Montag, 31. März 2014

Zwischen Studium und Studio: Interview mit Miss Cloé Savage


Wer sich sein Studium finanzieren will, muss sich häufig bei Gelegenheitsjobs von einem Chef herumkommandieren lassen. Besser, man ist selbst der Chef und kommandiert andere herum. Zum Beispiel als Domina in einem Studio. Diesen cleveren Weg hat Miss Cloé Savage gewählt. Eigentlich naheliegend, wenn man seit vielen Jahren in SM-Clubs verkehrt. 

"Jungdomina" ist der Titel, den sie im exklusiven Studio "Casa Casal" in Düsseldorf trägt. Darüber hinaus ist sie Model. Aus Spaß an Gothik und Fetisch-Kleidung. Und sicher auch, weil sie eben aussieht, wie sie aussieht. Umwerfend. Ein Gespräch über das Leben zwischen Studium und Studio, komische Schreie aus dem WG-Zimmer und herzlose Roboterschlagarme.


Lady Sas: Liebe Chloe, Du bist im Studio Casa Casal in Essen als Domina tätig. Wie kam es dazu? Beschreibe uns bitte kurz Deinen Werdegang.

Miss Cloé Savage: Mein Interesse am SM habe ich schon recht früh entdeckt. Erst wusste ich aber die seltsamen Sehnsüchte nicht zu benennen bis ich etwa mit 13 einen Artikel in der Cosmopolitan über den exotischen Beruf Domina entdeckt habe. Es hat mich so fasziniert, dass ich sofort wusste, ich möchte ihn irgendwann mal praktizieren. Dazu beigetragen hat auch der Fakt, dass die Ex meines damaligen Freundes als Domina tätig war und ich sie ein wenig ausfragen konnte. Ich werde es nie vergessen, wie sie zu mir meinte, ich hätte eine zu romantische Vorstellung von diesem Job. Später hat es sich definitiv bewahrheitet und ich wurde manch einer Illusion beraubt. Erst habe ich aber angefangen, diverse Trefforte von SMlern aufzusuchen: Clubs, Stammtische, Parties. Da habe ich auch meinen ersten Spielpartner kennengelernt, mit dem ich die Dinge ausprobieren konnte, die mir schon lange vorgeschwebt sind. Schließlich bin ich auf einer dieser Veranstaltungen meiner jetzigen Chefin begegnet. Sie hat mich zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen und ein paar Wochen später gehörte ich zum Team.

Lady Sas: Du studierst noch. Bist Du schon mal von einem Kommilitonen auf Deine interessante Nebentätigkeit angesprochen worden? Wie hast Du reagiert bzw. wie würdest Du reagieren?
Miss Cloé Savage: Indirekt. Als ich noch neu in der Szene war, habe ich Wert auf Erkennungszeichen gelegt. Es war wahrscheinlich der Ausdruck meines Wunsches, offiziell dazu zu gehören. Daher habe ich den so genannten Ring der O getragen, auf der linken Hand versteht sich. Solche Codes zeigen ja, welche Neigungen man hat und denen wollte ich unmissverständlich kund tun. Und eines Tages hat mich eine Kommilitonin aus dem höheren Semester darauf angesprochen, ob dieser  Ring bloß ein Schmuckstück für mich darstellt oder ob sich noch eine weitere Bedeutung dahinter verbirgt. In dem Moment war mir klar, dass sie Bescheid wissen muss. Es machte mir aber nichts aus und ich habe ehrlich geantwortet, dass ich eine SMlerin bin. Was ist schon dabei, wenn beide Menschen im selben Bot sitzen? Sie hat nur wissend gelächelt und für mich hat es sich so angefühlt, als ob ich ein Mitglied eines geheimen Bundes wäre, so eine Art perverse Freimauerer.  Meine Mitbewohnerinnen in der WG wussten natürlich auch Bescheid, weil  ich damit sehr offen umgegangen bin. Ich fand es besser, als auf die Frage zu warten, was für komische Schreie gelegentlich aus meinem Zimmer ertönen. Außerdem bin ich auch eine Grufti, wie man es charmant im Deutschen nennt, und kleide mich oft dementsprechend, also erwarten die Leute in meiner Umgebung, dass ich zwangsläufig anders bin.

Lady Sas: Wie muss man sich das vorstellen, wenn man als junge Frau in einem Dominastudio anfängt? Gibt es da Übungsstunden? Ein Training?
Miss Cloé Savage: Wie schon erwähnt, habe ich die ersten Erfahrungen auf diesem Gebiet in meinem privaten Umfeld gesammelt. Ich war also keine Jungfrau mehr. Allerdings würden diese nie für die professionelle Ausübung  dieses Berufs reichen. Also durfte ich den Sessions meiner erfahreneren Kolleginnen beiwohnen. Außerdem wurde mir die Funktionsweise diverser Gerätschaften erklärt, ich wurde in einige Praktiken, mit denen ich zuvor nicht zu tun hatte, eingeweiht. Aber man entwickelt sich ständig. Es gibt natürlich Praktiken, die ich immer noch nicht beherrsche, aber ich lerne gerne dazu.

Lady Sas: Was reizt Dich am SM-Spiel?
Miss Cloé Savage: An erster Stelle kommen auf jeden Fall die Emotionen. Es ist berauschend zu sehen, dass man in dem Gegenüber Angst, Begierde, Verzweiflung, Hoffnung erzeugen kann. Es ist wunderbar zu beobachten, wenn die Session nach all dem Gefühlschaos in einer Art Katharsis endet. Und während des Spiels kann man sich in eine andere Person verwandeln: aufwendig gestylt, in Latex oder Leder gehüllt. Darüber hinaus ist das ganze Leben ein bisschen SM, mit verteilten Rollen, bestimmten Ritualen und dem Spiel mit Macht und Ohnmacht. Nur beim sexuell ausgeübten SM kann man die richtige Seite selbst wählen. Es ist doch schön!

