Montag, 20. Januar 2014

Warum Männer Frauen kaufen, aber Frauen keine Männer.

Ich kaufe leidenschaftlich gerne. Handtaschen zum Beispiel. Oder Schmuck, Kosmetik, Outfits, Schuhe, Accessoires. Aber Männer? Nein, einen Mann hab’ ich mir noch nie in den Einkaufswagen gelegt. Warum eigentlich nicht? Warum kaufen Männer Frauen (Callgirls), aber Frauen keine Männer? Der Berliner Tagesspiegel gibt uns einige Zahlen an die Hand: In Deutschland leben etwa 400.000 Prostituierte, davon sind etwa 90% Frauen.

Menschen sind verschieden und ich kann diese Frage nur für mich beantworten. Trotzdem habe ich eine Vermutung. Ich glaube, Frauen wollen sich begehrt fühlen. Für eine Frau ist es deshalb einfacher, sich von einem Mann kaufen zu lassen als umgekehrt. Das Geld des Mannes signalisiert ihr dabei unterbewusst: Er will mich, ich bin ihm etwas wert, ich bin wertvoll. Ein schönes Kompliment und gut fürs Selbstbewusstsein. Klar – und natürlich auch gut für die Kasse. 

Männer sehen das Thema praktisch, Frauen kompliziert.
Ein weiterer Grund: Frauen denken, dass sie es als Frau eigentlich nicht nötig haben sollten, einen Mann zu kaufen. Sie sind in der Vorstellung gefangen, dass eine attraktive Frau automatisch begehrt wird. Wenn sie nun einen Mann bezahlen, heißt das für sie unterbewusst: Ich bin nicht attraktiv genug, um angesprochen zu werden. Und das geht gegen die natürliche Eitelkeit jeder Frau. Männer dagegen sehen das praktisch: Ist doch kein Problem, sie zu bezahlen. Ich spare mir die Kennenlern- und Balzphase mit Essen gehen und Geschenke machen.

Der dritte Grund, warum die allermeisten Frauen keine Männer kaufen, ist recht simpel: Im Vergleich zum weiblichen Angebot ist das Angebot an käuflichen Kerlen verschwindend gering. Bestseller sind entsprechend selten. Das ist schade, denn eine selbstbewusste junge Generation denkt vielleicht anders über das Thema und steht der bequemen Erotik vielleicht offener gegenüber. Zudem lassen sich auch Frauen gern verführen – und sei es dazu, über ihren Schatten zu springen und Geld für schöne gemeinsame Stunden auszugeben. Denn es gibt durchaus Argumente, warum es sich lohnen würde, einen Callboy zu engagieren.

Argumente, umzudenken, gibt es genug.
Zum einen musst du keine Rücksicht mehr darauf nehmen, du könntest ihn mit deinem Gequatsche nerven. Hemmungslos könntest du deinen Gefühlen freien Lauf lassen und mal alles so richtig loswerden. Die ganze Achterbahnfahrt der Gefühle. Über deine beste Freundin und ihre Scheidung von ihrem tyrannischen Mann, den neuesten Klatsch aus dem Königshaus, die idiotischen Kollegen, den schmierigen Nachbarn. Der Callboy müsste die ganze Zeit brav lächeln und aufmerksam Interesse heucheln. Das wäre doch was. Außerdem würde unser Bestseller natürlich in allen möglichen und unmöglichen Massagetechniken geschult sein und mit seinen magischen Händen sämtliche Verspannungen lösen, die wir beim Thema käuflicher Sex je hatten. So könnten wir uns ganz entspannt und vertrauensvoll dem Liebesspiel hingeben und auf einem rosa Wölkchen vor Orgasmus zu Orgasmus schweben. Natürlich bei gedämpftem, schmeichelhaften Licht. Und hinterher gibt’s Schokoladeneis, das er uns auf seinem stahlharten Sixpack serviert. Klingt eigentlich gar nicht so übel. Aber wo, bitteschön, gibt es solche Männer?

