Montag, 31. Juli 2017

Private Femdom Lady Erosia: die Regisseurin

Private Femdom: Lady Erosia
Auf die private Femdom Lady Erosia bin ich im Joyclub aufmerksam geworden. Sie hat dort ein Profil, das auf eine starke, selbstbewusste und dazu noch äußerst attraktive Frau schließen lässt, die gerne die Regie übernimmt und klare Vorstellungen davon hat, was sie will. Dass sich diese Vermutung vollauf bestätigt hat, zeigt dieses Interview mit ihr. Ich wünsche eine inspirierende Lektüre.

Interview mit der privaten Femdom Lady Erosia


Lady Sas: Liebe Lady Erosia, es ist eine schöne Tradition in dieser Interviewreihe, zunächst zu fragen, wie Du mit BDSM in Berührung gekommen bist? Wie fing das alles an bei Dir?
Lady Erosia: Eigentlich eher zufällig. Anfang 2015 lernte ich im JC einen Mann kennen. (Anmerkung von Lady Sas: JC steht für Joyclub) Zunächst schien alles ganz „normal“. Wir hatten guten, nicht gerade langweiligen Sex. Er hatte ein paar Toys in seiner Sammlung, die mir nicht besonders auffällig erschienen. Einmal stellte er sich jedoch ans Ende seines Bettes, er war nackt und ich angezogen, weil ich gerade angekommen war und hielt mir etwas Rohrstockähnliches hin und meinte grinsend „Probier doch mal!“. Ich fragte, ob er das ernst meine und er bejahte. Komischerweise brauchte ich keine zweite Aufforderung und schlug auf seinen Hintern. Das war mein Initial. Danach hat mich das Thema nicht mehr losgelassen, und ich fing an im Internet zu recherchieren, kaufte Bücher. Nachdem die theoretischen Hintergründe immer klarer wurden und ich mit besagtem Mann noch ein paar Mal spielte, meinte er, dass ich „immer besser“ würde. Ich war völlig angefixt von dem Thema. Da ich keine halben Sachen mache, wollte ich nun eine vernünftige praktische Ausbildung. Die BDSM-Manufaktur, insbesondere Madame Lisa, bot mir genau das, was ich suchte und hat maßgeblich zu meinem Spiel und meinem Auftreten als Domina/Herrin beigetragen. Denn wenn man sich „gut gerüstet“ und kompetent fühlt, hat man eine ganz andere Ausstrahlung als Herrin. In meiner Entwicklung habe ich bereits einige Spielpartner/innen gehabt und 85% aller Sessions, kann ich als mindblowing und gelungen bezeichnen. Konnte so auch festmachen, welches Spiel mir mehr oder weniger liegt. Es ist überwiegend oder nahezu eindeutig, dass ich eine dominant sadistische Neigung habe.

Ein Plot von A bis Z. 


Lady Sas: Wie hast Du Dich auf Deine erste Session als Herrin vorbereitet?
Lady Erosia: Zum einen hängt das ja in erster Linie  davon ab „wen bespiele ich und was hat derjenige für Neigungen, Wünsche, Tabus oder sogar gesundheitliche Einschränkungen?“ Und zum anderen kann ich, bzw. können wir überhaupt miteinander spielen? Deswegen treffe ich mich vorher grundsätzlich in „zivil“ an einem neutralen Ort. Da reicht ein komisches Lächeln oder ein falscher Satz und es ist vorbei. So erspart man sich peinliches. Mein Gegenüber muss in mir etwas triggern – sonst finde ich nicht in die Rolle.
Im Falle von Session Nr. 1 war es ein Switcher, der anale und Feminisierungsfantasien hatte. Dementsprechend habe ich mein „Täschchen“ mit Zubehör gepackt und hatte einen Plot von A bis Z in meinem Kopf vorbereitet. Da war dieses erste Treffen sehr hilfreich, weil klar war, dass er sich mir unterwerfen wollte und mich und meine Art sehr anziehend fand.


Lady Sas: Was kickt Dich beim SM am meisten?
Lady Erosia: Mich kickt am meisten, dass ich die Regie in der Session habe, mein Wille geschehe…(lachend). Ich liebe das Gefühl, wenn sich jemand mir schenkt, dieses bedingungslose Vertrauen und mich machen lässt (beherztes Zugreifen oder auch Hineingreifen). Es gibt Spielpartner, mit denen ist es total symbiotisch, man vergisst Raum und Zeit, ein Kokon bildet sich um uns. Meine besondere Passion gilt der Flagellation und wenn der Spielpartner ein guter Nehmer ist, fliegen wir beide. Wenn ich eine Session mit mehreren Spielern/innen leite, ist es noch erfüllender, vor allem, wenn man auf allen Gesichtern lesen kann, wie entrückt und geil alle gerade sind.
Ich freue mich ganz besonders über gelungene Tease and Denial-Spiele. Meine Mimik scheint sehr deutlich widerzuspiegeln, wenn ich „Spaß“ habe, denn die meisten Spielpartner berichten mir hinterher von meinem verzückten Lächeln.


"50-shades of shit"

Lady Erosia

Lady Sas: Gibt es auch Dinge, die Dir am SM gar nicht gefallen?
Lady Erosia: Am SM per se? Wüsste ich jetzt nichts. Man muss ja nicht alles praktizieren. Es sind eher Dom/mes, die mir dann teilweise nicht gefallen, wie sie etwas machen. Leute, die ohne wirkliche Empathie und Gefühl spielen.
Vielleicht noch Pseudo-SMmer, die sich nach 50-shades of shit „berufen“ fühlen.


