Montag, 27. November 2017

Daemona de Lucca: Tabubruch

Daemona de Lucca
Das Interview mit Daemona de Lucca finde ich besonders gelungen, weil man spürt, dass sie sich wirklich viel Zeit für die Antworten genommen hat und dabei auf einem großen Erfahrungsschatz zurückgreifen kann. Daemona de Lucca, die das Studio Fine Art of Domination in Karlsruhe führt, hat viel zu sagen. So viel, dass sie sogar ein Buch geschrieben hat. Ihr Autobiographie "Tabubruch" erzählt von ihrem Leben und ihren Erlebnissen als Domina. Warum aus dem Erinnerungsbuch nun ein Abschiedsbuch wird, erfährst Du im Interview.


Lady Sas: Liebe Daemona, Du bist schon mit 18 Jahren auf SM-Partys gegangen. Erinnerst Du Dich noch an Deinen allerersten Kontakt mit SM? Wie war das?
Daemona de Lucca: In der Gothic-Szene ist es das normalste der Welt auf eine SM-Party zu gehen. Gothic und SM haben schon immer, für mich zumindest, zusammengehört. Außer dass die Menschen um einen herum etwas leichter bekleidet waren, konnte ich keinen Unterschied zu anderen Schwarzen Veranstaltungen bemerken. Musik, tanzen und Freunde treffen standen bei mir eher im Fokus. Von daher habe ich das Geschehen in den abgetrennten Spielräumen auch gar nicht so zur Kenntnis genommen und keine prägnante Erinnerung aus dieser Zeit.

Interview mit Daemona de Lucca


Daemona de Lucca
Lady Sas: Verbindest Du eine bestimmte Philosophie mit Deinem Namen "Daemona de Lucca"? Soll der Name etwas Bestimmtes zum Ausdruck bringen?
Daemona de Lucca: Meine Wurzel liegen ja in der Gothic-Szene und da schmückte man sich gerne mit „diabolischen“ Namen. Diejenigen die das mit dem Teufel oder dem Bösen assoziierten, sind auf dem Holzweg. Die Schutzgeister (Gargoyles), die an einigen Kirchen und Kathedralen in allen vier Himmelsrichtungen gemeißelt wurden, symbolisieren dämonische Kreaturen um böse Geister abzuwenden und um zu zeigen „Hier sind wir schon, Verschwindet!“. Das passt im übertragenen Sine auch auf den SM. Die strenge, böse Herrin trägt im Endeffekt auch nur Sorge, dass es ihrem Spielpartner gut geht.


Lady Sas: Du hast eine Autobiographie geschrieben. "Tabubruch – Lebensachterbahn einer Domina". Du siehst so jung aus, ist es nicht ein bisschen früh für einen Rückblick?
Daemona de Lucca: Jung ist relativ, lach. Wie ich zum Erschrecken feststellen musste, bin ich schon vierzig. Dank guter Gene sieht man es mir nicht direkt an. Eine Autobiographie zu schreiben muss nicht unbedingt mit dem Alter verbunden sein. Zumindest dann nicht, wenn einem bewusst wird, dass ein prägender Lebensabschnitt zu Ende geht und hier nichts Neues mehr dazukommen kann.

"Tabubruch" – das Buch von Daemona de Lucca 



Das Buch von Daemona de Lucca
Lady Sas: Was ist der Grund dafür, dass Du das Buch geschrieben hast und wie lange hast Du daran gearbeitet?
Daemona de Lucca: Der ursprüngliche Grund, meine Erinnerungen niederzuschreiben, waren einige Aufforderungen im Freundeskreis, die gerne meine Geschichten hörten oder in Facebook lasen. Geschrieben habe ich ca. zwei Jahre lang. Es hat einiges an Zeit in Anspruch genommen, sich in der richtigen Reihenfolge zu erinnern und mit Menschen zu sprechen, die in den jeweiligen Zeitepochen, mir bei einigen Erinnerungslücken auf die Sprünge halfen. Ich wollte alles so originalgetreu wie möglich wiedergeben. Durch die neue Gesetzesänderung wurde mir immer klarer, dass es für mich keine Zukunft mehr im professionellen SM Bereich geben wird. Ich bin lange mit mir in medias res gegangen. Nach einigen Abwägungen des fürs und widers, bin ich zu dem Entschluss gekommen, dass die Einschneidungen einiger Grundrechte erheblich sind und ich diesen steuerlichen Irrsinn nicht mitfinanzieren möchte. Insofern kann ich weder moralisch noch politisch dahinterstehen und würde mich somit verkaufen.

