Sonntag, 29. Januar 2017

Barbara von Stahl: Peitsche und Zuckerbrot

Barbara von Stahl
In der Nähe von Waiblingen in Baden-Württemberg bei Stuttgart residiert Barbara von Stahl. Sie führt das SM-Studio sowie die Klinik "Edelschmerz" und verfügt über große Erfahrung in Sachen Sklavenerziehung und BDSM. Im Interview gewährt uns die attraktive, stilvolle Herrin einen Einblick in ihre Welt.

Interview mit Barbara von Stahl


Lady Sas: Liebe Barbara, Du führst das SM-Studio "Edelschmerz". Wie kam es dazu?
Barbara von Stahl:
Das war ein langer Weg bis hierhin. Man steht ja nicht eines Morgens auf und beschließt Domina zu werden und ein SM-Studio zu eröffnen – zumindest bei mir war das nicht so. Eine dominante Veranlagung muss jedoch angeboren sein, das lässt sich nicht erlernen.


Bereits als Kind habe ich meinen Spielkameraden klar gemacht wohin es geht und was gespielt wird. Später, als jung Frau, habe ich meinen Faible für extravagante Lederkleidung entwickelt, Overknee-Stiefel, High-Heels, Nylons usw. Zu diesem Zeitpunkt war ich natürlich noch Lichtjahre davon entfernt eine Domina zu sein. Das ergab sich erst im Lauf der Jahre, in denen ich mich selbst und die Charaktere anderer Mitmenschen kennengelernt habe. 

Angefangen hat damals das Ganze, indem ich meine Kontakte über kleine Chiffre-Anzeigen im Wochenblatt geknüpft habe. Mit ein paar Lederfesseln, einigen Seilen und einer Gerte habe ich meine ersten Delinquenten bei mir im Wohnzimmer empfangen, sie an die Füße meiner Vitrine gefesselt und die Sessions  mit sehr, sehr viel Phantasie gestaltet – und die war bei der bescheidene Ausstattung auch unbedingt  erforderlich. Ich habe heute noch Stamm-Sklaven die regelmäßig zu mir kommen, die diese Anfangszeit mit mir miterlebt haben. Wir lächeln uns dann  immer wissend an, wenn das Gespräch darauf kommt. 

Obwohl ich mein Equipment kontinuierlich vergrößert habe, stößt man im Wohnzimmer natürlich irgendwann an sein Grenzen. Da ich ein sehr selbständiger und dominanter (grins) Mensch bin und meine eigenen Ideen verwirklichen wollte, war es für mich keine Option, als Gastdomina in ein einem bestehenden Studio zu arbeiten. Daher habe ich mit allen Konsequenzen darum gekämpft mein eigenes Reich zu erschaffen. Mein Studio Edelschmerz ist mein „Baby“ das ich hege und pflege und worauf ich sehr stolz bin.

Barbara von Stahl über ihr Studio "Edelschmerz"


Lady Sas: Wie kamst Du auf den Studio-Namen "Edelschmerz"?  Steht hinter dem Namen "Barbara von Stahl" eine Philosophie?
Barbara von Stahl:
Edelschmerz steht auf der Verpackung drauf und genau das ist auch in der Tüte drin! Das Wort besteht ja aus zwei Begriffen: Edel und Schmerz. Edel, erhaben, elegant – das ist mein Credo sowohl als Domina als auch als private Frau. Ich liebe edle Kleidung, edles Ambiente, pflege meinen edlen Körper und würde behaupten, einen edlen Charakter zu besitzen. Unter dem Wort „Schmerz“ ist nicht nur körperlicher Schmerz zu verstehen; oftmals sind es doch die seelischen Schmerzen, die uns nachhaltig in Erinnerung bleiben. Hier ein Beispiel: Mein Delinquent ist mir ausgeliefert, ich schüre seine Geilheit bis fast zum Unerträglichen und dann ….. lasse ich ihn zappeln und warten! Das ist perfider und psychischer Schmerz ganz nach meinem Geschmack. Ebenso lustvoll empfinde ich es aber auch jemanden körperliche Schmerzen zuzufügen. Als Sadistin bedeutet das für mich purer Spaß am Quälen; wobei es mir nicht darum geht stupide drauflos zu schlagen, sondern die Schmerzen gezielt und leidenschaftlich zu verabreichen.