Lady Sas: Bist Du in der Session in einer Rolle? Und wenn ja, wie würdest Du sie beschreiben?
Lady Erosia: Wir sind alle jeden Tag in mehreren Rollen: in der Familie, im Job, beim Sport, im Verein, usw. Es deutscht sich gerade immer mehr der Begriff „Rolle“ als Synonym für „Aufgabe“ oder Position in einem Unternehmen ein. Genauso verstehe ich meine Rolle als Herrin, die so gesehen auch bestimmte Tätigkeiten und Verantwortungen enthält.
Ich nehme gerne die Metapher, dass ich meine Schwingen um die mir „Anvertrauten“ (also Spielpartner m/f) ausbreite, sie halte und sie sich jederzeit darin fallenlassen können. Meine Rolle ist auch, jederzeit genau zu wissen, was in ihnen vorgeht, ob sie noch können oder eine Pause brauchen. Deswegen spiele ich auch nicht mit Codewort.


Lady Sas: Wie möchtest Du in der Session angesprochen werden? Und warum?
Lady Erosia: Das variiert durchaus je nach Spielpartner (m/f). Meistens „Herrin“ oder „Mistress“.

Der optimale Spielpartner.


Lady Sas: Welche Eigenschaften hat Dein optimaler Spielpartner? Worauf kommt es Dir an?
Lady Erosia: Der optimale Spielpartner (m/f) ist zu einem großen Anteil masochistisch veranlagt und kann die Schmerzen meditativ nach innen nehmen. Ich stehe überhaupt nicht auf lautes Schreien, das nimmt mir die Lust. Wenn er/sie dann auch noch schmerzgeil ist und man sie im Wechselspiel Schlagen/Erregen hochpegeln kann = perfekt. Man passt natürlich besser zusammen, wenn sich die Neigungen ergänzen und man ähnlich tickt. Das merke ich relativ schnell…
Jemand, der überwiegend devot ist, reizt mich nicht. Ebenso Männer, die sich als „Lustsklave“ anbieten und den Wunschzettel gleich mitschicken, wie sie benutzt werden möchten – geht gar nicht.


Lady Sas: Du spielst mit Männern und Frauen. Worin bestehen für Dich die zentralen Unterschiede?
Lady Erosia: Ein zentraler Unterschied ist, dass Frauen, bis auf wenige Ausnahmen belastbarer sind, was Schmerzen angeht. Ansonsten bestehen die zentralen Unterschiede nur anatomischer Natur.


Lady Sas: Du bist in der Session unberührbar – warum?
Lady Erosia: Das war von Anfang an mein Selbstverständnis, und instinktiv hat es mich auch nie anders „getrieben“, als so zu spielen. Zusätzlich hat es den Effekt, dass ich noch unerreichbarer bin, was das Begehren des Spielpartners noch weiter steigert.
Es gibt durchaus Männer, die damit ein Problem haben, aber dann gibt es eben keine Session.
 
Lady Erosia

Ein völlig falsches Bild von SM.


Lady Sas: Du hast gesagt, dass viele Menschen "ein völlig falsches Bild von SM" haben. Welches Bild haben sie Deiner Meinung nach und wie sollte es tatsächlich sein?
Lady Erosia: Nun, das merkt man am einfachsten, wenn man sich im Bekanntenkreis „outet“. Die Reaktionen gehen von „das passt zu dir“ bis „du bist freaky geworden“, was in dem Fall nicht als Kompliment gemeint war. Viele reagieren ablehnend im Sinne von „Ich würde niemals jemanden demütigen oder schlagen“. Das bedeutet für mich, dass diese Leute nicht wissen, um was es im SM geht, dass ja wirklich sehr viel Nähe und Gefühl im Spiel ist, dass insbesondere der Sub (m/f) nicht gegen seinen erklärten Willen verhauen oder sonst was wird. Es ist vielleicht ein bisschen hip geworden durch 50-shades of shit, jedoch hat das für meine Begriffe nichts mit der Tiefe zu tun, die dabei wirklich entstehen kann, sondern ist nur oberflächliche Trendhopperei.
Ein weiterer Punkt ist, dass Vanilla-Männer mit Frauen, die in derart spielen, nichts zu tun haben wollen. Was es bei einer potenziellen Partnerschaftsanbahnung nicht einfacher macht, jedoch zeigt, dass sie nicht wissen, dass man davor keine Angst haben muss. Grundsätzlich gesprochen wünsche ich mir etwas mehr Offenheit und Neugierde diesen Neigungen gegenüber und weniger Stigmatisierung als „Perverse“.


Lady Sas: Wie gehst Du mit der Verantwortung um, die Du als Femdom hast? Ist das manchmal eine Belastung?
Lady Erosia: Gar nicht. Das Feedback von Spielpartnern (m/f) bestätigt das.


Lady Sas: Welche Bedeutung hat der Strap-on für Dich, wenn Du mit einem männlichen Sub spielst? Was fühlst Du, wenn Du ihn nimmst?
Lady Erosia: Strap-on, sehr feines Thema. Ich hatte den Gedanken an einen Umschnalldildo schon, als ich nicht wusste, dass es BDSM überhaupt gibt. Diese Fantasie gibt es schon recht lange in mir. Im Zuge der praktischen Ausbildung und auch bereits bei den ersten Spielen, haben mich die analen Praktiken interessiert. Und ganz ehrlich? Einmal selber einen echten Schwanz haben? Das wäre total interessant – würde ich sofort machen, wenn das ginge.
Im Spiel mit dem Strap-on ist es natürlich eine wunderbar dominante Position, ihn ass-up face-down zu nehmen. Je nach Geschirr gibt es entsprechende Variationen, welche Region man reizen möchte. Mein Gefühl dabei ist zum einen von der erhabenen Machtposition beeinflusst als zum anderen von den Reaktionen, die ich mit meinem Tun hervorrufe.

Lady Erosia über die Welt der Profi-Dominas.


