Dienstag, 16. Januar 2018

Ponygirl Fetisch: Interview mit Antares und shanuka

Heute geht es um den Ponygirl Fetisch. Antares und shanuka gehören zu den erfahrendsten Playern des Landes und haben sich die Zeit genommen, einige Fragen zu beantworten. Ich möchte unterstreichen, dass es sich hier um ein Rollenspiel unter Erwachsenen handelt, das sehr viel Vertrauen, Achtung und gegenseitigen Respekt erfordert. Nun aber wünsche ich eine angenehme Lektüre und interessante Einblicke in eine Welt, die nur die Wenigsten so gut kennen wie Antares und shanuka.


Lady Sas: "Fetisch Ponygirl" – was bedeutet das eigentlich?
Antares: Unter einem Ponygirl versteht man allgemein eine devote Frau, die durch das Anlegen eines Zaumzeugs die Rolle eines Pferdes einnimmt.  Übergeordnet fasst man diese Spielart mit anderen Fetischen, die das Einnehmen von Tierrollen (Hund, Katze usw.) zum Gegenstand haben, im Begriff „Petplay“ zusammen.
Ponygirls können im BDSM-Kontext – je nach Ausgestaltung ihrer Rolle – in völlig unterschiedlichen Outfits und deren Kombinationen auftreten, z.B. in Lack-, Leder- oder in Latex-Ganzanzügen, in völliger Nacktheit oder mit Accessoires, die ihre weiblichen Vorzüge betonen oder bestimmte Funktionen erfüllen.

Ponygirls können z.B. als Zirkuspferd eine Dressur zeigen, als Cart-Ponys einen Sulky samt Fahrer ziehen oder – eher selten – als Reittier ihren dominanten Partner tragen. Ich denke, die Verwendung als Arbeits-Ponys ist eher der männlichen Variante, den Ponyboys vorbehalten.
Mein Ponygirl shanuka ist in ihrer Rolle ein Zirkuspony – durchaus als erotische Frau erkennbar – und wird dressiert, verschiedene Gangarten der klassischen Hofreitschule – für Zweibeiner abgewandelt – aufzuführen.
Für uns ist wichtig, dass es nicht um eine möglichst realistische Nachahmung eines Tieres geht. Fell oder Kopfmasken der „Furrys“ – wie man die Liebhaber dieser Spielart nennt – haben für uns keinen Reiz.

Interview zum Thema Ponygirl


Lady Sas: Wie seid Ihr auf das Thema Ponyplay aufmerksam geworden? Wie fing das alles an?
Antares: Meine erste Berührung mit dem Phänomen „Ponygirl“ hatte ich – 15 oder 16 Jahre alt – durch das Buch „Sweet Gwendoline“ von John Alexander Scott Coutts, einem U.S.-amerikanischen Fetischfotografen und Bondagekünstler, besser bekannt als John Willie. Das Buch beinhaltet neben der Titelstory, die von einer vornehmlich in eng geschnürten Korsetts und in vielen Situationen gefesselt dargestellten Protagonistin handelt, mehrere Farbtafeln mit Zeichnungen von Ponygirls in erotischer Aufmachung und strenger Bondage. Mit dem Aufkommen von Videos und den Recherchemöglichkeiten des Internets hat sich diese Neigung immer mehr vertieft, der ich aber erst mit shanuka real nachgehen konnte.

shanuka: Mit dem Beginn unserer Beziehung habe ich recht schnell gemerkt, dass mir Fesselspiele gefallen. Als ich beim Sex irgendwann ein wenig laut wurde, hat er mir aus Spaß einen Gummiball (er hatte ihn für meinen Hund neu gekauft) in den Mund geschoben. Das Tragen eines Knebels und das hilflose Sabbern beim Sex macht mich sehr an, schnell wurde dann ein Zaumzeug daraus. Pferde haben mich schon immer fasziniert, ich bin bereits als Kind geritten. Mich fasziniert Stolz und Anmut der Pferde, das aufwändige und schmuckvoll glänzende Outfit, die Dressur – kein anderes Tier hat eine solche beeindruckende Eleganz und Schönheit.