Lady Sas: Was macht eine besonders gelungene Session für Dich aus?
Miss Cloé Savage: Nach einer gelungenen Session verspüren alle Beteiligen ein Glücksgefühl, die Zufriedenheit, dass alles so gelaufen ist, wie man es sich vorgestellt hat. Aber damit es zustande kommen kann, sollten die Fantasien des aktiven und des passiven Parts sehr gut zusammenpassen, die berühmte Chemie sollte stimmen. Es ist schön, wenn die Wünsche sich umsetzen lassen und trotzdem eine Prise Spontanität, ein Überraschungseffekt dazu kommt. Abwechselnde Ernsthaftigkeit und Humor, Spannung, Aufregung. Und nicht zuletzt hilft es, wenn die Menschen auch intellektuell auf derselben Wellenlänge sind. Korsetts und High Hells gilt meine Leidenschaft. Aber da bin ich als Frau sicherlich nicht alleine. Etwas exotischer ist da sicherlich Latex, obwohl auch dieser Stoff aus dem Fetischbereich immer salonfähiger wird und sogar auf dem roten Teppich auch nicht mehr so schockierend wirkt. Ich stehe allgemein auf auffällige und außergewöhnliche Designs, unbequem gibt es dann nicht, nur nicht extravagant und krass genug. Ein anderer Fetisch sind die Schlaginstrumente, also Peitschen, Singletails und ähnliches. Ich bin nämlich viel mehr sadistisch als dominant, ich finde es äußerst ansprechend zu sehen, wie die Haut unter der Einwirkung dieser Gegenstände ihre Struktur verändert.

Lady Sas: Gibt es auch Gäste, die nicht zum Orgasmus kommen wollen? Und wenn ja: Warum ist das wohl so?
Miss Cloé Savage: Ja, solche Gäste gibt es auch, zwar nicht allzu oft, aber gelegentlich sagen die Männer schon beim Vorgespräch, dass sie am Ende keine Hohepunkt erleben wollen, zumindest keinen sichtbaren körperlichen. Ihr Orgasmus findet dann im Kopf statt. Zum größten Teil sind es die Flagellanten aus der extremeren Fraktion. Leider habe ich noch nie jemanden im echten Sub-Space erlebt, aber es scheint ein Äquivalent zum Orgasmus zu sein.  Manchmal gibt es einen anderen Grund für die Enthaltung:  In solchen Fällen dient SM zur Verarbeitung anderer Erfahrungen und dann steht das Sexuelle nicht im Mittelpunkt.

Lady Sas: Was inspiriert Dich? Wie kommst Du auf neue Ideen für Sessions?
Miss Cloé Savage: In erster Linie sind es die Gäste, die mit ihren Fantasien an mich heran treten und diese verwirklicht haben möchten. Aber auch Bücher wie Yukio Mishimas „Geständnis einer Maske“ und Filme wie „Bitter Moon“ oder „Tokyo Decadence“ sind eine unerschöpfliche Inspirationsquelle. Mancher Stoff bleibt allerdings nur als Kopfkino bestehen und es ist auch besser so. De Sades Ausführungen, die in „Salo“ auf die Leinwand projiziert wurden, sind in den meisten Fällen mit dem verantwortungsbewussten SM nach dem SSC (safe, sane, consensual) Prinzip nicht zu vereinbaren genauso wenig wie Apollinaires „11 000 Ruten“. Interessant finde ich, dass es auf der einen Seite sehr viele verschiedene Fantasien gibt, mit denen die Männer ein SM-Studio aufsuchen, doch auf der anderen Seite wiederholen sich die Szenarien oder Wünsche immer wieder. Wirklich ausgefallene Vorstellungen sind eher selten.

Lady Sas: Welches SM-Gerät, das es so noch nicht gibt, müsste unbedingt erfunden werden?
Miss Cloé Savage: Da denke ich an einen Roboterarm, der mit Gerten, Peitschen und anderen Schlaginstrumenten umgehen könnte. Dann müsste die Herrin die eigene Hand nicht mehr belasten und könnte gemütlich dem Opfer während dessen in die Augen schauen. Manche Männer stehen gerade darauf, von Maschinen misshandelt zu werden, weil diese nun wirklich buchstäblich herzlos sind, auf ihr Flehen nicht hören und nie müde werden, sondern erst dann aufhören, wenn die Batterie leer ist. Nein, im Ernst, manchmal bekomme ich das Gefühl, dass alles, was im sexuellen Bereich denkbar ist, schon erfunden wurde und irgendwo auf dem Markt existiert. Da fallen mir solche Dinge wie ein Atemkontrollgerät oder die so genannte Venus. Bei den eigenen Sessions merke ich, dass mir eine Vorrichtung fehlt, in der  ein Mensch schnell, unkompliziert, bequem, unfall- und zugleich fluchtsicher und – ganz wichtig – von allen Seiten bespielbar  befestigt werden könnte. So eine Art Papageienschaukel light.

Lady Sas: Weißt Du schon, ob Du der Szene als Herrin erhalten bleiben willst – oder wirst Du Dich nach Deinem Studium davon zurückziehen?
Miss Cloé Savage: Sicherlich wird meine Veranlagung nicht dadurch beeinflusst, ob ich einen Uni-Abschluss  in der Tasche habe oder nicht, also werde ich meine SM-Neigung weiterhin ausleben wollen. Ob ich es dann in einem Studio machen werde oder nur noch privat, das weiß ich noch nicht. Ein gut ausgerüstetes Studio bietet natürlich sehr viele Spielmöglichkeiten, die man sich zu Hause nicht leisten kann, sowohl finanziell als auch platztechnisch.


Lady Sas: Danke für dieses Gespräch und weiterhin viel Spaß!

Weitere Infos und Bilder (oh ja, ich weiß, was Sklaven interessiert...) gibt es auf der Website des Studios "Casa Casal".

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Samstag, 29. März 2014

Happy BDSM-Day, lieber Hera!