Lady Sas: Wie siehst Du die Welt der Profi-Dominas und SM-Studios?
Lady Erosia: Respekt für die Damen, die das beruflich machen können. Können aus dem Grund, weil ich es mir nicht leicht vorstelle, immer die „einmalige und besondere“ Session oder zumindest die Illusion dessen für jeden Gast abliefern zu können. Ich glaube, das Blatt dreht sich, wenn man performen muss. Wird es dann zu einem Dienst, wie z.B. ich gehe zur Kosmetikerin oder zum Physiotherapeuten? Also wird es dann ein bisschen oder völlig seelenlos?
Ich habe einmal in einem Studio einen Tag hospitiert, weil ich wissen wollte, wie es dort abläuft. Leider war sehr wenig los, so dass dieser Tag nicht repräsentativ war. Es öffnet jedoch insofern die Augen, als das es eben auch wirtschaftlich sein muss, was man da tut und betreibt.
Prinzipiell ist meine Einstellung dazu: gut, dass es sie gibt! Schließlich finden dort viele Leute mit entsprechenden Neigungen Befriedigung und können dort ihre nicht-Gesellschafts-konformen Fantasien ausleben.
Bei einigen Männern im JC, die mich anschreiben, habe ich das Gefühl, sie „versuchen ihr Glück“, um sich eine Profi-Domse zu sparen. Diese Konversationen enden recht schnell mit dem Verweis, sich an ein Studio zu wenden.
Lady Erosia


Lady Sas: Wie kommst Du auf neue Ideen für Deine Sessions?
Lady Erosia: Das hängt vom Spielpartner und meiner Laune ab. Man hat ja nicht immer Lust auf das Gleiche oder man entwickelt ein angefangenes Thema weiter? Oder man bezieht mehrere Leute ein und überlegt sich ein Setting? Mir fällt eigentlich immer etwas ein…


Lady Sas: Was wolltest Du beim BDSM schon immer mal erleben?
Lady Erosia: Hm, da fällt mir nichts Spezielles ein. Es gibt eher noch Szenarien, die ich gerne umsetzen möchte.

Warum gibt es so wenig dominante Frauen?


Lady Sas: Woran könnte es liegen, dass es gefühlt so wenig dominante Frauen gibt?
Lady Erosia: Vermutlich gibt es wirklich weniger dominante Frauen, weil wir doch überwiegend die althergebrachte Rollenverteilung in der Gesellschaft haben. Und wie ich weiter oben antwortete, ist man vielleicht in der „Szene“ damit gut unterwegs, aber keinesfalls im normalen Alltag. Man wird doch eher kritisch beäugt.


Lady Sas: Verrate uns etwas über Deine Freizeit. Hast Du Hobbys?
Lady Erosia: Durchaus, Freizeit gibt’s ;). Ich bin gerne draußen in der Natur zum wandern oder nehme mal die Kamera mit. Ansonsten treibe ich Sport im Fitnessstudio.


Lady Sas: Wie sehen Deine Pläne für die Zukunft aus?
Lady Erosia: Da gibt es keine konkreten Pläne. Ich lasse mich treiben und versuche, den Alltagsstress so gering wie möglich in meine Freizeit zu lassen.


Lady Sas: Vielen Dank für diesen Einblick.

Dienstag, 25. Juli 2017

Womania Empire: News from the OWK

Logo of OWK, Other World Kingdom
Visiting the OWK, the Other World Kingdom, used to be one of the greatest highlights you could experience as a Mistress or as a slave. The "state" where dominant Women ruled over submissive men was founded in 1996 in the Czech Republic. It was a large area where dreams and phantasies of roleplay came true. If you are into BDSM for some time like me you will remember the impressive videos with beautiful Mistresses like OKW Madame Loreen, Madame Sarka, Madame Nicole, Madame Christine, Madame Clara and of course Madame Gabrielle.

There were great events at the Other World Kingdom and many Mistresses and slaves from around the world met at OWK to get to know each other, to play and to have a great time. If you talk to younger Mistresses today some of them believe that the Other World Kingdom never existed for real. But that's not true, the OWK was very real. Unfortunately it had to close it's doors. 

The reason why? I'm glad that Madame Gabrielle will answer this question in this interview on my Femdom Blog. It's a great pleasure to have her here. Madame Gabrielle had a leading and responsible position in the OKW from the very beginning. In the interview she will tell us also about the new project by Queen Patricia I: Womania Empire. I don't know where the story of Womania Empire will lead to. But I'm sure it will be very exciting.
OWK Area, Other World Kingdom

Womania Empire: The next big OWK thing

Lady Sas: Dear Madame Gabrielle, please tell us about your role in the context of OWK and the new project called "Womania Empire".
Madame Gabrielle:
I’m helping the OWK with administration of emails, and the same I do for Womania Empire as Headmistress of Empress´ Office.  I also take care of the Twitter and Fetlife accounts. As for Womania Empire I´m authorized Court Lady-Officer, too, so I´m entitled to decide in the cases of self-indictments. I´m working on my computer at home. I don’t personally participate any more during filming or photo-shooting at the OWK.


Lady Sas: Before we talk about Womania Empire, I'd like to look back and talk about the Other World Kingdom (OWK). The OWK was founded in 1996 in the Czech Republic as a large BDSM and Femdom facility. It was offered for sale in 2008 and has been closed – except for filming and short events. Why?
Madame Gabrielle:
It was a private decision of the Queen Patricia I., and I think that decision was made mainly because of economic reasons. There simply weren’t enough slaves and visitors to cover all the costs for the staff, Guardesses and other fees (electricity, water etc.). And, some parts of the buildings needed reconstruction after 20 years, to be legally approved again for accommodation, cooking etc. (new standards from local government). And because the Castle area is very big, there’s not enough money for its maintenance. Now, thanks to donors, we are able to repair the Castle Tower (www.owk.cz/savetower) - but yet there are still so many other things that need reconstruction and re-building.

Interview with Madame Gabrielle


Madame Gabrielle
Lady Sas: Has the OWK been sold? Who owns it now?
Madame Gabrielle:
It has never been sold, OWK Castle is still owned by the Other World Kingdom, ruled by Patricia I. I know that there were many rumors, especially on internet, about OWK being sold, but none of these rumors was true. If the Queen will anytime in future sell the Castle for any reason, it will not be done secretly.