  
Lady Sas: Beschreibt bitte, wie shanuka als Ponygirl zurecht gemacht wird.
shanuka: In meiner Rolle als Ponygirl trage ich ein eng geschnürtes Taillen-Korsett, ein Halskorsett, das meinen Kopf aufrecht hält, dazu Plateau-Schnürstiefel sowie einen Schrittgurt mit Dildo und Anal-plug. An diesem Schrittgurt ist außen zusätzlich ein Pferdeschweif aus Echthaar befestigt. Antares fesselt meine Arme hinter meinem Rücken in einem Mono-Handschuh, dann kommt eine weiche Augenbinde aus Leder. Mit dem Anlegen des Zaumzeugs, einem Kopf-Harness mit Ballknebel, an dem ich am Zügel geführt oder angebunden werden kann, beginnt dann auch mein Redeverbot. Als Accessoires hat mir Antares einen Taillengurt mit Steigbügeln und Glöckchen hergestellt sowie einen Federbusch für den Kopf-Harness-genau, wie bei einem Zirkuspferd. Für das Anlegen des Outfits benötigt Antares ca. 30 Minuten, bis alles eng verschnürt oder abgeschlossen ist.

Das Outfit eines Ponygirls


Lady Sas: Was ist das Ziel, das mit diesem Outfit erreicht werden soll?
Antares: Das Outfit zielt darauf ab, shanuka für das Publikum sichtbar als devote und vollkommen wehrlos gefesselte Frau vorzuführen, ihre sexuelle Unterwerfung im Rahmen von erniedrigenden Dressurübungen darzustellen und sie als dennoch stolze und begehrenswerte Rasse-Stute zu zeigen. Dabei ist sie blind, ihrer menschlichen Sprache beraubt und muss sich mir, ihrem Trainer, völlig anvertrauen und meinen Zügelkommandos bis zum Ende unseres Spiels gehorchen.

Ihre Brüste werden durch den hinter ihrem Rücken geschnürten Armbinder besonders hervorgehoben und alle Blicke auf ihre Nippel-Piercings gelenkt. Das enge Taillenkorsett sorgt für eine für mich unwiderstehliche weibliche Silhouette und einen wiegenden Gang, der durch ihre hohen Plateau-Stiefel betont, aber auch erschwert wird. Ihre Schenkel und ihr Hinterteil sind nackt und für Streicheleinheiten zugänglich, aber wenn shanuka ungehorsam ist oder Fehler macht, wird sie auch mit der Reitgerte bestraft.
Besonders gefallen mir die Glöckchen an ihrem Taillengurt und ihren Fußfesseln, die auch auf lauten Partys für die notwendige Aufmerksamkeit des Publikums sorgen.

shanuka: Neben dem mich wirklich völlig hilflos fesselnden Armbinder beeinträchtigt mich der Schrittgurt am meisten. Mit jeder Bewegung erinnert mich der Innendildo und der Analplug daran, dass Antares sogar meinen Unterleib beherrscht. Ich weiß, dass ich sichtbar nass werde und viele Zuschauer erkennen können, dass ich mich mit jedem Schritt ungewollt ficke. Das alles erregt mich sehr, aber ohne Stimulation meiner Klitoris komme ich nicht zu einen Orgasmus, so dass meine Befriedigung meist bis nach der Vorführung warten muss – ein Grund, besonders gehorsam zu sein. Der Ballknebel meines Zaumzeugs hindert mich zwar am Sprechen, aber vielmehr beeinträchtigt er mich beim Schlucken des Speichels, so dass ich stets meine Brüste vollsabbere. Auch das empfinde ich als demütigend, aber aufgrund des äußeren Zwangs kann ich meine Scham und Erregung dabei durchaus genießen.   


Lady Sas: Sobald shanuka den Knebel-Harness trägt, darf sie nicht mehr sprechen. Wie kommuniziert sie dann?
shanuka: Nur durch Körpersprache, Auftreten mit den Stiefeln und Wiehern -als Ausdruck von Wohlbefinden und Zufriedenheit. Unser Ponyplay ist ein Spiel, bei dem ich mich meinem Partner vollkommen anvertraue und sicher geleitet fühle. Ein safeword im klassischen Sinne haben wir noch nie benötigt.



