Dienstag, 29. April 2014

Atemberaubende Ausnahmeherrin: Madame Catarina

Es gibt dominanten Damen, auf die ich verzichten kann. Madame Catarina gehört nicht dazu. Sie wollte ich unbedingt in meiner Interview-Serie haben. Ich habe ein bisschen warten müssen, aber jetzt hat es geklappt. Und das freut mich wirklich. Denn Madame Catarina ist eine atemberaubende, attraktive Ausnahmeherrin, die Sklavenherzen höher schlagen lässt. Ein Gespräch über persönliche Vorlieben, ihre Entwicklung, schöne große Rinderfilets, ihre Filmrolle als Agentin und die Faszination High Heels.




Lady Sas: Liebe Catarina, diese Frage stelle ich eigentlich in jedem Interview, aber sie ist viel zu interessant, um sie weglassen zu können: Wie bist Du auf den SM-Bereich aufmerksam geworden und wie verlief Dein Weg ins Domina-Studio?
Madame Catarina: Da muss ich sehr weit ausholen. Hast du Zeit? (lächelt) Ich glaube meine ersten Berührungen mit dem Thema Fetisch oder SM hatte ich, als ich ca. 14 war. Ich hörte eine bestimmte Musik, in der es um „Severina“ und „Lustschmerzen“ und solche Dinge ging, alles etwas finster und geheimnisvoll, das faszinierte mich damals schon sehr. Ein paar Jahre später lernte ich in einer Berliner Gastronomie eine junge Frau kennen, die Hausbesuche machte, also das „normale“ anbot, aber eben auch diese Geschichte erzählte, von diesem Typen, der auf dem Boden rumrutscht und alles macht, was sie will und auf Schmerzen steht. Nun ja, ich hab ihr dann wohl im Laufe der Zeit ein riesiges Loch in den Bauch gefragt, so dass ich eines Tages bei ihr zusehen durfte. Gott, du kannst dir nicht vorstellen, wie aufgeregt ich war. Bis zum Studio dauerte es dann noch etwas, aber da gab es wohl die Initialzündung.


Lady Sas: Du bezeichnest Dich selbst als "Expertin für Rohrstockabstrafungen, Peitschen und Abrichtung zum Stiefelsklaven". Woher kommt diese Vorliebe und wie hat sie sich entwickelt?
Madame Catarina: Gute Frage ... wieso mag man lieber Huhn statt Fisch, oder gar kein Fleisch? Ich habe von Beginn an alles ausprobiert, sogar Latex und Klinikspiele, ich kann perfekt Katheter legen, spritzen, nadeln, nähen, aber das war es auch schon, ich fand mich nicht in der Rolle der Ärztin oder Gummiherrin wieder. Allgemein das Schlagen, die klassische Venus mit der geflochtenen Bullwhip, die Zarin die peitscht ... ich glaube in meinem Kopf findet SM im letzten Jahrhundert oder früher statt, dass sieht man auch an meinem Studio sehr gut. Die Macht, das zuckende nackte Fleisch, Stöhnen vor Schmerzen, die Haut, die sich erst nur leicht farblich verändert und dann spürbare Spuren bildet... das bedient einfach einen Schalter in meinem Kopf. Und ich liebe danach ein schönes großes Rinderfilet, englisch gegrillt bitte! ABER.. es bereitet mir nur dann Freude, wenn ich das passende Pendant dazu habe, einfach nur auf ein wehrloses Opfer schlagen, bereitet mir keine Freude, da täte es auch eine Schweinehälfte vom Metzger (lächelt).


Lady Sas: Kürzlich habe ich auf Dominazone.de gelesen, dass Du Sklaven versicherst, sie nicht zu überfordern und keinen Caneboy wie in Deinen Filmen zu erwarten. Trauen sich überhaupt noch Anfänger zu Dir?
Madame Catarina: Ich hatte schon vor Caneboy den Ruf, ganz schön hart zu sein, eigenartiger Weise empfinde ich das eher von anderen Frauen, wenn ich eine Doppelsession mache oder Bilder sehe - es scheint also rein subjektiv zu sein. Woher dieser besondere Ruf kommt, weiß ich leider auch nicht - ich kann sehr hart sein, aber dabei bin ich z.B. extrem auf Sicherheit bedacht - und achte mit allen Sinnen auf mein Gegenüber. Bei einer Flag-Session weiß ich meist ein, zwei Schläge vorher, wann das „STOP“ oder "Gnade" kommt. Aber es gibt auch vieles, das ich nie machen würde, vielleicht erscheint es mir, als könnte ich hier die Sicherheit nicht garantieren, solche Praktiken fasse ich dann einfach nicht an. Und Anfänger sind... wenn ich ganz ehrlich bin nach fast 20 Jahren nicht mehr so wirklich mein Geschmack, wobei das nichts mit Belastbarkeit zu tun, sondern eher mit dem Umfang an Möglichkeiten, ich fühle mich dann einfach unterfordert. Zudem beginne ich das Spiel immer gleich an der Studiotür, Vorgespräch erfolgt vorab per E-Mail, dies wäre mit einem Anfänger selten möglich, denke ich. Es gab aber auch schon ganz mutige Gäste, die sich als Flagellanten ausgaben, weil sie dachten, sonst keinen Termin zu bekommen. Zum Glück merke ich das immer sehr schnell und mache dann etwas anderes.


Lady Sas: Du drehst SM-Filme und hast Deine eigene Film-Seite. Woher kommen die Ideen für die Geschichten und Szenarien?
Madame Catarina: So und so. Wenn ich z.B. eine andere Location als mein Studio für einen Dreh habe, teile ich dem Darsteller dies mit und frage, was hältst du von dem oder dies, hast du Ideen? Oder ich möchte diese oder jene Geschichte drehen, was fällt dir dazu ein. Manche Darsteller, und ich arbeite mit den meisten seit vielen Jahren zusammen, lieben es zu Hause ein Drehbuch zu schreiben, dass dient mir dann als Ideen-Vorlage, weil es natürlich zu 100% auf ihre  Neigungen abgestimmt ist. Aber oft reizt es mich einfach, in die Rolle einer Agentin, einer Gutsherrin, einer Anwältin mit zweifelhaften Hobby bzw. Methoden zu schlüpfen, dann lebe ich meine Fantasien aus, die eine schöne Alternative zu meinen Studiosessions sind.



