Sonntag, 29. März 2015

Interview mit Hera Delgado, Fetischfilm Regisseurin

Hero Delgado ist Deutschlands beste Fetischfilm-Regisseurin. Das kann ich ohne Weiteres so sagen, denn schließlich ist sie ja auch "die einzige" ;-) So steht es zumindest auf ihrer Website, die mir vor Kurzem aufgefallen ist. Hier erfährt man eine ganze Menge über die attraktive Berlinerin. Zum Beispiel, dass sie am 29. März Geburtstag hat. 29. März? Moment mal, das ist ja heute! Happy BDSM-Day, liebe Hera!


Man erfährt außerdem, dass Hera nach dem Gymnasium eine Ausbildung zur Finanzwirtin absolviert hat, später selbständig war und seit 2006 für das Label Eronite Movie Productions als Regisseurin und Produktionsleiterin tätig ist. Das Label wurde 2011 in zwei Sublabels aufgeteilt. EROdays (authentische Mainstream- und Hardcore Produktionen) und EROnight (BDSM- und Fetischfilme). 

Hera führt EROnight und hat hier ihre eigene Philosophie entwickelt: In ihren Filmen kommt es grundsätzlich nicht zum Geschlechtsverkehr. Außerdem arbeitet sie hier nur mit Darstellern, die SM auch privat leben, das alles also nicht spielen. Authentizität ist ihr sehr wichtig. Ihr Ziel: Die Filme sollen echten BDSM und echte Fetisch-Leidenschaft zeigen.

2012 und 2013 wurde sie für ihre Leistungen für den Venus-Award nominiert (Beste Regie 2012, Bester Produzent 2013). 

Man erfährt also eine ganze Menge. Aber noch längst nicht alles! Deshalb habe ich ihr einige Fragen gestellt, die sie – passend zu ihrem Filmhintergrund – in einem Video beantwortet hat. Eine tolle Idee, wie ich finde. Uuuuuuund Action! Mehr zu Hera Delgado gibt es auf ihrer Website.




Sonntag, 15. März 2015

Schikanös: Natascha Schikane

"In meinem Regiment hast Du Platz, wenn Du gehorsam dienen möchtest. Durch mich bekommst Du alles vermittelt, was es braucht, um ein ganzheitlich ausgebildeter Sklave zu sein. Ich liebe die Bizarrerotik im schikanösen Rahmen der klassischen Dominanz." heißt es auf der Website von Natascha Schikane. Die junge, resolute Dame führt das Studio Schikane in Hannover. Ein Gespräch über die BDSM-Szene in Hannover, Inspiration, lustvolle Sessions und besonders einprägsame Erlebnisse.


Lady SasLiebe Natascha, Du giltst als die jüngste Domina in Hannover. 
Wie kam es dazu, dass Du als Domina tätig bist?

Natascha Schikane: Erst mal vielen Dank für deine Interviewanfrage! Wie kam es dazu, dass aus mir eine klassisch Dominante wurde... 
Gute Frage , ich hatte schon immer die Fähigkeit, andere zu begeistern zu motivieren und auch zu manipulieren! Dann bin ich irgendwann durch Zufall auf einer SM-Party gelandet und habe da gleich so viele Kontakte geknüpft, dass ich fortan einen guten Kanal hatte, um meine frivolen Ideen in die Tat umzusetzen ... 


Lady SasIch habe gelesen, dass Du ausgebildete Psychotherapeutin bist. Kannst Du uns eine Vorstellung davon geben, welchen Nutzen das für Deine Arbeit im Studio bringt?
Natascha Schikane: Ich habe eine psychologische Ausbildung gemacht, das ist richtig, aber Psychotherapeutin bin ich nicht. Mal gucken, wo die Reise noch hingeht! Sicherlich bringt es Nutzen auch im Studio. Menschenkenntnis und Empathie reichen für eine gute Session oft nicht aus. Da ist es gut, wenn man den Gast da abholt, wo er ist und ihn auch auffängt mit seinen Bedürfnissen und nicht einfach ein Programm abspielt! 