Hinter dem Namen „Barbara von Stahl“ steckt ebenfalls die Affinität zu Edelschmerz:  „Barbara“ ist mein tatsächlicher Vorname – der seht dafür, dass ich echt bin, also kein Fake, „von“ ist adelig, edel, gesellschaftsfähig im gehobenen Rahmen (manchmal ist die adelige, höhere Gesellschaft auch ganz schön schräg und durchtrieben … hihi), „Stahl“: Edelstahl, glänzend, kraftvoll, unerschütterlich.
Barbara von Stahl


Lady Sas: Dein Motto heißt "Zuckerbrot und Peitsche" – was verstehst Du darunter?
Barbara von Stahl:
Eigentlich müsste es heißen „Peitsche und Zuckerbrot“ - oder erst die Arbeit, dann das Vergnügen. Bei mir wird gefordert und belohnt. Meine Delinquenten müssen die Aufgaben korrekt erfüllen, die sie von mir, im Rahmen ihrer persönlichen Vorlieben, erhalten und ich stelle ihnen in Aussicht, dass sie bei zufriedenstellender Ausführung auch kleine, geile Belohnungen erhalten. Das spornt unglaublich an und mobilisiert die Kräfte meiner Subs über sich hinauszuwachsen. Also im Grunde genau das gleiche Spiel wie es in jedem Job der Fall ist, wo ein(e) Chef(in) die Mitarbeiter anweist, motiviert und möglicherweise mit einer Gehaltserhöhung winkt.

Barabara von Stahl über den Reiz des BDSM


Lady Sas: Was macht für Dich den Reiz von BDSM aus?
Barbara von Stahl:
Tja – wie kann ich Dir diese Frage am besten beantworten? Es ist das Gleiche wie wenn Du mich fragen würdest, wieso schmecken Dir Meeresfrüchte so gut. Ich empfinde BDSM als etwas Interessantes, Spannendes, Phantasievolles. Es  macht mir Freude die Führungsposition einzunehmen und mit Menschen umzugehen, die ebenfalls dieses bizarre Spiel lieben. Es sind ganz einfach meinen Neigungen, die ich glücklicherweise in meinem Beruf als Domina ausleben kann.


Lady Sas: Du bezeichnest Dich selbst als "reife, dominante Persönlichkeit". Wird eine Domina mit dem Alter besser? Oder sind es doch die jungen Frauen, die bei den meisten Sklaven am gefragtesten sind?
Barbara von Stahl:
Eine „wahre“ Domina zu sein setzt für mich nun mal eine gewisse Reife voraus; eine Frau, die zu einer Persönlichkeit herangereift ist, die selber schon „Federn hat lassen müssen“ aber die die Kraft hatte, sich aus Tiefschlägen wieder aufzurappeln, das Krönchen gerade zu rücken und zielstrebig weiter zu machen. Domina, oder wie es übersetzt heißt „Herrin des Hauses“, ist kein junges Püppchen, sondern eine Frau die es versteht ihre Untergebenen anzuweisen – charmant, geradlinig, selbstsicher. 

Meine Delinquenten kommen explizit aus dem Grund zu mir, weil sie diese reife, erwachsene Frau suchen, die Erfahrung hat und genau weiß was sie tut. Sie vertrauen sich mir an, weil ich ein Frau bin die schon vieles erlebt hat, die zuhören kann, die verständnisvoll ist und die die Größe hat sich auch mal selber zurück zu nehmen, ohne künstlich aufgesetztes Domina-Gehabe. Aber letzten Endes hat ja jeder BDSM-Interessierte selbst die Wahl, in in wessen Hände er sich begeben möchte und wer seine Phantasie beflügelt. Es wäre ja ganz schrecklich, wenn alle nur das Gleiche bevorzugen oder ablehnen würden.

