Sonntag, 31. Januar 2016

Leser fragen, Lady Sas antwortet

Liebe Leserinnen und Leser,

ich stelle hier die Fragen – eigentlich ;-)
Zur Abwechslung aber lasse ich mir auch gerne mal von meinen Leserinnen und Leser Fragen stellen. Ich werde die interessantesten aussuchen und daraus ein Interview erstellen.

Also: Wenn Du eine Frage oder mehrere Fragen an mich hast, sende sie mir gern per Mail zu: madamesaskia@web.de

Das Interview erscheint auf meinem Femdom-Blog.

Herzlich,
Lady Sas

PS: Nicht vergessen, bald ist Valentinstag.


Freitag, 29. Januar 2016

Sadomaso – jeder fühlt es anders

Gestern erhielt ich eine E-Mail von einem Sklaven. Er habe meine Bücher "Plötzlich Domina" und "Sklaventraining" gelesen, schrieb er mir. Dann stellte er seine Situation und Entwicklung als Sklave dar, weil das wichtig sei um seine Ausführungen zu den Büchern verstehen zu können.
Nun ja, diese Hintergründe gehören zumindest nicht in diesen Blog-Post, sind aber auch nicht notwenig, um seine Haltung verstehen zu können. Ich nenne keinen Namen, der Sklave soll natürlich anonym bleiben, Ehrensache. Einen kurzen Auszug aus der Mail gebe ich aber wider. 


Er schreibt:
"Vieles davon deckt sich mit meinen eigenen Erfahrungen, anderes dagegen trifft überhaupt nicht zu.
Das Hauptproblem all dieser Bücher scheint mir zu sein, dass sie immer aus der Sicht des dominanten Parts verfasst werden. Deswegen wird alles, was der Sklave / die Sklavin tun muss, als demütigend und erniedrigend dargestellt. Das ist schon vom Ansatz her grundfalsch!

Kein körperlich und geistig gesunder Mann wird sich über längere Zeit demütigen und erniedrigen lassen. Wenn er das tut, was seine Herrin von ihm verlangt, dann tut er das, weil er es selbst will, weil es ihn stolz macht, seiner Herrin zu dienen. Er fühlt sich keinesfalls gedemütigt, sondern ganz im Gegenteil als wichtig und bedeutend und es macht ihn glücklich, seiner Herrin zu Willen zu sein!"

Amüsant, das muss ich schon sagen. 
Meine Meinung ist: Es gibt keine starren So-muss-das-sein-Regeln bei Sadomaso-Spielen. Es gibt kein Gesetzbuch, das sagt: Du musst SM oder D/S so leben und so fühlen, wie es hier drin steht. Jeder kann tun und lassen, was er möchte – solange der andere zustimmt und solange man Tabus einhält, klar. Der eine Sklave fühlt sich von einer Ohrfeige erniedrigt und liebt dieses Gefühl, der andere fühlt sich nicht erniedrigt, sondern ist stolz, wieder ein anderer interpretiert es vielleicht noch einmal anders. Das ist völlig in Ordnung so.


Sadomaso: Jedem seine Sicht.


Mir persönlich gefällt es nun mal meinen Sklaven zu erniedrigen, es kickt mich einfach. Als Autorin schreibe ich das dann so auf, wie ich es empfinde. Ich lebe als Femdom, also schreibe ich auch aus meiner Perspektive und nicht aus der des Sklaven, das ist ja wohl nachvollziehbar. Lesen kann ich gut, Gedanken lesen allerdings nicht. 
Es ist mein Ansatz. Und wem dieser Ansatz nicht passt, dem empfehle ich, meine Bücher eben nicht zu lesen. Wir leben in einem freien Land, niemand wird zu etwas gezwungen. 

"Kein körperlich und geistig gesunder Mann wird sich über längere Zeit demütigen und erniedrigen lassen."
Das bestreite ich ganz entschieden. Viele Männer lieben es, in die Rolle eines Sklaven zu schlüpfen und genau dieses Gefühl auszukosten. Gern auch über Jahre oder Jahrzehnte. Die sind allesamt körperlich und geistig gesund. Sie lieben eben dieses Rollenspiel. So what. Der eine spielt in einer Theatergruppe, der andere spielt eben mit seiner Herrin. Beides ist in Ordnung und nicht krank. 

