Donnerstag, 19. Oktober 2017

Herrin Anuskatzz: die Lady, die aus der Reihe tanzt

Herrin Anuskatzz. Foto: impressive photograph
Herrin Anuskatzz ist im Studio "Der FemDom" in Zürich anzutreffen. Jeder Versuch, sie beschreiben zu wollen, muss scheitern. Deshalb versuche ich es gar nicht erst. Nur soviel: Diese Dame tanzt aus der Reihe. Mehr über Herrin Anuskatzz erfährst Du im Interview. 


Lady Sas: Liebe Anuskatzz, Du bist als Domina tätig. Wie kam es dazu?
Herrin Anuskatzz:
Ich lebe BDSM seit meiner Jugend, für mich ist es mein Ventil, mein Rückzugsort und meine Art mich auszudrücken. Durch unsere Firma Dirty Dreaz, die eine Mischung zwischen Art Porn und Kunst ist, habe ich mich dazu entschieden, damit an die Öffentlichkeit zu gehen. Wir haben sehr oft Probanden für Filme am Set, die selber noch nicht wirklich mit BDSM in Berührung gekommen sind. Somit übernehme ich oft die führende Aufgabe die Menschen zu leiten und in die Welt des BDSMs zu entführen, was mir sehr viel Freude bereitet. Daher lag es nahe, diese wunderbare Tätigkeit auf einer höheren Ebene auszuführen und somit habe ich mich dazu entschieden meinen Lebensinhalt zu einer Profession zu machen.

Herrin Anuskatzz im Interview


Lady Sas: Was verbirgt sich hinter Deinem Namen "Anuskatzz"?
Herrin Anuskatzz: Anuskatzz ist eigentlich nur eine sympathische bzw. absurde Spielerei mit meinem Lieblingsbereich und zwar dem Anus. Schon zu Beginn des Lebens ist es ein sehr wichtiges Organ für uns, was uns Befriedigung verschafft und der tägliche Gebrauch dessen sogar mit einer Emotion der Befreiung und Wohltat zu tun hat.
Balast auswertend und reinigend. Einer meiner Lieblingstätigkeit im BDSM ist das Analdehnen, Spielen und Fisten. Daher wird mein Name oft auch zum Programm. Das Katzz mit zwei Zz ist an meiner Firma Dirty Dreaz angelehnt, da alle Probanden in den Filmen einen Künstlernamen kreieren dürfen der mit Z enden soll. Da ich die Mitbegründerin des Projektes bin habe ich zwei Zz! Zudem mag ich einfach die Aussprache von Katzz. Es hat was sehr Elegantes aber auch Überlegend-Herrscherisches. Wie eine Katze nun mal so ist.


Lady Sas: Dein optisches Erscheinungsbild ist Dein Markenzeichen. Wie würdest Du Dich einem Blinden beschreiben?
Herrin Anuskatzz: Eine sehr außergewöhnliche Frage!
Ich möchte eigentlich Keinem mein äußeres Erscheinungsbild erklären müssen. Ich möchte, dass man es erfährt, dass man meine Stimme und Session aufnimmt und dadurch selber darauf kommt, dass ich etwas außergewöhnlicher bin. Daher würde ich einen Blinden zu einer Audienz mit mir einladen und ihn danach wohl eher selber fragen, wie dieser sich mein Äußeres vorstellt.
  

Tattoos und Dreadlocks


Lady Sas: Was möchtest Du mit Deiner Optik zum Ausdruck bringen?
Herrin Anuskatzz: Ich möchte mit meiner Optik nur mein Inneres unterstreichen. Für mich bedeuten Tattoos und Dreadlocks nicht gleich ungepflegt zu sein. Es kann auch etwas ganz elegantes und außergewöhnliches beinhalten, was ich verkörpern möchte.
Mit mir bekommt man nun mal nicht den normalen Domina-Look geboten und das ist auch gut so.  Ich möchte mir treu bleiben und mich auch so geben wie ich bin authentisch und außergewöhnlich.


Lady Sas: Wie reagieren die Menschen auf der Straße auf Dich? Wirst Du oft angesprochen oder fotografiert?
Herrin Anuskatzz: Ich liebe das Medium der Fotografie aber nun mal nicht von Laein, daher lehne ich Fotos immer ab, die nur für sich selber geschossen werden oder um mich vorzuführen. Es ist ein sehr zwiespältiges Verhältnis für mich, wenn die Menschen auf mich zukommen und mich ansprechen, denn oftmals fehlt es ihnen an der gewissen Höflichkeit, was mich immer sehr frustriert.