Hero Delgado ist Deutschlands beste Fetischfilm-Regisseurin. Das kann ich ohne Weiteres so sagen, denn schließlich ist sie ja auch "die einzige" ;-) So steht es zumindest auf ihrer Website, die mir vor Kurzem aufgefallen ist. Hier erfährt man eine ganze Menge über die attraktive Berlinerin. Zum Beispiel, dass sie am 29. März Geburtstag hat. Happy BDSM-Day, liebe Hera!

Man erfährt außerdem, dass Hera nach dem Gymnasium eine Ausbildung zur Finanzwirtin absolviert hat, später selbständig war und seit 2006 für das Label Eronite Movie Productions als Regisseurin und Produktionsleiterin tätig ist. Das Label wurde 2011 in zwei Sublabels aufgeteilt. EROdays (authentische Mainstream- und Hardcore Produktionen) und EROnight (BDSM- und Fetischfilme). 




Hera führt EROnight und hat hier ihre eigene Philosophie entwickelt: In ihren Filmen kommt es grundsätzlich nicht zum Geschlechtsverkehr. Außerdem arbeitet sie hier nur mit Darstellern, die SM auch privat leben, das alles also nicht spielen. Authentizität ist ihr sehr wichtig. Ihr Ziel: Die Filme sollen echten BDSM und echte Fetisch-Leidenschaft zeigen.

2012 und 2013 wurde sie für ihre Leistungen für den Venus-Award nominiert (Beste Regie 2012, Bester Produzent 2013). 


Man erfährt also eine ganze Menge. Aber noch längst nicht alles! Deshalb habe ich ihr einige Fragen gestellt, die sie – passend zu ihrem Filmhintergrund – in einem Video beantwortet hat. Eine tolle Idee, wie ich finde. Uuuuuuund Action!





Mehr über Hera Delgado und ihre Filme gibt es hier. 


Dienstag, 25. März 2014

Interview mit Lady Blackdiamoond

Lady Blackdiamoond ist eine junge, äußerst attraktive Herrin aus Berlin. Sie führt ihr eigenes Studio, das Studio Darkdreams und hat einen viel-beachteten Auftritt bei SPIEGEL TV hinter sich. Grund genug, mehr über sie erfahren zu wollen. 

Lady Sas: Liebe Blackdiamoond, ich weiß, Du hast Deine Leidenschaft zum Beruf gemacht und das ist wunderbar. Was aber, wenn es den Beruf "Domina" nicht geben würde, was würdest Du dann beruflich machen? Gab es einen Plan B?
Lady Blackdiamoond: Ich hatte vorher einen ganz normalen Beruf, der mich allerdings sehr gelangweilt hat. Wenn ich keine Domina wäre, hmm... Psychologin wäre nach meinem Geschmack. (Lacht)

Lady Sas: Wenn einem die Männer zu Füßen liegen, kann man leicht zu anspruchsvoll werden. Muss Dein Partner ein Supermann sein, damit Du Dich für ihn begeisterst?
Lady Blackdiamoond: Das ist ganz unterschiedlich, allerdings bleibt das mein persönliches Geheimnis.

Lady Sas: Wie kommst Du auf neue Ideen für Sessions?
Lady Blackdiamoond: Durch Fantasien die einem durch den Kopf gehen, Filme können sehr
inspirierend sein, sowie spezielle Anfragen von meinen Gästen, die mich zusätzlich noch auf neue Ideen bringen.


Lady Sas: Du warst im September 2013 bei Spiegel TV als Domina zu sehen. In der Sendung "Außergewöhnliche Menschen am Tag der Bundestagswahl". Wie kam das TV-Team auf Dich?
Lady Blackdiamoond: Man sah meine Seite, ich, Domina aus Berlin in unserer Hauptstadt, das passte wahrscheinlich gut zusammen. Wenn ich ehrlich bin, habe ich auch nicht gefragt, wie man auf mich kam, ich habe Regeln aufgestellt und nichts dem Zufall überlassen, so wurde auch kein lächerlicher Auftritt daraus.
 

Lady Sas: Was hat sich für Dich seit der Sendung verändert?
Lady Blackdiamoond: Verändert hat sich gar nichts, denn es war ja schliesslich nur ein kurzer Beitrag, jedoch gab es neue Gäste im Studio die mich bei Spiegel TV gesehen haben und sehr angetan sind.
 


Lady Sas: Wie hältst Du Dich fit? Ist das ein besonderes Thema für Dich?
Lady Blackdiamoond: Ich mache nur wenig Sport, Joga, Bauch, Beine, Po und Hanteltraining, was noch wichtig ist: Ich trinke zwei Mal die Woche meinen Eiweißshake und ernähre mich nicht nur von Fast Food sondern auch von Bio-Produkten ;)

Lady Sas: Was war die längste Langzeiterziehung, die Du je durchgeführt hast?
Lady Blackdiamoond: 48 Stunden war bisher das längste, was ich als Session bisher hatte,
natürlich mit kleinen Ruhepausen ;)


Lady Sas: Wie entspannst Du?  

Lady Blackdiamoond: Restaurantbesuche und guter Wein ist eine Variante, Wellness zum Entspannen ist auch eine Variante, die ich sehr genieße, da Frei-machen wirklich Luxus ist und ich mir das selten gönne.

Lady Sas: Wie hat Dein privates Umfeld darauf reagiert, dass Du als Domina arbeitest?
Lady Blackdiamoond: Zum Anfang etwas irritiert, allerdings hat sich das schnell gelegt, weil es eben zu meinen Charakter passt und mein Umfeld ist sowieso eher etwas aufgeschlossen und nicht so konservativ.

Lady Sas: Du stehst vor der Kamera und drehst SM-Videos. Wie kommst Du auf die Ideen für die Filme?
Lady Blackdiamoond: Träume, versaute Fantasien und mit Fetisch-Freunden von mir Ideen sammeln für erotische Clips.

Lady Sas: Erzähle uns ein bisschen darüber, wie die Clips entstehen. Sind die Vorbereitungen dazu aufwändig? 