So. Jedem seine Meinung. Das ist meine. Und ich habe nicht vor, sie zu korrigieren. 

Die dargestellte Sicht in meinem Buch "Sklaventraining" erhebt nicht den Anspruch, ein Gesetzbuch zu sein. Das habe ich immer wieder betont. Es ist vielmehr eine Hilfe für Sklaven, die noch nicht sicher in ihrer Rolle sind oder gerade erst anfangen. Gerade für Anfänger ist es hilfreich, die wesentlichen Dinge zu erfahren, die zumindest in SM-Studios so angewendet werden. Jeder kann mit der Zeit seinen ganz eigenen SM-Stil entwickeln. Aber am Anfang braucht man eben etwas Hilfe. Dafür ist dieses Buch da. Ende der Durchsage.  

Mit freundlichen Grüßen,
Lady Sas 

Donnerstag, 21. Januar 2016

Domina Lady Patricia aus Trier: "BDSM ist etwas Besonderes"

Lady Patricia, Studio Atelier Avantgarde 
Lady Patricia führt das Studio Atelier Avantgarde in Trier. Es ist ihr eigens Studio, in dem sie sich nun völlig ausleben kann – was vorher in München nicht immer möglich war. Die Blondine bringt ihre Sklaven nicht nur mit ihrem attraktiven Äußeren um den Verstand, sondern auch mit raffinierten, abwechslungsreichen Phantasien. Dabei versteht sie es, sich in ihre Gäste hineinzudenken und sich individuell auf sie einzustellen. Ganz gleich, ob es sich um einen Anfänger, Fetischisten oder extremen Masochisten handelt. Ein ausführliches Gespräch über die SM-Branche, Keuschhaltung, das Berufsbild "Domina", einprägsame Sessions und vieles mehr.



Lady Sas: Liebe Patricia, Du beschreibst Dich als "die Domina in Trier". Wie fing das alles an?

Lady Patricia: Als ich mich vor 6 Jahren dazu entschieden habe nach Trier zu gehen hatte ich schon 5 Jahre in München als Domina gearbeitet. Die meisten Frauen aus unserem Bereich hatten vor ihrer Tätigkeit als professionelle Domina Kontakt mit der privaten SM Szene oder anderweitige Erfahrungen gemacht. Ich nicht. Ich bin damals über eine Anzeige in der Zeitung gestolpert in der stand: „Suche Domina auch ungelernt“ – dadurch erhielt plötzlich etwas ganz Neues Einzug in mein Leben. Es war ein langer Prozess diese Welt kennenzulernen – manches schockierte mich am Anfang brachte Zweifel auf und dennoch war die Faszination größer, mehr und mehr darüber zu erlernen und es selbst umzusetzen.


Lady Patricia: volle Entfaltungsfreiheit im eigenen Studio


Meine Liebe zu BDSM wurde endgültig geweckt als ich meinen ersten Probanden ganz alleine hatte. Ich merkte, wie wichtig es ist, denjenigen vorher neutral zu sehen, Tabus und Vorlieben zu besprechen. Das gab mir das Gefühl, alles was ich tue möchte er auch – ich kann ihn in seiner Phantasie weiterbringen, mit ihm gemeinsam  für eine bestimmte Zeit ausbrechen aus der sogenannten NORM. Ich merkte, wie ich mich weiterentwickelte und genoss immer mehr das Dominieren einer Person, die mir für eine bestimmte Zeit hörig war.
In München hatte ich all die Jahre noch einen festen Job nebenher und hatte somit einen sehr guten Kontrast zum Studio. Irgendwann musste ich dann aber auch feststellen, dass dieser Bereich auch unschöne Seiten mit sich bringt – für einen Kunden meistens so nie zu sehen. Ich arbeitete in mehreren Studios auch außerhalb von München und war traurig mitzuerleben, wie manche Frauen sich ins Negative entwickelten – von Einzelheiten bleibe ich hier fern.

Das negative im Hintergrund beeinflusste auch meine lockere Art des Arbeitens und ich war es irgendwann leid, mich diesem weiter auszusetzen.
Mit dem Weg nach Trier kam auch die Entscheidung ein eigenes Studio zu errichten – ein Studio, in dem ich mich so entfalten kann wie ich es möchte – wo mein Duft sich durch jeden Raum bewegt. Dieser Schritt war nicht leicht, da ich alles was ich mir an Kunden im Raum München aufgebaut hatte plötzlich hinter mir lassen musste, denn ich wusste die Entfernung ist einfach zu groß. Dennoch habe ich es geschafft und ich bin froh darum – denn ich arbeite heute allein nach meinen Richtlinien – nehme mir für jemanden Zeit so viel wie ich möchte – kann auch gewisse Kunden ablehnen, wenn ich das Gefühl habe dass es nicht passt usw.