Lady Sas: Als Herrin bist Du nicht berührbar. Ich nehme an, Deine bizarre Arbeit bereitet Dir auch so lustvolle Momente. Wie weit geht diese Lust bei Dir? Was fühlst Du, wenn eine Session so richtig gut läuft?
Natascha Schikane: Wenn eine Session richtig gut läuft, schwebe ich genau so wie der Gast auf Wolke sieben! Es ist wie eine Art Trance man ist glücklich und befriedigt und ausgeglichen. Neulich hatte ich ein Videodreh mit einem Stammgast der sich Boxbirne nennt. Mein Leibeigener, selbst Spanking-Liebhaber und schon zwanzig Jahre in der Szene, durfte filmen und kam aus dem Staunen nicht mehr raus. Er hatte großen Respekt vor dem Typen, der sich von mir mit Boxhandschuhen die Visage polieren lässt bis er k.o. geht. Da wir beide aber wie zwei Kinder ungehemmt dabei lachten, scherzten und feixten stellte auch der Sklave fest, dass es uns beiden wirklich Spaß macht und wie eine Art Workout ist. 


Lady SasWas hat es mit dem Namen „Schikane“ auf sich? Deutet das darauf hin, dass Du Sklaven gerne schikanierst? Welche Philosophie verbindet sich mit der „Schikane“?
Natascha Schikane: Ja, der Name ist natürlich bei mir Programm und Schikane polarisiert! Bei der Überlegung, mir ein Synonym anzulegen bin ich bei einer Recherche bei Wikipedia auf Schikane gekommen. Der Text dann umgeschrieben auf meine Eigenschaften hat gut gepasst und war mein erster Werbetext auf online Plattformen . 


Lady SasWas kannst Du uns über die BDSM-Szene in Hannover sagen?
Natascha Schikane: Also, die SM Szene in Hannover hat sich bis auf wenige Lichtblicke in ein ziemliches Ödland entwickelt... Die einzelnen Leute in meinem Dunstkreis sind aktiv und bemüht in einer florierenden Szene ihren Beitrag zu leisten, was allerdings schwer fällt da es in Hannover wenig Locations für SM und Partys gibt. Ansonsten halte ich mich aus dem ganzen Szene-Gossip eher raus , wer was wann mit wem macht interessiert mich eigentlich nicht. Ich kriege zwar viel mit, involviere mich aber nicht oder habe Konkurrenzgedanken. Jeder hat sein Spezialgebiet und ich denke es ist für alle genug vom Kuchen da. 


Lady SasShades of Grey ist ein aktueller Aufhänger für das Thema BDSM. Hast Du Dich damit beschäftigt? Was hältst Du davon?
Natascha Schikane: Ja, das Thema wurde natürlich schon kontrovers diskutiert. Ich habe mich das erste mal damit beschäftigt, als der erste Bestseller rauskam. Damals fragte ein Radiosender an, ob ich dazu ein Interview im Morgenmagazin geben möchte und wie meine Einschätzung dazu ist, ob ein absoluter Normalo 89 Peitschenhiebe einstecken kann. Das Interview war ziemlich witzig und der ganze Hype um Buch und Film macht das Ganze natürlich für die breite Masse zugänglich, klärt auf und enttabuisiert. Von daher finde ich es gut. Ich weiß, worum die Story handelt, identifiziere mich aber eher wenig damit. Die Realität ist dann doch etwas anders, weniger Hollywood und schillernd schön, dafür mehr Authentizität und greifbare Menschen ... 


Lady SasIch habe die Beobachtung gemacht, dass Sklaven ständig eine Steigerung brauchen, ständig neue Kicks, immer härter und härter. Kannst Du diese Beobachtung bestätigen und wenn ja: Wie gehst Du damit um, immer für neue Kicks sorgen zu müssen?
Natascha Schikane: Da kann ich dir nur beipflichten. Diese Erfahrung habe ich auch gemacht, ich habe keine Schwierigkeiten, jede Session geil und aufregend zu gestalten, das ist wie ein schöner Urlaub. Man kann aber auch das Rad nicht ständig neu erfinden und auch, wenn wir Grenzgänger sind, hat jeder eine Grenze, die irgendwann nicht überschritten werden kann oder am Limit ist, ähnlich wie beim Leistungssport. 