Lady Sas: Lassen wir die Äußerlichkeiten mal beiseite, wie würdest Du Dein inneres Wesen beschreiben?
Herrin Anuskatzz: Mein inneres Wesen habe ich selber noch nicht ergründet. Mich immer wieder neu zu kreieren und neu zu entdecken ist wunderschön, denn ich brauche die Vielfältigkeit in meinem Leben, um mich selber nicht einzuschränken. Das wichtigste für mich ist mich auszuleben und glücklich zu sein und das erlebe ich ohne jegliche Kompromisse einzugehen.

BDSM ist bunt, kreativ, vielseitig, aufregend


Lady Sas: Was kickt Dich am BDSM?
Herrin Anuskatzz: BDSM ist bunt, kreativ, vielseitig, aufregend und ein riesen großes Ventil zum alltäglichen Leben. Es gibt nichts einzigartigeres und intimeres als den Menschen über die eigenen Grenzen zu begleiten und dadurch eine Boost an Selbstbewusstsein zu verschaffen. So die Theorie zumindest, in der Praxis sieht das meist ganz anders aus, grade für den Dienst der Domina…

Ich habe mich noch nie und ich werde mich auch nicht an die durchschnittlichen Gepflogenheiten in dieser „Szene“ halten, weil sie für mich nicht mehr authentisch wirkt und mich langweilt.
Ich möchte keine Berge versetzen aber mir und dem was ich verkörpere treu bleiben. Anders zu sein hängt nicht nur vom äußeren Erscheinungsbild  ab sondern beginnt in unserer Seele.  Ich brauche nicht versuchen irgendwas zu verkörpern was ich nicht bin und möchte es auch gar nicht.

Es bedarf das höchste Maß an Vertrauen, um sich fallen lassen zu können. Für mich gibt es nichts schöneres, als wenn ich merke, dass es bei dem mir Gegenüber eintrifft. Durch einen essenziellen Grund  und zwar: Hingabe. Meine Audienz gestalte ich mit voller Hingabe, denn BDSM ist für mich eine Lebenseinstellung und ein Ventil.  Das bedeutet, dass ich  klassisch erziehe, mit Respekt und Vertrauen und auch diesen Anstand erwarte ich von der Person, die eine Audienz mit mir erfahren möchte. Nur so erhält man eine Basis die eine Audienz mit mir zu einer einzigartigen werden lassen kann.


Herrin Anuskatzz über genderfreies Arbeiten


Lady Sas: Du spielst genderfrei. Worin bestehen für Dich die zentralen Unterschiede zwischen weiblichen und männlichen Subs?
Herrin Anuskatzz: Es gibt keinerlei Unterschiede, genau deswegen meine genderfreie Arbeit. Die äußere Hülle interessiert mich nicht. Ich sehe nur das Wesen und was man hierfür in einer Audienz heraus kitzeln kann.


Lady Sas: Wie kommst Du auf neue Ideen für Deine Sessions?
Herrin Anuskatzz: Die Ideen entwickeln sich durch Erfahrungen, durch die Spontanität der Audienz und durch mein Wesen mit dem ich diese beeinflussen kann.


Lady Sas: Woran könnte es liegen, dass es so wenige dominante Frauen gibt?
Herrin Anuskatzz: Auch hier möchte ich wieder auf mein genderfreies Denken verweisen. Also gehe ich nicht auf Frauen sondern auf die allgemeine Menschheit ein. Wir alle sind geprägt durch Erfahrungen, wir alle haben unser inneres Kind, wir alle leben und erleben mit unterschiedlichen Emotionen und Gefühlen. Wir sind geprägt und werden weiterhin auch prägende Erlebnisse haben, die uns nun mal zu dem machen was wir sind. Doch eines ist Gewiss, wir haben die Sehnsucht uns fallen lassen zu können, abzuschalten und hinzugeben. Geleitet und geführt zu werden ist ein notwendiges Gut was uns alle ein Leben lang begleitet. Entweder ist man ein Macher oder ein Mitläufer oder ein doch gegen den Strom wandelnder. Dominanz bedeutet für mich all das zu beinhalten, durch Hingabe vertrauen um einen genau dort auffangen zu können wo es bedarf abzuschalten. Das ist eine Kunst, die nicht jeder beherrscht. Es bedarf sehr viel Selbstreflektion und Authentizität in dem was man macht.

"Ich lebe im Hier und Jetzt."