So schön kann streng sein: Herrin Patricia, Trier

Lady Sas: Was reizt Dich am BDSM?
Lady Patricia: In der ersten Frage habe ich ja schon einiges dazu beantwortet. BDSM ist  ein wichtiger Teil meines Lebens geworden es verkörpert für mich Offenheit, jegliche Freiheit von sexuellen Wünschen unter dem Vorbehalt des BDSM Codes / SSC. Jedes Spiel ist eine neue Herausforderung für mich und lässt mich kreativ werden in meinem Handeln und Tun. Ich liebe es das Gefühl zu haben, mich tänzelnd auf einem dünnen Seil zu bewegen aber durch Erfahrung, Feinfühligkeit und dominanter Kontrolle jemanden die Angst zu nehmen, Vertrauen zu schenken und in meinem Gegenüber den Ehrgeiz zu wecken, mir zu folgen bis wir auf der anderen Seite angelangt sind. Ich liebe, es jemanden leiden zu lassen, die Qualen in seinen Augen zu sehen und zu spüren, dass er bereit ist, diese Qualen für mich auszuhalten.

BDSM ist etwas Besonderes, auch wenn es gesellschaftlich leider immer noch zu oft falsch interpretiert und als „krank“, „pervers“ etc. definiert wird, was mich immer wieder sehr ärgert. Denn Dominanz und Sadismus gab es schon immer und wird es immer geben – nur leider ist diese Form von Macht die wirkliche schwarze Seite. Wir alle hingegen sind Liebhaber einer höheren Form der Sexualität, bei der Vertrauen und Respekt die Grundlage bilden. Und wie der Marquis De Sade schon sagte: "Nicht im Genuss besteht das Glück, sondern im Zerbrechen der Schranken, die man gegen das Verlangen errichtet hat".


Lady Sas: Gibt es in Trier eine BDSM-Szene?
Lady Patricia: Eine BDSM Szene in Trier gibt es bestimmt. Ich kann dir jedoch hierzu nichts sagen, da ich mich in dieser nicht bewege.


Lady Sas: Welche Eigenschaften sollte eine gute Domina mitbringen?
Lady Patricia: Diese Frage ist schwierig zu beantworten denn jeder Frau ist es selbst überlassen, wie sie ihre Art der Dominanz sieht und umsetzt. Ich persönlich finde, dass die Menschlichkeit nie verloren gehen sollte denn jede dominate Frau hatte auch eine weiche Seite. Eine Domina sollte sich bei allen was sie tut treu bleiben und immer nach besten Gewissen handeln.

Lady Patricia: Der Phantasie immer neue Türen öffnen.


Lady Sas: Was inspiriert Dich, wie kommst Du auf neue Ideen für Sessions?
Lady Patricia: Es sind die spontanen Momente aus denen ich meine Ideen ziehe.
Ich halte an nichts fest – keine Session ist wie die andere – genauso wie jeder Gast nicht wie der andere ist. Ich liebe es, während der Session viel zu reden. Damit bekomme ich eine besondere Kontrolle über das Spiel, eröffne mir und meiner Phantasie immer wieder neue Türen. Habe ich mal wieder eine neue Fesselung entdeckt,  so ist diese manchmal ein paar Stunden später schon wieder vergessen, denn beim nächsten Gast ist das Spiel wieder ein ganz anderes, die Phantasie eine ganz andere und andere Ideen stehen im Vordergrund. Ich traue mir auch zu zu behaupten, dass manche Frauen das Spiel einfach beherrschen und andere haben diese Begabung weniger.