Lady Sas: In meiner Wahrnehmung haben fast alle Sklaven einen Fetisch für High Heels. Wie sind Deine Beobachtungen dazu? Hast Du eine Erklärung für dieses Phänomen?
Madame Catarina: Tun sie das, die Sklaven? Da haben sie aber Glück, dass ich High Heels, besonders Stiefel sehr mag (lächelt). Ein schöner Metallstiletto kann eine furchtbare Waffe sein, wie lange Fingernägel und ich bin meist auch noch einen halben Kopf größer - damit ist das Spiel schon halb gewonnen. Aber die Faszination High Heels hängt mit der gestreckten Figur zusammen, die eine Frau dann erhält, ihre Beine werden noch um einiges länger, das Becken bewegt sich mehr. Das Ganze dann auf den SM-Bereich bezogen, stelle ich mir eine Zelle vor und das sich nähernde Geräusch metallener Absätze… Kopfkino an!


Lady Sas: Hast Du einen Tipp für alle Frauen, die sich in der Rolle der Herrin
noch etwas unsicher fühlen?

Madame Catarina: Lernen, lernen, lernen – und: Bleib du selbst!


Lady Sas: Welche Anfängerfehler sollte man als dominante Lady vermeiden?
Madame Catarina: Keine Drogen, kein Alkohol und gib nichts auf das, was über dich geschrieben wird!!! Über mich gibt es so viele Geschichten, die eine junge unerfahrene Frau schnell verunsichern könnten. Also Liebes - das ist nur Neid - es sollte dich anspornen (lächelt).


Lady Sas: Hast Du noch weitere Hobbys? Wie schaffst Du den Ausgleich zum Studio? 
Madame Catarina: Ich habe für den täglichen Ausgleich einen großen Hund, der seine Bewegung einfordert, aber dabei geht es mehr um einen Ausgleich für die Arbeit am PC, da ich meine Webseiten selbst betreue und auch die Filme selber schneide. Ich liebe gutes Essen, das Teile ich gern mit einem guten Freundeskreis, auch aus nicht Nicht-SM`lern, oder der Familie. Und ich reise sehr viel und sehr gern. Grundsätzlich sollte man aber nicht jeden Gast für jedes Geld machen, dann brennt man auch nicht so schnell aus und braucht theoretisch gar nicht so viel Ausgleich.


Lady Sas: Du bist eine sehr attraktive Frau. Wie gehst Du damit um, wenn sich ein Sklave in Dich verliebt?
Madame Catarina: Hat das schon mal einer? (Sie zwinkert mit den Augen.) Keine Ahnung, zumindest wurde mir das nicht kommuniziert. Ich glaube, alle sind ein bisschen in ihre Herrin verliebt, wenn sie sie über einen längeren Zeitraum besuchen. Dabei glaube ich, handelt es sich meist, um eine Verliebtheit in die Rolle und nicht um mein anderes Ich. Wer kennt schon die Person bzw. Persönlichkeit hinter der „Domina“ – nur ganz, ganz wenige Gäste. Am Ende möchten doch die meisten Männer lieber mit ihrer Partnerin spielen, anstatt ein Studio zu besuchen, aber leider ist dies in den meisten Fällen nicht möglich.

Lady Sas: Danke für das interessante Gespräch.
Mehr zu Madame Catarina erfährst Du hier.

Mein Sklave Toytoy besitzt einige Filme von Madame Catarina. 
Er weiß, was gut ist. Ihre Filmseite findest Du hier.




Sonntag, 27. April 2014

Mistress Danica talks about BDSM in the UK and Germany


Welcome! Finally, after some month in German language, this is my first post in English. I would love to have both: German and English. A bi-sexual Lady with a bi-lingual blog – that would be perfect. 
After all, the internet is not a German party, but an international one. So, slave, listen: If you are fluent in both languages I would appreciate your written application as a translation-slave to madamesaskia@web.de 

By the way: Thanks for over 50.000 clicks, it's great to have you here, fetish-friends!

This post is about FemDom in Germany and the UK. So I asked someone who knows both cultures very well: Mistress Danica. 

As an introduction here's a statement from her: "I am a true British Mistress and specialise in true english discipline (corporal punishment) to selected slaves willing to submit to my traditional methods." In fact, Mistress Danica is British, but lives in Germany since many years. She enjoys playing with slaves in both countries. No doubt: This interview is going to be very interesting.  


Lady Sas: Dear Danica, you live in the UK and also in the South of Germany.
Can you give us some information about your background? Why do you live in two countries?
Mistress Danica: I am mainly resident in Germany but I return to England, my home country, every couple of months. I grew up in the UK but have been living in Germany for a number of years and now class it as home.


Lady Sas: Do you offer your dominant services only in Germany or also in the UK?
Mistress Danica: I offer my services in both countries but I mainly do sessions in the UK, which are usually school and ageplay-related.


Lady Sas: Is BDSM a lifestyle for you that you also enjoy in your private life or is it a kind of special hobby which has nothing to do with your relationship.
Mistress Danica: BDSM plays a role in any relationship I have. Whilst I cannot imagine being in a truly vanilla relationship, I could imagine a relationship on a TPE (Total Power Exchange) basis.


Lady Sas: How did you come in contact with BDSM? What’s so fascinating about it?
Mistress Danica: My interest in BDSM started with an absolute fascination for spanking. Ever since I was a small child, seeing a spanking in a mainstream movie on TV, such as David Copperfield or Tom Sawyer, gave me butterflies in my stomach and I could not stop thinking about it. I had a traditional English, conservative upbringing and I thought that this fascination was “unhealthy”. It was only as I grew older that I really acted on this interest and found, once the internet became widely available, that I was not the only person with this fetish. From there my interest and involvement blossomed and expanded into other areas of BDSM. I learnt some great skills thanks to some brilliant coaching from some wonderful mistress friends I met on the scene in the UK.


Lady Sas: Is there a difference between German and English slaves?
Mistress Danica: Funnily enough - yes! I find that English slaves are better “Gentlemen” before they even receive any training. They all know the basics, such as letting the lady sit down first, holding the door open etc. However, German slaves generally need more training – even some basics. For example, one German Slave, who had the pleasure of taking me to a party, even texted me to say he was outside waiting in the car, rather than coming to the house and ringing the doorbell to escort me to the car! Also, in my experience, German slaves are generally more demanding and tend to top-from-the-bottom more than UK slaves – but of course would never admit to it. (laughs)


Lady Sas: How would you describe the BDSM-scene in the UK?
Mistress Danica: There is a good BDSM scene and some brilliant parties and events in the UK but these are mainly based in London. The events I have visited elsewhere in the UK were not as good, infact rather disappointing.