So wurde aus einem Erinnerungsbuch ein Abschiedsbuch. Gegen Ende habe ich eher für mich geschrieben, um auch für mich selbst zu reflektieren, was ich die letzten 14 Jahre alles erlebt, gemacht und empfunden habe. Die Zeit ist so schnell verflossen.


Lady Sas: Bei einer Achterbahnfahrt geht es in schneller Folge auf und ab. Inwiefern trifft das auf Dein bisheriges Leben zu?
Daemona de Lucca: Jeder sitz ja in seiner persönlichen Achterbahn und die Geschwindigkeit des Hochs und Runters ist sehr individuell. An das Auf gewöhnt man sich sehr schnell, von daher finde ich die Abwärtsrichtung interessanter und sehe diese eher als Herausforderung schwierige Zeiten zu durchstehen.

Die eigenen Prinzipien nie verloren


Daemona de Lucca
Lady Sas: Was war rückblickend Dein größter Erfolg und Deine größte Niederlage?
Daemona de Lucca: Mein größter persönlicher Erfolg ist, dass ich meinen Humor und die eigenen Prinzipien nie verloren habe und mir immer selbst treu geblieben bin. Meine größte Niederlage wird erst noch passieren. Die Frauen, mit denen ich aktuell im Studio zusammenarbeite, muss ich leider, gezwungen durch die neue Gesetzeslage, in eine ungewisse Zukunft schicken. Ich habe lange gegen den Bürokratismus gekämpft, aber im Endeffekt haben die unbiegsamen Paragraphen, die auf keine persönlichen Schicksale rücksichtnehmen, gewonnen.


Lady Sas: Wenn es Dir als Domina doch nicht so viel Spaß gemacht hätte – was wäre Plan B gewesen?
Daemona de Lucca: Dann wäre mir dann etwas anderes Eingefallen. In solchen Fällen vertraue ich immer dem Schicksal und was es für einen bereithält. Jegliche Lebenswendung hat seinen Sinn.


Lady Sas: Wie ist der Titel "Tabubruch" gemeint? Worauf bezieht er sich? Ich nehme an, in Deinen Sessions hältst Du Dich an die Tabus Deiner Gäste.
Daemona de Lucca: Der Titel bezieht sich nicht direkt auf die Tabus der Gäste und ob ich diese einhalte oder nicht. Der Titel ist frei interpretierbar. In einigen Passagen im Buch werden auch Tabubrüche angesprochen und was für psychologischen Auswirkungen ein „Nicht einhalten“ der Tabus bewirken kann. Von der Aktiven, wie von der Passiven Seite hergesehen.
Tabubruch passt aber auch zu den Passagen, in denen um Verdienste gesprochen wird. Über Geld redet man ja bekanntlich nicht. Ich tat es, und nahm vielleicht anderen die Illusionen vom schnellen Geld. Tabubruchs steht aber auch für einige psychische Tiefpunkte die ich erlebte und von missglückten Schönheitsoperationen die ich durchmachte. Eigentlich steht der Titel für viele Themen über die man nicht gerne öffentlich redet.   

Daemona de Lucca über die SM-Übersättigung


Lady Sas: Kann man mit SM überhaupt noch schockieren? Manchmal habe ich den Eindruck, das Thema sei so oft von den Medien beleuchtet worden, dass die Gesellschaft sich langsam satt gesehen hat. Wie ist Dein Eindruck?
Daemona de Lucca: Mit Sicherheit gibt es eine Übersättigung. Früher war SM ein richtiger Trend. Ging jemand nicht auf jede SM-Party am Wochenende wurde derjenige im Büro schon schräg angesehen. Aber wie alle Trends verfliegen diese schnell, aber eine Akzeptanz ist in der Gesellschaft übriggeblieben.
Wenn heutzutage das Thema SM angesprochen wird, lockt man keine Oma mehr in die Schockstarre. Mir kommt es sogar vor, das SM mittlerweile anerkannt wird. Zumindest dann, wenn man offen mit dem Thema umgeht und aufklärt. Der passive Part hat es leider viel schwerer Verständnis zu bekommen als der aktive Part. Das Bild der schlagenden Domina wird in der Gesellschaft immer mit Stärke und Macht verbunden, während der Geschlagene eher bemitleidet wird. Was völliger Quatsch ist. Aber was wäre der Mensch ohne sein Schubladendenken?

