als Anrede das freundschaftliche „Du“. Vor dem Hintergrund dass ich intimere Geheimnisse rauslocken möchte, als die Ehefrau je erfahren darf, macht es Sinn eine Vertrauensbasis aufzubauen.


    Lady Sas: Was reizt Dich am BDSM?
    Catherine: Ich war schon früh von einer Sexualität mit Machtgefälle angezogen. Entsprechend war ich auch früh sexuell aktiv, abenteuerlustig und hatte riesige Freude am Experimentieren. Neigungen, Anlagen und deren Ursache haben mich immer wahnsinnig interessiert. Umso erfahrener ich als Bizarrlady wurde, umso tiefer habe ich mich in die sexualmedizinische Materie eingelesen. Ich will mein Gegenüber lesen können. Nach einer Diskussion mit vielen Argumenten, habe ich es geschafft, die Leitung eines Sexualmedizinischen Instituts davon zu überzeugen mich zu einem Kolloquium ab März 2018 zuzulassen. Inhalt der Ausbildung: systemische Sexualberaterin und das obwohl ich eigentlich eine diplomierte Vertriebsschlampe bin, aber meine praktischen Erfahrungen werden wohl auch gewertet. Die Dozenten freuen sich, nach eigener Aussage, auf meine Teilnahme und meine Fallbeispiele aus der Praxis. Ich bin wahnsinnig gespannt auf die neue Herausforderung und werde fleißig darüber bloggen.
      

    Die erste Generation der nahbaren Bizarrladies.

    Bizarrlady Catherine

    Lady Sas: Du bist seit über 10 Jahren dabei. Welche Entwicklungen hast Du zuletzt beobachtet? Wohin bewegt sich die BDSM-Szene?
    Catherine: Für meine Wahrnehmung hat sich ein rasanter Wandel vollzogen in den vergangenen 10 Jahren. Ich war die erste Generation die damals die Rolle der nahbaren Bizarrlady entdeckten. Wenn man ein bißchen von Neigungen und Prägungen versteht, kann man schnell erraten warum das so ist. Die aktuelle Generation der SM-affinen Männer hatte vollkommen andere weibliche Leitbilder. Die Generation unserer Eltern sind Nachkriegskinder, Schlagen gehörte damals zu der etablierten Erziehung und somit wurde ein Grundstock für den geprägten Masochismus gelegt. Meine Generation, die in den Achtzigern aufwuchs, wurde bei weitem weniger körperlich gezüchtigt. Für die Jungs war das erste prägende Femdom-Erlebnis rotzfreche Schulkameradinnen, die mit Sneakers in Jeanshosen Ohrfeigen verteilten. 

    Die Achtziger waren wirtschaftliche Glanzzeiten, die Prostitution florierte, es gab immer mehr Medien mit pornografischem Material, die Gesellschaft wurde zunehmend toleranter, die Bravo klärte umfassend auf. Homosexualität war plötzlich genau so „in“ wie Lederoutfits. Das alles geht nicht ohne Spuren an einem jungen Menschen im Reifeprozess vorbei, zumal die Hormone ja noch ihr übriges tun. Umso besorgter blicke ich auf die gerade heranwachsende Generation, denen schon Hardcore-Streifen im Kinderzimmer zugängig waren. Die Jungs in meinem Alter feierten es frenetisch, wenn sie an der Bushaltestelle im Mülleimer ein „Happy-Weekend-Heftchen“ fanden. Das wurde dann fein säuberlich mit verklebten Seiten von der 9. Klasse bis in die 7. durchgereicht. 

    Im Zeitalter von Smartphones, RTL ll und Pornhub hat ein unfassbarer Verrohungsprozess während einer Prägungsphase stattgefunden, den garantiert nicht jeder handeln kann. Ich prophezeie eine richtig schräge und oversexte Problemgruppe die gerade heranwächst. Daher auch die dringende Notwendigkeit meiner bevorstehenden Ausbildung. Mein Traum wäre es, irgendwann meine ausschweifenden Exzesse, mit der privaten Krankenkasse abzurechnen.