Barbara von Stahl

Lady Sas: Manche Dominas sehen einen Trend weg von der klassischen Abstrafung mit Schmerzen hin zum bizarren Erlebnis ohne Schmerzen. Wie sind Deine Beobachtungen?
Barbara von Stahl:
Ich würde sagen, dass das eine das andere ja nicht ausschließt. Um als Domina erfolgreich zu sein gehört ein breit gefächertes Repertoire einfach dazu; sei es im schwarzen Studio, in der Klinik oder im Fetisch-Bereich.
Früher waren Dominas die klassischen „Stiefelfrauen“, die nur körperliche Schmerzen verabreicht haben. Möglicherweise ist der Gedanke dahinter im Mittelalter fundiert, wo man sich aus religiösen Gründen einer Flagellation unterworfen oder selbst gegeißelt hat, um sich wegen irgendwelcher Vergehen selber zu bestrafen. Wer ausschließlich diesen „Service“ anbietet wird mit Sicherheit nur ein sehr spezielles Publikum ansprechen. 

Es kommt doch nur auf die perfide Phantasie der Domina an, wie sie ein schmerzfreies, bizarres Erlebnis zelebriert: z.B. stelle ich mir den Sklaven in Latex verpackt vor, fixiert, angeschlossen an eine unerbittliche Melkmaschine …. das setzt bestimmt dessen Kopfkino ganz schön in Gang.
Natürlich bieten auch Bordelle bizarre Erlebnisse an, aber mit einer Session in einem SM-Studio hat das aus meiner Sicht nichts zu tun. Meiner Meinung nach ist das dann der klassische Bordell-Service garniert mit Stiefeln (wenn überhaupt), Peitsche und Fesseln. Aber wem das ausreicht …. warum nicht?

Barbara von Stahl über Sklaven


Lady Sas: Fragst Du Dich manchmal, warum ein Sklave diese Neigung hat und die Unterwerfung sucht? Hast Du für Dich eine Antwort gefunden, warum Sklaven sind wie sie sind?
Barbara von Stahl:
Oftmals erzählen mir meine Delinquenten im Vorgespräch, warum sie die Neigung haben und was der Auslöser dafür war. Das ist sehr interessant für mich, weil ich dadurch mehr über die Beweggründe meines Gegenübers erfahre und mich somit in seine Gedanken hineinversetzen und die Session entsprechend gestalten kann. Eine allgemein gültige Antwort wieso Sklaven so sind wie sie sind habe nicht gefunden. Jeder ist ein Individuum mit seinen ganz eigenen Gedanken und Erwartungen und das ist auch gut so – das macht die Sache spannend und abwechslungsreich.

Barbara von Stahl

Lady Sas: Wie kommst Du auf Ideen für Sessions? Was inspiriert Dich?
Barbara von Stahl:
In erster Linie würde ich sagen, dass mich meine Delinquenten sehr inspirieren. Ich höre ihnen aufmerksam zu, wenn sie mir von ihren Phantasien erzählen. Das ist eine tolle Basis für mich, worauf ich meine perfiden Schnörkel setzen kann – da fängt dann mein Rädchen begeistert an zu arbeiten. Außerdem erfreue mich am Anblick meiner schönen SM Spielsachen immer wieder auf's Neue, lasse sie auf mich wirken und überlege, was sich damit noch alles anstellen lässt. Natürlich bietet auch das Internet viele Möglichkeiten der Inspiration. Zudem besuche ich gerne Fetisch- / SM-Messen, weil man dort neue SM-Toys, Geräte usw. sieht, in die Hand nehmen und ihre Wertigkeit erfühlen kann. An den Ständen erhält man tolle Beratung, Infos …. na und wenn das dann nicht die Phantasie der Herrin beflügelt, dann hätte ich den falschen Beruf.