Lady Blackdiamoond: Vorbereitungen sind immer anspruchsvoll, denn man muss einiges organisieren wie Darsteller, Kameramann, Location und vieles mehr. Ich habe sehr viel Spass an den Vorbereitungen, denn ich kann mir immer aussuchen, mit wem ich zusammen arbeiten möchte und mit wem nicht.

Lady Sas: Suchst Du noch Darsteller für Deine Videos? Welche Voraussetzungen muss man denn erfüllen?
Lady Blackdiamoond: Es können sich gerne Darsteller bzw. Darstellerinnen bewerben, jedoch ist es so, dass ich vorab eine bezahlte Session mit diesen mache, um zu sehen, ob sie für meinen Dreh einsatzbereit sind. Was ist wohl der Grund dafür, fragen sich jetzt bestimmt einige. Tja, es gibt viele, die sagen, dass sie tolle Darsteller sind und nachher stellt sich das Gegenteil heraus. Für so etwas habe ich keine Zeit und auch keine Lust, denn das ist es nicht, was ich will. Denn ich habe Anforderungen, die erfüllt werden müssen und dann macht das Ganze miteinander auch viel Spaß.


Lady Sas: Was planst Du für die Zukunft?
Lady Blackdiamoond: Ich glaube, man kann die Zukunft nicht planen, es kommt wie es kommt und ich bin gespannt, was mich noch alles erwarten wird.


Lady Sas: Was auch immer kommt – ich wünsche dir viel Glück dabei. 



Wer noch mehr über die Lady erfahren möchte, schaut auf ihre Website.


Auf ihren Blog.


Oder auf ihren youtube-Channel.


Oder auf die Website ihres Studios in Berlin, dem Studio Darkdreams.


Und zu guter Letzt: den SPIEGEL TV Bericht gibt es hier (etwa ab Sekunde 30).

Werde Testleser/in für mein neues Buch!

Liebe Lieben und Nicht-so-Lieben,

Bücher über BDSM gibt es wie Sand am Meer. Noch eins zu schreiben war ein bisschen, wie Eulen nach Athen zu tragen. Eigentlich völlig überflüssig.

Ich habe es letztes Jahr trotzdem gewagt. Weil ich das Bedürfnis hatte, meine persönliche Geschichte und Sichtweise darzustellen. Das Buch „Plötzlich Domina“ zeigt eine Entwicklung. Eine positive Entwicklung! Sie soll anderen Frauen Mut machen, sich nicht aufzugeben. (Natürlich möchte ich damit niemandem empfehlen, unbedingt BDSM Spiele auszuprobieren. Es war meine persönliche Art, die Lust an der Lust neu zu entdecken.) Ich denke, das Buch zeigt ganz grundsätzlich, dass es auch nach privaten Tiefschlägen immer weiter geht – wenn man aufsteht und den Entschluss fasst, mit neuem Mut weiterzugehen.

Ich habe viele Zuschriften erhalten, die mich angenehm überrascht haben. Auch die Rezensionen auf amazon.de waren voll des Lobes. Danke dafür! Wobei es auch die eine oder andere kritische Stimme gab. Das ist in Ordnung. Meine Geschichte muss nicht jedem gefallen. Es ist eben kein Hollywood-Stoff, die Realität ist nun mal kein Drehbuch.

Mich hat jede einzelne positive Stimme so motiviert, dass ich beschlossen hatte, ein zweites Buch zu veröffentlichen. 

Das Problem war nur: Ich hatte nichts zu berichten. Es ist einfach zu wenig Spannendes passiert, das ich hätte aufschreiben wollen. Ja, ganz richtig: Auch ich führe nicht das Leben einer Superheldin, sondern gehen zur Arbeit, kaufe ein, arbeite im Garten, bringe das Auto zur Werkstatt. Mein Alltag ist nicht besonders aufregend. Meine Freizeit hin und wieder schon. Es hat einige Monate gedauert, bis ich etwas erlebt habe, was in mir das Gefühl ausgelöst hat: Wie geil! Das musst du unbedingt aufschreiben!

Ich freue mich, Euch bald das neue Buch vorstellen zu können. Es wird wesentlich heißer zugehen als noch im letzten Buch – soviel kann ich schon verraten. Doch vorher brauche ich Eure Hilfe: Ich suche Testleser/innen.

Eure Meinung ist mir wichtig. Interessiert Euch das Szenario? Fehlt euch etwas? Habe ich ein Wort vergessen? Ist ein Absatz verrutscht?

Wer also Lust hat, schon mal vorab kostenlos einen Ausschnitt von meinem Buch zu lesen, der darf sich jetzt gern melden. Ich bitte um Verständnis dafür, dass ich nur wenige Testleser auswählen kann, sonst wird es zu unübersichtlich. Daher macht es Sinn, wenn Du mir kurz schreibst, warum Du ein guter Testleser bist. Sehr, sehr gute Argumente wären zum Beispiel: Bin Deutschlehrer. Oder: Arbeite in einem Verlag ;-)

Schön, ich freue mich, von Dir zu hören.  

Herzlich,
Lady Sas




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Montag, 24. März 2014

Interview mit Victoria Valente

Bevor Lady Victoria Valente zu Ihrer Berufung als Domina fand, war sie – neben ihrem Beruf – als Fetisch-Fotomodel tätig. Ich würde mal sagen: Das sieht man ihren Bildern auch an. Inzwischen führt die schöne Dame ihr eigenes Studio in Stuttgart: das SM Studio Domatrix. Ein Gespräch über BDSM, Fetischismus, Stuttgart, ruinierte Orgasmen und die Liebe zur Kunst.