Ponygirl Fetisch: eine Spielart für blindes Vertrauen 


Lady Sas: Stichwort "blindes Vertrauen". Trägt die Stute bei der Dressur die ganze Zeit eine Augenmaske bzw. undurchsichtige Kontaktlinsen oder nur zeitweise?
Antares: Bei einer Dressur-Vorführung ist shanuka stets mit einer Augenmaske ausgestattet. Kontaktlinsen sind auf BDSM-Partys komplizierter in der Handhabung, haben den großen Nachteil, dass die Sichtbehinderung shanukas nicht sofort für das Publikum erkennbar ist und manche Zuschauer den Weg für sie nicht freimachen.
Vor einer Dressur-Vorführung sehe ich mir die location sehr intensiv an, um Stolperfallen zu erkennen. Direkt am Körper geführt, kann ich mit shanuka inzwischen sogar Treppen steigen. Sie kann die Augenbinde also durchaus einen Partyabend lang tragen.     

  
Lady Sas: Was wird bei der Dressur trainiert?
Dressur-Ponys wie shanuka bewegen sich innerhalb ihrer Dressur-Vorführungen im Rahmen einer einstudierten Choreografie, in beengten Räumen lässt sich das leider nur am kurzen Zügel darstellen. Verschiedene Gangarten und Figuren, wie z.B. "Schritt", „Trab“, "Piaffe" (wechselseitiges Anheben der Knie zur Horizontalen des Oberschenkels auf der Stelle), "Passage" (wie vor, aber in der Vorwärtsbewegung), "Pirouette" (Drehung um sich selbst auf der Stelle) sind zu beherrschen, damit die Dressur auch vor kritischem Publikum ein Erfolg wird. Hier wird auch der Unterschied im Schwierigkeitsgrad der Übung für ein sehendes Ponygirl zu einem blinden, streng gefesselten Ponygirl sehr deutlich.
Vor allem das „Kompliment“, die tiefe Verbeugung des Dressur-Pferdes vor dem Publikum sorgt bei diesem stets für anerkennende Äußerungen.


Lady Sas: Was versteht man unter einem Sulky-Training?
Antares: Beim Sulky-Training ziehen Cart-Ponies -oft auch als Gespann- einen für menschliche Zugtiere angepassten Sulky mit Fahrer über ein geeignetes Geläuf oder einen Geschicklichkeits-Parcour. Die Kommunikation (für Fortgeschrittene) erfolgt nur über Zügelkommando.
Aufgrund des notwendigen, blickgeschützten Hallen- oder Freigeländes können sich nur wenige diesen Fetisch erfüllen, so dass sich die private Anschaffung eines Sulkys kaum lohnt. Es gibt jedoch BDSM-Clubs, die einen Sulky vor Ort leihweise zur Verfügung stellen.  Auch für diese Spielart gibt es eine feste Fangemeinde.

Petplay-Veranstaltungen – eine andere Welt


Lady Sas: Gibt es auch Wettkämpfe mit mehreren Ponys?
shanuka: Wir haben 2017 eine Petplay-Veranstaltung besucht, das war für mich ein Eintauchen in eine andere Welt: „Nackte“ Ponygirls wie ich waren zwar eher in der Minderheit; dafür gab es Ponys in Latex- oder Lycra-Ganzanzügen sowie Furrys im Fellkostüm und Pferdekopf-Masken. Auch Hündinnen und Hunde waren vertreten!
Das Rahmenprogramm stand Wettbewerben im Pferdesport in nichts nach: Sulky-Rennen, Geschicklichkeitsfahren, Dressur-Vorführungen; für die Hunde Agility und Hundeschule-einschließlich Kampfrichtern und Preisverleihung. Ich bin ganz stolz, für meinen Herrn einen Preis gewonnen zu haben!


Lady Sas: Ihr macht auch Vorführungen vor Publikum. Wie sind die Reaktionen?
Antares: Das kommt ganz auf den Ort des Geschehens und noch viel mehr auf das jeweilige Publikum an. Auf BDSM-Partys kommerzieller Veranstalter treffen wir auf ein szene-freundliches Publikum, das per se eine Neigung zu Bondage/Ds und Fetisch hat und demzufolge sehr positiv reagiert. Bei Veranstaltungen im Bereich der „50-shades-of-grey-Welle“ trifft man aber auch auf Menschen, die möglicherweise sehr einseitige Vorstellungen von BDSM haben oder ganz einfach nur zu „unserem Fetisch“ keinen Zugang finden. Das bekommt man leider auch durch recht geringschätzige Kommentare zu hören.
Wir haben aber im Rahmen zweier kleiner BDSM-Einführungs-Veranstaltungen mit anschließender Diskussion festgestellt, dass sehr viele Zuschauer unsere Erläuterungen sehr positiv aufnahmen. Offenbar besteht ein gewisser Erklärungsbedarf hinsichtlich unseres Fetisches. Wir verstehen uns nicht als Missionare des BDSM oder des Petplay, aber es ist sehr schön, wenn aus anfänglicher Ablehnung ein gewisses Verständnis entsteht.       