Lady Sas: Please tell us about the status-quo of the OWK in 2017.
Madame Gabrielle:
We are repairing the Castle Tower (new roof and plaster), and We are preparing the repair of the walls around the Area, the complete repair of windows in the Castle, the changing of destroyed water pipes in the Castle and the Long House. This year we will build a new public pillory too, and maybe clean the lake in the Park. The Castle Area is also used for filming, for the Spanking Day, and for short time imprisonment – next date is October 12 – 15, 2017.


"Some of the Ladies were models, yes"



OWK Castle 2017
Lady Sas: You know the story of the OWK from the very beginning. How did the OWK approach the State Mistresses? Were they models?
Madame Gabrielle:
Some of the Ladies were models, yes, some were not but joined OWK thanks to recommendation from other Guardesses, or they did send an application for Guardess position directly to the Queen, because they knew OWK from books and magazines and wanted to participate to the activities of the OWK.


Lady Sas: Are you and Queen Patricia the only State-Mistresses from the OWK who are still involved in the Femdom projects, like Womania Empire?
Madame Gabrielle:
I don’t know what you mean by „State-Mistress“. There were about 30 Guardesses (over the years) and approximately 80 OWK Citizens from all around the world. I really do not know who’s still active or not. From the first Guardesses I know only about Madame Sarka that She’s maybe still active and still produces and sells clips. Amongst the OWK Citizens many Ladies are still active on the scene (Mistress Simone Justice - USA, Mistress Nicolette - USA, Mistress Johanna – Spain, Lady Monique de Nemours – Spain, and many others…). They are involved in the Womania Empire project, too.


Lady Sas: Please tell us about the new project, Womania Empire. What is it all about?
Madame Gabrielle:
All basic info can be found on www.womaniaempire.com. Very simply said, Womania Empire is the project of a private state in virtual and real world, based on the principles of Ultra-Matriarchy. An Empire where Women rule, with an Empress, Noblewomen, Citizens, Members, state slaves and private slaves. Everybody who believes that Women are supreme can join the Womania Empire. It is a long-time project for years, we are just starting slowly now.


Womania Empire

"It is a long-term project for years"

Lady Sas: Who is running Womania Empire?
Madame Gabrielle:
Empress Patricia I. (Foundress and Queen of the OWK).


Lady Sas: You told me that the OWK Castle is temporary seat of Empress Patricia, until Womania has its own Castle. How concrete are the plans for the Womania Castle? When will it open? And what will happen there?
Madame Gabrielle:
Actually, within the next few days, the Empress will create the Womania Castle Fund. Money from this Fund will be used for the purchase of another Castle (or castle-like buildings). In Womania Castle Area there will be the possibility to live there on a long-term basis as a Citizen or a slave under the Womania Empire jurisdiction and the rules and principles of Ultra-Matriarchy. Nobody knows the date of opening yet – it’s all about collecting enough money first.


Beautiful and cruel: OWK-Mistress
Lady Sas: Please tell us the difference between OWK and Womania Empire.
Madame Gabrielle:
The OWK, although there were some Laws and Citizens, after years of existence, ended mainly as a big and a bit unusual SM studio. Womania Empire now starts with the initial ideas of the OWK again, but not only for BDSM activities – it’s about Female Supremacy in all aspects of life. Womania Empire will build a real ultra-matriarchal society, not only an institution for training of slaves. Nowadays, thanks to internet and online social media, we can get in touch with a lot of like-minded people, and creating such community is much easier than it was 20 years ago for the OWK.

"I hope that our website will be developing into the final version with its own social network."


Lady Sas: Are there things you have learned from the OWK project? Which mistakes come to your mind that will be handled in a different way by the Womania Empire Team?
Madame Gabrielle:
Yes, we will change some things and make it in different ways. But, I´m sorry, I will not write more about this, because we do not want to give advice to our possible competitors. The same is valid for details about the future activities of Womania Empire. Because one of the things we have learned from the OWK project is that if you do tell something in advance, many persons will try do it by themselves, too, and many others will start with rumors and defamations against us, because some are competitors and others hate us for various reasons. There are many persons who don´t like our basic principles of Ultra-Matriarchy and Female Supremacy.


Lady Sas: Where do you see Womania Empire in the next 12 months?
Madame Gabrielle:
I hope that our website will be developing into the final version with its own social network. That the website will have a lot of registered users, Womania Citizens, state slaves and Ladies with imperial functions. That Womania Castle Fund will contain some money and that we will be able to start the organizing of the first events and meetings (maybe still in the OWK Castle) and make real plans about the future seat of Womania Empire.



Lady Sas: Thank you very much for your time.

  • Interview with OWK Legend Madame Christine
  • More Femdom Interviews in English: here.
  • Further information about Lady Sas can be found here.
Note: Pictures were provided by Womania Empire/OWK, Other World Kingdom.

Montag, 24. Juli 2017

Private Femdom Mistress Feisty: ein alternativer Lebensstil

Im Rahmen der Femdom-Interviewreihe habe ich heute die private Herrin Mistress Feisty zu Gast. Eine interessante Abwechslung aus dem privaten Bereich, denn überwiegend kommen hier ja professionelle Dominas zu Wort. Ich wünsche eine inspirierende Lektüre.

Femdom Mistress Feisty im Interview


Lady Sas: Liebe Mistress Feisty, inzwischen ist es ein guter Brauch, dass ich am Beginn des Interviews frage, wie das mit dem bizarren Bereich bei Dir angefangen hat?
Mistress Feisty:
Das find schon sehr früh los. So mit 16 Jahren bekam ich die „Geschichte der O“ in die Hand. Beim Lesen merkte ich, dass es mich irgendwie „bewegte“, nur fand ich es schlimm, dass die Frauen die devote Rolle hatten. Ich wünschte mir Sir Steven zu sein. :)
Irgendwie war ich dann lange in der Annahme, dass man SO nur als Mann leben kann und es vielleicht keine männlichen Sklaven gab. Da ich aber immer die dominantere war, auch in meiner ersten festen Beziehung, fing der Kampf mit der Männerwelt an. Ich wurde als rechthaberisch, zu bestimmend und „alles muss nach deiner Nase gehen“ gesehen, somit waren meine Beziehungen von kurzer Dauer, obwohl meine Freunde damals alle schon recht devot waren. Aber das ging ja nicht, gesellschaftlich und auch die Kerle mussten ja den Macho raushängen lassen. 
Als ich dann Anfang der 90er in die USA gezogen bin und bei AOL viele Gleichgesinnte kennenlernte, war mir das erste mal bewusst, dass ich nicht alleine bin. Und die Reise konnte losgehen. Hier in Deutschland hatte ich weder einen Zugang zur Szene, wusste nicht mal, dass es diese gibt, noch hatte ich Leute gekannt die diesen alternativen Lebensstil lebten.