War vor Trier in München tätig: Lady Patricia

Lady Sas: Du bietest auch Keuschhaltung an. Kannst Du einen KG empfehlen, wenn eine Lady ein wirklich ausbruchsicheres Modell sucht?
Lady Patricia: Eine Thema was bei sehr vielen Männern eine große Phantasie ist. Die Vorstellung ganztägig, wochen- und monatelang für die Herrin eingesperrt zu sein – das Größte überhaupt. Doch seien wir doch mal ehrlich: wie viele halten es  denn wirklich aus? Die meisten vergessen bei dem Gedanken, dass es ja  auch noch einen Alltag gibt. Familie, Frau, Freunde, Arbeit. Nach einem kleinen Hinweis rudern dann auch viele schon wieder zurück. Wenn jemand für mich keusch bleiben will, dann soll dies bewusst, aus tiefster Hingabe, vollster Überzeugung und bedingungslos erfolgen - ohne nerviges Gejammer.
Fürs Studio reicht ein CBT 6000 völlig aus. Wenn ein KG länger getragen werden soll so sind andere Modelle besser. Ich persönliche finde die Modelle von „Chastity Steel“ super, bei denen Hygiene, Verträglichkeit und Ausbruchsicherheit gegeben sind.


Lady Sas: Ist Dir eine Session in Erinnerung geblieben, die besonders skuril war?
Lady Patricia: Da gibt es mehrere. Eine negative Erinnerung hat für mich ein Vorfall bei dem sich ein Gast mit einer Vorliebe für Scheinschlachtung angemeldet hat. (Eine Spielart die ich im Prinzip gerne umsetze - zumindest in einem bestimmten Rahmen). Der Anfang war schon etwas komisch und kurz bevor es losgehen sollte packte er einen Messergürtel aus, welchen ich benutzen sollte – kein Problem dachte ich zuerst…. Als ich jedoch bemerkte, dass die Messer sowie die Schürze noch mit altem Blut verschmiert waren legte ich das erste Veto ein. 
Als er dann noch seinen Laptop auspackte, auf dem er nebenbei Bilder laufen lassen wollte, stoppte die Session bevor sie überhaupt richtig angefangen hatte. Auf den Bildern waren geschächtete Tiere zu sehen wie sie ausbluten  und über jedem dieser  war das Gesicht einer anderen Domina zu sehen. Das war im Ganzen viel zu viel und mit meiner Phantasie und dem, was ich bereit war verbal zu geben überhaupt nicht mehr kompatibel und außerdem VIEL zu scary.


Lady Sas: Du bist eine erfahrene Lady. Wie beurteilst Du die Nachfrage nach einem SM-Studio in den letzten Jahren?  Wird die Nachfrage höher, nimmt sie ab, bleibt sie gleich?
Lady Patricia: Ich denke schon, dass sich einiges geändert hat aber dies ist nur meine persönliche Ansicht. Wenn man als Domina noch viel unterwegs ist und somit Kontakt und Einblick in andere Studiogegebenheiten hat, kann man diese Frage vielleicht besser beantworten. Dennoch bin ich der Meinung das die Nachfrage nach größeren Studios mit ständig wechselndem Personal in den letzten Jahren nachgelassen hat. Die Subs und Fetischisten konzentrieren sich wieder mehr auf  konstante Dinge, lassen sich weniger von den Reizen ständig neuer Frauen beeinflussen. Ebenso ist der Reiz  nach immer größeren  Studios zurückgegangen. Ich fand diese Zeit war besonders stark geprägt im Zeitraum von 2007 – 2012. Man muss aber auch dazu sagen, dass es für die Studios nicht leichter wird – eine gewisse Größe muss eben auch finanziert werden, was durchaus großen Druck erzeugen kann.

Ich finde die Nachfrage nach SM und Dominas ist meiner Meinung nach immer noch die gleiche. Nur hat sich das drumherum geändert.
Ich bin überzeugt davon: Ist man sich als Domina treu – ist man gut in dem, was man tut, dann wird man immer seine Kunden haben.
Ich habe sehr viele gute Dominas  kennengelernt. Jede besonders und andersartig auf ihre Art und Weise. Genau diese Frauen werden auch immer ausreichend Gäste haben. Viele andere kommen mit super Hochglanzbildern und denken in kurzer Zeit das große Geld in diesem Bereich machen zu können und nach 1-2 Jahren wird es meistens  wieder ganz ruhig um sie.
Einige Studios haben in der Vergangenheit vielleicht zu viel auf Gastdominas gesetzt. Gleichzeit hat das eigene feste und eingespielte Team meistens darunter gelitten.