Daemona de Lucca

Lady Sas: Ist SM ein großer Abenteuerspielplatz für Erwachsene?
Daemona de Lucca: Auf jeden Fall. Und was für ein großer Abenteuerspielplatz! Je nach Experimentierbereitschaft und Neigung sind die Variationen unendlich. Als SM`ler bieten sich viel tiefere und vielschichtiger Dimensionen an, vor allem auf der Empfindungsebene, als in einer normalen körperlichen Zusammenkunft. Wenn ich das mal so formulieren darf.


Lady Sas: Welche Rolle spielt der Kopf beim SM?
Daemona de Lucca: Im Sadomasochismus ist der Kopf und das dazugehörende Kopfkino entscheidet wie eine Session verläuft. Kann der passive Part nicht abschalten und ist im Geiste blockiert, fühlt sich für ihn jegliche Handlung, die an ihm ausgeübt wird, nur unangenehm schmerzhaft an. Somit ist es zielführend, bei einer Session das rationale Denken weitgehend auszuschalten um auf die reine Gefühlsebene zu gelangen.  

Über ihr SM-Studio "Fine Art of Domination"


Lady Sas: Du führst Dein eigenes Studio, das "Fine Art of Domination" in Karlsruhe. Welche Vor- und Nachteile hat es, ein eigenes Domina-Studio zu haben?
Daemona de Lucca: Ein eigenes Studio zu besitzen erfordert neben dem Verantwortungsbewusstsein auch das geschäftliches Risiko, das jeder Selbständige zu tragen hat. Entgegengestellt dafür, hat man die Vorzüge seine eigenen Regeln aufzustellen und ist nicht an irgendeine Studiohierarchie gebunden. Auch die freie Mitarbeiterauswahl ist ein klarer Vorteil. Ich bin mit der Entscheidung mich selbständig zu machen sehr glücklich und habe es nie bereut.    


Lady Sas: Du veranstaltest jeden ersten Freitag im Monat eine SM und Klinik Party. Warum?
Daemona de Lucca: Die SM-Klinik-Party ist ein kleines Bonus-Geschenk für unsere Gäste. Der Eintritt hält sich im finanziellen Rahmen und die Gäste haben die Gelegenheit neue Frauen aus dem Studio kennenzulernen. Im Gegenzug haben neue Frauen die Chance sich den Gästen bekannt zu machen und können zuzüglich mit einem festen Verdienst rechnen. Frauen die noch keine SM-Techniken beherrschen, bietet sich auf der Party die Gelegenheit erfahrenen Damen beim Spielen zuzuschauen, viele verschiedene Techniken kennenzulernen und diese sich anzueignen.
Daemona de Lucca






Höhere Ansprüche der Gäste


Lady Sas: Wie hat sich die Arbeit im Studio in den letzten Jahren verändert?
Daemona de Lucca: Die Ansprüche der Gäste sind wesentlich höher geworden. Der Gast erwartet neben einer perfekten hochmodernen Studioausstattung auch absolute Flexibilität in der Terminvereinbarung. Außerdem habe ich das Gefühl das es immer mehr Konsumenten gibt, denen die Spielpartnerin und ihre Vorlieben und Tabus egal ist. Der reine Konsument sieht seine Neigung und das Geld, das er ausgibt, als oberste Wichtigkeit an und bewertet seine Spielpartnerin mit Schulnoten. Was für mich ein Ding der absoluten Respektlosigkeit darstellt.    


Lady Sas: Was inspiriert Dich und wie kommst Du auf neue Ideen für Sessions?
Daemona de Lucca: Es gibt die verschiedensten Inspirationsmöglichkeiten. Manchmal sind es die Ideen der Gäste die einen beflügeln können, manchmal die Zusammenarbeit mit einer anderen Domina. Auch einige Szenen aus Filmen können sehr inspirierend sein.