Lady Sas: Liebe Victoria, wie ist Dein persönlicher Eindruck: Interessieren sich immer mehr Menschen für den BDSM-Bereich oder immer weniger?
Lady Victoria Valente: Nun, durch das Internet hat sich sicher Vieles verändert. Hier hat man heute die Möglichkeit, Bilder und Filme zu unglaublich vielen Vorlieben des BDSM-Bereichs anzusehen und sich einzulesen. Das erweckt sicherlich Neugierde und Interessen.
Und nicht zu vergessen: "Shades of Grey – Geheimes Verlangen" liegt ja immerhin immer noch auf Platz 6 der SPIEGEL-Bestseller Liste (02/2014). Wobei ich dazu sagen muss: Ich halte nichts von diesen Büchern. Doch gerade in Frauen erwecken diese Bücher wohl ganze neue Fantasien, sie haben einen gewissen Hype ausgelöst.


Lady Sas: Du bist in Stuttgart zuhause. Eine Stadt, die auf den ersten Blick nicht unbedingt als so offen und liberal gilt wie etwa Berlin oder Amsterdam. Stimmt dieses Vorurteil oder erlebst Du es anders?
Lady Victoria Valente: Ja ganz klar – Stuttgart ist nicht Berlin oder Amsterdam. Und doch haben auch wir Stuttgarter Möglichkeiten, BDSM-Interessierte bei einer Fetisch-Party zu treffen. Es gibt in Stuttgart einige Fetisch-Fotografen. Und nicht zu vergessen: In Stuttgart ist Madame Lisa zuhause. Sie bietet mit ihrer BDSM-Manufaktur – inzwischen seit vielen Jahren – sehr erfolgreich Seminare, Workshops und Personal Coachings rund um das Thema BDSM an. Stuttgart hat einige SM-Studios und ist mit Karlsruhe schon so eine Art Hochburg auf diesem Gebiet.


Lady Sas: Interessant, gibt es in Stuttgart eine BDSM-Szene?
Lady Victoria Valente: Ja, die gibt es. Wobei ich gestehen muss, dass ich inzwischen selten in der Szene unterwegs bin seitdem ich mein eigenes SM Studio Domatrix leite.


Lady Sas: Wie schaffst Du es, immer wieder auf neue Spielideen zu kommen? Was inspiriert Dich?
Lady Victoria Valente: Ja, das liegt wohl daran, dass ich ein sehr verspielter Mensch bin mit unglaublich viel Fantasie. Ich würde sagen, mich inspiriert mein Gegenüber, also mein Spielpartner. Bei meinen Film-Drehs sind es aber auch oft ganz spontane Ideen, die eben aus dem Nichts auf einmal da sind und die ich dann umsetze.


Lady Sas: Du scheinst eine Vorliebe für das Thema "Ruinierter Orgasmus" zu haben. Was genau ist das und wo liegt für Dich der Reiz an dieser Praktik?
Lady Victoria Valente: In der heutigen Zeit darf man ja leider sexuelle Praktiken gar nicht mehr einfach so beschreiben. Und da ich jetzt gar nicht weiß, ob dies ein FSK-18-Blog ist, möchte ich den ruinierten Orgasmus nur grob umschreiben: Ein Orgasmus, bei dem der Mann ganz normal ab* und aber doch in seinem Kopf keinen Orgasmus hat. Man muss dazu sagen, das funktioniert nicht mit jedem Mann. Wie das genau funktioniert, können sich Interessiert gerne in meinen Filmen ansehen.
Für mich liegt der Reiz darin, mit dem Höhepunkt des Mannes zu spielen. Einmal durch das Spiel der längeren Geil-Haltung, die ja auch schon zu einer gewissen Qual werden kann. Und dann bin ich noch so gemein und ruiniere auch noch den Orgasmus, den sich mein Spielpartner schon so sehnlichst wünscht. Ein sehr schönes Spiel! :)


Lady Sas: Was schätzt Du: Wie viel Prozent der Männer haben wohl einen Fuß- und Schuhfetisch? Woran liegt es wohl, dass so viele darauf stehen?
Lady Victoria Valente: Statistiken mit genauen Zahlen liegen mir nicht vor. Und doch ist ganz klar, dass unglaublich viele Männer diese Vorliebe haben. Diese Faszination beginnt schon in der Kindheit. Der Ursprung kommt oft aus der Familie oder dem nahen Umfeld. Die Tante, die immer hohe Schuhe trug, oder die Mutter. Der Mensch begehrt, was er sieht. Die Schwester, die sich vielleicht immer die Fußnägel rot lackiert hat, die schöne Strümpfe trug. Einen Fetisch hat man ganz tief in sich und man wird ihn auch nicht mehr los. Die Faszination ist einfach da und Fuß- und Schuhfetisch ist wunderschön! Ich habe eine sehr große Auswahl an wunderschönen, exklusiven High-Heels und Stiefeln sowie feinen Nylonstrümpfen mit Naht. Meine Beine sind die schönsten der Welt – ich genieße Fuß- und Schuhfetisch Sessions sehr, da sie sehr sensibel und wunderschön sind! Und man kann sagen, dass Fuß- und Schuhfetisch ein ganz großes Thema bei mir ist. Zu mir kommen Gäste von ganz weit her, um eine Session dieser Art mit mir zu erleben.


Lady Sas: Wie schaffst Du den Ausgleich zu Deiner Tätigkeit als Domina? Hast Du Hobbys, die Dir beim Ausspannen helfen?
Lady Victoria Valente: Ja, ich habe verschiedene Hobbys – momentan male ich wieder gerne. Das wechselt auch immer mal etwas. Ich war vor kurzem in zwei unglaublich guten Kunstausstellungen, die haben mich wohl so inspiriert, dass ich in den nächsten Wochen in meiner Freizeit wieder beschäftigt sein werde mit meinen Bildern.


Lady Sas: Der Jahreswechsel steht an. Hast Du gute Vorsätze fürs nächste Jahr?
Lady Victoria Valente: Da denke ich an nichts Bestimmtes. Das Leben ist kurz, also genieße ich es in meinen Sessions mit meinen Gästen. Ich tue das, was mir Spaß macht und BDSM ist eben eine große Leidenschaft von mir. Ich habe mir vorgenommen, öfters Kunstausstellungen zu besuchen. Und ich werde weiterhin zu einem guten Steak nicht nein sagen. Mein Vorsatz in einem Satz würde wohl lauten: Genieße das Leben in vollen Zügen.