Ich durfte zum Glück einmal erfahren, dass es auch in diesem Bereich möglich ist ein Team zu bilden, bei dem es keinen Neid gibt sondern jeder für den anderen da ist. Wo gemeinsam in Session gespielt wurde ohne, dass man gleich gefordert hat – denn jeder wusste an einem anderen Tag erfahre ich die gleiche Unterstützung. Ich persönlich finde, das Studio ist eine Sache – aber die Frauen, die darin arbeiten, sind am Ende das Ausschlaggebende.

Blonde Schönheit: Lady Patricia

Lady Patricia: Ein gewisser Ehrgeiz ist wichtig.


Lady Sas: Was rätst Du Frauen, die sich überlegen, als Domina zu arbeiten? Ist das ein Beruf mit Zukunft und Erfüllung? 
Lady Patricia: Für mich war dieser Beruf schon immer sehr gefüllt mit individueller  Kreativität und Abwechslung.  Eine wirkliche Leidenschaft die sich immer mehr entwickelt und gefestigt hat.

Ich kann für niemanden die berufliche Erfüllung aussprechen denn jeder sieht, empfindet und betrachtet diese anders. Ich berate gerne einmal – nur muss ich dann auch einen gewissen Ehrgeiz beim Gegenüber sehen - und da scheitert es bei vielen. Viele stellen sich das sehr einfach vor – mal ein bisschen peitschen und fesseln und der Rest ergibt sich schon. Nein.
Ich habe diesen Beruf damals noch richtig gelernt, bin ausgebildet worden, habe mich wissbegierig damit beschäftigt, Kurse besucht immer wieder Fesselungen etc. ausprobiert, mich mit dem Equipment des Studios beschäftigt und vertraut gemacht, wenn ich Leerlauf hatte, um es dann später entsprechend kompetent einsetzen zu können. Auch heute lerne ich immer noch dazu! Wenn man ins Studio geht, sich nur hinsetzt und wartet, dass etwas passiert, wird man in diesem Beruf nicht überleben.

Neben dem „technischen“ Know-how gehören ebenso Einfühlungsvermögen, Intuition, Eloquenz, Intelligenz, Menschenkenntnis, medizinisch-anatomische und psychologische Kenntnisse zum Handwerkszeug einer guten Domina. Man muss in der Lage sein, in die Phantasie des anderen eintauchen zu können, ihn zu packen und mitzureißen. Dabei darf man nicht vergessen, dass JEDER Gast anders ist und andere Phantasien ihn bewegen. Die Psyche und auch die eigene innere Festigkeit spielt eine große Rolle um auf Dauer nicht an diesem Beruf zu zerbrechen. Das ist meist ein Prozess der über viele Monate gehen sollte, bis man zu dem Entschluss kommt, ob man diesen Beruf tatsächlich ausüben kann und möchte oder nicht. Ob man dem wirklich gewachsen ist. Man steht ja nicht morgens auf und überlegt sich mal, Domina zu werden. Meistens spürt man seine dominante Ader ja bereits recht früh oder wurde durch bestimmte Erlebnisse geprägt, die diese Ader nach und nach ausbilden.

Manchmal hat man auch bereits Erfahrung im privaten Bereich gesammelt und denkt sich: Wenn das zu Hause so gut klappt, warum damit nicht auch etwas Geld verdienen? Ich kann dazu ganz klar sagen , dass der private und der kommerzielle Bereich sehr unterschiedlich zu betrachten sind. Den Partner kennt man bereits über einen langen Zeitraum, weiß was ihm gefällt und was nicht usw. – Im kommerziellen Bereich trifft man jeden Tag auf andere Menschen, weiß nicht aus welcher Situation sie gerade kommen, hatten Sie Stress, sind sie gehetzt, haben sie Sorgen, die sie beschäftigen usw. Dennoch muss man sich innerhalb von Minuten auf den Gast einstellen können und ein Gefühl für ihn bekommen, wie es ihm gerade geht um ihn dann auf die passende Weise für eine kurze Weile aus seinem Alltag entführen zu können. Wer das versteht und beherzigt, der hat die Chance auch langfristig in diesem Beruf erfolgreich zu sein.

 
Erfahrene Herrin: Lady Patricia
Lady Sas: Wie sehen Deine Pläne für die Zukunft aus?
Lady Patricia: Werden noch nicht verraten ;-)

Ansonsten möchte ich mein Studio einfach nur mit demselben hohen Anspruch an Qualität, Sauberkeit und Kompetenz weiterführen, wie ich es seit dem ersten Tag getan habe. ;-)


Lady Sas: Vielen Dank für das Interview.