Lady Sas: Verrate uns etwas über Deine Freizeit. Hast Du Hobbys?
Herrin Anuskatzz: Ich erziehe klassisch, das bedeutet für mich den Fantasien freien Lauf zu lassen aber nun mal auch nicht berührbar zu sein. Daher verrate ich natürlich nichts aus meinem privaten Leben.
Da muss man sich schon selber die Mühe machen, um nähere Infos über mich herauszufinden.


Lady Sas: Wie sehen Deine Pläne für die Zukunft aus?
Herrin Anuskatzz: Ich lebe im Hier und Jetzt. Für mich soll BDSM so besonders und einzigartig bleiben wie es nun mal sein kann. Daher ist mein Plan, jede Audienz zu einer ganz besonderen zu machen und dem Mensch mir gegenüber viel Kraft und Freude zu schenken. Damit die Zukunft des mir gegenüber sich durch unsere Audienz positiv auswirken kann.





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  • Mittwoch, 18. Oktober 2017

    RTL klopft an. Sorry, falsche Adresse.

    Wie ich in meinem letzten Blog-Post berichtet habe, komme ich in der aktuellen Ausgabe der Frauenzeitschrift Cosmopolitan als Pegging-Expertin zu Wort. Dabei wird auf meine "Kunden" verwiesen, wodurch man als Leserin natürlich den Eindruck gewinnt, ich wäre gewerblich als Domina tätig. Ich habe das in meinem Post richtig gestellt, denn das ist schlichtweg falsch. Ich bin rein privat und KEINE Profi-Domina. Ich hatte nie Kunden, ich habe keine Kunden und ich werde auch nie Kunden haben. Ich hoffe, ich habe mich klar ausgedrückt. 

    Nun ist es aber durchaus faszinierend zu beobachten, wie diese falsche Information in der Cosmopolitan von dritter Stelle aufgegriffen wird. So bekam ich eine E-Mail von einer Dame aus Hamburg, die Personen für eine RTL-Sendung castet. 

    Zitat: "Ich arbeite für RTL und wir suchen Mütter mit ungewöhnlichen Berufen. Sehr gerne Damen aus dem Erotik-Bereich. Wir möchten Mütter und Ihre Kinder interviewen um zu erfahren wie es ist, wenn Mama einen besonderen Beruf hat."
    Tja, liebe Freunde der gepflegten Fernsehunterhaltung, da seid Ihr bei mir leider an der falschen Adresse. Ich bin gespannt, wer mir noch so alles schreibt ;-)

    Freitag, 13. Oktober 2017

    Als Pegging-Expertin in der Cosmopolitan

    Das Cosmopolitan Magazin 11/2017


    Ein Redakteur des Frauenmagazins Cosmopolitan hatte mich angeschrieben, damit ich ihm Auskunft über das Thema Pegging gebe. Unter Pegging verseht man die anale Penetration eines Mannes, zum Beispiel mit einem Strap-on. Ein interessantes Thema dachte ich und gab bereitwillig Auskunft. 

    Sexpertin in der Cosmopolitan

    Mir war klar, dass von den vielen Antworten, die ich gab, nur sehr wenig in den Artikel finden würde. Nun ist der Artikel erschienen. Überschrift: "Der Sex, den alle Männer lieben". Weiter heißt es: "... auch wenn sie es selbst nicht zugeben." Das ist natürlich Unsinn. Nicht jeder Mann mag Pegging. Wer so etwas behauptet, hat keine Ahnung. 

    Ich las den Artikel durch und wunderte mich an manchen Stellen über meine Zitate. Manche waren korrekt wiedergegeben, andere dagegen nicht so, wie meine Vorstellungen von wörtlichen Zitaten sind. Nach meiner Vorstellung kann man nämlich nur etwas zitieren, was jemand so gesagt hat. Sonst ist es ja kein Zitat. 

    Seit wann habe ich "Kunden"?

    Wirklich ärgerlich wurde ich aber, als plötzlich von meinen "Kunden" die Rede war: "Bei ihren Kunden ist ferner diese Position sehr beliebt", heißt es im Artikel. Dabei hatte ich dem Redakteur doch extra am 21. August Folgendes geschrieben: "Ich bin eine private Domina. Das heißt, ich lebe SM nur privat aus, bin also kein Profi, der Geld verlangt. Darauf lege ich Wert." Entsprechend habe ich auch keine Kunden. Ich hatte nie Kunden, ich habe keine Kunden und ich werde auch nie Kunden haben. Ich bin rein privat und keine gewerblich tätige Domina. 