Lady Sas: Du hast einen interessanten Namen. Wie kamst Du darauf? Was steckt dahinter?
Mistress Feisty:
Den Namen gab mit mein Mentor in den USA. Er nannte mich feisty, da seine Versuche mich erst mal zu unterwerfen kläglich scheiterten. Er war der Meinung, dass eine Domme erst mal die Seite der Sklavin kennen sollte um eine gute Domme zu werden. Ich glaube auch heute, dass ich nicht devot sein muss um eine devote Person gut führen zu können. Somit hieß ich Miss Feisty on- und offline. Er meinte, dass ich das Mistress erst bekomme wenn ich soweit bin. Irgendwann in der SZ habe ich dann Miss in Misteress geändert. :)

Unmöglich, in der Vanillawelt glücklich zu werden.


Lady Sas: Was fasziniert Dich am BDSM?
Mistress Feisty:
Für mich ist es eben, wie oben schon gesagt, ein alternativer Lebensstil. Durch meine ganzen Erfahrungen ist mir einfach irgendwann klar geworden, dass ich niemals in der Vanillawelt glücklich werden kann. Praktisch hat es auch nicht geklappt. Ich habe es natürlich versucht. Eine normale Beziehung zu führen und dem ganzen BDSM Kram den Rücken zu kehren. Viele dominante Damen kennen das. Der Richtige ist unauffindbar, man kommt sich vor als hätte man einfach nicht alle Tassen im Schrank. Warum kann man nicht normal sein. Warum bin ich sadistisch, warum kann ich nicht einfach auf Augenhöhe mit dem Partner sein, warum muss ich herrschen, bestimmen, dominieren, hauen, etc etc. Seit über 10 Jahren ist mir egal warum dies und warum das. Es ist einfach so. Dieser Lebensstil passt zu mir. Ich kann ich sein und ich treffe Leute die eben genau dies auch wollen. Ich mag Harmonie und Gleichgewicht. Ich will einfach glücklich sein und mein Leben nicht nach fremden Normen und gesellschaftlicher Akzeptanz  leben. Ich habe ein Tattoo auf dem linken Unterarm. „My life, My rules“. So sehe ich das. :)


Lady Sas: Erkläre uns bitte, was Du unter "D/s" verstehst.
Mistress Feisty:
D/s beschreibt für mich das Rollenverhältnis. Dominant und submissiv. Klare Rollenverteilung und klares Machtverhältnis, was ja auch das große D und das kleine s beschreibt. Vor allem online mag ich ich diese Symbolik unterstützt durch die Groß- und Kleinschreibung. Ich mache dadurch nicht mein Gegenüber klein oder wertlos oder stelle mich dar als Göttin oder oder. Ich finde es einfach nur schön. Genau so wie das Siezen und Mistress oder Herrin genannt zu werden. Es ist kein Getue, es ist einfach mein Zuhause. D/s hat für mich mit Tiefe zu tun, mit Nähe, Vertrauen, Hingabe, Verbindlichkeit, Emotionen und Erfüllung der Sehnsüchte und der Bedürfnisse. 

12 Sekunden auf der devoten Seite.


Lady Sas: Hast Du auch mal die devote Seite ausprobiert?
Mistress Feisty:
Nein. Die 12 Sekunden damals mit meinem Mentor waren einfach nicht meins. Es hat auch nichts damit zu tun, dass ich mich da nur anstelle oder Angst habe mich zu unterwerfen oder die Kontrolle abgeben zu müssen. Ich will es einfach nicht. 


Lady Sas: Woran liegt es wohl, dass man den Eindruck hat, es gäbe kaum private Femdoms?
Mistress Feisty:
Vielleicht weil sie wirklich privat sind oder weil sie sich nur der Nachfrage anpassen und gar nicht dominant sind. Ich habe viele „dominante“ Frauen kennengelernt und dachte mir, sie haben nicht mal das D von dominant. Sie waren vielleicht nur sadistisch, was ja vollkommen ok ist, oder sie haben es nur für ihren Kerl getan. 
Ich würde sehr gerne mehr von ihnen kennen. Frauen wie Du und ich, die einen Job haben, Kinder, ein gutes soziales Umfeld und eben auch einen oder mehrere Fleischlinge, die ihnen zu Füßen liegen. :)

Wie siehst Du Profi-Dominas?


Lady Sas: Wie siehst Du Profi-Dominas? Würde diese Tätigkeit für Dich in Frage kommen?
Mistress Feisty:
Das ist keine einfache Frage. Ich möchte niemanden Unrecht tun aber ich habe meine Meinung dazu. Einerseits finde ich es als Dienstleistung gut. Kerle die zu Dominas gehen haben vielleicht keine andere Möglichkeit oder wollen eben nur ihre Vorlieben ausleben. Das ist vollkommen legitim. Aber für mich hat das nichts mit D/s zu tun sondern reinem SM. Ist eben ein Service und Kerle zahlen dafür. Das Problem ist, dass diese Kerle auch dominante Damen anschreiben die keine Pro-Dominas sind und sich mit ihrem Wunschzettel anstellen und denken, wir sind eben die günstigere Variante. Diese Kerle wundern sich dann, wenn ihre wünsche eben nicht im Vordergrund stehen. Solche sortiere ich schnell aus. 
Es gibt bestimmt viele Dominas die auch dominant sind aber die meisten sind es nicht.  Das ganze Schauspiel ist gegen meinen Glauben. Wer dient hier wem?
Für mich kommt es nicht in Frage meine Leidenschaft an Kerle zu verkaufen. Auch ohne Wunschliste würde ich dafür nicht Geld nehmen und jeden bespielen. Ich sehen den Mann nun mal als meinen Entertainer und meinen Lusterfüller. Das bekommt man bei gutem Benehmen auch kostenlos. 