Lady SasWie kommst Du auf neue Ideen, was inspiriert Dich?
Natascha Schikane: Ich beziehe meine Inspiration im Alltag, meist habe ich mehr Ideen als Zeit, sie umzusetzen. Zu den Gästen sage ich häufig, wir können alles ausprobieren was nicht tabu ist, deiner und vor allem meiner Fantasie entspringt und was das Studio so hergibt. In dieser Mischung kann ich aus einem unendlichen Potential an schikanösen Möglichkeiten schöpfen.



Lady Sas: Gibt es eine Erziehung, die Dir besonders im Gedächtnis geblieben ist?
Natascha Schikane: Na klar, angefangen von meinem ersten Session-Wochenende, wo ich unter anderem Zuschauerin bei einem KV-Frühstück war. Das war schon harter Tobak und ein guter Einstieg, denn das, was danach kam, war eher soft... 
Ich erinnere mich an viele schöne und ausgelassene Stunden mit der Peitsche und an besonders intensive Fistingsessions, an meinen Fuß- und Auskitzelsklaven, meine TV-Schlampe Daisy oder die oben schon erwähnte Boxbirne.


Lady Sas: Wie sehen Deine Pläne für die Zukunft aus?
Natascha Schikane: Pläne habe ich so einige, angefangen natürlich damit, mich und mein Studio weiter zu etablieren. Außerdem habe ich auch immer viele schöne Projekte am laufen. Im Dezember ging es z.B. mit dem Gefolge, das sonst zum Bisklaven-Gang-Bang erscheinen darf, auf den Weihnachtsmarkt und danach ins Porno Kino...  Auch treffe ich mich öfter mal mit den Mädels aus dem Schikane-Team für Partys und Veranstaltungen und einmal im Jahr gibt es bei mir auch das Schikane Betriebsfest. Für den April suche ich noch einen Fußsklaven, der Lust hat, sich an meiner Seite fortzubilden und mich auf ein Fussreflexzonen-Seminar zu begleiten.


Lady Sas: Danke für die interessanten Einblicke.

Donnerstag, 12. März 2015

Die Fetisch Femme Fatale: Baroness Davina Dust

"Sie ist ein Model und sie sieht gut aus" ging mir durch den Kopf, als ich die Fotos sah, die Davina mir für dieses Interview zur Verfügung gestellt hat. Wow, das sind wirklich Aufnahmen, bei denen ein Sklave schon mal Schnappatmung bekommen kann – bzw. Fotos, bei denen ihm die Luft wegbleibt. Baroness Davina Dust ist aber nicht nur schön, sondern auch schön dominant. Und sehr sadistisch, wie sie im Interview verrät. Kurzum: Eine Herrin, der Mann einfach zu Füßen liegen muss. Aber lest selbst.


Lady Sas: Liebe Davina, fangen wir bei Deinem Namen an: Warum hast Du Dich von "Miss Davina Dust" in "Baroness Davina Dust" umbenannt? 
Baroness Davina Dust: Liebe Saskia, im Laufe der letzten zwei Jahre habe ich mich in meinem Wesen, meinen Meinungen und Ansichten, aber auch in meinen SM-Kenntnissen ziemlich weiterentwickelt. Während ich in meiner Anfangsphase wohl eher noch eine Dienstleisterin des Bizarren war, habe ich nun die Autorität, meine eigenen Vorlieben in meinen Sessions voll und ganz auszuleben und nur noch das zu tun, was ich wirklich mag. Und meine eigene Neigung geht eher in eine sehr sadistische, dominante Richtung. Ohne zu übertreiben bezeichne ich mich heute als Vollblut-Sadistin. Und zu solch einer passt der Titel „Baroness“ einfach besser. Der Name „Davina Dust“ bedeutet „lieblicher Dreck“ – eine kleine Anspielung auf meine beiden Seiten. Hierzu kann sich jetzt jeder seine eigenen Gedanken machen... (lächelt). 