Daemona de Lucca über die Zukunft


Lady Sas: Wie sehen Deine Pläne für die Zukunft aus?
Daemona de Lucca: Zukünftig werde ich mich aus der professionellen SM-Szene zurückziehen, ihr aber nicht den Rücken kehren. Meine Studioräume möchte ich privaten Pärchen zur Miete anbieten und auch private SM-Partys veranstalten. Auch mein Wissen über SM-Techniken möchte ich gewerblichen sowie privaten Damen und Herren in Form eines individuellen Coachings anbieten. Zusätzlich bin ich ausgebildete Hypnotiseurin und möchte diese Technik in Form von Stress-Präventionen, Phantasiereisen und Ressourcen-Training als Coaching anbieten. In Sessions habe ich damit sehr gute Erfahrungen gemacht und bin begeistert welche Ergebnisse mit Hypnose zu erzielen sind. Im nächsten Jahr baue ich meine eigene Praxis auf und werde mit den Schwerpunkten Sexualtherapie, Depression, Ängste und Rückenleiden dort tätig sein.


Lady Sas: Vielen Dank für diese spannenden und interessanten Einblicke.


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Donnerstag, 23. November 2017

Lady Mephista: International Dominance, Interview 2

Lady Mephista

There are ladies who are so interesting that it's not enough to do just one interview. After all, life goes on and there are new impressions and experiences to talk about. This is undoubtedly true of Lady Mephista. Meanwhile the attractive mistress is not only to be found in Berlin, she has now also fans in London and Zurich - not to mention the Other World Kingdom (OWK). So, here's interview number two.

Interview with Lady Mephista

Lady Sas: Dear Mephista, the last interview was in October 2015, what's the news? 

Lady Mephista: I think the most important change is that I am now more internationally active. My travels have taken me to places such as Zurich, London and the Other World Kingdom in the Czech Republic. Getting to know new places but also outstanding personalities of the FemDom is an enormous enrichment.


Lady Sas: In which areas have you been able to develop particularly well?

Lady Mephista: I entered the topic with a very technical reference, but over the years I have penetrated deeper and deeper into the psychological aspects of BDSM.
 While in my early years I felt more comfortable in sessions the more complex a session was in terms of its technical structure, I now appreciate more and more the quiet sounds of a simpler but deeper game. Time plays a very important role in this process, because every instrument needs a certain amount of space in order to fully unfold its effect.
 That doesn't mean that my sessions are now only of a carried character, quite the contrary: When I feel that my opponent is going along with me, I increase the tempo until we swing into a rapid rhythm together - so that when I have reached my goal, the moment is everything that counts.


Lady Mephista


Lady Mephista: Berlin, London, Zurich

Lady Sas: You are traveling to London and Zurich, but you are actually at home in Berlin. What are the differences for you as a Femdom between these three cities when it comes to subs and sessions?

Lady Mephista: Apart from different conventions in the appointment arrangement (the e-mails of the London Subs are usually shorter than the requests from Germany and Switzerland) it is difficult to identify general differences without slipping into the stereotype. The ability to surrender is universal. With successful sessions in which my counterpart goes into subspace, there are no longer any cultural differences.


Lady Sas: In the meantime you have also shot videos in the OWK. I actually thought the OWK was closed. Isn't it? (Note: I asked the questions before the OWK article was published on my blog.)
Lady Mephista: The OWK has been open since last year. At the moment there are mainly video shoots and first events taking place there. So this year in October I will punish some slaves on SpankingDay. I'm really looking forward to it.


Lady Sas: How do you remember the shootings in the OWK?
Lady Mephista: I really enjoyed shooting in the OWK. The entire film crew was very accommodating and the male actors were wonderfully submissive and masochistic. I had a completely free hand in designing the clips and was able to determine in which room we were shooting which scenes. Having such freedom gives me enormous energy. I think you can feel that in the clips, too.


Lady Mephista

Lady Mephista's long cherished dream


Lady Sas: What are your plans for the future?

Lady Mephista: I would like to continue on the path that has already been taken and also get to know other places and personalities. A long cherished wish of mine is to go to Japan for a longer period of time to attend, among other things, Kinbaku courses with Japanese masters. In a way, I would like to reconnect with my beginnings in BDSM. As I told you in our first interview, Japanese bondage was a kind of initiation for me, and my first experiences as a rigger (that's what they call the bondage tops).


Lady Sas: Thank you for this insights.