Noch besser, als sich einen tollen Typen zu kaufen.
Was mich betrifft, so habe ich eine noch bessere Lösung gefunden. Was ist noch besser, als sich einen tollen Typen zu kaufen? Richtig, man lässt ihn sich schenken. Vor einiger Zeit wurde ich auf das Thema Dominanz und Unterwerfung aufmerksam und entwickelte mich in recht kurzer Zeit zu einer dominanten, fordernden Frau. Rein privat übrigens, gegen Geld biete ich meine Dienste nicht an. Mein männliches Gegenstück ist über zehn Jahre jünger als ich und hat sich mir als Sklave geschenkt. Was sich aus der reizvollen Kombination von „jünger“ + „attraktiv“ + „Sklave“ alles zaubern lässt, überlasse ich gern eurer Phantasie…. Aus diesem Grund denke ich kaum darüber nach, wie es wäre, mir einen Mann zu kaufen. Wobei der Gedanke durchaus seinen Reiz hat…

Herzlich,

Lady Sas


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Donnerstag, 9. Januar 2014

Interview mit Dshuna Divine



"Dshuna Divine" – schon ihr Name macht deutlich, dass es sich bei ihr um eine ganz besondere Dame handelt. Die attraktive Domina umgibt eine Aura, die man als Charisma beschreiben könnte. Oder auch als echte, authentische Dominanz. Lady Dhuna Divine führt ihre eigene private Residenz: das INSTITUT DIVINE in der Schweiz (Winterthur-Töss). Wer sich mit ihr beschäftigt, merkt schnell, dass diese Herrin fordernd und anspruchsvoll gegenüber ihren Sklaven ist. Sie selbst sieht sich als "sadistische Herrin, Fetisch Dominatrix und Frau Doktor". Ich war neugierig, welche Persönlichkeit sich hinter ihrem perfekt gestylten Äußerem verbirgt. Ein Gespräch über persönliche Tabus, Langzeiterziehungen und den Flag-Club-Divine. 


Lady Sas: Liebe Dshuna, Kompliment, Deine Räumlichkeiten haben Stil und Klasse. Wie lange hat es gedauert, das alles herzurichten?
Lady Dshuna Divine: Danke für das Kompliment. Nun ich hatte schon ein bis zwei Jahre davor einzelne Stücke gesammelt, aber erst im letzten halben Jahr vor der Eröffnung ein Konzept geschrieben. Den effektiven Spurt habe ich in zwei Monaten vollzogen.


Lady Sas: Ich habe auf Deiner Homepage gelesen, dass "Barfuss-Erotik" und "Dirty Talk" zu Deinen Tabus zählen. Besonders extreme Praktiken sind das nicht, wieso schließt Du beides aus?
Lady Dshuna Divine: Ein Tabu definiert nicht den Extremheitsgrad einer Praktik, sondern ist ein striktes und bedingungsloses Verbot einer Praktik, welche ich nicht mag. Dies kann extrem sein oder auch nicht. Es geht grundsätzlich nicht um das Höher, Weiter und Schneller einer Session, sondern um deren Qualität. Ich bevorzuge Authentizität, das hält mich gesund und ist auch fair gegenüber meinen Sklaven, da sie mir wirklich gefallen wollen.


Lady Sas: Du hast einige Regeln für Sklaven aufgestellt. Bei Regel 10 heißt es:
"Ich unternehme alles, um meinen Körper als das Eigentum meiner Herrin fit zu halten. Ich achte auf die richtige Ernährung, auf Gesundheit und ausreichend Bewegung. Auch pflege ich mich meinen Körper und unternehme daher
alles, ihn so attraktiv wie möglich zu präsentieren. Mein Körper soll stets die Augen meiner Herrin erfreuen." Hand aufs Herz: Gibt es wirklich Sklaven, die sich daran halten und bei denen Du Verbesserungen beobachten konntest?
Lady Dshuna Divine: Ja, das ist tatsächlich der Fall. Ich habe Sklaven, die das als Ansporn nehmen und somit was für ihre Gesundheit tun. Sei es Jogging, Rollerblade-Fahren etc. oder einfach eine saubere Intimrasur. Ich suche nicht im Speziellen muskulöse Sportskanonen, jedoch eine natürliche und gesunde Haltung zum Körper schätze ich sehr. Zudem gehört die Bondage wie auch die Deprivation zu meinen Spezialitäten, bei denen ein gewisser Grad an Beweglichkeit und Belastbarkeit Bedingung ist. Extrem übergewichtige oder stinkende Sklaven lehne ich ab. Fazit ist, dass ich lange darüber nachgedacht habe, ob ich diese Regel in mein Regelwerk aufnehmen will und bereue es bis zum heutigen Tag nicht.