shanuka über Ponygirl-Vorführungen


Lady Sas: Wie erregend ist es, vor Publikum vorgeführt zu werden, shanuka?
shanuka: Seit ungefähr 12 Jahren werde ich von Antares als Ponygirl dressiert, und insbesondere die Vorführungen vor Publikum erregen mich ganz besonders. Ich mag es sehr, mich so streng fesseln zu lassen und zeige auch gerne, dass ich willenlos unterworfen bin und fast nackt eine Zirkuspferd-Dressur aufführen muss. Durch die Augenmaske nehme ich das Raunen im Raum, Kommentare fremder Personen, Berührungen und Zügelkommandos viel stärker wahr als wenn ich sehen könnte – dabei spüre ich, dass ich selbst nackt bin und allen Blicken ausgesetzt bin. Es ist aufregend, mich so zeigen zu müssen und auch sehr erniedrigend, wenn Antares mich für Patzer mit der Gerte schlägt oder zeigt, dass ich Dildo und Plug trage. Und nicht zuletzt bin ich stolz darauf, dass viele Zuschauer sich bedanken, dass sie endlich mal ein Ponygirl real sehen durften!



Lady Sas: Was empfindest Du bei einer Vorführung Deiner Stute, Antares?
Antares: Anfangs natürlich ein wenig Lampenfieber! Das Anlegen des Outfits wirkt auch nach Jahren immer noch sehr erregend; es ist ja auch ein durchaus sexueller Akt. Die Fesselung meiner shanuka schafft eine ungemeine Nähe und Erregung bei uns beiden; die nachfolgende Dressur-Vorführung steigert das nur noch weiter. Ich muss spüren, ob es shanuka trotz meiner wohldosierten Quälereien gutgeht oder ich vielleicht zuviel fordere. Auch die Stimmung des Publikums spielt eine große Rolle; passt ein von shanuka verlangter blowjob in diese Runde? Wo kann ich ihr den wohlverdienten Orgasmus verschaffen?
Ansonsten: „Besitzerstolz“ – denn ich erhalte nach einer Vorführung oft bewundernde Kommentare, von Männern wie Frauen gleichermaßen. Ich habe an einem Abend 3 wirklich hinreißende Frauen abwimmeln müssen, die gerne mit meinem Ponygirl weitergespielt hätten, aber shanukas Benutzung durch Dritte ist absolut tabu.


Lady Sas: Gibt es bei den Vorführungen ein Fotoverbot? Und wenn ja: Wie stellt Ihr das sicher?
Antares: Bei klassischen BDSM-Partys sind die Veranstalter sehr interessiert, dass nicht heimlich Fotos gemacht werden und nach außen dringen. Bei Auftritten auf Messen wie der Boundcon – dort darf fotografiert werden – ist das etwas völlig anderes. Ich war aber angenehm überrascht, wie freundlich die Fotofreunde dort um Erlaubnis gefragt haben. Durch das Tragen der Augenmaske ist shanuka vor unerwünschter Wiedererkennung zwar weitgehend geschützt; das Problem ist daher eher, dass man mein Gesicht in ihrer Begleitung mit ihr in Verbindung bringen kann.  In „unsicheren“ locations trage ich daher eine zu Rolle des Rittmeisters passende Maske. 

Über die Pflege des Ponygirls


Lady Sas: Wird das Ponygirl auch gepflegt? Gibt es bestimmte Ernährungsvorschriften?
Eine spezielle Ponygirl-Pflege erfolgt nur im Rahmen der show; shanukas Brüste und Schenkel werden dabei mit einer Kardätsche abgebürstet, mit dem angenehmen Nebeneffekt, dass die Haut erwärmt und sichtbar gerötet wird.
Unser Fetisch geht jedoch nicht soweit, dass ich shanuka Ernährungsvorschriften mache- eine in das private Leben hineinreichende 24/7-D/s-Beziehung würde für uns nicht funktionieren.