Lady Sas: Du bist im Joyclub angemeldet. Wie sind Deine Erfahrungen mit den Anschreiben der Männer?
Mistress Feisty:
Es gibt, wie überall, gute Beispiele und auch schlechte. Hier ist es auch einfach die Spreu vom Weizen zu trennen aber leider überwiegt im JoyClub auch immer nur die Gier nach dem sexuellen Erlebnis als nach wahrhafter Hingabe und echtem D/s. So viele Fetische, so viele Wunschzettel und so viele Neigungen. Der Mensch bzw. die Frau ist oft nur das Werkzeug aber eben kostenlos. 
Bitte nicht falsch verstehen. Mir ist klar, dass jeder Mensch seine Wünsche hat und besonders Männer, die lange nicht zugeben konnten, dass sie eben devot sind, wollen sicherstellen, dass sie auch leben können was sie brauchen. Und es gibt eben auch genug Frauen, wie oben bereits beschrieben, die so tun als ob sie dominant sind um den Mann zu bekommen und wenn dann Liebe dazu kommt, wird oft diese Liebe als Hindernis genannt SM weiter ausleben zu können. Ich verstehe nicht wie Frauen sagen können, dass sie den Mann den sie lieben nicht mehr hauen können. Bei mir ist es genau umgekehrt. Je mehr ich empfinde umso mehr Lust habe ich ihm weh zu tun. :) Dann kommen diese Männer (Status: vergeben) in den JC und suchen nebenher eine Domme, weil sie zuhause nicht mehr bekommen was sie suchen. Das war jetzt ein kleiner Exkurs, sorry. :)


Lady Sas: Hast Du Tipps für das erste Anschreiben eines Manns? 
Mistress Feisty:
Es sollte höflich sein, sich kurz vorstellen, nicht seine 8000 Neigungen und Fetische nennen, erst mal siezen (die Dame wird schon sagen ob sie das mag oder nicht), sein Interesse bekunden, anmerken was ihn aus dem Profil angesprochen hat, ihr anbieten mehr über sich zu erzählen nach Wunsch und sich mit Namen erst mal verabschieden. Nicht sklave oder usb xy schreiben. Finde ich ganz schrecklich. Und auch in der ersten Mail einen falschen Namen zu nennen ist für mich ein Aus Kriterium. Man(n) fährt am besten, wenn man fragt wie es nun weiter gehen soll.

(Anmerkung von Lady Sas: Eine ausführliche Hilfe, wie Du als Sub ein Anschreiben am besten gestaltest und Dich für eine private Herrin interessant machst, findest Du übrigens in meinem Buch "Sklaventraining".)

Was ist eine Reaktionsfetischistin?


Lady Sas: Du bezeichnest Dich als "Reaktionsfetischistin". Was bedeutet das?
Mistress Feisty:
Ich brauche Feedback von meinem Gegenüber. Ich muss sehen, dass er es entweder genießt, oder auch nicht :). Er muss vokal sein, der Körper muss sprechen (Mir reicht hier nicht ein steifer Penis. Oft sagt ein schlaffer mehr. :) ). Ich muss ihn fühlen können.  Ein zu passiver und extrem ruhiger Sklave ist eher nichts für mich. 


Lady Sas: Hast Du manchmal Angst davor, in einer Session so in Fahrt zu sein, dass Du zu weit gehst?
Mistress Feisty:
Ganz klar nein! Kontrolle verlieren wäre für mich der Punkt, an dem ich die Gerte an den Nagel hängen würde. Auch wenn ich, je nach Gegenunter durchaus auch ein Fan von RACK anstatt SSC bin, zu weit gegangen bin ich noch nicht. 


Lady Sas: Wie sehen Deine Pläne für die Zukunft aus?
Mistress Feisty:
Was kann man schon wirklich planen. Ich lasse mich treiben, lebe und versuche zu genießen und glücklich zu sein. 



Lady Sas: Danke für diese Einblicke.

Dienstag, 18. Juli 2017

Cuckold: wenn die Frau einen Liebhaber hat

Heute möchte ich über das Thema Cuckold schreiben. Seit einiger Zeit bin ich im Joyclub Mitglied in der Cuckold-Gruppe und das Thema ist überaus interessant für mich. Als ich am Anfang damit in Berührung kam, hatte ich allerdings einige Fragezeichen. "Cuckold"? Was ist das denn? Was verbirgt sich hinter diesem seltsamen Begriff?



KG für den Cuckold, Viagra für den Bull.

DIE Wahrheit über "Cuckolding" gibt es nicht

Bevor ich auf Begriffe eingehe, ist mir noch ein Hinweis wichtig. Im Folgenden arbeiten wir mit schablonenhaften Definitionen und Vorstellungen. Cuckolding ist in der Realität individuell verschieden. Der eine liebt es so, der andere so. Es gibt kein richtig oder falsch, es gibt keinen allgemeingültigen Gesetzestext, es gibt keine in Stein gemeißelte Wahrheit. Das einzige, was es gibt, sind Interpretationen.

Ich möchte unterstreichen, dass ich nicht den Anspruch erhebe, mit diesem Blogpost die einzig gültige Wahrheit über Cuckolding aufgeschrieben zu haben. Ich habe meine Wahrheit und meine Interpretation aufgeschrieben und biete diese Sichtweise an. Ich bin aber nicht so vermessen, andere Definitionen als falsch abzulehnen. Vielmehr bin ich der Meinung, dass jeder seine eigene Sicht auf die Dinge haben kann.