Lady Sas: Sehr schön, ich wünsche Dir viel Spaß dabei! Danke für das aufschlussreiche Interview.

Links Lady Victoria Valente:

Link zu Madame Lisas BDSM Manufaktur:
http://www.bdsm-manufaktur.de



Sonntag, 16. März 2014

Interview mit Lady Cheyenne de Muriel

Als ich meinem Sklaven toytoy erzählte, dass ich in meiner Interviewreihe Lady Cheyenne de Muriel aus Stuttgart bzw. Karlsruhe zu Gast habe, war er ganz aufgeregt. Es stellte sich heraus, dass er ein Verehrer der Dame ist und zwei ihrer Videos besitzt. Ich habe mir die Videos angesehen und muss sagen: toytoy hat Geschmack. Lady Cheyenne de Muriel ist eine Herrin, der man in jeder Sekunde anmerkt, wieviel Freude sie am SM-Spiel hat. Virtuos beherrscht sie das Geschehen und lässt den Sklaven mit gekonnter Verbalerotik in eine ganz eigene Welt eintauchen. Ihre konsequente Dominanz und elegante Schönheit gehen eine Verbindung ein, der man sich als Sklave kaum entziehen kann. Wer ebenso wie toytoy von Lady Cheyenne fasziniert ist, erfährt nun endlich mehr über sie.


Lady Sas: Liebe Cheyenne, berichte zunächst bitte etwas über Deinen Werdegang: Wie wurdest Du auf den SM-Bereich aufmerksam, wie wurdest Du zur Domina? 







Lady Cheyenne de Muriel: Ich habe in der Pubertät schon gemerkt, dass meine sexuellen Interessen anders als bei meinen Gleichaltrigen sind. Da ich aus einem konservativen Elternhaus stamme, habe ich mich nicht unbedingt darum bemüht, das herauszufinden, ob das normal oder vergleichbar mit anderen ist. Ich habe jedoch schon früh nur bizarre und SM-Begegnungen gehabt, die mich immer mehr geprägt und mir zu verstehen gegeben haben, dass ich nur diese Art der Sexualität ausleben möchte. Erst später, Anfang 20, habe ich per Zufall im Internet herausgefunden, dass es spezielle Etablissements gibt, wie SM-Studios, in denen Menschen ähnliche Phantasien, wie meine, ungezwungen ausleben können.






Lady Sas: Hattest Du noch andere berufliche Pläne?
Lady Cheyenne de Muriel: Selbstverständlich. Ich habe studiert und meinen Domina-Beruf sehe ich als Nebenbeschäftigung oder Möglichkeit, meine Neigungen auszuleben. In meinem anderen Beruf bin ich zum Glück auch selbstständig und so kann ich mir meine Zeit frei einteilen. 


Lady Sas: Was reizt Dich besonders daran, Sklaven und Sklavinnen zu erziehen? 
Lady Cheyenne de Muriel: Es ist etwas Besonderes, für einen Moment jemandem so nah zu sein –  ein Teil seiner Phantasie sein zu dürfen. In nur wenigen Berufen ist es möglich, sich dem Gegenüber so zu "nähern", ihn zu beherrschen und zu kontrollieren. Jede Session ist für mich wie eine Einladung zu einem Film, um eine wichtige Rolle zu übernehmen und den Verlauf und dessen Inhalt zu beeinflussen. Das ist jedes Mal ein wundervolles Erlebnis für mich. Das bereichert nicht nur meinen Spielpartner, auch meine Horizonte werden dadurch jedes Mal aufs Neue erweitert. 


Lady Sas: In Deinem Blog schreibst Du, dass Du auch Frauen erziehst. Bist Du zufrieden damit, wie dieses Angebot angenommen wird? 
Lady Cheyenne de Muriel: Die gute Resonanz hat mich nicht überrascht. Weil: Wenn es um das sexuelle Verlangen geht, sind wir alle gleich. Nun, leider propagieren die Medien oft ein verkehrtes Bild der Frau, das den Frauen ihr Selbstbewusstsein auf raffinierte Art und Weise nimmt. Durch diesen medialen Einfluss fällt es der Frau deswegen schwer, über ihr eigenes Sexualleben frei zu entscheiden. Ich beobachte deswegen die heutige "sexuelle Revolution" sehr kritisch, die nur scheinbar beide Geschlechter miteinbezieht. Das liegt in meiner Natur, auch wenn ich streng und konservativ erzogen worden bin, wurden mir diese liberalen Werte im Bezug auf beide Geschlechter immer vermittelt. 


Lady Sas: Mir fällt auf, dass Sklaven häufig mit dem Thema Keuschhaltung konfrontiert werden, Sklavinnen dagegen werden gern von ihrer Herrschaft sexuell benutzt. Wie ist Deine Beobachtung dazu und wie denkst Du darüber? 
Lady Cheyenne de Muriel: Da stimme ich Dir nicht ganz zu. Ich denke, hier gibt es keine Unterschiede zwischen Frauen und Männern . Beide Geschlechter wollen gegenüber der Domina in erster Linie den Kontrollverlust erleben. Das ist der Schlüssel für das Erleben – egal welcher Phantasien. 

Lady Sas: Hier ein kleines Gedankenexperiment: Was würdest Du tun, wenn Du einen Tag ein Mann wärst? 
Lady Cheyenne de Muriel: Ich glaube, ich würde den ganzen Tag zu Hause bleiben und warten, bis der Tag vorbei ist. Ich bin gerne eine  Frau. Ich fühle mich sehr wohl in meinem Geschlecht, deswegen wäre so ein Experiment für mich kaum zu ertragen. 