Lady Sas: Du bist 2013 von Hamburg nach München gezogen. Wie gefällt es Dir und was sind die großen Unterschiede für Dich?
Baroness Davina Dust: Hamburg ist und bleibt die schönste Stadt Deutschlands, dicht gefolgt von München. Ich lebe zeitweise in beiden Städten und habe mich noch nicht entschieden, wo ich final wohnen möchte. Derzeit verbringe ich jedoch den größten Teil meiner Zeit in der Schweiz. Die BDSM-Szene in Hamburg ist offener als in München, das liegt natürlich auch an der Reeperbahn. Ansonsten haben die beiden Städte vielleicht sogar mehr Gemeinsamkeiten als Unterschieden. In beiden gibt es sehr elegante Viertel aber in beiden gibt es auch eine echte Untergrund-Szene. Von Hamburg weiß man das ja, von München überrascht es einen eher. Als positiv eingestellter Mensch findet man wohl an jedem Ort der Welt die schönen Plätze und die netten Menschen und vermeidet die hässlichen Plätze und die Idioten.



Lady Sas: Gibt es in München eine SM-Szene? 
Baroness Davina Dust: Ja, die gibt, nur leider etwas verdeckter als in Hamburg. Ich konnte schon ein wenig in die Münchner SM-Szene eindringen. Im privaten Bereich habe ich vor allem Freunde im Latex- und Bondagebereich gefunden. Erfreulicherweise habe ich hier einen der großen Bondage-Meister kennengelernt, der mir geholfen hat, meine Seil- und Knotenkenntnisse zu perfektionieren. Im professionellen Bereich kann ich sagen, dass es eine Menge schöner Studios überall in der Stadt verteilt gibt, sowie eine gigantische Auswahl unterwürfiger Sklaven.


Lady Sas: Wie verlief Dein Weg zum BDSM? Welche zentralen Entwicklungsschritte siehst Du rückblickend?
Baroness Davina Dust: BDSM war schon ein Teil von mir, noch bevor ich den Begriff wirklich kennengelernt habe. Als junge Göre – gerade mal volljährig – hatte ich eine Vorliebe dafür, Typen anzubaggern, aufzugeilen, mit ihnen nach Hause zufahren, sie dort zu fesseln, auszulachen und sie dann in diesem Zustand darben zu lassen. Es hat mich damals wahnsinnig angemacht, wenn die Kerle zu flehen begannen, mich anbettelten, ihre Fesseln zu lösen. Irgendwann habe ich sie dann natürlich freigelassen.

Später wurde mir klar, dass mehr bizarres Potential in mir steckt. Ich habe auf der einen Seite ein Ausbildung im Gesundheitsbereich gemacht (daher rühren meine medizinischen Kenntnisse, die ich im Laufe der Jahre perfektioniert habe), auf der anderen Seite habe ich viel gelesen. Nicht nur die Standardlektüre von Marquis de Sade, sondern allerlei Werke, die sich mit den Abgründen der menschlichen Psyche auseinandersetzen. Dabei wurde mir immer mehr klar, was mich wirklich reizt. Der körperliche Aspekt ist natürlich wichtig, Qualen zu bereiten ist herrlich, den Schmerz und die Demut in den feuchten Augen meines Opfers zu sehen. Aber noch wichtiger ist mir, tief in den Sklaven einzudringen. In seine Seele. Mich dort festzusetzen. Sein Gehirn zu ficken. Ihn vollkommen zu unterwerfen. Ach ja, was das „tief eindringen“ angeht: Auf Strap-Ons stehe ich auch...