Sie alle sind Ausdrucksformen eines Themas. Das ist auch das Schöne daran: Jeder kann sich beim Cuckolding so ausleben wie er möchte. Das eine Paar hat gar keinen Sex mehr, das andere Paar dagegen fällt nach der Liebesnacht mit dem Lover sofort übereinander her, weil es beide erregt. Beides ist völlig in Ordnung.

Was ist ein "Cuckold"?

Der Begriff Cuckold kommt aus dem BDSM und bezeichnet einen Mann, der in einer festen Beziehung lebt und dessen Frau sich offen mit anderen Männern vergnügt. Dabei kann es sich um eine Ehe, eine feste Partnerschaft oder auch um eine Femdom-Malesub-Beziehung handeln. Der Cuckold kann davon erregt werden, dass seine Frau mit anderen Männern vögelt, aber das ist kein zwingendes Merkmal für einen Cucki.

Es kann auch sein, dass er darunter leidet, dass andere Männer seine Frau haben dürfen. In Femdom-Malesub-Beziehungen wird das Cuckolding oft von der Herrin eingesetzt, um den Sklaven zu demütigen. Andere Männer bekommen das, was der Sklave nur erträumen kann. Zusätzlich kann sie ihren Sklaven erniedrigen, indem sie ihn keusch hält und seinen Penis in einen KG einsperrt, einen Keuschheitsgürtel. Der Begriff "Keuschheitsgürtel" ist etwas irreführend, denn heutzutage sind es eher Keuschheitsschellen, in die der Penis eingesperrt wird.

Bitte beachten: Wichtig ist an dieser Stelle die grundsätzliche Feststellung, dass Cuckolding ein einvernehmliches Spiel unter Erwachsenen ist und sicher nicht der Norm entspricht. Es ist ein Spiel, bei dem sich zwei Erwachsene in Rollen begeben, um ihre Lust anzustacheln. Obwohl das oft nicht vermutet wird, ist die Beziehung zwischen Cuckold und Hotwife meistens sehr innig und liebevoll, geprägt von Respekt und gegenseitiger Achtung.

Was ist der Unterschied zwischen "Cuckold" und Hahnerei?

In unserer Gesellschaft gilt es als ausgemachte Sache, dass eine Frau ihrem Mann treu zu sein hat. Der besondere Reiz des Cuckoldings liegt nun auch darin, sich genau über diese Regel hinwegzusetzen. Im Deutschen kennen wir den Begriff der "Hahnerei". Darunter versteht man das heimliche Fremdgehen. Im Gegensatz dazu findet das Cuckolding offen statt. Die Frau macht kein Geheimnis daraus, dass sie sich mit einem anderen Mann trifft. Im Gegenteil! Sie reibt es dem Cucki sogar noch unter die Nase, dass sie ihn "betrügt". Ich setze "betrügt" in Anführungszeichen, denn in vielen Cuckold-Beziehungen ist der Frau das Fremdgehen erlaubt, insofern ist es ja kein wirklicher Betrug.

Was bereitet dem Cuckold Lust daran?

Der Cuckold kann durch das Fremdgehen seiner Frau sexuell erregt werden, das muss aber nicht so sein. Häufig handelt es sich um Männer, die devot oder gar masochistisch veranlagt sind und die es erregt, wenn eine Frau sie demütigt. Gerade in Femdom-Malesub-Beziehungen ist das der Fall. Der Mann liebt es, sich seiner Frau völlig unterzuordnen und ihre Wünsche zu erfüllen.
Seine Frau mit einem anderen Mann zu sehen und zu erleben, wie die beiden Sex haben, stellt eine starke Demütigung für ihn dar, die intensive Gefühle erzeugt und ihm häufig Lust bereitet. Gesteigert wird diese Ernierdigung oft dadurch, dass der Mann dem Paar sogar noch dabei behilflich sein muss, das Liebesspiel vorzubereiten. Der Cucki kann dabei auch vom Liebhaber dominiert werden.

Es gibt aber auch Cuckis, die es anmacht, ihre Frau mit einem anderen zu sehen und die danach ebenfalls Sex mit der Frau haben. In diesem Fall ist das Cuckolding eine Stimulation, die wie ein Vorspiel empfunden wird, aber nicht als Demütigung.

Drittens gibt es Männer, die aus Liebe zum Cuckold werden. Sie haben sexuelle Probleme – etwa wegen Impotenz – und wollen ihrer Partnerin trotzdem ein intensives Sexleben ermöglichen. Wie bereits erwähnt ist das Thema sehr individuell und es gibt zahlreiche Varianten.

Welche Ausprägungen des Cuckolds gibt es?

C1: der Anfänger-Cuckold. Für den C1-Cucki ist das Cuckolding nur ein Rollenspiel. Es macht ihm Spaß, seine Frau mit einem anderen zu teilen. Er betrachtet es als lustvolle Erfahrung und als Abwechslung vom sexuellen Alltag. Meist schläft der C1-Cucki weiterhin mit seiner Frau.

C2: der fortgeschrittene Cuckold. Die Hotwife hat das Sagen und kontrolliert ihren Mann sexuell. Sie hat einen oder mehrere feste Liebhaber. Der Cucki hat sich in seine Rolle gefügt und akzeptiert das Treiben seiner Frau. Einen Einfluss auf ihr Sexualleben hat er nicht mehr. Die Hotwife kann ihren C2-Cucki über längere Zeit keusch halten, etwa mit einer Keuschheitsschelle (KG), zu der nur sie die Schlüssel hat.

C3: der Never-Inside-Cuckold. Die Hotwife hat nun nicht nur sexuell die Macht, sondern auch im Alltag. Es gibt keinen sexuellen Kontakt mehr zwischen dem Paar, der Cuckold ist "never inside", hat also keinen Verkehr mehr mit seiner Frau. Der C3-Cucki lässt sich absolut dominieren und lässt seiner Frau (Herrin) alle Freiheiten. Sie vergnügt sich mit anderen Männern und kann sich hemmungslos ausleben. In extremen Fällen kann das bis zur bewussten Fremdschwängerung der Frau durch einen Liebhaber gehen. 


