Mittwoch, 15. November 2017

Domina Madame Curie: die strenge Forscherin

Madame Curie. Foto: Instragram.com/pittygraph
Sie nennt sich Madame Curie und ist auf Forschungsreise zu den geheimen Phantasien devoter Männer. Die attraktive Domina aus Berlin ist im Studio Tartarus tätig und vermittelt trotz ihrer jungen Jahre den Eindruck, genau zu wissen, was sie möchte. Im Interview verrät Madame Curie mehr über sich, ihren Lifestyle und ihre Art BDSM auszuleben. 


Lady Sas: Liebe Madame Curie... nein, Moment mal, das ist doch die bekannte Physikerin und Chemikerin. Ist diese Assoziation beabsichtigt? Was hat es mit Deinem Namen auf sich?
Madame Curie:
Im bürgerlichen Leben bin ich Ingenieurin für Verfahrenstechnik, also im weiteren Sinne genauso wie Marie Curie Naturwissenschaftlerin. Außerdem liebe ich es, Dinge zu erforschen und Grenzen auszuloten. Sowohl im Bereich klassischer Forschung als auch auf menschlicher Ebene. Ich möchte herausfinden, was mich selbst, aber auch mein Gegenüber (oder sollte ich besser sagen meinen Subs) antreibt (wenn nicht gerade ich und meine Gerte es sind).

Interview mit Herrin Madame Curie


Lady Sas: Bitte schildere uns, wie Du auf den BDSM-Bereich aufmerksam geworden bist.
Madame Curie:
Seit meiner Kindheit fasziniert mich das Bild der selbstbestimmten Frau, der starken Amazone, wie es auch von Eric Stanton skizziert wird. Ich komme aus einer Familie, in der Frauen alle wesentlichen Entscheidungen getroffen haben. Meine Mutter ist äußerst lebensfroh, extrovertierte und stimmgewaltig. Für sie sind bis heute Stilettos, Overknees und Ledermantel unverzichtbare Bestandteile des Outfits. Die Bilder von Stanton waren für mich also familiäre Realität (auch wenn meine Mutter sich nie selbst als Domina bezeichnen würde). Als ich dann für mein Studienpraktikum nach Berlin kam, war der Schritt in die BDSM Szene quasi vorprogrammiert. Mit einer Freundin, die selbst masochistisch veranlagt ist, bin ich zuerst mit der Berliner Club Szene und dabei mit der BDSM Szene in Berührung gekommen.


Lady Sas: Wie kommt es, dass Du als Domina tätig bist?
Madame Curie:
Diese Freundin erkannte meine Dominanz und bestärkte mich darin, meine Leidenschaft auszuleben. Ich befand mich wie bereits gesagt, zu diesem Zeitpunkt im Studium und die Anschaffung clubtauglicher Outfits kollidierte ein wenig mit meinem knappen Budget. Da zeigt mir meine Freundin die Annonce eines Dominastudios. Ich war sofort begeistert, rief dort an und stellte mich am nächsten Tag vor: ein Traum wurde wahr.
Madame Curie aus Berlin. Foto: pittygraph

"Das Ausleben verschiedener Facetten meiner Persönlichkeit"                 

                                     
Lady Sas: Was reizt Dich am bizarren Spiel?
Madame Curie:
Das Ausleben verschiedener Facetten meiner Persönlichkeit (Rollenspiele, physische Dominanz, Demütigung anderer) sowie das Eintauchen in gemeinsame Phantasien. Extrem geil finde ich physische Dominanz in Form von Handspanking.


Lady Sas: Du bietest auch als Fightergirl Ringkämpfe an. Wie darf man sich das vorstellen? Und worin besteht der Reiz für den Mann dabei?
Madame Curie:
Als erfahrene Kampfsportlerin (Hap Ki Do: eine Mischung aus Judo und Aikido) und Domina kann Mann mit mir entweder einen rein sportlichen Kampf mit Würgern, Haltegriffen, Hebeln und Würfen bestreiten oder eine erotische Auseinandersetzung mit Beinscheren, Facesittung, Pins und kleinen Gemeinheiten erleben. Natürlich freue ich mich auch, beide Varianten mit einem Rollenspiel und/oder Übergang in den klassischen schwarzen Bereich (Bondage, Brustwarzenfolter, CBT) zu kombinieren. Der Reiz besteht darin, sich mit einer erotischen Amazone auf Augenhöhe zu messen und zu immer wieder aufs Neue zu unterliegen.