Barbara von Stahl über Schlagen ohne Spuren


Lady Sas: Hast Du einen Tipp, wie bzw. wo man einen Sklaven schlagen kann ohne dass er Spuren davon trägt? Ich denke zum Beispiel an Bastonade.
Barbara von Stahl:
Den Wunsch höre ich öfters: Flagellation aber ohne Spuren. Bastonade ist natürlich eine Möglichkeit, aber einerseits sind Schläge auf die Fußsohlen extrem schmerzhaft und andererseits läßt sich eine Flag-Session nicht ausschließlich auf Bastonade aufbauen. Aus meiner Sicht ist eine Flag-Session ohne Spuren keine Flag-Session, sondern eine Tätschel-Session. Das ist genauso wie Rindergulasch ohne Rindfleisch. Trotzdem muss man natürlich auf die Tabus der Subs eingehen und wenn die nun mal keine Spuren wollen, dann zügle ich mich halt und tätschle sie mit den diversen Peitschen. Echten Spaß macht mir das aber nicht.

Barbara von Stahl

Lady Sas: Gibt es Dinge in der Branche, die Du kritisch siehst und über die Du Dich ärgerst?
Barbara von Stahl:
Kritisch sehe ich, dass teilweise Behandlungen in Studios angeboten werden ohne das fundierte Kenntnisse vorhanden sind  bzw. das manches leichtfertig gehandhabt wird, nur um des Geldes willen. Aber jeder muss selber seine Haut zu Markte tragen und mit sich ausmachen, was er verantworten kann und was nicht. Ich selber mag für niemanden eine Wertung abgeben – das sind nur Informationen die ich, leider gar nicht so selten, von meinen Delinquenten erhalte.

Ärgerlich ist für mir Respektlosigkeit, z.B. wenn Termine ausgemacht, jedoch ohne Absage einfach nicht eingehalten werden. Aber es gibt nun mal in jedem Job Ärgernisse und Probleme und dann ist man halt gefordert, diese in den Griff zu bekommen; z.B. indem man sich von respektlosen Menschen distanziert und Lösungen bzw. Kompromisse für bestehende Probleme findet. Dass das nicht so ganz einfach funktioniert, ist klar, aber wer es „einfach will“ ist als Domina sowieso in der falschen Rolle.


Lady Sas: Was war Dein schönstes Erlebnis im Studio?
Barbara von Stahl:
Es gab schon so viele besondere Erlebnisse im Studio und ich kann keine Bewertung für das schönste abgeben. Aber mir fällt etwas ein, das mich sehr berührt hat: Es war eine TV-Session und der Gast wollte zur Frau umgestylt werden. Mir macht so was sehr viel Freude und ich habe ihn mit Hingabe geschminkt, Wimpern angeklebt, ihm die Perücke aufgesetzt, Kleidung, Leder-Korsett, High Heels angezogen und erst dann, als das Ergebnis fertig und perfekt war, durfte er sich im Spiegel betrachten. Mein Delinquent war sprachlos und dann sind ihm vor Glück die Tränen gekullert und er konnte es nicht fassen, wie toll er als Frau aussah. Also, das war schon sehr emotional und ein schöneres Kompliment hätte ich nicht erhalten können.

Barbara von Stahl

Lady Sas: Was macht Barbara von Stahl in ihrer Freizeit?
Barbara von Stahl:
Ich bin ein sehr bewegungsfreudiger Mensch. Dementsprechend mag ich körperliche Aktivitäten in meiner Freizeit. z.B. tanze ich sehr gerne – lach' jetzt bitte nicht – ich mache Bauchtanz, unterrichte das auch in Kursen und Workshops und mache Auftritte. Zu meinem Bewegungsprogramm gehört natürlich auch das Fitness-Studio. Außerdem genieße ich den Aufenthalt im Freien - im Winter als begeisterte Skifahrerin und in Sommer stehen radfahren, schwimmen und wandern auf dem Programm. Tja – und ansonsten bin ich ganz und gar Weibchen: Beauty, Wellness, Shoppen.