Lady Sas: Habt Ihr Tipps für Orte, wo man diesen Fetisch ausleben kann? Ich nehme an, dafür braucht man ziemlich viel Platz, oder?
Es ist weniger eine Frage des Raumes, sondern des Publikums. Wir halten nichts davon, Unbeteiligten unseren Fetisch aufzudrängen, so dass wir nicht in der Öffentlichkeit vorführen. Da wir uns auf die Zirkusdressur konzentriert haben, kann shanukas Training bei uns zuhause erfolgen; für Vorführungen vor Publikum suchen wir unsere Veranstaltungsorte sorgfältig aus. Für uns alleine sind BDSM-Partys der Klassiker, für größere Ponygirl-Veranstaltungen kommen angemietete SM-Studios professioneller Dominas in Betracht. Interessenten dürfen uns dahingehend gerne ansprechen! E-Mail: antares642002@gmx.de


Lady Sas: Wie sehen Eure Pläne für die Zukunft aus?
Antares: Wir haben viele Anfragen bezüglich shanukas Outfits, so dass wir für Interessentinnen das ein oder andere Teil aus eigener Herstellung anbieten möchten – und auch die Gelegenheit, diese in unserem Hause auszuprobieren.
Zum anderen bekommen wir sehr viele Zuschriften, wo man shanukas Auftritte sehen kann. Hier sehen wir Potential für die Zusammenarbeit mit kommerziellen Partner, ob Veranstalter oder Inhaber geeigneter locations. Und nicht zuletzt möchten wir natürlich weiterhin unser Treiben auf Fotos und Videos festhalten und unseren Spaß bei shanukas Dressuren haben. Lady Sas, vielen Dank für die Gelegenheit, den Fetisch „Ponygirl“ hier vorstellen zu dürfen.

Lady Sas: Sehr gerne, danke für diese Einblicke.


Montag, 15. Januar 2018

Über die #Metoo und #Aufschrei Bewegung

"Es sollen halt die richtigen Männer mit einem flirten, wenn es der Falsche ist, ist es Belästigung", schreibt der Leser Mr Hyde auf welt.de zur #Metoo und #Aufschrei Dabatte. Ja, die Diskussion geht ganz schön durcheinander – und einigen sicher auf den Keks. Was wohl daran liegen dürfte, dass sie nicht betroffen sind. 

Ich denke, wir sind uns einig darüber, dass man jemanden nicht sexuell belästigen darf. Ob es sich nun um einen Mann handelt, der eine Frau bedrängt oder eine Frau, die einem Mann an die Wäsche gehen möchte: Das geht gar nicht. Das Positive an der #Metoo Debatte ist also, dass wir das allen noch mal ins Gedächtnis rufen. Vor allem den Mächtigen, die meinen, über dem Gesetz zu stehen.


Beobachtungen zur #Metoo Bewegung 


Grundsätzlich gut finde ich es auch, wenn sich Betroffene – selbst nach vielen, vielen Jahren – nun doch noch äußern und die Schuldigen an den Pranger stellen. Fragezeichen habe ich allerdings, wenn ich sehe, wie die Presse mit diesen Anschuldigungen umgeht. Hier dürfen Schauspielerinnen zu Wort kommen und Beschuldigungen äußern. Klar, der Betroffene darf auch erklären, dass das alles nicht wahr sei, aber der Eindruck, der in der Öffentlichkeit entsteht ist eindeutig: Da muss doch etwas dran sein. Wäre es nicht sinnvoller, zur Polizei zu gehen und zum Anwalt statt zur Presse? 

Thomas Fischer, Bundesrichter a.D. und ZEIT-Autor, beschreibt in seinem lesenswerten Artikel "Ich auch! Ich auch!" noch einen anderen Aspekt: 

"Nachrichten-Formate aller bedeutenden deutschen TV-Sender berichten, Schauspielerinnen mit vergangener, gegenwärtiger oder erhoffter Popularität hätten ihr Schweigen gebrochen und ihre Agenten mitteilen lassen, dass ihnen selbst zwar nichts widerfahren sei, sie aber schon lange ahnten, dass es so etwas möglicherweise geben könne. Vorkämpferinnen haben gar bekannt, dass ihnen vor zehn Jahren bei einer Preisverleihung ein greiser Großschauspieler die Hand auf eine Hinterbacke legte, sie sich anschließend aber gleichwohl lächelnd mit ihm durch den Abend herzten, weil sie einfach zu traumatisiert waren, um die Gala zu stören."
In der Tat hat man leider den Eindruck, dass die eine oder andere Schauspielerin den Rummel nutzt, um sich wichtig zu machen und ins Gespräch zu bringen. Das relativiert und verwässert die Diskussion.