Was bereitet der Frau Lust am Cuckolding?

Die Frau (Hotwife genannt) genießt das Gefühl, sowohl vom Cuckold als auch von ihrem Liebhaber begehrt zu werden. Beim Liebhaber spricht man vom "Bull", also vom Bullen. Das deutet schon an, was sich die Frau von ihm erwartet. Eben genau das, was ihr Mann ihr nicht bieten kann oder darf: heißen, wilden, kraftvollen, leidenschaftlichen, animalischen, triebhaften, harten Sex.
Dieses Erlebnis holt sie sich von ihrem Bull, ihrem Liebhaber. 

Gerade in Femdom-Malesub-Beziehungen ist es häufig der Fall, dass die Sexualität zwischen beiden Partnern nicht durch konventionellen Sex zum Ausdruck kommt, sondern durch bizarre BDSM-Spiele. Die Leidenschaft des Sklaven findet dann zum Beispiel ihren Ausdruck, indem er etwa die High-Heels und Füße seiner Frau küsst, massiert und verwöhnt. Er verwöhnt und verehrt sie mit devoter Hingabe, darf sich aber oft nicht mehr mit ihr vereinigen.
Auch eine langfristige, emotionale Bindung an den Bull ist möglich.

Was bereitet dem Bull Lust am Cuckolding?

Der Bull genießt es, sich sexuell mit der Hotwife vergnügen zu können ohne weitere Verpflichtungen eingehen zu müssen. Für ihn steht oft der schnell, unkomplizierte Sex ohne lange Anlaufzeit im Vordergrund. Er muss die Frau nicht langwierig erobern, sie ist von sich aus bereit und sucht das erotische Vergnügen mit ihm.

Manche Bulls erregt es außerdem, die Macht über den Cuckold zu spüren, ihn zu demütigen und zu dominieren. Sie lassen ihn dabei zusehen und es spornt sie an, wenn sie dem Paar mal zeigen können, wo der Hammer hängt.
Im Gegensatz dazu gibt es auch Bulls, die nur wenig Lust darauf haben, Kontakt dem dem Partner der Frau zu haben. Sie empfinden das als unangenehm.

Was steckt hinter dem Cuckolding?

Es gibt viele mögliche Auslöser und Reize. Zum einen ist ein Tabubruch immer etwas Aufregendes. In einer festen Partnerschaft hat man treu zu sein. Den Mann zu betrügen ist tabu, das geht nicht. Und es offen zu tun, das geht schon gar nicht! Umso reizvoller ist es, gegen diese klare Regel zu verstoßen. Es ist spannend, aufregend, heiß, es kribbelt, es prickelt, es ist einfach geil, sich als Frau offen ausleben zu können.

Ein häufig beschriebenes Thema vom Cuckis ist, dass sie sich selbst als unwürdig oder unfähig betrachten, ihre Partnerin sexuell zu befriedigen. Sie sind der Ansicht, ihr Penis wäre zu klein, zu dünn, zu hässlich oder zu schlaff. Sie denken, sie wären körperlich nicht attraktiv genug für ihre Frau. Oder sie denken, sie wären anderen Männern grundsätzlich unterlegen. Um diese Unterlegenheit zum Ausdruck zu bringen, wird häufig der Begriff des Beta-Manns benutzt. Ein Alpha-Mann evrkörpert das, was Frauen häufig attraktiv finden: Dominanz, Führungsstärke, Charisma, Präsenz, Stärke, Kraft, Durchsetzungsstärke, Größe, Potenz.

Gibt es Cuckolding auch umgekehrt?

Ja, auch umgekehrt gibt es Frauen, die sexuell erregt werden, wenn ihr fester Partner Sex mit anderen Frauen hat. In diesem Fall spricht man bei der Frau von einer "Cuckquean" (das ist kein Tippfehler, also nicht "Cuckqueen").

Woher kommt der Begriff "Cuckold"?

Das "Cuck" in Cuckold kommt aus dem Englischen und leitet sich ab von "Cuckoo", also von "Kuckuck". Das liegt daran, dass das Kuckucksweibchen seine Eier anderen Vögeln zur Aufzucht unterschiebt. Bereits im Mittelalter wurde dieses Verhalten auf Frauen übertragen, die ihrem Partner das Kind eines anderen unterschieben (Kuckuckskind). Der Partner gilt als "gehörnt", also betrogen. Man sagt, die Frau setzt ihm Hörner auf. "Cuckolding" tauscht im Englischen bereits um 1589 auf und bezeichnet verschiedener Formen von Beziehungen mit mehreren Partnern.

Ist Wifesharing das Gleiche wie Cuckolding?

Nein, denn beim Wifesharing handelt es sich um einen dominanten Mann, der seine (meist devote) Frau anderen Herren zur Verfügung stellt.
  

Welche Cuckold-Begriffe und -Wendungen gibt es?

Wir haben bereits einige typische Begriff kennengelernt. Hier eine Übersicht.
Bull: Liebhaber der Frau
C1-Cuckold: Anfänger-Cuckold
C2-Cuckold: fortgeschrittener Cuckold
C3-Cuckold: Never-Inside-Cuckold
Cuckold/Cucki: gehörnter Mann
Cuckquean: gehörnte Frau
Einem Mann die Hörner aufsetzen: Einen Mann mit einem anderen betrügen.
Femdom: Herrin
Gehörnt: betrogen
Hotwife: Frau, die sich offen mit anderen Männern vergnügt
Malesub: männlicher Sklave
Stute: Frau, die sich offen mit anderen Männern vergnügt. Beim Begriff "Stute" schwingt mit, dass sich die Frau vom Bull dominieren lässt. Das muss aber nicht so sein.
Sub: Sklave der Herrin
Wife-Sharing: Ein dominanter Mann teilt seine Frau mit anderen Herren.


Wie sehen Deine Erfahrungen und Beobachtungen beim Thema "Cuckold" aus? Hinterlasse gerne einen Kommentar.