Lady Sas: It seems to me that there are amazingly many Mistresses located in London.
Mistress Danica: Yes, there are numerous professional Dominas in London but there are also many others scattered around the UK. But yes, the heart of the BDSM scene is in London and that’s where the major parties, such as Pedestal and Torture Garden take place.


Lady Sas: When a German talks to you – how does the language sound in your ears?
Mistress Danica: It just sounds normal to me because I am now fluent in German. But when I first came to Germany, I thought the language sounded rather harsh.


Lady Sas: Is there a thing about the Germans that is funny in your point of view?
Mistress Danica: A couple of things spring to mind here – the classic wearing socks with sandals/Birkenstocks and wearing a scarf when you have a head cold. Also some Germans are “jobsworths” (Klugscheißer) and like to point out that you have to walk on the right hand side of the footpath or that you drove into the petrol station from the wrong side – those petty things just make me laugh.


Lady Sas: You are specialised in corporal punishment and role-play. Would you say that this is typical for a British Mistress?
Mistress Danica: No, this is not necessarily typical of a British mistress. This is a separate fetish and there is less of a sexual nature to this type of session. Most clients like to dress in school uniform and have real lessons, not just punishment. The roleplay is mainly based on ageplay – naughty 15 year old schoolboy for example and generally does not have a sexual nature. Those who specialise in this area generally tend to class themselves as disciplinarians rather than as mistresses.


Lady Sas: When you talk about corporal punishment in German you use the expression „Englische Erziehung“, english discipline. How is it called in English? I heard the expression „German“, which would be just the other way around.
Mistress Danica: I have never heard the expression “German”. For me, “Englische Erziehung” refers to the cane, which was used in most schools in the UK until the early 1980s and until the early 1990s in some private schools.


Lady Sas: You are hetero, but also willing to play with slavegirls. How does this fit together?
Mistress Danica: I have played with girls in the past and find it equally as pleasurable as playing with men. I am happy to deal with anyone who requires discipline, regardless of their sex.


Lady Sas: How do you relax? Do you have hobbies you enjoy?
Mistress Danica: I love horse-riding, fitness, snowboarding and travelling. I’m an active girl!


Lady Sas: Please tell us a bit more about your plans for the future.
Mistress Danica: I will remain in Germany for the foreseeable future and continue to make regular trips to England. I intend to continue having a lot of fun and correcting naughty boys and girls in both countries ;o)


Lady Sas: That sounds wonderful! Thank you very much. 







Want to enjoy the dominant services of Mistress Danica yourself? You can contact her via her profile in Sklavenzentrale. Nickname: "Mistress Danica" – In Germany it is not allowed to link to Sklavenzentrale (indexed). So you have to find out yourself.

Learn more about Lady Sas here.

Samstag, 26. April 2014

Wie aus Sklavin Emma Mistress Emma wurde.


Emma Gutversteckt auf www.gutversteckt.com – das ist doch mal eine Adresse, die man sich wirklich merken kann. Ich kenne Emma noch als Sklavin. Die 1.80m-große, schlanke, attraktive Blondine war sicher der Traum vieler dominanter Herren. Doch dann entdeckte Emma selbst ihre dominante Seite und ist seitdem als Herrin tätig. "Ich mache böse Dinge – und ich mache sie sehr gut!", sagt die Lady selbstbewusst über sich. Ein Gespräch über den Wechsel von der devoten in die dominante Rolle, Sicherheit beim Spiel, das Gefühl, einen Strap-on zu tragen und Emmas Reiselust.


Lady Sas: Liebe Emma, Du hast seit einiger Zeit die Seiten gewechselt und bist nun als Mistress Emma tätig. Wie kam es dazu?
Mistress Emma: Das war eine eher unbewusste und vor allem auch ungeplante Entwicklung. Wenn mir vor zwei Jahren jemand gesagt hätte, dass ich die Rollen einmal komplett tausche und zur Domina werde, hätte ich ihn wahrscheinlich für verrückt erklärt. Es fing ganz langsam an und steigerte sich immer mehr. Zuerst überlegte ich noch, ob switchen eine Option wäre, doch je öfter Männer vor mir auf die Knie gingen und meine Füße küssten, desto geiler fand ich es und mir wurde klar, dass ich genau das immer haben will. Und wie immer, wenn ich etwas will, mache ich es einfach und setze mich durch.


Lady Sas: Was ist von den Gefühlen her der Unterschied zwischen Deiner Rolle als Sklavin Emma und Mistress Emma?
Mistress Emma: Der Unterschied ist natürlich groß. Früher ließ ich mich führen und nun entscheide ich, wie das Spiel verläuft.



Lady Sas: Welche Vorteile haben Deine Erfahrungen auf der passiven Seite für Deine dominante Rolle?Mistress Emma: Ich empfinde meine Erfahrungen auf der passiven Seite als sehr hilfreich, weil ich sehr gut nachvollziehen kann, wie es sich anfühlt, welche Überwindung es manchmal kostet und wie sich auch die etwas ungewöhnlicheren Ideen in die Tat umsetzen lassen. Außerdem habe ich fast alle Spielzeuge, die ich in meinen Sessions benutze, ebenfalls schon gespürt und kenne ihre Wirkungen ganz genau.


Lady Sas: Sollte jede Domina erst einmal als Sklavin anfangen?
Mistress Emma: Als Sklavin sollte man, vor allem im geschäftlichen Bereich, nur dann anfangen, wenn man auch wirklich die Veranlagung dazu verspürt. Wenn man Schmerzen und Demütigungen nicht in Lust umwandeln kann, frisst es einen ganz schnell auf. Im Internet kann man sehr gut beobachten, dass sich nur sehr wenige Sklavinnen dauerhaft auf dem Markt behaupten können – und das hat schon seine Gründe. Im privaten und sicheren Rahmen versuchsweise mal in die andere Rolle zu schlüpfen schadet aber gewiss nicht und man bekommt dabei eine etwas andere Sicht auf die Welt.