Verlieren Männer jetzt die Lust am Flirten?

Catherina Deneuve

Von Männern höre ich oft: Mensch! Als Mann darf man ja jetzt nicht einmal mehr flirten. Sofort wittern die Frauen sexuelle Belästigung. Die französische Ikone Catherine Deneuve hat sich deshalb zusammen mit 100 anderen französischen Frauen für eine Rettung des Flirts stark gemacht – und wird dafür überwiegend mit Schmutz beworfen. Ich kann ihre Position gut verstehen und hoffe, die deutschen Männer lassen sich von der #Metoo Diskussion nicht die Lust am Flirten verderben. Sonst wäre es doch langweilig im Büro, im Bekanntenkreis und beim Sport. Flirten ist das Salz im Alltag. Dass man mit Blicken und Worten flirtet, jedoch nicht mit Händen oder Drohungen, das versteht sich hoffentlich von selbst.

Als Femdom habe ich kein Problem damit, nachdrücklich Nein zu sagen und einen Mann in seine Schranken zu weisen. Ist eine meiner leichtesten Übungen. Deshalb sage ich hier an dieser Stelle erleichtert: #keinAufschrei und #MeNotToo. Klar wurde ich auch schon in einer Weise angeflirtet, die mir zu weit ging. Aber dann habe ich eben den Mund aufgemacht und gesagt: Sorry, mein Lieber, da wird nichts draus. Das kann man durchaus auch charmant sagen und so, dass der andere sich zurückziehen kann ohne gleich sein Gesicht zu verlieren. 


Was bringt die #Metoo Debatte?


Was also bringt die Debatte? Sie bringt das Thema ins Bewusstsein – und das ist gut so. Ich hoffe nur, dass die Betroffenen sich mehr an die Polizei wenden und weniger an die Medien. Und dass Männer, die sich immer korrekt verhalten haben, nicht einschüchtern lassen und das Flirten einstellen.

Findige Autoren haben sich des Themas übrigens bereits angenommen. So ist zum Beispiel schon Ende Dezember 2017 von der Autorin L. Seifert ein englisch-sprachiger Thriller erschienen. Titel: "#METOO". Und auch auf Deutsch gibt es eine Geschichte darüber. Der Autor Hardy Hardcore hat in seinem Buch "Tabulos-Casting: Wie weit geht sie für die Traumrolle?" beschrieben, wie die Psychologie solcher Fälle im Filmgeschäft funktionieren könnte. In das zweite Buch habe ich mal reingelesen und war angenehm überrascht, wie psychologisch geschickt der Autor das Ganze aufgebaut hat. Macht, Abhängigkeiten, Psychologie und Sex sind eben ein interessantes Thema. Ich bin mir daher sicher, dass der erste Hollywood-Kinofilm zum #Metoo Thema schon in der Vorbereitung ist. Hoffen wir also, dass es nicht bei einem kurzen Strohfeuer bleibt, sondern die Debatte wirklich nachhaltig und langfristig etwas in den Köpfen verändern kann. 

Wie ist Deine Meinung dazu? Hinterlasse gerne einen Kommentar. 


Freitag, 5. Januar 2018

Ms Femme Fatale: Meine Liebe kann ziemlich weh tun


Ms Femme Fatale
Ms Femme Fatal aus Dortmund habe ich im Joyclub kennengelernt. Sie ist eine interessante Persönlichkeit, die sich nimmt, was sie haben will. Und das ist nicht wenig. So hat sie neben ihrem Mann einen weiteren Sub als Spielpartner und sucht nun zusätzlich eine Femdom, die zusammen mit ihr die Subs erzieht. Mehr über die private Femdom Ms Femme Fatal erfährst Du hier im Interview.



Lady Sas: Wie kommt es, dass Du einen Ehemann und einen Spielpartner hast?

Ms Femme Fatale: Mein Mann und ich hatten bis vor einiger Zeit ein Paarprofil im Joyclub, auf der Suche nach gleichgesinnten Paaren und Frauen. Dann lernten wir eine sehr junge dominante Frau kennen. Wir haben uns sehr schnell angefreundet, so sehr, dass wir auch alltägliche Dinge unternahmen. Als sie irgendwann bemerkte, wieviel Arbeit ich mit Haus, Kind, Arbeit und Hund habe, kam ihr die Idee mit einem Putzsklaven und sie erzählte mir von der SZ. Ich belächelte diese Idee bis mein Mann ihr auch zustimmte und sagte, ein Versuch wäre es wert. 