Lady Sas: Ich habe festgestellt, dass Sklaven oft von Session zu Session nach dem nächsten Kick suchen. Sie suchen oft eine ständige Steigerung. Noch härter, noch extremer. Ist das auch Deine Beobachtung? Wohin führt so ein Verlangen?
Lady Dshuna Divine: Diese Frage finde ich schwierig zu beantworten, da es kaum eine allgemeine Aussage dafür gibt. Jeder Sub hat seine eigene komplexe Geschichte, welche sich auch auf die Session niederschlagen kann. Grundsätzlich gilt aber: Es ist sicher im Spiegel der Gesellschaft erkennbar, dass alle Menschen so oder ähnlich ticken. Wir kriegen alles im Überfluss und werden dadurch abgestumpft. Durch Reizüberflutung spüren viele leider wenig oder gar nichts mehr. Das einzige, was dagegen hilft, ist bewusst zu leben und sich selber zwischendurch auch mal zu reflektieren. Ich empfehle meinen Sklaven und Gästen, den gerade eben erlebten Flug bzw. Kick zu genießen und auszukosten und mich erst wieder zu besuchen, wenn er nicht mehr spürbar ist. Ich mag es nicht, wenn mich dieselbe Person zu schnell wieder besucht, denn dann passiert das gerade eben Beschriebene.


Lady Sas: Eine interessante Haltung. Du bietest auch ein Langzeit-Spezial-Programm an. Der Extrem-Level beträgt hier zehn Stunden. Hast Du auch schon längere Termine durchgeführt? Wie war das für Dich?
Lady Dshuna Divine: Mit meinem Hauptsklaven bin ich manchmal bis zu drei Tagen unterwegs. Das ist jedoch eher die Ausnahme. Bei Langzeit-Sessions im Allgemeinen, ob zehn Stunden oder drei Tage, musste ich lernen, die Zeit einzuteilen und auch für mich alleine Zeit einzuplanen. Ich kann mich erinnern, dass ich mich Anfangs völlig verausgabt habe und danach mindestens einen ganzen Tag mit niemandem sprechen konnte. Seit ich die Balance gefunden habe, finde ich Langzeit-Sessions toll und kann es auch geniessen. Im Unterschied zu einer „normalen“ Session, bei der das Energie-Level immer konstant hoch gehalten wird, muss in einer Langzeit-Session auch mal losgelassen und somit auch Ruhepausen für Körper und Geist eingebaut werden.


Lady Sas: Männliche Doms benutzen ihre Sklavinnen häufig sexuell. Professionelle Dominas tun das grundsätzlich nicht, private Herrinnen auch nur selten. Warum ist das so? Sind wir einfach zu verklemmt?
Lady Dshuna Divine: Eine provokative Frage! Männliche Doms sind in der Regel nicht professionelle Doms. Von daher kann das nicht
verglichen werden. Eine erfahrene, klassische Domina beherrscht die Kunst des Führens und Verführens ohne Intimkontakt. Das erfordert Geschick, Wissen, Charisma und manchmal auch List, welche sich die Dame durch langjährige Erfahrung aneignet. Diese hohe Kunst mit Verklemmtheit zu bezeichnen, ist nicht wirklich passend.


Lady Sas: Hattest Du schon mal einen Spielpartner, bei dem Du dachtest: Ich bin einfach nicht extrem genug für ihn?
Lady Dshuna Divine: Nein, hatte ich noch nie. Mein Sadismus ist echt und ich kann quälen mit einem Lächeln auf den Lippen bis mein Gegenüber an seine Grenzen kommt. Es gibt natürlich Anfragen, welche ich zum Vornherein ablehne, wie zum Beispiel Verstümmelungen und andere extrem blutige oder versaute Spiele. Auch Gourmet-Spiele sind nicht mein Ding. Durch gründliche Vorgespräche komme ich jedoch schon gar nicht erst in die Situation.