Lady Sas: Interessant. Na, zum Glück war es ja nur ein theoretischer Gedanke... Sag mal, wie lebt es sich in Stuttgart und Karlsruhe? Warum arbeitest Du nicht in einer Großstadt wie Berlin oder Hamburg? 
Lady Cheyenne de Muriel: Ich bin aus beruflichen und familiären Gründen nach Stuttgart gezogen. Die Stadt und das Land Baden-Württemberg haben mich verzaubert. Dessen kulturelles Angebot und die Menschen haben mich ganz schnell in ihren Bahn gezogen. Ich lebe gerne hier. 


Lady Sas: Was inspiriert Dich? Wie kommst Du auf Deine Ideen für die Sessions? 
Lady Cheyenne de Muriel: Mein Gegenüber inspiriert mich. Dadurch bekomme ich neue Ideen. Ich schöpfe aus dem Erlebten neue Gedanken über die Fortsetzung jeder Session. Ich habe noch nie einen SM-Film gesehen, auch wenn ich selber ein paar Videos gedreht habe. Ich versuche immer meine eigene Phantasie zu aktivieren. Alles andere würde mich unnötig beeinflussen und unbewusst bewegen, jemanden anderen zu kopieren. Ich möchte immer ICH selbst sein und so in jeder Session agieren. 


Lady Sas: Hast Du aktuelle Projekte, an denen Du zur Zeit arbeitest? 
Lady Cheyenne de Muriel: Ich arbeite ständig an neuen Ideen. Dazu gehört das ästhetische Spiel mit dem Medium Film. Mit meinen Video-Clips versuche ich visuell und niveauvoll auf bestimmte Praktiken und Fetische aufmerksam zu machen. 
Außerdem bin ich immer darum bemüht, mein eigenes Equipment für meine Gäste zu erweitern. Ob es das neue Stromgerät „Erostek ET-312B“ ist oder besondere Leder- und Gummi-Masken oder ob es viele interessante und originelle Spielzeuge sind – ich lege immer großen Wert darauf, meine Gäste zu überraschen um ihnen das Beste zu bieten. 


Lady Sas: Fragst Du Dich manchmal, warum Sklaven so sind, wie sie sind? Was dahinter steckt? Was der Grund für ihr Verhalten ist? Warum ein Sklave zum Beispiel die Erniedrigung liebt? 
Lady Cheyenne de Muriel: Selbstverständlich weiß ich oder ahne ich oft den psychologischen Hintergrund, aber in dem Moment wenn ich meinen Gegenüber auf diese Art und Weise analysieren würde, hätte ich nicht den nötigen Abstand, um das „Hier und Jetzt“ zu beherrschen. Für mich steht das Gegenwärtige im Vordergrund. Ich bin auch der Meinung, dass wir nicht zwanghaft nach Antworten suchen sollten, warum wir bestimmte Fetische oder Vorlieben haben. Wir sollten es akzeptieren und dessen Essenz bewusst erleben. 
Im Übrigen sollten wir nicht unbedingt immer die früheren Erlebnisse für gegenwärtige Vorlieben oder Fetische verantwortlich machen. Aus Erfahrung weiß ich, dass nur ein Teil aus der Vergangenheit kommt. Das Pauschalisieren ist oft eine einfache Art, eine Antwort auf eine schwierige Frage zu finden. In Wirklichkeit gibt es andere Faktoren, die unser Kopfkino beeinflussen, aber dafür müsste man ein extra Interview machen oder einen separaten Blog gründen. 


Lady Sas: Einen separaten Blog gründen? Nun, das ginge vielleicht ein kleines bisschen zu weit... Hier meine letzte Frage: Wie schaltest Du ab? Wie findest Du den Ausgleich zu Deiner Arbeit im Studio? 
Lady Cheyenne de Muriel: In erster Linie gibt mir mein anderer Beruf die Balance zu meiner Arbeit im Studio. Auch meine Interessen, wie Musik, Kunst jeglicher Art (Film und Fotografie) und Literatur ist eine Welt, in die ich abtauchen kann. So wie ich intensiv in meinen Sessions die Tiefe suche, so vertiefe ich mich auch in andere Bereiche. Außerdem ist mir der Kontakt mit der Natur sehr wichtig. Das Reiten beruhigt mich und bringt mein Innenleben in den ursprünglichen Zustand, aus dem ich wieder neue Energie schöpfen kann. Des Weiteren finde ich auch den Ausgleich bei vielen sportlichen Aktivitäten.


Lady Sas: Liebe Cheyenne, vielen Dank für das aufschlussreiche Gespräch! 


Weitere Informationen zu dieser herausragenden Dame gibt es auf Lady Cheyennes Website.
Lady Cheyenne hat auch eine Website zum Thema "Rubber, Latex, Disziplinierung und Transformation in Gummi": hier klicken.
Ebenso interessant: ihr Blog





Mittwoch, 12. März 2014

Interview mit Madame Jasmin

Madame Jasmin aus Berlin hat etwas, das man nicht unbedingt jeder dominanten Lady nachsagen kann: Sie hat Stil. Und mehr noch: Sie hat auch Charakter. Im folgenden Interview wird deutlich, dass Madame Jasmin ihren eigenen Kopf hat und ihren eigenen Weg geht. Zweifellos eine starke, charismatische Frau.


Lady Sas: Liebe Jasmin, warum arbeitest Du in einem Domina-Studio und nicht in einem Büro?
Madame Jasmin, schmunzelt: Ich arbeite in meinem Büro und in meinem Studio. Ich brauche beides!


Lady Sas: Du sagst, heute sei es in der Szene nicht mehr so, wie es einmal war. Wie war es denn früher? Was hat sich verändert?
Madame Jasmin: Die eigentliche Szene, die Du vielleicht meinst, aus der bin ich schon sechs bis sieben Jahre raus – und bin froh darüber! Ich habe es nie gemocht, stundenlang in einem Dominastudio zu sitzen, z.B. von 18:00 bis 00:00 Uhr, das war keine freie Zeiteinteilung, das war schlichtweg Dominaeinteilung. In dieser Zeit musste man sich verkaufen, egal, ob man Lust hatte oder nicht. Heute entscheide ich, wann ich Lust habe – und nicht irgendeine Uhr!