Mehr über Lady Patricia erfährst du auf Ihrer Website: Lady Patricia.



Dienstag, 19. Januar 2016

Madame Michaela aus Wien: Erkenntnisse aus 30 Jahren BDSM

Madame Michaela, Wien
Madame Michaela bietet niveauvolle Dominanz in Wien. Und das schon seit mehr als 30 Jahren. Die attraktive Lady mit der selbstbewussten Aura hat viel erlebt und verfügt über große Erfahrung. Inzwischen gibt sie ihr Wissen im Rahmen eines Dominacollege weiter. Ich freue mich sehr, dass Madame Michaela nun auch etwas von ihren Erfahrungen an meine Leserinnen und Leser weitergibt. Hier das Interview: 


Lady Sas: Liebe Madame Michaela, bitte schildere uns Deinen Weg in den bizarren Bereich.
Madame Michaela: Nach dem nicht abgeschlossenen Jurastudium, begann ich mich immer mehr für BDSM zu interessieren und suchte den Kontakt zu Menschen, die das ausleben. Von Anfang an war mir klar, dass ich selbst nur auf der dominanten Seite zu finden bin. Ich praktiziere und lebe das nun seit mehr als 30 Jahren und habe keine Sekunde bereut, diesen Weg gegangen zu sein.

Lady Sas: Was fasziniert Dich an BDSM?
Madame Michaela: Das Spiel mit der Macht über einen Menschen, das Vertrauen, das einem entgegen gebracht wird, fasziniert mich sehr. Dieses Spiel hat nichts mit Grausamkeit zu tun, im Gegenteil, es ist eine ganz besondere Art Liebe und Verständnis zu geben und zu empfangen.


Lady Sas: Du verfügst über langjährige Erfahrung. Beobachtest Du in den letzten Jahren bestimmte Veränderungen?
Madame Michaela: Natürlich hat sich vieles verändert. Zu meinen Anfangszeiten war es oft nicht so leicht für mich, da es früher weitaus mehr reine Schmerzerotiker gab. Nach 2 Jahren musste ich 3 Jahre pausieren, weil ich es nicht ertragen konnte, dass die meisten bis aufs Blut gequält werden wollten. Danach war alles anders. Heute ist es oft mehr das Szenario, das Rollenspiel und das Sich-fallen-lassen, das die Sklaven fasziniert. Ich persönlich, liebe ja das Spiel "die böse Tante" besonders, weil ich dabei meinem Temperament nachgeben kann. Auch Bondage ist ein wunderschönes Spiel, weil der Andere einem total ausgeliefert ist. Heutzutage sind die Spiele viel facettenreicher und ästhetischer!

 

Madame Michaela aus Wien: Unterricht am Dominacollege


Lady Sas: Kannst Du uns etwas über die SM- und Fetisch-Szene in Wien erzählen?
Madame Michaela: Es gibt ein paar gute Locations in Wien, wie zum Beispiel das Smartcafe, wo sich Gleichgesinnte treffen und austauschen können. Auch sonst gibt es einige Events und Locations, die man durchaus empfehlen kann. Auch Workshops für diverse Praktiken werden immer wieder angeboten. 

Lady Sas: Du bietest ein Dominacollege an und bildest Herinnen aus. Wie bist Du auf die Idee dazu gekommen?
Madame Michaela: Auf diese Idee bin nicht ich, sondern meine Schülerinnen gekommen, die mich danach gefragt haben. Ich finde es sehr wichtig, dass man anderen die Möglichkeit gibt, BDSM auszuleben, aber es muss auch vieles erlernt werden. Es gibt Praktiken, die wirklich gefährlich werden können, wenn man nicht weiß, wie man es richtig macht. Außerden bin ich im Gegensatz zu vielen meiner Kolleginnen der Ansicht, dass es immer Nachwuchs geben muss, der aber richtig eingeschult werden muss. Eine Peitsche zu schwingen ist nicht genug, man sollte nämlich unbedingt wissen WIE man sie richtig schwingt, um unschöne, ungewollte Spuren zu vermeiden. Oder Bondage ist ein gefährliches Terrain, auf das man sich nur begeben sollte, wenn man es kann, denn ohne Kenntnisse kann man sehr schnell jemanden ernstlich in Gefahr bringen. 