Lady Sas: Ich kann mir vorstellen, dass es manchmal Überwindung gekostet hat, sich einem Gast als Sklavin auszuliefern. Wie waren Deine Erfahrungen?Mistress Emma: Nein, ganz im Gegenteil. Das lag allerdings nicht daran, dass mein Masochismus so riesig war, sondern viel mehr daran, dass ich meine Gäste schon immer sehr sorgfältig ausgewählt habe. Es war damals nicht möglich, mich als Sklavin zu buchen ohne vorher mit mir essen zu gehen, weil ich sehen und entsprechend einschätzen wollte, mit wem ich es zu tun habe. Wenn es absolut nicht gepasst hat, nahm ich mir auch die Freiheit, eine Session abzulehnen. Das hat zwar nicht jedem gepasst, aber führte dazu, dass ich fast ausschließlich positive Erfahrungen sammelte und niemals das Opfer von „echter Gewalt“ wurde. Ich möchte diese Zeit und all die vielen Erfahren nicht missen und bereue absolut nichts davon.




Lady Sas: Das freut mich zu hören. Was mich noch interessiert: Ist es nicht ein großes Risiko, sich einem Unbekannten als Sklavin anzuvertrauen? Wie kann man das Risiko einschränken?
Mistress Emma: Komplett ohne Risiko geht es leider nicht. Ich habe, wie schon erwähnt, immer mit einem gemeinsamen Essen begonnen und es wusste immer jemand, in welchem Hotel ich bin. Während der Session habe ich mich niemals knebeln lassen, damit ich mich im Zweifelsfall im Hotel oder auch im Studio bemerkbar machen kann, falls doch einmal etwas aus dem Ruder laufen sollte. 


Lady Sas: Als Sklavin konnte man sich von Dir sexuell befriedigen lassen. Als Domina ist Sex nun tabu. Was meinst Du: Warum wollen Doms ihre Sklavinnen sexuell benutzen, Dominas ihre Sklaven aber eher nicht?
Mistress Emma: In dem Punkt kann ich nur für mich selbst sprechen und die Erklärung ist ganz simpel: Wenn man einen Penis hat, dringt man in den anderen ein und das ist in meinem Augen ein sehr männlicher und dominanter Akt. Als ich erstmals einen Strap-on trug, hätte ich das Ding am liebsten für immer anbehalten, weil es mir ein enormes Machtgefühl gab. Dieses Machtgefühl gebe ich meinen Sklaven nicht und diesen ganzen Männlichkeitskram mag ich ihnen auch gar nicht zumuten.


Lady Sas: Kommt es vor, dass Dich Frauen oder Paare buchen? Warum sind Frauen zurückhaltender, wenn es um käufliche Erotik geht?
Mistress Emma: Ja, vor allem Paare treffe ich sehr gerne! Die Tatsache, das einzelne Frauen von der käuflichen Erotik in der Regel Abstand nehmen, liegt für mich darin begründet, dass Frauen ihre Triebe wesentlich besser kontrollieren können. Dazu kommt noch, dass Frauen viel leichter einen Partner für Sex finden, als es umgekehrt bei Männern der Fall ist.


Lady Sas: Du bietest auch Langzeiterziehungen an. Was war die wohl längste bisher?
Mistress Emma: Das längste Treffen ging über 11 Tage, wobei es da natürlich nicht ausschließlich und durchgehend um SM ging, sondern wir auch auch außerhalb der Spielzeiten eine sehr schöne Zeit miteinander verbrachten. Meistens habe ich Treffen, die über zwei, drei Tage gehen.




Lady Sas: Das ist wirklich lange! Mir fällt auf, dass Du viel in der Welt herumreist. Wie kommt das? Und: Bist Du auch unterwegs als Herrin tätig?Mistress Emma: Ich liebe es, die Welt zu bereisen und habe das Glück, mir diesen Traum nun verwirklichen zu können. Herrin bin ich immer und natürlich sind internationale Buchungen sehr willkommen. Meinen Spielzeugkoffer habe ich immer dabei! (lacht)


Lady Sas: Erzähle uns, was Du gern in Deiner Freizeit machst.
Mistress Emma: In meiner Freizeit lese ich enorm viel, verbringe viel Zeit am Strand und genieße einfach das Leben und die Schönheit um mich herum.




Lady Sas: Letzte Frage: Wie sehen Deine Pläne für die Zukunft aus?Mistress Emma: Eine Weile will ich noch reisen, und wenn ich irgendwann beschließe, statt „Emma Gutversteckt“ nur noch „Emma“ zu sein, gehe ich komplett rüber nach Südamerika, kaufe mir ein Muli (das Fred heißen soll) und verkaufe mit ihm zusammen Gemüse.



Mehr Informationen zu Mistress Emma gibt es hier.



Donnerstag, 24. April 2014

BDSM auf höchstem Niveau: Interview mit Lady Josephine.

Lady Josephine fiel mir in der Sklavenzentrale auf. Sie ist eine der wenigen Damen, die BDSM auf höchstem Niveau praktizieren und mit denen man Werte wie Stil, Zuverlässigkeit und beste Umgangsformen verbindet. Die leidenschaftliche, attraktive Lederherrin und erfahrene Fetisch-Lady ist der Traum vieler Sklaven. Ein Gespräch über den Charme von Basel, Schulmädchen und Prostata-Drainage.





Lady Sas: Josephine, Du bist in Basel als Domina tätig. Ich war zweimal kurz in Basel, es gibt wunderschöne Häuser und Plätze dort. Was reizt Dich persönlich an der Stadt und wie ist Basel als Arbeitsumfeld für eine Domina?
Lady Josephine: Basel ist eine historisch sehr interessante Stadt im sonnigen Dreiländereck. Einen grossen Teil seines Charmes liegt sicher auch am Rhein, der sich durch die ganze Stadt schlängelt und durch seine Brücken die Ufer miteinander verbindet. Basel ist unverwechselbar weltoffen und innovativ. Für mich persönlich machen die vielen kleinen Geschäfte, die malerische Gässchen und die Basler Fasnacht einen grossen Teil der Anziehungskraft von Basel aus. Als Arbeitsumfeld fühle ich mich durch die Damen und Herren vom Sicherheitsdepartement ganz sicher aufgehoben. Ein Anruf genügt und ich bekomme Hilfe. Es gibt in Basel Dominastudios, denen es von aussen anzusehen sind und es gibt private, diskrete Studios in erlaubter Zone.   