  • Visit the website of Lady Mephista for more details
  • More Femdom Interviews in English: here.
  • Further information about Lady Sas can be found here.

  • Dienstag, 21. November 2017

    Keuschheitsgürtel Training von Lady Sas

    Mit interaktiven Aufgaben
    Gestern bekam ich einen Kommentar auf meiner Seite "Sklavenstall", wo ich seit 1. Juni 2015 die Keuschhaltung von meinem Sklaven Toytoy dokumentiere: 


    "Guten Abend Lady Sas,Hut ab vor der Ausdauer und Ihrem Spiel. Ich denke so ein Spiel dürfte für den meisten Mann nicht aus haltbar sein, da ihm die Hingabe in diesem Ausmass fehlt. Zumindest frage ich mich wie man sowas erreichen kann wenn ich mir das vornehme. Schönen Abend Lady Sas.Liebe Grüsse, Markus"

    Nun, lieber Markus, ich glaube, das fragen sich viele. Es ist wie so oft im Leben: Der erste Schritt ist der schwerste. Damit dieser Schritt leichter fällt, habe ich ein Buch geschrieben, das KG-Sklaven lustvoll unterstützt und antreibt, 7 Tage im KG durchzuhalten. 

    Durch eine Umfrage vor einigen Wochen hatte ich festgestellt, dass es zahlreiche Sklaven gibt, die sich mit einem KG selbst keusch halten, weil sie gerade keine Herrin an ihrer Seite bzw. über ihnen haben. Nun habe ich ein Buch geschrieben, in dem ich in diese Rolle schlüpfe und interessierten Keuschlingen den Weg zum Peniskäfig-Vergnügen weise. Damit das Ganze aufregend, überraschend und spannend ist, habe ich interaktive Aufgaben für 7 Tage zusammengestellt. 7 Tage sind ein guter Anfang, denke ich. Denn wie gesagt: Das Schwerste ist der erste Schritt. 

    Dabei möchte ich gleich sagen, dass ich kein Fan von "höher, schneller, weiter" bin. Es gilt nicht: Je länger keusch, desto besser. Jeder muss individuell für sich selbst festlegen, wozu er Lust hat. 


    Keuschheitsgürtel Training von Lady Sas


    In der Buchbeschreibung heißt es:
    "Du träumst davon, von einer strengen, erfahrenen Herrin in einem Peniskäfig keusch gehalten zu werden? Du möchtest wissen, wie es sich anfühlt, die Kontrolle an eine Femdom abzugeben und deine Lust in ihre Hände zu legen? Von ihr beherrscht, bestraft und gedemütigt zu werden? Aber dir fehlt gerade die passende Herrin, der du dich ausliefern könntest? Gut, dann bist du hier richtig, Keuschling. 

    In diesem Buch erzieht dich Lady Sas zu ihrem persönlichen Keuschheitsgürtel-Sklaven (KG-Sklave). Sie begleitet dich auf deinem Weg und gibt dir interaktive, praktische Aufgaben. Außerdem hilft dir Lady Sas mit bewährten Tipps und Tricks, die sieben Tage im Peniskäfig zu überstehen. Bist du stark genug für diese Herausforderung, KG-Sklave?"

    Ich hatte viel Spaß beim Zusammenstellen der Aufgaben und freue mich noch mehr auf das, was jetzt die KG-Sklaven erleben dürfen. Ich wünsche viel Vergnügen!

    Hier geht es zur kostenlosen Leseprobe: Keuschheitsgürtel Training von Lady Sas.


    Freitag, 17. November 2017

    Casa Casal Dominastudio auf der Venus geehrt

    Cassandra Casal vom Casa Casal. Foto: Twitter
    And the Winner is... Casa Casal! Das Dominastudio aus Essen wurde auf der Venus 2017 zum besten Dominastudio Europas gekürt. 
    Herzlichen Glückwunsch an dieser Stelle! Das Studio unter der Leitung von Lady Cassandra Casal kann nun die Früchte seiner Arbeit ernten und sich im Scheinwerferlicht sonnen. 

    Ebenso freuen kann sich das "Domina Studio & VIP Lounge Elegance", denn für dieses Studio gab es die Auszeichnung "Bestes Domina Studio Deutschland." Glückwunsch auch hier! Ich hatte die Chefin der VIP Lounge Elegance, Lady Monika Rose, ja übrigens vor einiger Zeit auch in Form eines Interviews hier im Blog.