Lady Sas: Das klingt gut! Zurück zum Vergleich früher/heute: Wie haben sich die Wünsche und Vorstellungen der Gäste in den letzten Jahren verändert? 
Madame Jasmin: Ich spreche jetzt nicht von Gästen, die ich jahrelang kenne. Ich spreche von denen, die es werden möchten – und das unter Umständen, die mich manchmal wirklich den Kopf schütteln lassen. Ich lasse jedem seine Freiheit, sich in seiner Vorstellung und Fantasie zu äußern, aber wo ist die Höflichkeit und Freundlichkeit? Und dann vor allem immer wieder diese Frage: "Ist das denn überhaupt möglich?" Viele lesen mein Portfolio erst gar nicht, sondern senden einfach mal eine Mail (Ich möchte dazu nicht weiter ins Detail gehen…) Also lösche ich diese Mail. Ohne Worte! :) Zum Wohle unserer Damenwelt sind Gentlemen nach wie vor nicht ausgestorben!


Lady Sas: Wie muss man sich einen typischen Tagesablauf bei Dir vorstellen?
Madame Jasmin: Ich stehe sehr früh auf, gegen 5:00 Uhr mache einen großen Spaziergang mit meinen Wolfshunden. Ich bin gegen 9:00 Uhr im Büro und verlasse es, wenn alles erledigt ist. Das Schöne ist, dass ich mir meine Zeit heute frei einteilen kann, wer kann das heute schon?!  Und wenn ich Lust und Zeit habe, dann bin ich abends die Madame Jasmin. In den 13 Jahren hat sich in meinem Ablauf nicht viel verändert – außer mein Hobby für meine Tiere und die Natur. Früher waren es Shopping und der nächste Friseur-Termin. Heute bestimmt das Wesentliche  mein Leben, nicht das Oberflächliche! Das heisst aber nicht, dass ich nicht zum Friseur gehe ;)


Lady Sas: Hast Du jemals die devote Rolle ausprobiert? Und wenn ja: Wie war das für Dich?
Madame Jasmin: Oh ja, ich kann mich daran sehr gut erinnern… (Lacht) Weil ich damals diesen Mann aus meiner Wohnung gejagt habe… Ich bin dafür nicht geschaffen.


Lady Sas: Viele Deiner Kolleginnen drehen SM-Filme und richten Member-Bereiche ein. Warum entscheidest Du Dich nicht für diese Möglichkeit?
Madame Jasmin: Ich drehte auch SM-Filme, aber ich fühlte mich nie sehr wohl dabei, da es doch nicht privat ist unter zwei Protagonisten, sondern gleich mehrere an der Session teilnehmen. Und Member Bereich.. ich weiss bis heute nicht, wozu ich das brauche! 


Lady Sas: Kommt es vor, dass sich ein Gast in Dich verliebt? Und wenn ja: Wie gehst Du damit um?
Madame Jasmin: Leider kommt auch das vor, dann kommt ein ernstes Gespräch. Aber meistens ist es das Ende von allem! Ich muß mich dann von diesem Gast verabschieden!


Lady Sas: Hast Du schon einmal eine Session abgebrochen?
Madame Jasmin: Sicher habe ich schon mal abgebrochen. Z.B. wenn das gewisse Etwas nicht übergesprungen ist oder aber der Gast sich als was ganz anderes entpuppt und auf einmal sechs Hände bekommt und sich an Absprachen nicht hält!


Lady Sas: Was würdest Du tun, wenn es ab sofort weltweit verboten wäre, als Domina tätig zu sein?
Madame Jasmin: Heute gehört es zu meinem Leben, wer kann mir bitte verbieten, meine Sexualität auszuüben?! :) Außerdem: Je verbotener eine Sache ist, desto interessanter und geheimnisvoller ist sie. 
Lady Sas: Vielen Dank für das Gespräch.


Mehr über Madame Jasmin unter: http://www.madame-jasmin.com



Was ein Interview so alles bewegen kann.

Liebe Lieben und Nicht-so-Lieben,
ich freue mich immer, wenn es interaktiv wird. Das ist schließlich der große Vorteil des Internets. Es ist keine Einbahnstraße, nein, es kommt auch mal etwas zurück. Wie zum Beispiel Kommentare der Leser. Mitte März erreicht mich ein ganz besonders schöner Kommentar, über den ich mich sehr gefreut habe. Aber lest selbst, was Luddo mir und Euch schreibt. Hey: Danke, Luddo.
Herzlich,
Lady Sas

Hallo Lady Sas,
Ich möchte Ihnen auf diesem Wege ganz herzlich danken!
Über ihren tollen Blog habe ich das Interview mit Lady Kira Page gefunden und mich endlich, nach Jahren des beschämten Versteckens, getraut ein Treffen mit ihr zu
vereinbaren. 


Ich war/bin blutiger Anfänger und hatte immer Angst vor echten Dominas, aber nach diesem Interview und den vielen persönlichen Worten von Lady Kira, habe ich mich endlich überwunden und bin überglücklich!!!


Es war ganz entspannt und genau so wie ich es mir gewünscht habe. Wir waren zuerst einen Kaffee zusammen trinken, um das Eis zu brechen und hatten dann wundervolle zwei Stunden Spiel, die ich mein Leben lang wohl nicht vergessen werde! Miss Kira ist unglaublich symphatisch, fast schon süß und doch stark und dominant!


Ohne ihren Blog und dem Interview hätte ich mich vielleicht nie getraut sie anzuschreiben und nach Berlin zu reisen!
Also nocheinmal herzlichen Dank an Sie, Lady Sas!
Und natürlich an die Dame meiner schlaflosen Nächte, Miss Kira, Danke für die wundervolle Zeit mit Ihnen!

Mit ehrwürdigen Grüßen, Ludwig M."

Und hier noch ein PS von mir, Lady Sas:
Da die Interviewreihe so gut ankommt, wird sie natürlich fortgesetzt.
Die nächsten Beiträge sind bald online.

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