Ich hatte schon Damen, die geglaubt haben, sie sind Meisterinnen auf diesem Gebiet, aber in Wirklichkeit waren sie nur Meisterinnen im Knöpfe machen, die dann nicht mehr schnell genug aufgingen. Nicht auszudenken, was passieren kann, wenn jemand plötzlich eine Panikattacke bekommt! Außerdem ist es der oberste Grundsatz sich Zeit zu nehmen und zuzuhören, denn jeder Mensch ist anders und braucht es anders.  Aber trotzdem gibt es etwas, was man nicht lernen kann, nämlich die richtige Ausstrahlung. Dominanz kann man nicht spielen und nicht lernen, das hat man oder hat man nicht. Durch meine Erfahrung kann ich das sofort feststellen, und wer wirklich nichts davon an sich hat, sondern nur glaubt, damit schnelles Geld zu verdienen, dem rate ich grundsätzlich davon ab. 
Madame Michaela spielt gern die "böse Tante".


Lady Sas: Was sind typische Anfängerfehler von Femdoms?
Madame Michaela: Fehler Nummer 1 ist leider, dass sie nachdem sie bei zwei oder drei Sessions dabei waren, glauben, dass sie schon alles können und wissen, ist leider nicht so! Ich weiss nach über 30 Jahren noch nicht alles und werde noch immer oft überrascht von neuen Fetischen. Es genügt nicht, sich selbst unerbittlich oder gar unübertrefflich zu nennen, die Sklaven wissen sofort, wer erfahren  ist und wem sie sich anvertrauen können oder nicht.

Ein tolles Outfit  macht noch lange keine Domina! Wer sich, wie ich schon oben erwähnt habe, keine Zeit nimmt und nicht zuhört, der wird nicht weit kommen, denn Sensibilität ist gefragt, nicht hinhauen.Ein grosser Fehler ist auch, schon am Telefon barsch zu reden und gleich beim Empfang herablassend und hochmütig zu sein. Das wird zwar manchmal gewünscht, aber man wird ohnehin darüber im Vorhinein informiert. Ansonsten empfiehlt es sich eher, sich natürlich zu geben und das Vorgespräch zu suchen. 
Last but not least der Generalfehler, nämlich die totale Unberührbarkeit, denn man muss auch Nähe zeigen und geben. 


Lady Sas: Gibt es einen heißen Tipp, den Du Anfängerinnen mit auf den Weg geben möchtest?
Madame Michaela: Mach niemals das, was Dir in Wirklichkeit zuwider ist und glaube nie, dass Du schon alles weißt, denn das ist unmöglich. Mit Preisen, die ins Unermessliche gehen, beweisen wir nur Gier und Dummheit, nicht Freude am Spiel. Die ist aber das Wichtigste, kein Gast möchte das Gefühl haben, dass er nur der Goldesel ist, natürlich gibt es auch da Ausnahmen, aber mir sind solche fast nie untergekommen ;-) 

Woran erkennt man eine gute Domina?


Lady Sas: Woran erkennt man als Gast eine gute Domina?
Madame Michaela: Eine Domina, die sich Zeit nimmt für den Gast und auch manches hinterfrägt, wird immer besser beim Gast ankommen als eine, die glaubt, es wird nur nach ihren Vorstellungen gespielt. Denn eines muss uns als Profi klar sein, in Wirklichkeit sind eigentlich wir die Sklavinnen der Gäste, denn wir verwirklichen ihre Wünsche und Phantasien, wofür wir auch genügend Geld nehmen. 
SM-Ausbilderin: Madame Michaela


Lady Sas: Du bist schon viele Jahre dabei. Was treibt Dich an?
Madame Michaela: Auch wenn man älter ist, gibt es das passende Spiel. Viele Gäste schätzen eine erfahrene Domina, die weiß, was sie tut. Würde ich jetzt aufhören, wären meine vielen Stammgäste, manche besuchen mich schon seit meinen Anfängen, traurig und ich wäre sehr unausgeglichen! 


Lady Sas: Wie sehen Deine Pläne für die Zukunft aus?
Madame Michaela: Ich werde mein Studio so lange weiterführen, wie es geht und hoffe noch viele Talente zu entdecken, deren Weg ich unterstützend begleiten kann.