    Casa Casal: "bestes Dominastudio Europa"


    Die Venus ist eine Erotikmesse, die jedes Jahr in Berlin ausgerichtet wird und über 400 Aussteller aus 36 Länder anzieht. Sie gilt als größte Fachmesse für Adult-Entertainment der Welt. Ein Höhepunkt ist dabei die Preisverleihung, die in zahlreichen Kategorien Gewinner kürt. 
    Venus Preisträgerin: Lady Monika Rose


    Mich hat interessiert, wie diese Wahl zustande gekommen ist und so habe ich mich an den Pressekontakt der Venus gewandt. Meine Frage war: "Wer sitzt in der Jury, die über das beste Domina Studio Deutschlands bzw. Europas entscheidet? Ich würde gerne verstehen, wie diese Wahl zustande kommt." Antwort: "In der Jury sitzen Fachleute aus der Branche: Handel, Hersteller und natürlich auch Vertreter der VENUS." Nachfrage von mir: "Ich würde das gern konkreter wissen. Wer saß 2017 in der Venus-Jury für das Dominastudio des Jahres Deutschland bzw. Europa? Gibt es weitere Infos darüber, wie die Wahl zustande kommt?" Antwort: "Wir geben weder die Namen der einzelnen Jurymitglieder bekannt noch geben wir eine Erklärung zu der Entscheidungsfindung ab." 


    Wer saß in der Venus-Jury?


    Oh, na sowas. Warum das denn? Freut man sich nicht, wenn man Mitglied einer Jury ist und eine wichtige Entscheidung mitgestalten kann? Etwas verblüfft war ich auch, als ich auf der Website der Venus sah, dass der Gewinner des Venus Awards für das beste Studio Deutschlands die Venus 2017 als "Kinky Platinum Sponsor" unterstützt hat. Nun könnte man vielleicht meinen, es gebe da einen Zusammenhang. Aber nein, das ist nicht so, wie die Venus betont: "Seitens der VENUS gibt es diesbezüglich aber keinen Zusammenhang. So hat beispielsweise Eis.de als einer unserer großen und vor allem langjährigen Sponsoren auch keinen Award bekommen. Um nur eine von vielen Sponsoren zu nennen." Gut, das ist natürlich beruhigend zu wissen. Trotzdem wäre es interessant, wer in der Jury saß und die Entscheidung gefällt hat. Warum das ein Geheimnis ist? Ich habe nicht die leiseste Ahnung. 


    Casa Casal Chefin Lady Cassandra Casal Foto:YouTube



    Die Gewinner der Venus 2017


    Alle weiteren Gewinner findest Du übrigens hier.

    Nominiert für die Venus Auszeichnung "Bestes Domina Studio Europa" 2017 waren: Studio Avalon, Casa Casal, Cologne Decadence, Der FemDOM, Domina Studio & VIP Lounge Elegance, Cirque Bizarre. So steht es auf der Website der Venus. Moment mal, das Domina Studio & VIP Lounge Elegance war für das beste Studio Europa nominiert und hat dann den Preis für das beste deutsche Dominastudio gewonnen? Ich dachte, das sind zwei verschiedene Kategoerien mit eigenen Nominierungen? Na, ich sehe schon, ich blicke bei der Venus nicht so ganz durch. Na, macht nichts, Hauptsache, alle haben Spaß und es gibt eine schöne Party. 


    Gesicht der Kinky Venus: Miss Peel

    Dieses Jahr war Miss Peel das Gesicht der Kinky Venus. Das Fetish-Model, das auch als Domina tätig ist, wird in einem Youtube-Film vorgestellt, den ich hier eingebunden habe. 



    Doch Miss Peel war nicht allein. Auch viele andere Persönlichkeiten sind zur Venus nach Berlin gekommen und haben die Messe mit Leben gefüllt. Darunter zum Beispiel Baroness Davina Dust, Lady Laura, Anthrax, Lady Selina Morgan, Lady Vivian, Lady Christina Gold, Lady Doro, Lady Farah, Laura Fatale, Miss Amely Pain, Lady Louis, Amelie von Stein, Bizarrlady Johanna Weber, Lady Cynthia und viele mehr. Auch die Chefin des Casa Casal, Lady Cassandra Casal, und Lady Monika Rose waren persönlich vor Ort in Berlin, um ihre Preise in Empfang zu nehmen. Da scheint also wirklich schwer was los gewesen zu sein.