Lady Sas: Gibt es in Basel auch eine SM-Szene mit Clubs und Treffpunkten?
Lady Josephine: Ja, es gibt einen Stammtisch und Dominastudios, von einem SM-Club habe ich in Basel noch nichts gehört. 


Lady Sas: Beschreibe uns bitte kurz, wie Du auf den BDSM-Bereich aufmerksam geworden bist. 
Lady Josephine: Einen schönen Tages bat mich mein Freund aus heiterem Himmel, ein Schulmädchen zu spielen, das per Anhalter an der Straße steht und von ihm mitgenommen wird. Das Schulmädchen hat jedoch nur eins im Sinn, nämlich ihn in dominant in seine Gewalt zu bringen, zu fesseln und sich an ihm zu vergehen. Im ersten Moment stutzte ich über diese Idee, aber dann hat es mir grossen Spass gemacht, die Zügel komplett in der Hand zu haben. Leider hat er sich etwas wenig gewehrt, warum nur? Also machte ich mir ein paar Zöpfe und zog mir weisse wollene Kniestrümpfe an, eine dominante Schuluniform und stellte mich an die Strasse, wo er mich aufpickte. Am Ende der Geschichte fand er sich wieder im Wald, gefesselt und benutzt. So fing es an mit einem Rollenspiel. Ganz harmlos... Und jetzt hat es mich völlig in seinen Bann gezogen, bizarre Fantasien zu spielen und zu erleben, mich in Leder und Latex zu hüllen, in Nylons und hohen Stiefeln in meine dominante Rolle zu schlüpfen. 



Lady Sas: Ist SM Deiner Erfahrung nach heutzutage noch immer ein Tabuthema? Manchmal hat man den Eindruck, das Thema würde die Öffentlichkeit nicht mehr schocken und die Gesellschaft hätte sich inzwischen daran gewöhnt. 
Lady Josephine: SM ist schon lange kein Tabuthema mehr. Meiner Meinung nach nimmt die gesellschaftliche Akzeptanz sadomasochistischer Sexualpraktiken zu. Es werden ja in unzähligen BDSM-Shops für jeden Fetisch und jedes Bedürfnis unzählige Artikel angeboten. Auch in der Film- und Fernsehindustrie ist BDSM schon lang unter uns. Es ist so, dass sich die eigene sexuelle Präferenz schon im jungen Erwachsenenalter bildet... 


Lady Sas: Im Rahmen des Keuschheitstrainings, das Du anbietest, gibt es auch die Möglichkeit der Prostata-Drainage. Um was handelt es sich dabei?
Lady Josephine: Die Prostata gilt als der "männliche G-Punkt". Durch gezielte Stimulation der Prostata und des Dammgewebes neben einigen anderen positiven Einflüssen auf die sexuelle Gesundheit sorgt eine regelmäßige Prostata-Drainage auch zu einer höheren Orgasmus-Schwelle und somit sehr ausdauerndem Sex. Das ist ein angenehmer Nebeneffekt!Man stellt sich das so vor, dass der Sklave während einer mehrtägigen- oder mehrwöchigen Keuschhaltung bei mir zu erscheinen hat und mittels Prostatamassage seinen Milchschaum dalassen muss.      


Lady Sas: "Milchschaum" – was für ein interessanter Begriff...! Hier meine nächste Frage: Welche Alltagstaugliche Keuschheitsvorrichtung empfiehlst Du Damen, die ihren Sklaven nur am Wochenende sehen und ihn unter der Woche verschlossen halten wollen? So wie ich.
Lady Josephine: Am Besten, man setzt dem Sklaven einen Microchip unter die Eichel, die mit einer unzerstörbaren Kamera ausgestattet ist. Nur so hat man die TOTALE KONTROLLE! (lacht) Kann mir so etwas jemand besorgen?                 


Lady Sas: Oh ja, sowas bräuchte ich auch! Sag mal, hast Du Sklaven, die dauerhaft verschlossen sind? Was war wohl die längste Keuschhaltung, die Du durchgeführt hast?
Lady Josephine: Die längste Keuschhaltung war 4 Wochen. 


Lady Sas: Vier Wochen – Respekt! Wie kommst Du auf neue Ideen für Sessions?
Lady Josephine: In erster Linie ziehe ich die Inspiration aus der Begegnung mit meinem Gegenüber. Die Art der Kontaktaufnahme, das Gespräch, die Augen und die Wortwahl des BDSM- und Fetisch-Liebhabers verraten enorm viel über seine erotische Energie und Fantasie.Ideen bekomme ich durch Bücher, regelmässige Internetrecherche und natürlich im Alltag. Zum Ausprobieren für neue gemeine Fesselungen muss mein Freund herhalten. Mein erstes Buch über BDSM  war übrigens die Geschichte der O., eine Illustration von Guido Crepax, die mich sehr beeindruckt hat.

 
Lady Sas: Interessant. Nun kommen wir auch schon zur letzten Frage: Ich habe die Erfahrung gemacht, dass man als reifere dominante Frau auch für deutlich jüngere Männer attraktiv ist. Kannst Du diese Beobachtung bestätigen? Und wenn ja: Wie erklärst Du Dir das? 
Lady Josephine: Ja, das kann ich nur bestätigen. Ein Phänomen, dem ich in meiner "Jugend" auch verfallen bin. Es gibt für eine Frau doch kein schöneres Kompliment. Ältere Frauen sind gelassener, toleranter, erfahrener und haben einen klaren Lebensentwurf im Kopf. Ihre grösste sexuelle Erlebnisfähigkeit erreichen Frauen in späteren Jahren. Je besser eine Frau ihren Körper kennt, umso freier geniesst sie.



Lady Sas: Ein schönes Schlusswort. Danke für das Gespräch!
Mehr Informationen zu Lady Josephine gibt es hier.


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Dienstag, 22. April 2014

Wie Frau an einen Putzsklaven kommt.

Liebe FemDoms,
Mein Sklave Toytoy bei der Arbeit.

heute möchte ich mich mit der Frage beschäftigen, wie Frau an einen Putzsklaven kommt. Diese Spezies ist unter uns sehr begehrt, da sie uns von diesem leidigen Putz-Thema weitgehend befreit.

