Samstag, 10. Februar 2018

Filmsklave M, der SM-Video-Drehbuchschreiber

Es gibt das Vorurteil, Frauen könnten nichts mit SM-Filmen anfangen. Ich muss sagen, ich schaue im Femdom-Bereich ganz gern mal rein. Ab und zu sind nette Ideen dabei. Meistens aber leider nicht. Das liegt – soweit ich das von außen beurteilen kann – vor allem an den Darstellerinnen. Es reicht nicht, als Femdom vor der Kamera einfach nur gut auszusehen, man braucht auch eine Idee für die Handlung. Denn: Ein Film ist ja kein Foto.


Geradezu typisch ist die Szene, in der die Femdom auf einem Sofa sitzt, gelangweilt eine Zigarette raucht und sich vom Sub die Stiefel lecken lässt. Okay, ein Klassiker, warum nicht, könnte ja eine kurze Szene sein. Diese minimale "Handlung" nun aber gleich zur kompletten "Story" des Films zu erheben, das ist nun aber doch wirklich ausgesprochen langweilig. Wenn die Dame nun wenigstens etwas Interessantes sagen würde! Aber nein, sie sitzt einfach nur da und raucht, während der Sub beschäftigt ist. Langweiliger geht es ja wohl kaum.


Zum Glück gibt es auch Femdoms mit Ideen, deren Videos wirklich interessant sind. Leider sind das nur wenige. Wer keine eigenen Ideen hat, lässt sich von Drehbuchschreibern helfen. Sklave M ist so einer. Er schreibt aber nicht nur Drehbücher für SM-Produktionen, er stellt sich auch gleich als Darsteller zur Verfügung. Im Interview gibt es uns einen kleinen Einblick in diese Welt.



Filmsklave M im Interview


Lady Sas: M., Du bist als Filmsklave von Profi-Dominas tätig. Wie läuft so ein Dreh ab?
Sklave M: Man bekommt einen Anruf oder eine Mail vom Produzenten oder von der Domina mit der Angabe des Themas und der Drehpartnerin. Vor Ort werden meist verschiedene Outfits und Accessoires ausprobiert und angelegt, ggf. auch bestimmte Arten der Fixierung bevor es losgeht. Dann wird ein Thema, meist ohne Pause, halb improvisiert ca. 15 Minuten ohne Schnitt (kommt später) durchgedreht. Dann ggf. Szenenwechsel, Outfits und Accessoires und neues Thema in ggf. neuem Setting. Meist geschieht eine inhaltliche, erotisch und bizarre Steigerung bzw. Variation des Filmthemas.


Lady Sas: Wieviele Leute sind am Set eines solchen Drehs?
Sklave M: Ein Kameramann und je nach Thema 1-2 Dominas, 1-3 Darsteller-Sklaven.


Lady Sas: Wie lange dauert ein Dreh?
Sklave M: Solange, wie man braucht, bis ca. 1 Stunde Material zusammenkommt. In der Regel 2-4 Stunden.


Lady Sas: Gibt es auch Dinge, die der Zuschauer nicht sieht?
Sklave M: Ja, wir haben meist viel Spaß miteinander, die Damen machen sich lustig über manche Szenen und es ist selten so ein „strenge Atmosphäre“ wie im Film.


Lady Sas: Du hast Drehbücher für solche Filme geschrieben. Erzähle doch mal eine beispielhafte Geschichte.
Sklave M: Zum Beispiel gab es mal eine Serie mit einer „reifen, klassischen Domina“ und deren junge Bekannte, die das gerne auch mal ausprobieren wollte. Zufällig war ich als Sklave bei der Domina, als sie ihre junge Freundin einlernte. Dummerweise war ich aber auch der Universitätsprofessor dieser launischen jungen Diva, die eigentlich nie studiert hatte und mich jetzt zusammen mit der Domina erpressen konnte. (Anmerkung von Lady Sas: Es folgte eine Aufzählung verschiedener SM-Praktiken, die nun zum Einsatz kommen.)

Wie kommst Du auf Ideen?


Lady Sas: Wie kommst du auf Ideen für die Drehbücher?

Sklave M: Ich überlege, was ich gerne mal machen oder erleben möchte. Dabei denke ich aber natürlich vor allem an die Vorlieben und Skills sowie Ausstattung (Accessoires, Kleidung und Räumlichkeiten und Gerätschaften) der jeweiligen Domina(s) und deren Neigungen. Meine perverse bizarre Fantasie ist da grenzenlos, oft, wenn ich nachts wach liege, bzw meinen Dominas meine Träume schildere. Vieles ist auch Erfahrung aus dem Spiel, aus dem sich Neues ergibt.


Lady Sas: Schaust Du selbst gerne Clips? Was könnte man daran noch verbessern?
Sklave M: Ich schaue eigentlich keine Clips, außer denen mit mir. Ich würde auch für Clips kein Geld ausgeben. Tendenziell sollten Clips nicht zu monoton sein und sich nur an einem Fetisch oder an einem Thema festmachen und wenn, dann diese mindestens fantasievoll und originell variieren.


Lady Sas: Wie sehen Deine Pläne für die Zukunft aus?

Sklave M: Ich drehe im Moment mangels Nachfrage leider nicht, habe aber 1-2 Onlinedommes und eine „Affäre“ mit einer sehr jungen Domina, die „alles" mit mir mal ausprobieren will, was bestimmt noch ein Weile sehr inspirierend sein wird.

Lady Sas: Na dann viel Spaß dabei.



Du hast auch etwas Interessantes zu erzählen? Dann melde Dich gern bei mir unter madamesaskia@web.de. Ganz gleich, ob Du Femdom oder Sub bist.

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