Lady Sas: Du hast eine Vorliebe für Flag. Fällt es Dir schwer, Dich bei Flag-Sessions zu bremsen? Wie stellst Du sicher, Dich immer unter Kontrolle zu haben und nie aus purer Lust zu weit zu gehen?
Lady Dshuna Divine: Tja, Flag-Sessions haben es in sich. Ich kann mich noch gut an meine Anfänge der Auspeitschungen erinnern. Ich war damals gleichermassen fasziniert wie auch erschrocken, was für eine Energie da freigesetzt wurde. Da ich aber keinen Real-Sadismus betreibe, fällt es mir nicht schwer, mich zu kontrollieren. Zu meinem Vergnügen besuchen mich ein paar extrem belastbare Flagellanten. Natürlich habe ich auch ein paar Tricks auf Lager, welche ich zwischendurch einbauen kann. Ein Stellungswechsel, ein kurzes Verhör oder einfach eine kleine Pause, ein Schluck Wasser können die Wogen der sadistischen Lust ein wenig glätten und dem Delinquenten auch die Möglichkeit geben, sich wieder zu fangen. Je mehr ich mir Zeit lasse, je länger ist mein Genuss. Deshalb habe ich auch den „Flag-Club-Divine“ ins Leben gerufen. Der Flagellant kann ein Abo kaufen, bei dem er eine gewisse Anzahl Sessions ohne Zeitdruck zu Gute hat. So kann der Spass beginnen und lange dauern...!


Lady Sas: Was war das schönste Kompliment für Dich als Herrin, das Du in letzter Zeit bekommen hast?
Lady Dshuna Divine: Jede Begegnung ist speziell und jeder Sub hat seine eigene Art, mir Komplimente zu machen. Direkt oder indirekt, durch Worte oder auch mit einem Geschenk. Das grösste Kompliment jedoch ist die Hingabe und das geschenkte Vertrauen meines Gegenübers. Das erfüllt und motiviert mich unermesslich. Trotzdem – ein Kompliment, welches mir lange in Erinnerung bleiben wird: als mich vor ein paar Monaten ein Bekannter als „Geisha von Zürich“ bezeichnet hatte – das war doch schon was!


Lady Sas: Vielen Dank für das Interview, liebe Geisha von Zürich.

Mehr über diese faszinierende Lady erfährst Du hier: 

Mittwoch, 8. Januar 2014

Interview mit Lady Kira Page

Lady Kira Page vereint mühelos scheinbare Gegensätze. Sie wirkt zwar außergewöhnlich jung, verfügt aber trotzdem über einen großen Erfahrungsschatz. Auf den ersten Blick wirkt sie zerbrechlich und sanft – doch genau das Gegenteil ist der Fall. Kira ist eine Domina, die auch in extremen Bereichen unterwegs ist. 
Das Vorurteil, eine attraktive Frau hätte vielleicht viel in der Bluse, aber nicht viel im Kopf, widerlegt sie souverän: mit einem Universitätsabschluss. Wer ist Lady Kira Page, wie denkt sie und was bewegt sie? Ich habe sie einfach mal gefragt.


Lady Sas: Liebe Kira, Du bist jung und doch schon so erfahren. Wann hast Du Deine dominante Neigung zum ersten Mal gespürt und ausgelebt?
Lady Kira Page, lacht: Diese Frage höre ich beinahe jede Woche! Nun ich denke in jedem Menschen müssen gewisse Veranlagungen sein, um im späteren Leben Entscheidungen und Neigungen derart zu beeinflussen. Kein Mensch wird dominant oder devot geboren, aber wir alle sind das Produkt unserer Erfahrungen. Nun... ich für meinen Teil war schon immer "anders". Ich hatte bereits als sehr junges Mädchen Interesse an Dingen, die für andere meines Alters noch weit entfernt lagen. Ich war neugierig auf alles, was sich außerhalb der Norm bewegte. Ich zeichnete und schrieb schon früh Dinge, Szenarien und Fantasien, die ich heute eindeutig in die BDSM Szene zuordnen würde.  Meine Abschluss-Arbeit an der Universität handelte von „Marquis de Sade“... nun... es kam eines zum anderen... Ich denke es ist gut, wenn man SM als Frau erst eine Weile im privaten Rahmen kennenlernt, sich austobt und ausprobiert, um danach in den professionellen Bereich wechseln zu können, wenn man es möchte. Ich hatte jahrelang vor meinem "Coming out" Mitte 2007 als professionelle Domina auch private Spielpartner. Eigentlich kam mit der ersten "echten" Beziehung auch der SM. Seitdem lebe ich es beruflich und privat... wobei es allerdings nicht mein Leben bestimmt. Ich habe sehr viele Interessen.