    Was man da missverstehen kann, ist mir schleierhaft, zumal ich am 23. August sogar noch einmal auf die Unterschiede zwischen den Begriffen "Domina" und "Femdom" eingegangen bin: "Ich habe festgestellt, dass viele Leute mit dem Begriff 'Domina' eher die professionelle Domina verbinden. Private Damen, die sich von den Profis abgrenzen wollen, verwenden eher 'Femdom'. Früher war mir das egal, heute nutze ich ebenfalls eher 'Femdom', weil diese Bedeutungen einfach bei den Leuten so im Kopf sind." Das hat den Redakteur leider nicht davon abgehalten, mich im Artikel "SM-Profi" zu nennen. Seltsam. Und auch ein Widerspruch zu meiner Vorstellung im Artikel als "Hobby-Domina". Also, da kann ich wirklich nur den Kopf schütteln. 

    Journalistische Standards

    Ich muss sagen, nach dieser Erfahrung kann ich Leute verstehen, die von "Fake-News" und "Lügen-Presse" reden. Ich denke, dass wir alles in allem eine gut aufgestellte Presselandschaft haben, in der sich die allermeisten Journalisten an Standards halten. Leider gibt es aber auch Ausnahmen. Das ist schade, denn schwarze Schafe tragen dazu bei, dass insgesamt das Vertrauen in die vierte Instanz, die freie Presse, geschädigt wird. 

    Nun mag man einwenden, man dürfe an Frauenzeitschriften nicht die selben Maßstäbe an journalistische Sorgfalt anlegen wie an Nachrichtenmagazine oder Zeitungen. Doch das sehe ich anders. 

    Alles in allem finde ich es ganz amüsant, als Pegging-Expertin in der Cosmopolitan zu Wort zu kommen. Ärgerlich ist jedoch, dass ich nicht korrekt zitiert werde und dass mir "Kunden" angedichtet werden. Und das, obwohl ich mehrmals glasklar darauf hingewiesen habe, dass ich keine gewerbliche Domina bin, sondern privat. 

    Dienstag, 10. Oktober 2017

    So sehen Madame Nicole, Madame Loreen und Madame Sarka heute aus

    Über das legendäre OWK, das Other World Kingdom, habe ich auf meinem Femdom Blog schon häufiger berichtet. Das OWK war ein Reich in Tschechien, in dem der Grundsatz "Women over Men" zum Leben erweckt wurde. Bekanntlich existiert das OWK in dieser Form jedoch nicht mehr. Die vielen BDSM-Filme jedoch, die in der Blütezeit des OWKs gedreht worden sind, die gibt es auch weiterhin. 

    Die OWK-Legenden Madame Sarka, Madame Nicole und Madame Loreen heute


    Durch die OWK-Videos entstand auch so etwas wie ein Fan-Kult um besonders profilierte Herrinnen. Allen voran Madame Sarka, Madame Nicole und Madame Loreen. Drei Damen, die in den Filmen besonders schön und besonders streng waren. Aber Moment, fehlt da nicht eine Dame? Was ist mit Madame Christine? Ich hatte sie im Juli 2014 für meinen Blog interviewt und den Eindruck, sie würde der BDSM-Szene noch eine ganze Weile erhalten bleiben. Aber leider ist ihre Website nicht mehr erreichbar und so scheint sie sich ins Privatleben zurückgezogen zu haben. 

    Das Gleiche gilt offenbar für Madame Loreen. Ich schreibe "offenbar", weil es schwierig ist, gesicherte Informationen zu bekommen. Madame Sarka dagegen ist weiterhin als Domina aktiv. Ihr verdanken wir auch die Fotos, die zeigen, wie Madame Loreen und Madame Nicole heute aussehen. Soweit ich es verstanden habe, hat sich Madame Nicole ebenfalls ins Privatleben zurückgezogen, ist aber immer mal wieder für gemeinsame Sessions mit Madame Sarka erreichbar. Wer also noch einmal in den Genuss einer Erziehung mit den OWK-Legenden kommen möchte, kann es bei Madame Sarka probieren. 

    Hier nun die Fotos, die ich auf dem Twitter-Kanal von Madame Sarka gesehen habe und hier mit Euch teilen möchte. Wer weitere Updates zu den OWK-Damen hat, kann gern einen Kommentar hinterlassen. 



    Von links nach rechts: Madame Loreen, Madame Sarka, Madame Nicole im Februar 2017
    Madame Nicole, Madame Loreen, Madame Sarka 2015


    OWK-Stars: Madame Sarka und Madame Nicole
    Madame Sarka im März 2017



    • Hier geht es zum Twitter Account von Lady Sas
    • Weitere Infos über mich gibt es hier: Lady Sas