Lady Sas: Wie sehen Deine Pläne für die Zukunft aus?
Barbara von Stahl:
Einerseits ist alles so gut wie es ist, andererseits gehen meine Wünsche dahin, mein Studio ein wenig zu vergrößern und einen kleinen, netten Kolleginnen-Stamm aufzubauen. Auf jeden Fall soll die sehr persönliche Note, die entspannte Atmosphäre und die individuelle Behandlung der Delinquenten gewährleistet bleiben, weil das genau das ist, was mich von vielen großen Studios unterscheidet und weshalb auch meine Delinquenten gerne in mein Studio kommen. Es ist alles fließend - nichts ist so sicher wie die Veränderung.


Lady Sas: Liebe Barbara, vielen Dank für das Interview.




Freitag, 27. Januar 2017

Herrin Beadonna: der Wunsch nach absoluter Macht

Nachdem uns Sklave Tom vor Kurzem einen Einblick in seine BDSM-Welt gegeben hat, haben wir heute seine Herrin Beadonna in der Interviewreihe zu Gast. Ein weiteres spannendes Interview. Ich wünsche eine anregende Lektüre.


Grundsätzlich möchte ich an dieser Stelle darauf hinweisen, dass alles Spiele beim BDSM aus freiem Willen zwischen Erwachsenen erfolgen. Ein vertrauensvolles Verhältnis, das vom gegenseitigen Respekt geprägt ist, ist die Grundlage für eine langfristige Beziehung in diesem Kontext.


Interview mit Herrin Beadonna

Lady Sas: Liebe Beadonna, bitte berichte uns, wie Deine Reise in die BDSM-Welt begann.
Herrin Beadonna: Als Kind hatte ich schon Phantasien,  Königin zu sein und Sklaven zu besitzen die mir dienen und gehorchen . Wie vielleicht viele kleine Mädchen ,mit dem Unterschied, dass ich es später wirklich umgesetzt habe.
Ich wollte auch eine ganz normale Familie und Kinder.
Als die Kinder dann groß waren und ich aus privaten und beruflichen Gründen (übermäßige sportliche Betätigung als Fitnesstrainerin) einen Burnout erlitt, stellte ich mein Leben um, lebte bewusster und hinterfragte meine Wünsche und Träume für eine weitere Lebensgestaltung.
So kam ich zum BDSM.
Ich mietete eine kleine Wohnung an und fing an dort ein "Doppelleben" zu führen . Natürlich mit Wissen meines Ehemannes, dem schnell klar wurde, dass er mir diese faszinierende Welt von Macht und Unterwerfung nicht ausreden oder verbieten konnte. Je intensiver ich mich mit der Materie auseinander setzte, je tiefer ich in die SM Szene eintauchte, umso mehr wollte ich nicht mehr davon ablassen.
Von daher akzeptierte er letztendlich meine Veranlagung und mein Tun.

So machte ich immer neue Erfahrungen mit BDSM Techniken, die ich alle sehr spannend fand und mit meiner ausgeprägten Dominanz, das Gefühl der Macht und zu beherrschen.
Irgendwann reichte mir das oberflächliche Spiel nicht mehr, ich wollte die absolute Macht und Unterwerfung spüren.

Heute ist BDSM für mich zu einer Lebenseinstellung, Lebensphilosophie geworden. Ich lebe es seit 3 Jahren, meiner Lebenssituation angepasst, auf 24/7  Basis (ein zumindest immer bestehender geistiger Machtaustausch), mit meinem TPE Sklaven Tom.


Lady Sas: Was reizt Dich am BDSM?
Herrin Beadonna: Mich reizt an BDSM im Besonderen, die Macht und Unterwerfung.
Männer zu beherrschen, zu unterwerfen, auf die Knie zu zwingen, zu erziehen und abhängig zu machen.
Aber auch zu quälen bereitet mir große Freude, da ich durchaus auch eine sadistische Ader besitze.
Es ist ein erhebendes Gefühl zu spüren, dass man bei einem devoten Mann mit der entsprechenden Einstellung und Veranlagung alles erreichen kann ,wenn man als Herrin die Kunst des Dominierens und die entsprechenden Techniken beherrscht.