Da saß ich dann einige Tage später vor der SZ und erstellte ein Profil, wo ich einen Putzsklaven suchte, der nach getaner Arbeit Aussicht auf Belohnung bekam. Ca 5 Tage und knapp über 500 Nachrichten später, hatte ich mich für diesen einen, besonderen entschieden. Er war sehr charmant und vertrauenswürdig, weshalb er kurze Zeit später vor meiner Tür stand. Einige Zeit putze er brav und ich belohnte ihn im Anschluss mit kleinen Sessions. Irgendwann wollte ich nicht mehr, dass er für mich putzt. Ich stand immer unter Strom, wenn er hier durchs Haus huschte. Ich wollte direkt loslegen. So entstand im Laufe der Zeit eine sehr tiefe und vertrauensvolle Art von Beziehung zwischen uns.



"Ich dominiere beide gleichzeitig."


Lady Sas: Wie oft siehst Du Deinen Spielpartner und in welchem Rahmen?

Ms Femme Fatale: Wir sehen uns, wenn es gut passt, ca. alle 2 bis 3 Wochen. Das ist immer abhängig von den Schichten meines Mannes. Er arbeitet auf Wechselschicht und hat oft unregelmäßig frei. Das ist deshalb relevant, weil wir keinerlei Alleingänge machen und ergo immer zu dritt spielen. Wenn wir drei aufeinander treffen, habe ich im Schnitt zwischen 2 und 3 Stunden Spass mit den beiden. Ich dominiere beide gleichzeitig wobei der Fokus während dieser Zeit aber klar auf meinem Spielpartner liegt. Schließlich sehen wir uns nicht jede Woche.

Lady Sas: Wie geht Dein Ehemann damit um, dass Du einen Spielpartner hast?

Ms Femme Fatale: Wie schon weiter oben erwähnt, war es damals mit seine Idee. Das sich das in diese innige Richtung dreht, war uns aber beiden nicht bewusst. Wir waren immer eifersuchtsfrei in den ganzen zehn Jahren Beziehung. Er möchte, dass ich glücklich bin und solang er nicht zu kurz kommt, ist das überhaupt kein Problem für ihn.


Lady Sas: Du bezeichnest Dich selbst als "extrem sadistisch". Wie hast Du zum ersten diese Veranlagung an Dir entdeckt?

Ms Femme Fatale: Wie ich das ganz genau entdeckt habe, weiss ich nicht mehr genau. Als wir vor knapp zehn Jahren auf das Femdom Thema gestoßen sind, hat sich das immer mehr gezeigt, dass da noch etwas anderes außer Dominanz in mir schlummert. So hat sich diese Neigung bei mir immer krasser entwickelt. Wie sadistisch ich tatsächlich bin, hat sich aber erst in der Zeit mit meinem Spielpartner gezeigt. Bei ihm muss ich nämlich keine Rücksicht nehmen. Bei meinem Mann kann ich mich berufsbedingt nur in seinem Urlaub richtig austoben, weil er da halt nicht mit gestriemten Arsch in der Firmendusche stehen muss.



"Ich habe extremen Spass daran"




Lady Sas: Was kickt Dich daran, sadistisch zu sein?

Ms Femme Fatale: Eine der Fragen, die mich oft und lange beschäftigt hat. Aber ich denke, ich weiss es mittlerweile ganz genau. Als allerstes, der Spass! Ja, ich habe extremen Spass daran, zu schlagen, zu beißen, zu kratzen und anderweitig wie z.B. mit Kanülen meinem Gegenüber weh zu tun! Dann ist es eine Art Ventil für mich. Gereiztheit, Zorn und manchmal auch Wut, die ich da abbauen kann. Eine kleine Flucht, in mich selbst. Irgendwie fühlt sich das sehr intensiv an. So viel Adrenalin, was durch mein Blut schießt, soviel, dass ich oft dabei zittere und wie in einer Art Rausch bin. Es erregt mich extrem. Ich schlage zu und im nächsten Moment bin ich nass. Ich kann dadurch auch noch besser meine Macht, die ich über beide habe, fühlen. Besser, als würde ich sie nur dominieren. 