    Was ist Dein persönliches Lieblingsstudio?

    Es würde mich interessieren, ob Du ein persönliches Lieblingsstudio hast. Hinterlasse gerne einen Kommentar, ich bin gespannt. 

    Mittwoch, 15. November 2017

    Domina Madame Curie: die strenge Forscherin

    Madame Curie. Foto: Instragram.com/pittygraph
    Sie nennt sich Madame Curie und ist auf Forschungsreise zu den geheimen Phantasien devoter Männer. Die attraktive Domina aus Berlin ist im Studio Tartarus tätig und vermittelt trotz ihrer jungen Jahre den Eindruck, genau zu wissen, was sie möchte. Im Interview verrät Madame Curie mehr über sich, ihren Lifestyle und ihre Art BDSM auszuleben. 


    Lady Sas: Liebe Madame Curie... nein, Moment mal, das ist doch die bekannte Physikerin und Chemikerin. Ist diese Assoziation beabsichtigt? Was hat es mit Deinem Namen auf sich?
    Madame Curie:
    Im bürgerlichen Leben bin ich Ingenieurin für Verfahrenstechnik, also im weiteren Sinne genauso wie Marie Curie Naturwissenschaftlerin. Außerdem liebe ich es, Dinge zu erforschen und Grenzen auszuloten. Sowohl im Bereich klassischer Forschung als auch auf menschlicher Ebene. Ich möchte herausfinden, was mich selbst, aber auch mein Gegenüber (oder sollte ich besser sagen meinen Subs) antreibt (wenn nicht gerade ich und meine Gerte es sind).

    Interview mit Herrin Madame Curie


    Lady Sas: Bitte schildere uns, wie Du auf den BDSM-Bereich aufmerksam geworden bist.
    Madame Curie:
    Seit meiner Kindheit fasziniert mich das Bild der selbstbestimmten Frau, der starken Amazone, wie es auch von Eric Stanton skizziert wird. Ich komme aus einer Familie, in der Frauen alle wesentlichen Entscheidungen getroffen haben. Meine Mutter ist äußerst lebensfroh, extrovertierte und stimmgewaltig. Für sie sind bis heute Stilettos, Overknees und Ledermantel unverzichtbare Bestandteile des Outfits. Die Bilder von Stanton waren für mich also familiäre Realität (auch wenn meine Mutter sich nie selbst als Domina bezeichnen würde). Als ich dann für mein Studienpraktikum nach Berlin kam, war der Schritt in die BDSM Szene quasi vorprogrammiert. Mit einer Freundin, die selbst masochistisch veranlagt ist, bin ich zuerst mit der Berliner Club Szene und dabei mit der BDSM Szene in Berührung gekommen.


    Lady Sas: Wie kommt es, dass Du als Domina tätig bist?
    Madame Curie:
    Diese Freundin erkannte meine Dominanz und bestärkte mich darin, meine Leidenschaft auszuleben. Ich befand mich wie bereits gesagt, zu diesem Zeitpunkt im Studium und die Anschaffung clubtauglicher Outfits kollidierte ein wenig mit meinem knappen Budget. Da zeigt mir meine Freundin die Annonce eines Dominastudios. Ich war sofort begeistert, rief dort an und stellte mich am nächsten Tag vor: ein Traum wurde wahr.
    Madame Curie aus Berlin. Foto: pittygraph

    "Das Ausleben verschiedener Facetten meiner Persönlichkeit"                 

                                         
    Lady Sas: Was reizt Dich am bizarren Spiel?
    Madame Curie:
    Das Ausleben verschiedener Facetten meiner Persönlichkeit (Rollenspiele, physische Dominanz, Demütigung anderer) sowie das Eintauchen in gemeinsame Phantasien. Extrem geil finde ich physische Dominanz in Form von Handspanking.