Leidenschaft und Hingabe des Sklaven, mit dem passenden Gegenüber ist alles möglich.  Man kann sich als Herrin uneingeschränkt auf wunderbare Weise, phantasievoll, kreativ ausleben, mit immer neuen erzieherischen Herausforderungen und bizarr, perversen Ideen.
Auch bedient und vergöttert zu werden möchte ich nicht mehr missen.

In den 15 Jahren, in denen ich, nur im privaten Bereich tätig war und noch bin, habe ich viele  positive aber auch negative Erfahrungen gemacht. Verschiedene Sklaven mit unterschiedlichen Veranlagungen und Einstellungen kennen gelernt, die mich geprägt und zu dem gemacht haben, was ich heute bin.

Von daher weiß ich auch eine ganzheitliche, echte Unterwerfung, welche mir von meinem Sklaven Tom, entgegengebracht wird, durchaus als was Besonderes zu schätzen.

BDSM hat ohne Frage mein Leben positiv verändert und bereichert. Es gibt mir ein positives Lebensgefühl, es steigert mein geistiges, emotionales und sexuelles Wohlbefinden enorm.


Lady Sas: Du bist verheiratet – aber nicht mit Deinem Sklaven. Was schätzt Du an Deinem Mann und was an Deinem Sklaven?
Herrin Beadonna: Ich bin seit über 30 Jahren verheiratet, habe ein intaktes Familienleben. Warum sollte ich alles, was ich mein ganzes Leben aufgebaut habe hinwerfen. Ich respektiere meinen Mann und wir haben durchaus auch noch gemeinsame Interessen. Wir arrangieren uns und haben unsere eigenen Hobbies.

Und dann ist dann noch mein Leben mit meinem Sklaven und Eigentum. Der wie oben beschrieben, sich mir ganz und gar unterworfen hat und sein Leben nach meinen Vorgaben ausrichtet. Ich schätze an meinem Sklaven seine Unterwerfung und Hingabe, dass er seine Neigung ernst nimmt und nicht nur eine Rolle spielt, sondern das Sklave sein wirklich mit allen Konsequenzen leben möchte.


Lady Sas: Was tust Du, damit der eine Mann nicht auf den anderen eifersüchtig wird?
Herrin Beadonna: Eifersucht ist bei uns kein Thema, da ich von Anfang an klare Verhältnisse geschaffen habe.
Wer an meiner Seite oder unter meiner Herrschaft leben möchte, muss mich so nehmen wie ich bin.
Und ich denke ,im Großen und Ganzen fahren alle Beteiligten ganz gut damit.


Eine Herrin, zwei Männer.



Lady Sas: Ist diese Beziehung zu zwei Männern ein Geheimnis oder gehst Du offen damit um?
Herrin Beadonna: Teils ,teils, wie gesagt mein Mann weiß davon und in BDSM Kreisen mache ich keinen Hehl daraus. Aber mein privates Umfeld, wie Nachbarn und meine Kinder wissen nichts von dieser Beziehung zu meinem Sklaven Tom und ahnen nur vage etwas von meinem Bezug zu BDSM .
Aber es ist mir egal was die Leute denken. Ich bin mit meinem Leben, wie ich es lebe und gestalte glücklich und zufrieden. Das ist die Hauptsache.


Lady Sas: Warum hältst Du Deinen Sklaven in einem KG und wie fühlt sich das für Dich an?
Herrin Beadonna: Der Hauptgrund ist, dass der Sklave spürt, dass er seiner Gebieterin ausgeliefert ist, dass er über seine Sexualität nicht mehr frei entscheiden kann. Dass allein die Herrin die Macht über ihn besitzt und er sich ihrem Willen zu beugen hat .
Mit dieser Maßnahme kann man bei einem Sklaven einiges erreichen, seine Devotion, Demut , Hingabe und Schmerzbereitschaft steigern und ihn ,bei regelmäßiger Konditionierung ,zu einem willenloses Objekt abrichten . Er ist ganz in meiner Hand und auf meine Gunst und Gnade angewiesen.
Für mich ist das ein gewaltiges, beherrschendes Gefühl, ein Machtorgasmus.