Die Spuren im Nachhinein zu sehen kicken mich auch sehr. Ich weiss das ich es war die das verursacht hat und es kickt mich, dass es sie stolz macht diese von mir zu tragen. Ich unterscheide aber auch bei meinen Männern, was mich daran kickt! Wenn ich meinen Mann quäle und schlage kickt es mich, weil er dabei fliegt und bei ihm aus Schmerz, der bekannte Lustschmerz wird. Er ist wie high, steht neben sich und hat sogar schon Orgasmen nur vom Schlagen gehabt! Dann natürlich die Spuren die bleiben, wenn ich die Möglichkeit dazu habe.

Bei meinem Spielpartner kickt mich da etwas anderes. Als erstes das "bei ihm muss ich keine Rücksicht nehmen". Das ist ein Gefühl von frei sein, durchatmen, abschalten. Ich muss nicht drüber nachdenken, ob da jetzt eine Spur bleiben könnte oder auch nicht. Dann ist es bei ihm ein "Revier markieren". Er darf keine sexuellen Kontakte zu anderen Frauen haben. Er ist viel unterwegs und wirklich kontrollieren kann ich ihn nicht. Ich vertraue ihm aber und weiss auch, daß er wirklich kein Interesse an anderen Damen hat. Trotzdem, Revier markiert, meins!


"Ich bin gierig nach Befriedigung"


Lady Sas: Wie würdest Du Deine Art von BDSM beschreiben?

Ms Femme Fatale: Als allerstes fällt mir das Wort "Liebe" dazu ein! Ich bin ein sehr emotionaler und intensiver Gefühlsmensch! Ich bin immer darauf bedacht, dass sich alle wohlfühlen! Ein geben und nehmen. Ich spiele auch sehr sexuell. Ich bin gierig nach Befriedigung und will den nächsten Tag Muskelkater. Ich will mich ausleben, austoben und gebe dafür ganz viel. Nähe und Liebe! Aber auf meine Art und Weise. Meine Liebe kann ziemlich weh tun und meine Nähe ist authentisch dominant und konsequent. Da ist nichts gespielt, das kommt von ganz tief innen.


Lady Sas: Aktuell suchst Du eine Spielgefährtin, die "ohne Konkurrenzdenken", wie du schreibst, zusammen mit Dir Deine Männer bespielen möchte. Was erhoffst Du Dir davon?

Ms Femme Fatale: Ich bin seit ich denken kann bisexuell. Ich fand Frauen schon seit meiner frühen Jugend sexuell anziehend. Irgendwann kam mir die Idee, wie es wohl wäre, mit einer gleichgesinnten Frau zu spielen. Ich habe insgesamt sehr viel und detaillgenaues Kopfkino. Mit einer schönen Frau vor den gefesselten Männern intim zu werden, die Reaktionen der Männer in meinem Nacken spüren, wie es sie erregt, uns zu sehen, um sie dann gemeinsam zu dominieren und zu quälen, herrlich! Bei dieser Konstellation hat man einfach unglaublich viele Möglichkeiten. Zudem muss mein Mann zum Beispiel bei der Konstellation mit meinem Spielpartner nicht immer hinten an stehen. Keiner kommt zu kurz und alle kommen auf ihre Kosten.


"Ich möchte mit der Frau harmonieren"

Ms Femme Fatale

Lady Sas: Kannst Du den Punkt mit dem Konkurrenzdenken noch etwas erklären? Was meinst Du damit?
Ms Femme Fatale: Grundsätzlich sind Frauen ja immer ein klein wenig so eingestellt, wer ist die schönere, die bessere und es wird verglichen. Frauen eben. Ich hatte aber ganz besonders bei dominanten Damen in Unterhaltungen schon mal leise das Gefühl gehabt, dass da viel Konkurrenzdenken bei ist. Wer ist die härtere, dominantere und konsequentere. Sehr eingefahren, teilweise sehr verbissen. So etwas ist nichts für mich! Ich möchte mit der Frau harmonieren und eine vertrauensvolle Basis haben. Das ist in meinen Augen das A und O in einer solchen Situation.


Lady Sas: Hast Du Vorsätze für das neue Jahr gefasst?
Ms Femme Fatale: Ehrlich gesagt, nein. Ich bin mit meinem Leben und allem, was ich habe, absolut zufrieden und glücklich. Alles ist perfekt so wie es ist. Ich habe ein wundervolles Kind, keine Geldsorgen, bin gesund und besitze zwei wundervolle Männer die mich begehren. Was will Frau mehr?!



Lady Sas: Danke für diese Einblicke.