Lady Sas: Sehr schön, herzlichen Dank für das Interview und weiterhin alles Gute.


Mehr Informationen zu Madame Michaela findest du hier:

Freitag, 15. Januar 2016

Bizarrlady? Domina? Sexarbeiterin? Wieviele Rollen kann man spielen?

Ziemlich erstaunt war ich, als ich von einem Sklaven erfuhr, dass es eine junge Dame im Gewerbe gibt, die offenbar gleich in mehrere Rollen schlüpfen kann. Zum einen bietet sie Männern zärtlich bis wilden Sex an. Zum anderen bezeichnet sie sich aber auch als Bizarrlady und erzieht Sklaven in der Rolle einer Herrin. Diese Flexibilität und große Bandbreite hat mich überrascht. 

Bizarrlady vs. Domina vs. Sexarbeiterin

Vielleicht liegt das auch daran, dass ich beim Thema weibliche Dominanz noch an die Dominas der alten Schule denke, die unberührbar waren. Mein Eindruck ist, dass diese konsequente Haltung immer mehr aufgeweicht wird. Bizarrladys sind auf dem Vormarsch. 

Das muss nicht unbedingt eine negative Entwicklung sein. Schließlich geht es am Ende doch darum, dass eine dominante Frau das auslebt, was sie selbst möchte. Und wenn die neue Generation von dominanten Frauen nun gerne körperliche Nähe zulässt, weil das Spaß bringt, dann ist das völlig in Ordnung. Man muss dieses Verhalten ja nicht für sich selbst annehmen (ich jedenfalls möchte es nicht).

Das Leben ist ein Rollenspiel.

Wenn ich so darüber nachdenke, schlüpfen wir alle ständig in Rollen. Die Rolle der Mutter, die Rolle der Köchin, die Rolle der Gärtnerin, die Rolle der besten Freundin, die Rolle der Angestellten, die Rolle der Wählerin, die Rolle der besorgten Bürgerin, die Rolle der Ehefrau, die Rolle der Bitch im Bett, die Rolle der Verbraucherin und so weiter. Wir haben keinerlei Probleme damit, zwischen diesen Rollen schnell hin und her zu wechseln. Also: Offenbar ist doch nichts dabei, wenn sich eine Dame sowohl in der Rolle als Sexarbeiterin auslebt und auch gerne in die Rolle der Herrin schlüpft. Alles ist möglich.

Also, ich hoffe, Du hast Dich gerade in Deiner Rolle als Leserin bzw. Leser wohl gefühlt ;-)

Herzlich,
Lady Sas 





Montag, 4. Januar 2016

Sklave Toytoy: gute Vorsätze für 2016

Versprechen kann man viel. Oft ist es nur heiße Luft. Besser, man schreibt seine guten Vorsätze für 2016 auf. Mein Sklave Toytoy hat auf meinen Wunsch hin seine drei wichtigsten Vorsätze für das neue Jahr formuliert. Nur drei, denn wenn es mehr sind, wird es schnell unübersichtlich.

Ich finde es schön verbindlich, wenn seine Vorsätze bei mir im Blog stehen. Ich werde ab und zu darauf zurück kommen, denke ich. Meine eigenen guten Vorsätze? Ich möchte mich weiterentwickeln und noch tiefer in das Abenteuer BDSM eintauchen. 

Gute Vorsätze von Sklave Toytoy für 2016.

"Punkt 1. Ich werde dankbarer für meine Erziehung sein und mir keine Kritik mehr erlauben. Meine Ansichten sich nicht wichtig. Nur Lady Sas weiß, was mich als Sklaven wirklich weiter bringt.

Punkt 2. Ich akzeptiere, dass ich kein Recht auf einen Orgasmus habe. Ich werden jede Entscheidung von Lady Sas, die meine Keuschhaltung betreffen, ohne Murren akzeptieren. 

Punkt 3. Ich werden Lady Judith in jeder Situation 100%ig als Herrin respektieren. Ihre Provokationen sind Tests, ob ich meine Lektion gelernt habe. Ich bin dankbar für diese Tests (auch, wenn sie ungerecht sein sollten) und zeige durch ein einwandfreies Verhalten, dass ich mit solchen Tests umgehen kann. 

Habt Ihr auch gute Vorsätze, die BDSM betreffen? Ich bin gespannt.

Auf ein gutes Neues!
Lady Sas