Lady Sas: Ich habe die tollen Fotos auf Deiner Website bewundert. Du scheinst auch als Model sehr gefragt zu sein. Wie gehst Du damit um, wenn sich ein Gast in Dich verliebt?
Lady Kira Page: Nun, ich denke meine Gäste spüren meine Leidenschaft in all dem, was ich tue. Ich kann mich in die Menschen hinein versetzen und versuche auf jede noch so kleine Regung zu achten. Ich fange sie auf, wenn sie am tiefsten fallen... aber ich gebe auch immer eindeutig zu verstehen, dass ich keine Beziehungen mit Gästen eingehe. Das ist ein ungeschriebener Grundsatz... Daher entsteht es im seltensten Fall, dass sich jemand wirklich verliebt. Viele sagen, dass sie mich verehren und vergöttern. Das hat für mich jedoch nichts direkt mit partnerschaftlicher Liebe zu tun. SM und das normale Leben sind zwei völlig verschiedene Dinge. Auch, wenn ich immer versuche, einen roten Faden durch alles zu ziehen, was ich tue. Ich mache diverse Dinge um mich herum lieber selbst, als sie Fremden zu überlassen; meine Werbung, die Abstimmung und Korrektur meiner Fotos, meine Homepage, die Beantwortung der E-Mails... einfach alles... Aber trotzdem trenne ich die professionelle SM-Welt von meinem Privatleben und dem privaten SM.


Lady Sas: Ist es schwierig, als Domina privat eine Beziehung einzugehen? Ist da Eifersucht nicht vorprogrammiert?
Lady Kira Page: Nein, das war bei mir nie ein Problem. Ich verheimliche nichts. Könnte ich auch nicht. All das steckt viel zu offensichtlich in mir und davon abgesehen bin ich ja auch eine Person des öffentlichen Lebens. Ich verdecke mein Gesicht nicht auf Fotos, so wie es bei vielen üblich ist. Ich stehe zu dem, was ich tue und lebe es. 
Da ich jedoch eine der wenigen klassischen Dominas bin, die im professionellen Bereich keinerlei sexuellen Kontakt zu ihre Sklaven/SM-Gästen pflegt, und sich auch nicht während einer Session nackt auszieht, ist das auch privat nie ein Problem gewesen. 


Lady Sas: Wo liegen die wesentlichen Unterschiede zwischen einer privaten Session und einem Spiel im Studio? 
Lady Kira Page: Ich denke, da gibt es viele Unterschiede. Zum ersten stehen für mich bei  professionellen Spielen Diskretion und Anonymität meiner Gäste an oberster Stelle. Ich würde niemals etwas weitererzählen, was mir ein Gast anvertraut und ich gehe auch nicht mit den intimen Leidenschaften meiner Gäste hausieren. 
Allerdings gibt es auch Männer, die mir gern von ihrem Privatleben und auch ihren Problemen erzählen möchten. Ich schätze dieses Vertrauen sehr und es gibt sogar einige meiner Stammgäste, die über die Jahre so etwas wie Freunde geworden sind. Wenn man sich gut versteht, kann man auch etwas mehr als “nur” SM teilen.
Dies ist jedoch keine Grundvoraussetzung für eine gute Session. Die wesentlichen Unterschiede sind natürlich zum einen, dass ich für professionelle Spiele im Studio bezahlt werde… und dass die Fantasie meines Gastes im Vordergrund steht.  Privat mache ich, was ich will... wann ich es will und wie ich es will. Dabei geht es nicht um die Vorlieben des Sklaven, sondern nur darum, worauf ich gerade Lust habe. Dazu muss ich sagen, dass ich sehr selten meine privaten Sklaven wechsle. Ich habe zwei bereits seit Jahren und einen seit einem Jahr. In dem Punkt bin ich sehr wählerisch. Allerdings habe ich auch einige Gäste im professionellen Bereich, die es zu schätzen wissen, einfach meine spontanen Gelüste zu erleben und erleiden zu dürfen... ohne eigenen Wunschzettel... 