    Lady Sas: Hast Du die Erfahrung gemacht, dass sich die Wünsche von Stammgästen über die Jahre immer weiter bis ins extreme steigern oder muss das nicht so sein?
    Catherine: Ins extreme steigern ist nicht so mein Ding. Ich mag es lieber vielseitig und fantasievoll als extrem. Gerade die Spielart „Rollenspiele“ eröffnet ja ein breites Feld sich frei auszutoben.
    Was mir schon häufiger passiert ist, dass lieb gewonnene Stammgäste versuchten privat sehr nahe mit mir in Kontakt zu kommen und als ich diese Versuche zurück wies, war plötzlich die Geschäftsbeziehung beendet, das finde ich dann extrem.

    Femdom Catherine: "Männer wollen unterhalten werden"

    Bizarrlady Catherine

    Lady Sas: Du hast einige Komplizinnen bei Dir im Studio. Worin liegt der Reiz, gemeinsam mit einer weiteren Herrin eine Session zu gestalten?
    Catherine: Pro: Es ist bei den Gästen sehr gefragt und verkauft sich daher ganz gut „von zwei Ladys benutzt zu werden“. Mit der richtigen Komplizin kann man richtig Spaß haben, es ist kurzweilig und man macht nach der Session nicht alleine sauber.
    Männer wollen unterhalten werden,  durch eine kreative Komplizin kann ich mich inspirieren und dann fallen einem meist weitere lustige Sachen ein. Kontra: Je nach Set in Setting kann es sein, dass ich mich nicht völlig ungehemmt einlassen kann wenn eine Kollegin dabei ist. Oder die Session entwickelt sich anders als gewünscht.


    Lady Sas: Woher kommt Deine Begeisterung für Rollenspiele und in welche Rollen schlüpfst Du am liebsten?
    Catherine: Schon als Kind wollte ich eigentlich ausschließlich soziale Rollenspiele spielen und habe damals schon alle dominanten Rollen abgegriffen. Auf dem Gebiet bin ich echt ein Freak, meine Fantasie in diese Richtung ist schier unerschöpflich und wenn alles nach Plan läuft, darf ich vielleicht ein Skript für ein erotisches Hörbuch liefern. Jedenfalls verhandele ich gerade mit entsprechenden Interessenten aber ich mach nicht über ungelegte Eier reden. Genau mein Ding wäre es!


    Lady Sas: Wie ist es für Dich, in eine andere Rolle zu schlüpfen? Ist es ein Abtauchen in eine andere Welt oder fühlst Du Dich dann mehr als Schauspielerin in einer Inszenierung?
    Catherine: Boah, was für eine schwere Frage. Ich musste da ernsthaft drüber nachdenken, glaube aber eine Erklärung zu haben. Abgekürzt sage ich, dass man in eine andere Welt eintaucht, die völlig von einem steuerbar ist weil inszeniert. In dem Moment lässt man ein Stück weit die Realität los und hat somit ein Ventil etwas abzulassen. Aber auch da muss man genau hinschauen was für eine Art Rollenspiel geliefert werden soll. Wenn im Rollenspiel sogenanntes „Reinszenieren“ einer traumatischen Erfahrung Kindheitserfahrung umgesetzt wird, sollte man darauf eingestellt sein, den Gast auffangen zu können. Das Gehirn baut traumatische Erlebnisse manchmal in sexuelle Präferenzen um, um diese einfacher handeln zu können, ist kein Fehler wenn man das erkennen kann. Unter Umständen kann so eine Reinszenierung echt befreiend sein. Aber das ist jetzt wirklich sehr stark verkürzt und vereinfacht ausgedrückt.

     "Zwischen Fantasie und Realität ist oft eine riesige Klauft"


    Lady Sas: Auf Deiner Website lese ich: "Ich stelle so gerne bloß". Welche Möglichkeiten nutzt Du dafür?
    Catherine: Da muss man sehr behutsam sein, was man dem Gast tatsächlich zumuten kann. Zwischen Fantasie und Realität ist ja oft eine riesige Kluft. Mit sehr subtilen Methoden kann man eine Demütigung bis auf die Spitze treiben. Beispiel gefällig? Ich hatte mal einen ranghohen Juristen zu Gast, er kam von weiter weg und kündigte an, mehrere Tage zu bleiben. Er wollte sich im Hintergrund als unser privates Spielzeug halten lassen. Der Auftrag war: er wollte eine körperlich schmerzfreie Demütigung geliefert bekommen, dass er Scham bis auf die Knochen spürt. Nach einem Tag haben sich langsam die Möglichkeiten im Studio erschöpft, also musste ich mit ihm vor die Tür. Problem: Aschaffenburg ist eine stockkonservative mittelständige Stadt, also musste das ganz subtil passiere ohne dass Dritte Individuen davon gestört werden, im Gummioutfit kann man in Aschaffenburg nicht vor die Türe.