Lady Sas: Was tust Du, um Dich fit zu halten? Gibt es ein besonderes Training für diese Ringkämpfe?
Madame Curie:
Ich schwimme im Schnitt drei Mal pro Woche 1,5-2 km und fahre außerhalb der Wintermonate ca. 100 km pro Woche auf meinem Rennrad (ein weißes liebevoll restauriertes Chesini). In den Wintermonaten ist dafür Krafttraining im Fitnessstudio angesagt.


Lady Sas: Hast Du erst darüber nachdenken müssen, Dein Gesicht online zu zeigen und eine Domina-Website zu erstellen oder war das kein Problem für Dich?
Madame Curie:
Zu Beginn meiner Zeit als Domina habe ich mein Gesicht aus Rücksicht auf meinen Beruf nicht gezeigt. Mittlerweile bin ich da eher entspannt.


Lady Sas: Wie geht Dein Umfeld damit um, dass Du als Domina Männer erziehst?
Madame Curie:
Mein privates Umfeld besteht inzwischen größtenteils aus BDSM affinen Personen, die nichts anderes von mit erwarten.

Herrin Madame Curie über die BDSM-Szene in Berlin 


Madame Curie, Foto: Yoran Nesh
Lady Sas: Kannst Du uns etwas über die BDSM-Szene in Berlin sagen?
Madame Curie:
Über die DIE BDSM Szene kann ich nicht viel sagen, nur, dass sie so vielfältig ist, wie Berlin selbst. Manche Bereiche bleiben mir verborgen, da sie meinen Neigungen nicht entsprechen. Ich für meinen Teil bewege mich zumeist im Insomnia, Kitkat Club oder Darkside. Jeder Club hat sein Vorzüge: gelebter Fetisch, verruchte Partys, formvollendete Ästhetik.


Lady Sas: Wie denkst Du über das neue Prostitutionsgesetz? Was bedeutet es für Dich praktisch?
Madame Curie:
Es ist eine Einschränkung meiner persönlichen Freiheit und bedeutet viel Nerverei für mich.

"Safe, sane und consensual"


Lady Sas: Gibt es Sklaven, die man vor sich selbst schützen muss, indem man ihnen bestimmte Phantasien nicht erfüllt, weil das zu gefährlich wäre? Hast Du so etwas schon einmal erlebt?
Madame Curie:
Sicherlich gibt es solche Sklaven. Allerdings mache ich meine Grenzen und Leitlinien immer vorab deutlich, so dass sich die Frage für mich noch nie gestellt hat. Voraussetzung für eine Session mit mir ist der Grundsatz, dass alle Praktiken safe, sane und consensual sein müssen.
Wenn ich merke, dass mein Spielzeug es aushält, schöpfe ich auch gerne aus den Vollen, würde aber nie etwas tun, das bleibende Schäden hinterlässt.


Lady Sas: Erzähle uns ein bisschen über die private Madame Curie. Was machst Du in Deiner Freizeit?
Madame Curie:
Das Gleiche, wie im Studio. Bloß etwas härter und willkürlicher (*lacht*). Davon ab genieße ich Kurztrips an die See oder erkunde mit meinem Chesini die Umgebung Berlins.


Lady Sas: Wie sehen Deine Pläne für die Zukunft aus?
Madame Curie:
Ich habe auf der diesjährigen Venus Blut an SM Shows geleckt. Darin möchte ich mich weiterentwickeln. Ansonsten bin ich ehrlich gesagt sehr zufrieden und hoffe, dass es noch lange so weiter geht.


Lady Sas: Danke für diese Einblicke.

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