Lady Sas: Du bietest gelegentlich auch Sessions zusammen mit einer zweiten dominanten Lady an. Was reizt Dich daran?
Baroness Davina Dust: Es gibt viele sehr interessante Kolleginnen, wie z.B. Johanna Weber, Lady Monica, Lady Pamela, Dschuna Divine (ich hoffe, ich habe jetzt keine vergessen). Es macht Spaß, wenn unterschiedliche Charaktere eine gemeinsame Session durchführen. Dabei passiert viel Überraschendes. Zudem gibt es einige Szenarien, die man so noch realistischer durchführen kann, Überwältigungen und Entführungen beispielsweise. Außerdem beobachte ich mit großer Faszination, wie meine Kolleginnen bei der Erziehung und Unterwerfung eines Sklaven vorgehen. Jede Lady hat ihren Stil.


Lady Sas: Vervollständige bitte den Satz: Das Wichtigste in einer Session ist...
Baroness Davina Dust: ...dass sich beide Partner vollkommen fallen lassen können, dass es für beide eine Erfüllung ist, dass die Phantasie zur Realität wird, dass man zwischen Spiel und Wirklichkeit nicht mehr unterscheiden kann und dass ich bekomme, was ich will (lächelt).


Lady Sas: Ich bin zufrieden, wenn…
Baroness Davina Dust: ... ich meine Ziel erreiche.


Lady Sas: Niemals würde ich…
Baroness Davina Dust: ... über meine festgesteckten Grenzen gehen, Schlachtspiele anbieten oder mit betrunkenen oder unter Drogeneinfluss stehenden Personen eine Session abhalten.


Lady Sas: Manchmal frage ich mich...
Baroness Davina Dust: ... wie die Welt wäre, wenn sie komplett von Frauen kontrolliert würde. Ich mag Gedankenspiele über eine Utopie, in der wir die Männer wie Vieh halten und sie nur zu unserer Bequemlichkeit und Belustigung dienen.


Lady Sas: Und hier die letzte Frage: Wie sehen Deine Pläne für die Zukunft aus?
Baroness Davina Dust: Ich werde mein dominantes Unwesen mit Sicherheit noch länger treiben. Derzeit spezialisiere ich mich auf längere Sessions – über mehrere Stunden, oder auch Tage. Ich liebe es, verzwickte Szenarien zu kreieren, in denen ich mein Opfer in eine ihm unbekannte Welt zwinge. Es ist ein Spiel, das so real ist, dass meinen Sklaven nicht mehr bewusst ist, dass es ein Spiel ist. Ich kann bei dieser Gelegenheit meine eigenen Phantasien voll und ganz ausleben, eintauchen in fremde Welten und mein eigenes Abenteuer leben. Außerdem werde ich demnächst verstärkt „Gehobenen Escort“ anbieten – natürlich auch rein dominant, versteht sich.


Lady Sas: Danke für das Interview.


Freitag, 6. März 2015

Gast-Artikel für den Joyclub: "Wie hat sich eine gute Sklavin zu verhalten?"

In meinem Gastartikel für joyclub.de beschäftige ich mich mit Shades of Grey und der Frage, wie sich devote Frauen dem Thema BDSM nähern können. 



„Mein Geschmack ist sehr speziell, das würdest Du nicht verstehen“, sagt Christian Grey (gespielt vom 32jährigen Jamie Dornan) geheimnisvoll im Kinotrailer. „Dann klär’ mich auf“, haucht darauf hin Studentin Anastasia Steele (gespielt von der 24jährigen Dakota Johnson). Wie wunderbar! Müssen neugierige Frauen einfach nur noch in den Film gehen, um endlich Bescheid zu wissen über Lustschmerz, verbotene Fesselspiele, harte Liebe und Hiebe? Leider nein, denn mit realem BDSM hat die Story wenig zu tun. Das ist kein Vorwurf. „50 Shades of Grey“ erzählt eine Liebesgeschichte, die mit SM-Elementen spielt. Wunderbar, das ist gute Unterhaltung – aber keine Lehrveranstaltung. Die Autorin E.L. James hatte keinen authentischen Einblick in das Thema und kann es daher nur oberflächlich wiedergeben. Man darf also nicht erwarten, dass man durch die Geschichte realistisch über BDSM „aufgeklärt“ wird, wie es sich Anastasia wünscht.