    So ging ich vor: zunächst bekam der Deliquent von mir die Fingernägel im nuttigsten Pink lackiert. Als der Lack getrocknet war, überreichte ich ihm seine Aufgabenliste und erklärte ihm, dass wir zwar in seine Nähe sind, aber dass zu keiner Zeit erkenntlich sein wird dass wir gemeinsam unterwegs sind. Seine erste Aufgabe war, einen Drogeriemarkt zu besuchen um dort Hunde-Leckerlis zu kaufen. Er sollte die Packung einer Mitarbeiterin unter die Nase halten und fragen ob diese Leckerlis denn schmecken. Dabei soll er betont seine lackierten Nägel präsentieren. In einigen Metern Abstand beobachteten wir das Geschehen. Die Mitarbeiterin antwortete kopfschüttelnd, dass sie noch nie Hunde-Leckerlis gekostet hat. 

    Als nächstes ging es zur Kasse. Dort zahlte er die Leckerlis und fragte beim Bezahlen die Kassiererin ob ihm denn diese Farbe steht. Die etwas konservativ wirkende Kassiererin meinte sehr höflich dass es leider nicht ihr Geschmack sei. Als er dann die Packung aufriss und die Leckerlis verschlang, schaute sie etwas irritiert. Von dort aus ging es weiter in die Apotheke. Dort fragte unser Opfer nach Mini-Kondomen, Potenzmittel und Hämorrhoidensalbe. An der Stelle mussten wir unterbrechen weil die Apothekerin echt sauer wurde und sich ziemlich verarscht fühlte. (Anmerkung von Lady Sas: Catherine schildert noch eine weitere Station, aber das ist für den Blog etwas unappetitlich, ich habe mich daher entschieden, diese Stelle auszusparen.) Die Geschichte ging noch auf dem Level weiter und ich könnte noch andere Fallbeispiele aufzählen, aber ich will mich nicht in Details verlieren.


    Lady Sas: Hast Du einen Tipp, wie bzw. wo man einen Sklaven schlagen kann ohne dass er Spuren davon trägt? Ich denke zum Beispiel an Bastonade.
    Catherine:
    Nasses Handtuch drauflegen, zusehen dass nichts blutet, also den Rohrstock eher federn lassen zum Aufwärmen, nicht gleich durchziehen und langsam die Intensität steigern. Danach mit Heparinsalbe eincremen. Den Umgang mit dem Rohrstock habe ich von Gabi Hohn, Inhaberin des ersten SM-Studios in Europa gelernt. Das war eine klassische Lady der alten Garde. Sie hat die kommerzielle SM-Szene in Europa etabliert.

    Was inspiriert Dich?


    Lady Sas: Was inspiriert Dich? Wie kommst Du auf neue Ideen?
    Catherine: Auf neue Ideen muss ich nie lange warten, die kommen immer von alleine. Auch das ist eine, mir angeborene Eigenschaft.


    Lady Sas: Berichte uns abschließend noch etwas von der privaten Catherine. Was machst Du, wenn Du nicht die Peitsche schwingst?
    Catherine: Privat bin ich eine ebenso aktive Person. Mein Hobby ist Kochen und ich bin echt gerne zu Hause. Anfang 2017 habe ich aufgrund meines Jobs meine große Liebe verloren. Seither habe ich den Plan gefasst eine ewig ledige zu bleiben. Um diesem Bild auch traditionell zu entsprechen, habe ich mir drei Maine Coon-Katzen angeschafft zu meinem russischen Toyterrier angeschafft. Ich bin also auf dem besten Weg eine unverheiratete Crazy-Catlady zu werden. Außerdem unterstütze zwei feministische Organisationen und publiziere religionskritische, feministische und humanistische Weltanschauungen auf meiner Webseite www.prinziprebellin.de


    Lady Sas: Danke für diese Einblicke.