Lady Sas: Wo bewahrst Du die Schlüssel für den KG Deines Slaven auf?
Herrin Beadonna: Ein Schlüssel ist an meinem Schlüsselbund und da wir in getrennten Wohnungen wohnen, ist ein Schlüssel für den Notfall an einem geheimen Ort deponiert , den ich  hier natürlich nicht mitteilen werde.
Es kann aber auch mal sein, wenn ich nicht sofort erreichbar, z.B im Urlaub bin ,dass ich dann ein Zahlenschloss zum Durchschneiden benutze.


Lady Sas: Ist Dein Sklave exklusiv an Dich gebunden oder darf er auch anderen Damen dienen?
Herrin Beadonna: Mein Sklave Tom ist mein vertragliches Eigentum und Besitz, er gehört mir und ich kann mit ihm anstellen ,was mir auch immer beliebt. Nicht nur in sexueller Hinsicht, sondern er hat sich mir ganzheitlich unterworfen.  Ich bestimme sein ganzes Leben. Er selber kann nicht entscheiden, ob er einer anderen Dame dienen möchte. Das bestimmt ganz alleine seine Herrin.
Wir hatten schon gemeinsame Session mit einer anderen Dame oder Paaren in der gleichen Konstellation.
Wenn man sich kennt und es zusammen passt, bin ich auch nicht abgeneigt, meinen Sklaven an eine andere Herrin zu verleihen. Das hat sich aber bisher so noch nicht ergeben.



Die Kontrolle des Sklaven.



Lady Sas: Sklave Tom hat berichtet, dass er in seiner Wohnung Kameras installiert hat, damit Du ihn kontrollieren kannst. Wessen Idee war das und wie gehst Du damit im Alltag um?
Herrin Beadonna: Das war die Idee meines Sklaven, um seiner Herrin eine bessere Kontrolle über sein Leben zu gewährleisten.
Da wir ja, wie geschrieben nicht zusammen wohnen, sind Kameras ein gutes Mittel zur  Information ,was der Sklave gerade so treibt .Die Herrin kann ihn jederzeit beobachten und kontrollieren, ohne dass er es merkt.
Ich habe schnell an der Kameraüberwachung Gefallen gefunden, denn so kann ich die richtige Ausführung meiner Anweisungen und Befehlen wunderbar überprüfen.
Außerdem kann ich ,meinen Sklaven bei der täglichen 10 minütigen Anbetung zusehen, oder wenn ich anderweitig beschäftigt bin, die verschiedenen Szenen per Videos aufzeichnen lassen.


Lady Sas: Was inspiriert Dich? Wie kommst Du auf Ideen für Sessions?
Herrin Beadonna: Ich habe mich von Beginn an sehr ausführlich mit der Thematik  BDSM und den verschiedenen Techniken beschäftigt und  mir nach und nach alles selbst angeeignet .
Sei es durch Bücher, Internet Recherchen, Foren, Videos  ,persönlichen Austausch mit BDSM interessierten Leuten, sowie durch Session Erfahrungen mit verschiedenen Sklaven.
 Ich liebe die Vielfalt SM , die Kreativität ,das breite Spektrum von Dominanz und Sadismus.
Wirklichen Tiefgang bekommt das Ganze aber erst wenn sich ein Sklave wirklich, ohne Vorbehalt auf eine Herrin einlässt, echte Unterwerfung und Hingabe zeigt und die Herrin  ihn uneingeschränkt nach ihren Vorstellungen erziehen kann.
Also kommt es im großen Maße auf mein Gegenüber an wie inspiriert, motiviert und authentisch ich selber als Herrin sein kann.