Das ist schade, denn das Buch wäre wohl kaum so ein Megaerfolg geworden, wenn es nicht sehr viele Frauen ansprechen würde. Der Wunsch nach einem starken, dominanten Mann, der weiß was er will und Frau zeigt, wo’s lang geht, ist in vielen Frauenherzen deutlich ausgeprägt. Glück für mich, dass eine starke Herrin hier und da ebenfalls gefragt ist.

Die Probleme, die dem BDSM-Spaß im Wege stehen, sind oft ähnlich. In meinem Buch „So wirst Du eine gute Sklavin“ nehme ich die Leserin an die Hand, gehe auf die wichtigsten Punkte ein und gebe Tipps. Hier einige Beispiele.


So kommst Du in Deine Rolle

Ich habe Frauen kennengelernt, die im Beruf eher dominant sind (sein müssen), sich aber im Bett gerne devot verhalten. Gerade solchen Frauen fällt es oft schwer, sich zu unterwerfen und fallen zu lassen.
Mein Tipp: Wenn Du Dich als Sklavin unterwirfst, solltest Du Dir klar machen, dass es nur eine Rolle ist, in die Du für eine bestimmte Zeit schlüpfst. Das wird Dir helfen, Dich hinzugeben. Besprich im Vorfeld mit Deiner Herrschaft, dass es eine Rolle ist, in die Du schlüpfst, Du aber nach dem Spiel wieder auf Augenhöhe sein willst.

Erschaffe eine Kunstfigur, ein zweites Ich. Gib Dir einen Namen für Deine Rolle als Sklavin. Zum Beispiel „Sklavin 23“. Oder „Sklavin J.“. Überlege Dir, welche Eigenschaften diese Kunstfigur haben soll. Wie verhält sie sich? Für was steht sie? Hat sie bestimmte Phantasien und Vorlieben? Wie spricht sie? Hat sie ein Vorbild? Das Arbeiten mit dieser Rolle hilft Dir dabei, die SM-Welt von der „richtigen“ Welt zu trennen und leichter in Deine Rolle zu finden.
           
Ein Beispiel: Claudia würde sich niemals vor ihren Mann hinknien und ihn anbetteln, seinen Schwanz lutschen zu dürfen, dazu ist sie einfach zu stolz. Aber für Sklavin C., das versaute, kleine Luder, ist genau das ein echter Kick. Verstehst Du den Unterschied?

So kommunizierst Du als Sklavin

Sorry, Mädels, schlechte Nachrichten: Als Sklavin hat man den Mund zu halten. Du sprichst nur, wenn Du etwas gefragt wirst. Eine Sklavin wird geduzt, ein Herr gesiezt. „Du, Herr, darf ich Dir einen blasen?“ klingt nun mal etwas befremdlich. Diesen Unterschied macht man, um die unterschiedlichen Positionen klar herauszustellen. Aber wenn die Sklavin dann doch mal etwas sagen darf, dann hat sie die Chance, ihrem Dom mit Verbalerotik kräftig einzuheizen. Das Tolle an der Rolle einer Sklavin ist ja auch, dass man Schamgefühle völlig über Bord werfen kann. Männer reagieren auf eine direkte Wortwahl. „Lass uns Liebe machen, mein Herr“ wird sie wohl kaum anmachen. „Bitte ficken Sie mich kräftig durch, Herr!“ dagegen schon. Das Wort „ficken“ kommt manchen Novizinnen erst nach einer gewissen Zeit locker über die Lippen. Übung macht den Meister bzw. die Sklavin.