Hier mein erster Tipp: Such' keinen Putzsklaven! 

Wie? Was? Aber genau das wollen wir doch!? Ja, aber meiner Erfahrung nach, ist die Suche nach einem Putzsklaven in der Tat die Suche nach der berühmten Stecknadel im Heuhaufen. Sicher: Es gibt vereinzelt echt veranlagte Putzsklaven, aber sie sind wirklich selten. 
Mehr Erfolg hast Du, wenn Du Dir erst einmal einen Sklaven suchst und ihn dann zu Deinem Putzsklaven erziehst.

Warum ist das so?
Weil 99% der Männer ebenso ungern putzen wie wir.
Wenn Du also nach einem Putzsklaven suchst, wirst Du kaum einen finden.
Wenn Du dagegen nach einem Sklaven suchst, bekommst Du schnell Bewerbungen. Denn hier springt das männliche Kopfkino mächtig an! 
Und da Männer gern mit dem Schw... denken, wirst Du unter zahlreichen Bewerbern den passenden aussuchen können. 
Als Jagdrevier empfehle ich zum Beispiel die einschlägigen Fetisch- und Erotik-Communities wie etwa den Joyclub oder die Sklavenzentrale.

So, fein. Nehmen wir also an, Du findest einen Sklaven, der Dir zusagt.
Wie kannst Du nun einen Putzsklaven aus ihm machen?

Mein Ansatz: Ich versuche, das Putzen zu "erotisieren". 

Was heißt das? Es ist der Versuch, das langweilige, mühsame Putzen in einen sexuell spannenden Kontext zu stellen. Zum Beispiel, indem ich meinem Sklaven etwas rektal einführe und ihn warne, es beim Putzen auf keinen Fall zu verlieren. Oder, indem ich ihm (Schuhfetischist) einen High Heel mit der Öffnung auf die Nase stülpe und ihn so die ganze Zeit beim Putzen den Duft der Herrin einatmen lasse. 

Das sind jetzt nur zwei Beispiele. Hier muss man kreativ sein und das Programm individuell auf den Sklaven abstimmen. Wenn er auf NS steht, könntest Du... ja, genau, warum nicht... 

Was auch gut funktioniert, sind enge Zeitfenster aufzustellen. Nicht: Du hast alle Zeit der Welt für das Wohnzimmer. Sondern: In 15 Minuten bin ich wieder hier. Und dann blitzt das Wohnzimmer, als wäre hier eine ganze Putzkolonne gewesen! Ständiger Zeitdruck ist enorm hilfreich und bringt beste Ergebnisse.

Ich fasse zusammen: Suche nicht nach einem Putzsklaven, sondern nach einem Sklaven, der Dich reizt. Erziehe ihn im zweiten Schritt zu einem Putzsklaven. Versuche dazu, das langweilige Putzen zu "erotisieren" und für ihn spannend zu machen. Dann klappt's auch mit dem "Putzsklaven". Und Du kannst schön die High Heels hochlegen.


Viel Erfolg!

Lady Sas

Montag, 14. April 2014

Mein zweites Buch ist da: Sklaventausch!

Liebe Lieben und Nicht-so-Lieben,

ich weiß, es hat lange gedauert. Aber jetzt ist es endlich da: mein zweites Buch.

Nach meinem ersten Buch wusste ich einige Monate nicht, was ich berichten sollte. Es ist einfach nichts besonders Aufregendes passiert. Aber nach einer ganz besonderen Nacht in Hamburg war es dann umso klarer.

Kurzbeschreibung von amazon.de:Lady Sas ist eine private SM-Herrin aus Frankfurt/Main. Nach ihrem ersten Buch „Plötzlich Domina“, in dem sie von ihren Anfängen berichtet, beschreibt sie in „Sklaventausch“ als erfahrene Herrin ein Spiel der ganz besonderen Art. 

In einem Hamburger Hotel tauscht sie mit der attraktiven, sadistischen Lady Judith ihren Sklaven Toytoy für eine Nacht gegen die junge Sklavin Lisa. Lady Sas lässt den Leser detailliert am Geschehen teilhaben und beschreibt anschaulich eine Nacht voller lesbischer Lust und Leidenschaft, Erniedrigung und Schmerz, Genuss und einer großen Überraschung. 


Diesen Wunsch habe ich gerne erfüllt.
Das E-Book ist jetzt auf amazon.de verfügbar (kostenlose Leseprobe). Hier klicken.

Die gedruckte Ausgabe inzwischen ebenfalls. Und zwar hier.

Wer mein erstes Buch gelesen hat, wird deutlich merken, wie sehr ich mich weiterentwickelt habe...

Ich wünsche Euch eine anregende Lektüre und freue mich über alle Posts, Tweets, Links und Hinweise auf "Sklaventausch" :)

Lady Sas


PS: Lieben Dank an alle Testleser. Ich hätte das Buch noch länger testen lassen können, aber dazu bin ich wohl einfach zu ungeduldig.

Sonntag, 13. April 2014

Neuigkeiten zum 19. 4. in Frankfurt/"Mein"

Nein, das ist kein Rechtschreibfehler – sondern eine Anspielung darauf, dass dieser BDSM-Event bei mir ganz privat zuhause stattfindet. Vor einigen Wochen hatten Lady Cornelitas und ich dazu eingeladen, sich für diese ganz besondere Session zu bewerben. Die vielen Reaktionen haben uns überaus gefreut, herzlichen Dank an dieser Stelle. 

Wir haben einen geeigneten Kandidaten gefunden. Leider war nur ein einziger Platz frei. Den anderen Platz hat Toytoy bekommen. Wer der Glückliche ist, verraten wir hier natürlich nicht, wir haben ihn aber schon benachrichtigt. 

Wer nun leider nicht ausgewählt worden ist, dem sei gesagt: Vielleicht klappt es ja beim nächsten Mal. Denn wir planen, uns regelmäßig im sehr kleinen Kreis zu vergnügen. Neuigkeiten dazu gibt es auf diesem Blog. 

Herzlich,
Lady Cornelitas und Lady Sas

Den Mutigen gehört die Welt: Interview mit Lady Mercedes.