Lady Sas: Drei private Sklaven, bemerkenswert! Was ist Dein persönlicher Antrieb, als Domina zu arbeiten? Was kickt Dich am meisten? Und: Du bietest eine "Langzeiterziehung" an. Wie lange war die bisher längste Langzeiterziehung?
Lady Kira Page: Auch das werde ich sehr oft gefragt! Ich habe keine persönlichen Favoriten unter meinen Praktiken. Für mich zählt nicht die einzelne Handlung, die mir Freude bereitet, sondern nur das Spiel an sich. Das Miteinander, die subtilen Reaktionen meines Gegenübers, die Spontanität eines sich zuspitzenden Rollenspieles, indem beide Seiten völlig aufgehen und sich eine Realität entwickelt, die manchmal abstrus erscheint. Das ist es was mich reizt! Das sind die Spiele die ich liebe! Je tiefgründiger, je psychologischer, umso besser! Und das kann man nur wenn man Zeit hat! Dabei ist es mir egal, ob ich im weißen Klinikkittel die sadistische Ärztin bin, die erotische Lady in hautengem Latex, oder eine Cyborg in schwarzem Leder spiele, die sämtliche Männer dieser Welt versklaven will. Meine längste Langzeiterziehung geht nun schon drei Jahre... Allerdings nicht bei täglichen Sessions. Die längste durchgehend aktive Session fulltime ging bisher vier Tage...  


Lady Sas: In Deinem Repertoire findet sich auch das Thema "Keuschhaltung". 
Wie fühlt es sich für Dich an, eine Schlüsselherrin zu sein. 
Lady Kira Page: Kontrolle über Ferne ist etwas ganz Besonderes. Vorallem, wenn es ein Mann ist, der beispielsweise in den Urlaub oder auf Geschäftsreise fährt und so für eine Woche auch wirklich keine Möglichkeit hat, mal eben zwischendurch vorbei zu kommen... 


Lady Sas: Verwahrst Du aktuell gerade einen Schlüssel?
Lady Kira Page: Zwei, um genau zu sein. Ich besitze sieben verschiedene Keuschheitsgürtel verschiedenster Klassen und Schwierigkeitsgrade.


Lady Sas: Du bist ja nun schon eine ganze Zeit dabei – wie beurteilst Du die Entwicklung der SM- und Fetisch-Szene in den letzten Jahren? Fällt Dir etwas auf?
Lady Kira Page: Ja... natürlich. Es fällt mir sehr viel auf. Zum einen wird alles immer offener. Fetisch geht in die normale Mode über. Laufstegmodels tragen vermehrt Lack und Latex. SM wird auch für viele "normale" Paare immer interessanter... Zum anderen sehe ich auch, dass die Ursprünge des SM immer mehr verschwinden... der klassische Masochist stirbt aus... oder wird zumindest immer seltener.  Alles ist sexy, Fetische stehen im Vordergrund und weniger rollenspiellastige Klassiker. Ich denke, das hängt mit den Kindheitserfahrungen zusammen, die wir haben. Die Lehrerin mit dem Rohrstock, die Mutter mit dem Latschen oder den Vater mit dem Gürtel gibt es nicht mehr. Wir leben in Zeiten antiautoritärer Erziehung. Das wandelt eben auch sexuelle Fantasien. Außerdem werden die Ansprüche immer höher. Früher war ein schwarzes Latexkleid der Hit! Heute muss es das Kostüm vom Designer X und dazu Schuhe von Designer Y sein. Passendes Makeup aus der Illustrierten Z und dann noch die F***maschine und Spielzeuge der letzten Venusmesse... die Tribute sind jedoch noch immer die Selben... Es ist einerseits schön, dass sich alles weiterentwickelt, dass man an neuen Aufgaben wachsen kann. Andererseits vermisse ich die klassischen, schönen Spiele... die gemeine große Schwester, die strenge Lehrerin oder die neue Chefin mit den bizarren Ansprüchen...


Lady Sas: Ein Wort über No-Go`s! 
Lady Kira Page: Ich habe zwar wenige, aber dafür strikte Tabus. Bei KV und Vomit hört für mich jegliche Erotik und Ästhetik auf! Ich finde es weder dominant noch anregend, daher fallen diese Dinge völlig heraus. Außerdem würde ich meinen Gästen niemals bleibende Schäden zufügen. Das heißt, ich rede hierbei nicht von Spuren einer Gerte, sondern von Fantasien, die sich mit dem Abtrennen oder Verstümmeln von Körperteilen oder gar Gliedmaßen beschäftigen. Drogen jeglicher Art zu verabreichen liegt mir ebenfalls fern! Die Gesundheit und Hygiene meiner Spielpartner ist mir sehr wichtig. Außerdem geht es gegen meine innere Einstellung, mich vulgär auszudrücken oder mich permanent zu wiederholen oder zu Schreien. Eine Domina, die Herumbrüllen muss, hat meines Erachtens nach die Kontrolle verloren. 
Natürlich würde ich auch niemals Sessions in der Öffentlichkeit abhalten, so dass sich andere belästigt fühlen könnten. Outdoor-Sessions finden entweder subtil oder in geeigneten Etablissements oder an Plätzen statt, an denen keine Passanten anwesend sind. 