Dein Outfit als Sklavin

Frauen, die gerne mal vor ihrem vollen Kleiderschrank stehen und rufen „Oh weh! Ich hab’ ja gar nichts anzuziehen!“ können aufatmen. Als Sklavin bist Du nämlich nackt. Abgesehen von Hand- und Fußmanschetten, an denen Du fixiert werden kannst. Sehr reizvoll wirken halterlose Strümpfe und High-Heels. Bei den Schuhen werden unglaubliche Fehler gemacht. Nein, liebe Damen, High-Heels sind keine Schuhe mit Miniabsätzchen, sondern Schuhe mit 10-Zentimeter-Stilettos. Mindestens. Block-Absätze sind bequem, aber nicht sexy. Ja, die Wahrheit tut manchmal mehr weh als jeder Gertenhieb. Also: Wenn Du Deinem Herrn gefallen willst, dann besorgst Du Dir High-Heels und lernst, darin zu laufen. Einige Tipps zum Lauftraining habe ich in meinem Buch zusammengefasst.

Muss ich eigentlich erwähnen, dass Sklavinnen im Intimbereich rasiert sind? Ja, ich muss das wohl erwähnen. Wichtig ist es, zu verstehen, dass sich eine Sklavin ihrem Herrn schenkt. Sie richtet sich nach ihm. Nach seinen Wünschen und nach seinen Vorlieben. Ich schätze, 95 Prozent aller Männer stehen auf rasierte Venushügel. Also, tu’ Deinem Herrn den Gefallen und zieh’ auch in dieser Hinsicht blank.

Die Positionen einer Sklavin

Angst entsteht aus Unwissen. Zum Beispiel dem Unwissen, was man denn nun tun soll, wenn der Herr zur Türe hereinkommt. Wohin mit den Händen? Soll man den Herrn ansehen oder soll man züchtig zu Boden blicken? Fragen über Fragen.

Die Sklavinnen-Grundhaltung: Du kniest auf dem Boden. Dein Gesicht ist der Tür zugewandt, durch die Dein Herr/Deine Herrin eintreten wird. Deine Beine sind leicht gespreizt, so dass Deine Pussy dem Blick preisgegeben ist.

Schamgefühl? Ist hier völlig fehl am Platz. Dein Oberkörper ist aufrecht und gerade. Deine Hände ruhen auf deinen Oberschenkeln. Und zwar mit den Handinnenflächen nach oben. Dein Kopf ist gerade und aufrecht, aber dein Blick ist devot gesenkt. Du darfst Deinen Herrn/Deine Herrin nur in die Augen sehen, wenn er/sie es erlaubt bzw. Dir den Befehl dazu gibt.

Keine in Stein gemeißelten Regeln

Von Top zu Top gibt es Unterschiede. Zum Beispiel gibt es auch die Variante, bei der Du die Hände hinter dem Rücken hast. Oder die Variante, bei der Du die Herrschaft ansehen darfst. Ich empfehle, diese Fragen vor einer Session zu klären. Im Übrigen gibt es beim BDSM keine Regeln, die irgendwo in Stein gemeißelt sind und universelle Gültigkeit haben. Jeder kann sich seine eigenen Regeln machen. Aber: Es gibt Normen, die sich in der Praxis durchgesetzt haben. Am Anfang ist es erstens sinnvoll, diese Normen zu kennen, um eine Vorstellung zu bekommen. Und zweitens, sich in aller Ruhe und mit aller Vorsicht einen erfahrenen Dom zu suchen, dem man sich anvertrauen will. Du musst nicht wissen, wie man eine Sklavin fesselt oder wie man eine Gerte führt. Das muss Dein Dom wissen. Umso wichtiger ist es, einen erfahrenen Herrn zu finden, der Wert auf Sicherheit beim Spielen legt. Wer weiß, vielleicht findest Du ihn ja hier im Joyclub. Ich wünsche Dir viel Spaß beim Suchen, Versuchen und Verführen.

Neugierig geworden?

Der Ratgeber „So wirst Du einen gute Sklavin“ von Lady Sas ist für € 3,46 als eBook auf amazon erschienen. Hier geht's zum Buch mit kostenloser Leseprobe.



In meinem Blog habe ich den ursprünglich geschriebenen Text dargestellt.