Lady Sas: Du bist eine rein private Herrin. Hättest Du Dir auch vorstellen können, mal den professionellen Bereich zu betreten?
Herrin Beadonna: Für mich war das nie ein Thema als professionelle Domina in einem Studio zu arbeiten. Schon allein aus Rücksicht auf meine Familie  wollte ich mich nicht in diesen Kreisen bewegen.
Außerdem ist es nicht mein Ding Wunschzettel von Möchtegernsklaven, als Dienstleisterin, abzuarbeiten.
Ich habe ein anderes Verständnis von Herrin und Sklave sein.
Ich habe mich immer nur auf 2-3 feste Sklaven beschränkt.


Lady Sas: Hast Du einen Tipp für Subs, die eine private Herrin suchen?
Herrin Beadonna: Das Problem bei vielen Subs die eine private Herrin suchen liegt darin, dass sie „Privat“ damit gleichsetzen: "Da bekomme ich was umsonst, das kostet mich nichts. "

Aus meiner langjährigen Erfahrung heraus, suchen viele Subs eine unverbindliche, Spielbeziehung, ein kostenloses geiles BDSM Abenteuer, im privaten Bereich.
Bedenken dabei aber nicht, dass eine private Herrin auch Erwartungen und Ansprüche an einen potentiellen Sklaven hat.

Ein Sklave sollte seiner Herrin nicht nur von seiner sklavischen Haltung her, auch vom Intellekt und aus finanzieller Hinsicht etwas zu bieten haben. 

In meinem Fall war es so, dass ich private Räumlichkeiten angemietet und das entsprechende Equipment nach und nach angeschafft habe, was alles sehr kostenaufwendig gewesen ist.

Mein Tipp an Subs die eine private Herrin suchen:
Überlegt euch erst einmal was ihr für Erwartungen habt und ob die in einem realistischen Verhältnis stehen zu dem, was ihr bereit seit zu geben.


Warum gibt es so wenig private Herrinnen?



Lady Sas: Woran liegt es Deiner Meinung nach, dass es so wenig private Herrinnen gibt?
Herrin Beadonna: Ich denke viele Frauen wagen den Schritt in diese Welt nicht, weil BDSM immer noch nicht gesellschaftlich anerkannt ist und bei vielen als pervers und abartig angesehen wird.

Andere machen mal aus Neugier einen kurzen Abstecher in diese Welt, setzen dann aber wieder andere Prioritäten in ihrem Leben (Beruf, normale Beziehung, Kinder usw.)

Meines Wissens nach, wechseln auch viele zunächst private Damen, aus verschiedenen Gründen, früher oder später in den professionellen Bereich.

Lady Sas: Hast Du einen Tipp für Anfängerinnen, die gerne mal den dominanten Part ausprobieren wollen, aber unsicher sind?
Herrin Beadonna: Traut euch, jeder hat mal klein angefangen. Es ist noch kein "Meister"vom Himmel gefallen.
 Erst wenn ihr es ausprobiert habt, wisst ihr ob es etwas für euch ist und ob ihr es fortsetzen möchtet.
Wichtig ist am Anfang ein verständnisvolles Gegenüber, Wissen über die Grundtechniken und Verantwortungsbewusstsein.

BDSM ist eine tolle, faszinierende Welt, wenn man den passenden Gegenpart gefunden hat, was oftmals nicht so einfach ist.
Wenn man nicht gerade das passende Material zu Hause sitzen hat, muss Frau oftmals viele Frösche küssen um den (Prinzen)richtigen Sklaven zu finden.
Lasst euch von Enttäuschungen nicht abschrecken.
Lebt euren Traum, wenn nicht jetzt, wann dann.


Lady Sas: Wie sehen Deine Pläne für die Zukunft aus?
Herrin Beadonna: Im Größen und Ganzen kann alles im familiären  sowie im BDSM Bereich so weiter gehen wie es gerade ist.
Ich möchte mit meinem TPE Sklaven den eingeschlagen Weg ausbauen, in neue Sphären eintauchen und weitere interessante Erfahrungen im BDSM Bereich machen.

Lady Sas: Vielen Dank für diesen Einblick.