"Den Mutigen gehört die Welt" dachten sich Lady Mercedes und Lady Marlon vor über einem Jahrzehnt und gründeten das Berliner Studio Avalon. Heute gilt das Avalon als eines der bedeutendsten Studios in Europa. Hier machen Top-Dominas aus der ganzen Welt Station. Doch wer mutig ist, gibt sich nicht so schnell zufrieden und stellt sich immer neuen Herausforderungen. So kam es, dass die beiden Ladys 2006 zusätzlich die Avalon Residenz eröffneten. Eine ehemalige Gewehrfabrik von 1854 mit großem Außenbereich, die heute als exzellent ausgestattetes BDSM-Traumland dient. Lady Mercedes verfügt also über einen einzigartigen Erfahrungsschatz. Nicht nur als Herrin, sondern auch als Unternehmerin und Visionärin. Schön, dass sie uns daran teilhaben lässt. Ein Gespräch über die Ausrichtung der Residenz, die Entwicklung der Branche, Nachwuchsherrinnen, besondere Momente und Zukunftspläne für ein "besonderes Köfferchen".


Lady Sas: Liebe Mercedes, zusammen mit Lady Marlon hast Du in Berlin nicht nur das Studio Avalon gegründet, sondern 2006 auch die Residenz Avalon. Beschreibe uns bitte kurz das Konzept der Residenz.  
Lady Mercedes: Unser Konzept entstand, als sich immer mehr Gäste mit dem Anliegen einer Langzeiterziehung an uns wendeten. Wir wollten einen Ort, der diesen Ansprüchen gerecht wird, dunkle Kellerräume, Verhörzimmer, Zellen, Dunkellöcher, versteckte Ecken und vor allen Dingen ein uneinsehbares Außenareal. Die Idee mit der Privatvermietung für externe Gäste kam erst viel später hinzu.


Lady Sas: Wenn man sich die umfangreichen Räumlichkeiten der Residenz Avalon ansieht, könnte man auf die Idee kommen, es ginge hier in Richtung OWK, Other World Kingdom. Ist dieser Vergleich zu weit hergeholt? Wofür soll die Residenz stehen? 
Lady Mercedes: Der Vergleich ist nicht zu weit hergeholt. Tatsächlich wurden wir durch OWK Reisen inspiriert. Lady Marlon war von Anfang an ein großer OWK Fan, und ich wurde es später auch. Wir haben dort gemeinsam zwei große Events miterlebt und haben uns für das Konzept sehr begeistert. Ein Gelände wie das OWK war uns dann doch eine Nummer zu groß, also schauten wir nach etwas Übersichtlicherem.
In der Residenz beherbergen wir  Menschen, die ihre Beziehung unter besonderen Vorzeichen leben. Vorwiegend sind unsere Gäste FemDom-orientiert, aber hin und wieder besuchen uns auch dominante Herren mit ihren Sklavinnen. Ihnen bieten wir den geeigneten Rahmen, um ihre Neigungen und Fantasien ausleben zu können. Dort stört es niemanden, wenn der Tag damit beginnt, dass eine Herrin lautstark Frühsport mit ihrem Sklaven macht, oder jemand den Morgen zunächst einmal mit einem Peitschenritual beginnt. Daneben betreuen wir unsere Langzeitzöglinge mit den Damen des Studios als Gardistinnen und veranstalten ca. drei bis fünf Events im Jahr, die unter einem bestimmten Motto stehen. Sehr beliebt ist zum Beispiel der Event „verschleppt und entführt“, der von Lady Marlon, mir und dem gesamten Avalon Team betreut wird. (Anmerkung von Lady Sas: Lady Marlon ist nicht mehr als Domina tätig, es können keine Termine mit ihr gebucht werden.)



Lady Sas: Bist Du zufrieden damit, wie sich die Residenz Avalon in den letzten Jahren entwickelt hat?
Lady Mercedes: Auf jeden Fall. Wir bekommen sehr viel internationalen Besuch, und  über die letzten Jahre haben sich einige wirklich sehr schöne Freundschaften über die Residenz entwickelt. Nicht nur, dass Marlon und ich bereichernde Bekanntschaften geschlossen haben, auch Gäste untereinander, die sich bei uns kennengelernt haben, verstehen sich so gut, dass sie jetzt ihre Aufenthalte miteinander verabreden und sich kleine Zirkel gebildet haben. Es haben sich sogar Paare in der Residenz gefunden und verliebt: Es gab ein Pärchen, da hat er ihr einen Heiratsantrag gemacht. Das ist wahrlich eine gute Bilanz.


Lady Sas: Gibt es Pläne für die Zukunft der Residenz?
Lady Mercedes: In der Vergangenheit haben wir in der Residenz einige große Partys gefeiert, davon verabschieden wir uns in Zukunft. Zu viele Kollateralschäden. In Zukunft wird es sicher hin und wieder ein Fotoshooting oder einen Filmdreh geben. Ansonsten wollen wir den Schwerpunkt klar im Bereich Individualität setzen. Das sind die Privatvermietungen, unsere Events und individuelle Betreuungen unserer Gäste. Die Residenz soll ein verschwiegener Platz für die Verwirklichung von Phantasien und die Erfüllung von Träumen sein.  
  

Lady Sas: Du kannst auf einen beeindruckenden Erfahrungsschatz im Studiobetrieb zurückblicken. Welche Entwicklungen und Tendenzen beobachtest Du? Wie hat sich die Branche verändert? 
Lady Mercedes: Gentlemen der alten Schule gibt es leider kaum mehr. Dafür ist andererseits BDSM gesellschaftsfähig geworden. Geh mal am Wochenende in einen Fetischladen. Da sind Pärchen in jedem Alter unterwegs und es wird nicht verschämt, sondern neugierig geschaut, was die anderen jetzt anprobieren. In  jedem  H&M bekommst Du heute irgendwas aus Leder oder Lack. Viele Gäste sind häufig nur noch kinky unterwegs. Im Studio ist alles viel technischer geworden. Früher reichte es, eine gute Ausstattung zu haben, heute leisten wir uns in unseren Studios Materialschlachten. Da muss es speziell dieses oder jenes Stromgerät sein, und diese Zwangsmaschine und dieses Vakuumbett und und und. Viele übersehen, dass der Mensch im Mittelpunkt steht und stehen muss.