    Lady Sas: Du bietest auch als Fightergirl Ringkämpfe an. Wie darf man sich das vorstellen? Und worin besteht der Reiz für den Mann dabei?
    Madame Curie:
    Als erfahrene Kampfsportlerin (Hap Ki Do: eine Mischung aus Judo und Aikido) und Domina kann Mann mit mir entweder einen rein sportlichen Kampf mit Würgern, Haltegriffen, Hebeln und Würfen bestreiten oder eine erotische Auseinandersetzung mit Beinscheren, Facesittung, Pins und kleinen Gemeinheiten erleben. Natürlich freue ich mich auch, beide Varianten mit einem Rollenspiel und/oder Übergang in den klassischen schwarzen Bereich (Bondage, Brustwarzenfolter, CBT) zu kombinieren. Der Reiz besteht darin, sich mit einer erotischen Amazone auf Augenhöhe zu messen und zu immer wieder aufs Neue zu unterliegen.


    Lady Sas: Was tust Du, um Dich fit zu halten? Gibt es ein besonderes Training für diese Ringkämpfe?
    Madame Curie:
    Ich schwimme im Schnitt drei Mal pro Woche 1,5-2 km und fahre außerhalb der Wintermonate ca. 100 km pro Woche auf meinem Rennrad (ein weißes liebevoll restauriertes Chesini). In den Wintermonaten ist dafür Krafttraining im Fitnessstudio angesagt.


    Lady Sas: Hast Du erst darüber nachdenken müssen, Dein Gesicht online zu zeigen und eine Domina-Website zu erstellen oder war das kein Problem für Dich?
    Madame Curie:
    Zu Beginn meiner Zeit als Domina habe ich mein Gesicht aus Rücksicht auf meinen Beruf nicht gezeigt. Mittlerweile bin ich da eher entspannt.


    Lady Sas: Wie geht Dein Umfeld damit um, dass Du als Domina Männer erziehst?
    Madame Curie:
    Mein privates Umfeld besteht inzwischen größtenteils aus BDSM affinen Personen, die nichts anderes von mit erwarten.

    Herrin Madame Curie über die BDSM-Szene in Berlin 


    Madame Curie, Foto: Yoran Nesh
    Lady Sas: Kannst Du uns etwas über die BDSM-Szene in Berlin sagen?
    Madame Curie:
    Über die DIE BDSM Szene kann ich nicht viel sagen, nur, dass sie so vielfältig ist, wie Berlin selbst. Manche Bereiche bleiben mir verborgen, da sie meinen Neigungen nicht entsprechen. Ich für meinen Teil bewege mich zumeist im Insomnia, Kitkat Club oder Darkside. Jeder Club hat sein Vorzüge: gelebter Fetisch, verruchte Partys, formvollendete Ästhetik.


    Lady Sas: Wie denkst Du über das neue Prostitutionsgesetz? Was bedeutet es für Dich praktisch?
    Madame Curie:
    Es ist eine Einschränkung meiner persönlichen Freiheit und bedeutet viel Nerverei für mich.

    "Safe, sane und consensual"


    Lady Sas: Gibt es Sklaven, die man vor sich selbst schützen muss, indem man ihnen bestimmte Phantasien nicht erfüllt, weil das zu gefährlich wäre? Hast Du so etwas schon einmal erlebt?
    Madame Curie:
    Sicherlich gibt es solche Sklaven. Allerdings mache ich meine Grenzen und Leitlinien immer vorab deutlich, so dass sich die Frage für mich noch nie gestellt hat. Voraussetzung für eine Session mit mir ist der Grundsatz, dass alle Praktiken safe, sane und consensual sein müssen.
    Wenn ich merke, dass mein Spielzeug es aushält, schöpfe ich auch gerne aus den Vollen, würde aber nie etwas tun, das bleibende Schäden hinterlässt.


    Lady Sas: Erzähle uns ein bisschen über die private Madame Curie. Was machst Du in Deiner Freizeit?
    Madame Curie:
    Das Gleiche, wie im Studio. Bloß etwas härter und willkürlicher (*lacht*). Davon ab genieße ich Kurztrips an die See oder erkunde mit meinem Chesini die Umgebung Berlins.


    Lady Sas: Wie sehen Deine Pläne für die Zukunft aus?
    Madame Curie:
    Ich habe auf der diesjährigen Venus Blut an SM Shows geleckt. Darin möchte ich mich weiterentwickeln. Ansonsten bin ich ehrlich gesagt sehr zufrieden und hoffe, dass es noch lange so weiter geht.


    Lady Sas: Danke für diese Einblicke.