Lady Sas: Bald ist Weihnachten. Nehmen wir an, Du könntest Dir ein völlig neues Studio-Gerät oder ein Spielzeug wünschen, das es noch gar nicht gibt. Was würdest Du haben wollen?
Lady Kira Page: Ich hätte gerne einen bequemen Bondage-Gynstuhl, den man um 180 Grad, also einmal um die eigene Achse, drehen kann. Wenn das jetzt jedoch eher eine Anspielung auf Geschenke zu Weihnachten ist, dann kann ich nur sagen: Jeder Mensch freut sich über eine Aufmerksamkeit, da bin ich keine Ausnahme. Ich liebe Blumen und derartig typische Dinge genauso wie jede andere Lady. Manche Gäste kaufen Fetisch-Kleidung, Schuhe und dergleichen, natürlich nicht ganz uneigennützig, denn schließlich bekommen sie ihre Herrin dann auch darin zu sehen. Aber ich erwarte es nicht und bin auch nicht enttäuscht, wenn meine Spielpartner “nur” sich selbst mitbringen! Als sehr angenehm empfinde ich es, mit einem Lächeln begrüßt zu werden, nicht mit einem zu ernsten oder verkrampften Gesicht!
Und ja... auch als Besitzer einer devoten oder masochistischen Seele, kann man seine Herrin anlächeln! Wem schadet es...? Einer meiner sehr gut bekannten Gäste sagte mal etwas sehr passendes in einem Forum über mich, was ich seitdem gern rezitiere, weil es einfach wunderbar passend ist: "Lady Kira Page has a wicked sense of fun... she is the owner of a lovely heart in an evil soul…" 
Lady Sas: Danke für das Interview, lovely heart!


Mehr unter: http://www.lady-kira-page.de

Montag, 6. Januar 2014

Gute Vorsätze. Nicht für mich – für meinen Sklaven ;-)

Liebe Lieben und Nicht-so-Lieben,

ich wünsche Euch ein schönes, gesundes, glückliches, erfolgreiches, bizarres, aufregendes neues Jahr!

Nach guter alter Tradition beginne ich es mit einigen Vorsätzen. Aber nicht für mich, sondern für meinen Sklaven ;-) Sozusagen ein Pflichtenheft, auf das ich 2014 immer wieder schauen werde.

Gute Vorsätze für meinen Sklaven Toytoy:

1. Du wirst noch regelmäßiger Fitness betreiben, um deine Herrin mit einem schön definierten Körper zu erfreuen. (Toytoy ist immer noch sportlich-schlank, aber ich möchte mehr Muskeln sehen…)

2. Du wirst noch konsequenter auf deine gesunde Ernährung achten. Nach 18 Uhr hast du keine Kohlenhydrate mehr zu essen.

3. In Phasen der Keuschhaltung hast du dich nicht zu beklagen und auch nicht zu betteln. Du wirst eigene Wünsche reduzieren und dich viel mehr auf die Wünsche der Herrin konzentrieren.

So, weniger ist mehr, sonst verliert man die Übersicht.
Toytoy, sollte ich unzufrieden mit deinen Bemühungen sein, ist ja wohl klar, was passiert… 

Bizarre Grüße,
Lady Sas

PS: Es freut mich übrigens sehr, dass inzwischen acht Leser mein Buch auf amazon.de kommentiert haben. Sieben davon haben das Buch mit 5 von 5 Sternen bewertet, herzlichen Dank dafür. Ich werde mich revanchieren und kostenlos einen Bonus-Bericht erstellen. Das Ganze kann natürlich etwas dauern. Wer das Buch noch nicht bewertet hat, der möge das jetzt bitte tun, es motiviert mich! :)

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