Lady Sas: Ist es eigentlich schwerer als in der Vergangenheit, exzellentes Personal zu finden? Wie sind hier Deine Eindrücke?
Lady Mercedes: Leider ja. Es gibt wenige von uns, die ausschließlich als Domina agieren. Die meisten haben noch einen anderen Job. Wir arbeiten häufig mit jungen Studentinnen zusammen. Das ist leider ein Dilemma, weil wenig große Namen nachwachsen. Die jungen Frauen hätten teilweise das Charisma und das Know-how, eine ganz Große zu werden, sind aber durch ihr Studium und andere Verpflichtungen zu wenig fokussiert, um das zu erreichen. Da ist die Entscheidung schon im Vorfeld gefallen – für einen zeitweise interessanten Job als Domina, aber letztendlich hat die Priorität immer das Studium. Es gibt leider wenig Frauen, die sich ganz und gar für diesen Beruf entscheiden und dazu noch die besten Voraussetzungen mitbringen.


Lady Sas: Welche Voraussetzungen sollte man mitbringen, um im Studio Avalon als klassische Domina arbeiten zu können?
Lady Mercedes: Eine klassische Domina sollte Stil, Niveau, gutes Aussehen, eine sehr gute Allgemeinbildung, Empathie und Teamfähigkeit mitbringen. Außerdem setzen wir gute englische Sprachkenntnisse voraus.


Lady Sas: Worauf achtest Du bei einer Bewerberin besonders, die sich im Studio Avalon als klassische Domina vorstellt?
Lady Mercedes: Zunächst achte ich schon beim ersten Kontakt auf die Wortwahl in einer E-Mail oder beim Telefonieren auf die Sprache. Auch darauf, ob  sie sich adäquat ausdrücken und  wie sie mir ihre Beweggründe und ihr Interesse für den Beruf Domina plausibel machen kann. Ich möchte auch vorher ein Bild sehen, denn gutes Aussehen setze ich voraus. Ich achte sehr genau darauf, wann die Frage nach dem möglichen Verdienst gestellt wird. Wenn das eine der ersten Fragen ist, sind wir hier schon durch. Und natürlich, ob sie ein selbstsicheres Auftreten hat, ob sie mir in die Augen schauen kann und wie sie sich bewegt. Ich achte auf ihre Reaktionen beim Studiorundgang, wenn ich die Räume zeige. Später setze ich sie dann ganz gern noch zu den anderen Teammitgliedern. Dort gibt es immer was zu plaudern – und oft bekomme ich von meinem lieben Stammpersonal eine ganz gute Einschätzung über eine vielleicht zukünftige Kollegin.


Lady Sas: Gibt es für klassische Dominas eigentlich eine Altersgrenze?
Lady Mercedes: Nein, das glaube ich nicht. Es ist kein Geheimnis, dass ich auch schon älter bin, und ich habe nach wie vor gut zu tun und liebe meinen Beruf. Es wäre doch ein Jammer, diesen großartigen Erfahrungsschatz  nicht mit der Welt zu teilen. Wirkliche Souveränität  bekommt man erst in einem bestimmten Alter, und das ist etwas Wunderbares.


Lady Sas: Ich habe gehört, junge Dominas werden häufiger von Gästen nachgefragt als ältere. Ist an diesem Gerücht aus Deiner Sicht etwas dran?
Lady Mercedes: Ja, das sind oft die Gäste, die sehr kinky unterwegs sind. Aber die meisten echten SM´ler können mit einer sehr jungen Domina häufig nichts anfangen.


Lady Sas: Haben in Deiner Wahrnehmung Bestseller wie "Shades of Grey" irgendeinen Einfluss auf den Studiobetrieb gehabt?
Lady Mercedes: Nein. Ganz sicher nicht.


Lady Sas: Du kannst stolz auf das sein, was Du aufgebaut hast. Hast Du ein Erfolgsgeheimnis? Kannst Du jungen Damen einen Tipp geben, die ebenfalls von einem eigenen Studio träumen?
Lady Mercedes: Ich habe den Beruf gewählt, den ich immer wollte. Ich habe eine Partnerin gefunden, die auch meine Freundin ist, Lady Marlon, mit der ich eine Vision hatte. Wir haben uns immer gegenseitig motiviert. Unser Motto war immer „Den Mutigen gehört die Welt“.  
Von Anfang an haben wir hohe Ansprüche an unsere Arbeit gestellt. Wir wollten uns immer neu erfinden. Es gibt Regeln, nicht nur für Sklaven, sondern auch im Miteinander mit dem Team. Bei uns ist es da fast preußisch, da sind Marlon und ich uns sehr ähnlich. Was ich jeder Frau raten kann, die ein eigenes Studio eröffnen will: Wenn Ihr auf Wohnungssuche seid, sagt immer die Wahrheit über Eure Absichten, sucht Euch einen guten Steuerberater und umgebt Euch mit guten, loyalen Teamspielerinnen.
  

Lady Sas: Was treibt Dich an? Was motiviert Dich?
Lady Mercedes: Ich bin ein Gefühlsjunkie. Ich liebe es, mit meinen Gästen ganz besondere Momente zu erleben. Diesen einen besonderen Augenblick, den nur wir miteinander teilen.  Ich bin die Dirigentin eines ganz besonderen Orchesters. Und das liebe ich. Eine große  Motivation ist unser Team. Das sind auch wirklich alles sehr besondere Frauen, von denen kommt so viel unterschiedlicher Input. Etwas zu wagen, ein neues Konzept zu kreieren und zu sehen, was passiert, finde ich wahnsinnig spannend. Und natürlich sind unsere Gäste auch immer wieder Motivation – so viele spannende Geschichten...
  

Lady Sas: Hast Du eine Vision für die Zukunft?
Lady Mercedes: Ich würde gern ein bisschen mehr in Sachen Dominanz verreisen. Ich gastiere zweimal im Jahr in England, das gefällt mir sehr gut. Ich sehe mich mit meinem „besonderen Köfferchen“ in die interessanten Metropolen dieser Welt reisen, um dort ein bisschen zu arbeiten und dabei die Welt zu erkunden. Und ich mache es wie alle, ich schreibe ein Buch. Genug habe ich ja erlebt…


Lady Sas: Das klingt nach einem guten Plan. Dein Buch stelle ich gerne hier im Blog vor, wenn es erscheint. Danke, dass Du Dir die Zeit genommen hast.


Mehr Informationen gibt's auf der Seite von Lady Mercedes.

Hier der link zum Studio Avalon.

Und hier der link zur Avalon Residenz.